Garten

Meine diesjährigen Chilis wachsen und gedeihen! In den letzten anderthalb Wochen hat sich da unheimlich viel getan. Die letzte Zählung ergab 16 Früchte, die angesetzt haben. Für norddeutsche Wetterverhältnisse ist das enorm (Sturm ist, wenn die Schafe auf dem Deich keine Locken mehr haben und dahinten, hinter dem rotierenden Wolkenschlauch, der gerade auf uns zukommt, wird’s auch schon wieder heller). Dabei habe ich genau genommen überhaupt keine Ahnung, was ich da an giftigem Zeug zusammenzüchte. Ich meine, das ist immerhin schon die zweite Generation eines Vier-Sorten-Mixes und Einzelsorten lassen sich anhand des Aussehens der Früchte nicht mehr eindeutig identifizieren. Aber eins ist sicher: Die werden sehr aromatisch und auch höllisch scharf sein. Garantiert! Die Erntezeit schätze ich angesichts der Tatsache, dass die Früchte so 90-120 Tage zum Reifen brauchen, auf Ende August bis September. Im September allerdings könnte es rein so temperaturmäßig natürlich schon wieder kritisch werden. Ist ja schließlich alles draußen …

So rein wettermäßig haben wir ‘ne Vorwarnung vor ‘nem mittleren Weltuntergang. Ich meine in Bezug auf Gewitter. Erdbeben und Vulkanausbruch sind aber nicht angesagt worden. Mit anderen Worten: Die schwüle Hitze dominiert. Was man außerhalb des Kühlschranks liegen lässt, das überzieht sich in Rekordzeit mit so einem fellartigen Belag und sieht binnen kürzester Frist wie ‘ne Pelzmütze aus: Echtes Pelzmützenwetter! Entsprechend viel wandert zwangsläufig auch auf den Komposter draußen im Garten: Ein reichhaltig gedeckter Tisch für Görings Günstlinge und andere nächtliche Besucher. Als ich heute morgen in den Garten ging und die Bescherung sah, da wusste ich bereits, dass wir viel Besuch gehabt haben müssen. Die Wildkamera also abmontiert (sie geht jetzt an ihren Besitzer zurück) und vorher noch schnell die 43 Aufnahmen von der vergangenen Nacht rübergezogen. Bilanz allein von letzter Nacht: 1 große Krähe, 1 besonders fetter Igel, 1 Iltis, mindestens 2 verschiedene Marder und mindestens 3 verschiedene Waschbären! Hier ist mal eine kleine Auswahl davon. Neun Fotos: Draufklicken zur Großdarstellung in einem separaten Tab!

Es ist schon bemerkenswert: Im April und anfang Mai die ganze Arbeit im Garten und es sah nicht gerade danach aus, als wenn das von Erfolg gekrönt wäre. Hier was gepflanzt – kam nicht – und da was gepflanzt. Kam dann auch nicht. Doch fast schon urplötzlich, nämlich seit es in der letzten Maiwoche warm geworden ist, entsteht überall ein prächtiger Blütenzauber. Zugegeben, nicht unbedingt da, wo wir was gepflanzt hatten. Aber immerhin! Jetzt ist der Garten ziemlich bunt – Mut zur Farbe! Nicht, dass ich die große Ahnung davon hätte, was das alles für Gewächse sind. Dafür ist schließlich meine bessere Hälfte zuständig. Für mich sind das alles einfach Blumen – aber echt was für’s Auge! Die Nutzpflanzen – also Gurken, Kartoffeln, Salat usw. – kommen so langsam auch. Doch der Blütenzauber ist jetzt schon ganz ordentlich. Fünfzehn Fotos (und das ist nur eine stark eingeschränkte Auswahl): Draufklicken zur Großdarstellung in einem separaten Tab!

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Ein niedliches Mistvieh.

Was empfinden wir als niedlich? Niedlich ist, wenn etwas in das so genannte “Kindchenschema” fällt. Das Kindchenscham ist bei Wikipedia wie folgt definiert: “Das Kindchenschema bezeichnet die bei Menschenkindern und bei Jungtieren vorkommenden kindlichen Proportionen, vor allem auch bestimmte Gesichtszüge, die als Schlüsselreiz wirken und so das Brutpflegeverhalten auslösen.” Kindliche Proportionen bedeutet in erster Linie einen im Vergleich zum Körper relativ großen Kopf, am besten noch gepaart mit großen, runden und unschuldig blickenden Kulleraugen.

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Ungefähres Verbreitungsgebiet der Waschbären hierzulande, basierend auf den Abschüssen. Je roter, desto mehr Tiere pro Quadratkilometer.

Es tut sich übrigens was – nämlich bei meinen diesjährigen Chilis. Das ist wie im letzten Jahr ein Mix aus den noch amtierenden vier Weltmeister-Sorten, also Ghost Pepper aka Bhut Jolokia, Habanero 7 Pot, Trinidad Moruga Scorpion und Carolina Reaper (Saatgut aus den Früchten vom letzten Jahr extrahiert). HP56 Death Strain ist ja hierzulande (noch) nicht erhältlich und direkt aus den USA bestellen will ich’s mir aus Kostengründen auch nicht, deswegen müssen diese vier Sorten erstmal reichen. Was bisher lief:

Hier jetzt mal einige Ergebnisse von einer Woche Fotofalle: Unser privater Tierpark! Ich muss schon sagen, dass ich absolut nicht mit soviel Viehzeug gerechnet habe. Was nicht dabei ist – weil die Bilder doch ziemlich verwackelt waren – sind Iltis und Wildkatze. Die waren zwar (gerade so eben noch) erkennbar, doch die Aufnahmen kann man keinem zeigen. Weiß nicht – ob es sich lohnt, den Garten nachts für Publikum zu öffnen und Eintritt zu nehmen? Oder ob ich doch besser nur Hunde- und Katzenfutter auf den Komposter des Nachbarn werfen sollte, um das Viehzeug von unserem Garten abzulenken? ;) Eine Woche lasse ich die Fotofalle noch sitzen und dann gebe ich sie zurück. Ich habe übrigens die Position der Wildkamera nochmal geändert, damit sie nun auch den Boden mit erfasst. D. h. das Teil sitzt jetzt in einer Höhe von ungefähr dreißig Zentimetern über dem Boden.

Unser Komposter im Garten sah in den vergangenen Wochen ja häufiger wie ein Handgranaten-Wurfstand aus: Zerwühlt, der Inhalt im Garten verteilt und sogar richtige Gänge darin. Nun wollte ich wissen, wer dafür verantwortlich ist. Wie macht man das? Mit einer Wildkamera. Die habe ich mir von einem Bekannten für rund zwei Wochen geliehen (Danke, Andreas!). Letzte Nacht kam sie erstmals zum Einsatz. Auf den Bildern fand ich dann aber nur die üblichen Verdächtigen, die auch tagsüber zugange sind, nämlich Spatzen, Elstern und Krähen. Aber die Kamera bleibt weiterhin im Einsatz und eigentlich ist das ja auch eine gute Gelegenheit für einen kleinen Testbericht von so ‘nem Teil.