Survival

nfapot
So sieht eine selbstoperierte Wunde (Entfernung eines Kala-Azar-Infektionsherdes anlässlich einer Rucksack-Wüstentour) nach ein paar Jahren aus. Zur Vorgehensweise bei solchen OPs s. u.

Nach den Vorräten fehlt jetzt noch die Notfall-Apotheke, also die Sachen, die man zur gesundheitlichen Selbsthilfe im Haus haben und mit denen man tunlichst auch umgehen können sollte. Die Notfall-Apotheke ist nicht sonderlich umfangreich. Sie unterteilt sich in den Muss- und in den Soll-Teil und nimmt sinnvoll gepackt ungefähr zehn Liter Volumen in Anspruch. Es sei aber gleich von vornherein darauf hingewiesen, dass einige der Sachen nicht unbegrenzt haltbar sind. Alle folgenden Angaben beruhen übrigens auf eigenen Erfahrungen – beim Einschneien, bei Rucksack-Wüstentouren etc. Bitte beachten: Die eine oder andere Angabe mag Ärzten oder ausgebildeten Rettungs- bzw. Notfall-Sanitätern den Angstschweiß auf die Stirn treiben. Sie funktioniert aber trotzdem!

vorrat

Führen wir das Thema Survival im Katastrophenfall noch etwas weiter aus. Vorausschicken muss ich allerdings, dass ich mich mit diesem Beitrag dann z. T. doch etwas aus dem Fenster lehne. D. h. ich betreibe zwar Vorratshaltung, doch das geschieht eher unsystematisch. Hinsichtlich der systematischen Angaben in diesem Beitrag habe ich mich da vorsichtshalber beim Survival-Netzwerk von Eva Marbach bedient. Der Mensch kann, bevor es gesundheitlich kritisch wird, zwei Tage lang ohne Wasser und etwa drei Wochen lang ohne Nahrung auskommen. Beginnen wir erst einmal mit den Getränken.

simnot

Jetzt wird’s “rustikal-elektrisch”: Ergänzend zum gestrigen Beitrag will ich hier mal eine supersimple Notstromversorgung vorstellen. Deren prinzipiellen Aufbau zeigt das obige Foto. Das “Kraftwerk” bildet eine alte, aber noch funktionsfähige 12V-Autobatterie. Im vorliegenden Fall war es das einzige Teil, welches ich “rettete”, als ich vor gut anderthalb Jahren meinen alten Opel ASTRA verschrottete. Wichtig an der Batterie ist lediglich, dass man sie aufgrund der Selbstentladung von Bleiakkus regelmäßig alle Vierteljahre mal für ein bis zwei Tage an’s Ladegerät hängt. Damit sie im Fall der Fälle auch wirklich voll ist. Mit sowas lassen sich auch mehrstündige Stromausfälle recht gut überbrücken. Für die Batterie gilt: Je größer, desto besser. Unter 44Ah sollte man gar nicht erst gehen und so teuer sind Autobatterien heute auch nicht mehr. Wer wenig ausgeben will, der kann ja mal bei einem regionalen Autoverwerter (früher: Schrottplatz) nachfragen. Aber aufpassen: Die versuchen erfahrungsgemäß gerne, einen über den Tisch zu ziehen.

Gibt man bei Youtube als Suchbegriff “survival tip” ein, dann finden sich dort viele interessante Vorschläge. Einen davon finde ich ganz besonders nützlich. Dabei handelt es sich um eine Billig-Heizung bzw. Notheizung, mit der sich auch das Essen erwärmen lässt. Sie besteht aus alten Blechdosen, Klopapier und einem brennbaren Lösemittel wie z. B. Spiritus (im Beispiel unten wird 70% Isopropanol für Reinigungszwecke verwendet). Die Konstruktion ist denkbar einfach: Aus der Toilettenpapierrolle wird der Pappkern entfernt, so dass die Rolle sich zusammendrücken lässt. Sie wandert daraufhin in eine Blechdose und wird mit dem Alkohol getränkt. Anzünden und fertig. Zwei Sachen sind zu beachten: Erstens sollte möglichst eine feuerfeste Unterlage darunter stehen, weil die Dosen bei längerer Brenndauer doch recht heiß werden können. Und zweitens verbraucht so ein offenes Feuer Sauerstoff und produziert Kohlendioxid als Abgas. Daher nicht im geschlossenen Raum einsetzen bzw. falls doch, dann unbedingt für hinreichende Belüftung sorgen.