Chili

Ich brauche mal wieder eure Hilfe. Was ist das auf den Bildern unten? ‘Ne Fliege, klar. Aber so eine – Länge rund 1cm mit Vorderleib in metallicblau und Hinterleib in metallicrot – habe ich noch nie gesehen. Es scheint sich auch nur um ein einzelnes Tier zu handeln. Das besucht regelmäßig ausschließlich meine Chilis und keine einzige andere Pflanze. Doch ein Einzeltier dürfte da kaum Schaden anrichten, denke ich mal. Kann mir jemand sagen, was das für eine “Chilifliege” ist? (Draufklicken zur Großdarstellung in einem separaten Tab!)

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Die Küche riecht wie nach einem Pfefferspray-Einsatz, aber blumig-aromatischer. Was war passiert? Eigentlich gar nichts weiter. Eigentlich habe ich heute nur meine zweite Chili-Ernte eingefahren und verarbeitet. In Summe sind’s jetzt 26 Früchte und – hab’ nachgezählt – genau 40 sitzen an den Pflanzen noch dran. Aber das restliche Zeug muss erstmal noch wachsen und reifen. Immerhin reichen mir die bisherigen 26 Früchte schon für sehr lange Zeit aus – nämlich für deutlich länger als ein Jahr, weil ich der Einzige in unserer Familie bin, der es mit Reaper, Scorpion, Ghost Pepper und 7Pot aufnimmt.

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Die Augen brennen und tränen, denn die Schutzbrille ist luftdurchlässig gewesen. Der Hals ist kratzig und der zugehörige Husten ebenso. Die Nase fühlt sich an, als wäre sie mit Schwefelsäure gespült worden und dabei habe ich doch nur ganz wenig und ganz flach geatmet. Die Fingerspitzen kribbeln, weil die Handschuhe nicht alles abgehalten haben. Was ist passiert? Ich habe gerade meine erste Chili-Ernte eingefahren und verarbeitet, nämlich 13 Früchte unterschiedlichster Größen umfassend. Aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Da hatte ich bei der letztjährigen Ernte nämlich nicht dran gedacht. Klar, der Saft löst Latex, Vinyl und Nitril in Windeseile auf. Deswegen verwende ich ja auch PE-Handschuhe für sowas.

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Kurzer Chili-Zwischenstand: Das Blattlausproblem scheine ich in den Griff bekommen zu haben, daher geht mein Dank an alle diejenigen, die mir hier im Blog und in der Pepperworld-Gruppe bei FB Tipps gegeben haben. Die Kombination aus in die Erde gesteckten Knoblauchzehen und dem Besprühen mit Sud hat’s offensichtlich gebracht! Die Blütezeit geht sichtlich zu Ende und die Wachstumszeit hat begonnen bzw. ist bereits im vollen Gange. Bei den allerersten Früchten – also bei denen, die bereits Ende Mai angesetzt hatten, ist sogar schon die Reifung in vollem Gange. D. h. so sechs bis acht Wochen nach dem Ansetzen sollten die Früchte im allgemeinen reif sein. Für die meisten jetzt wachsenden Früchte bedeutet das eine Ernte so gegen Ende August bzw. Anfang September. Bezogen auf die Aussaat im Januar ist das eine verdammt lange Vegetationsperiode!

Ich habe förmlich drauf gewartet! So eine Sch…! Ich meine, seit 2003 oder so züchte ich jetzt Chilis, was insbesondere in Norddeutschland und draußen im Freiland ja immer so eine Sache ist – eine mit extrem durchwachsenem Ergebnis. In diesem Jahr sind es insgesmt 11 Pflanzen. Daran hängen z. Zt. rund 60 Früchte von den schärfsten Sorten; einige schon richtig groß und ich warte sehnsüchtig darauf, dass die Dinger endlich mal reifen und sich gelb oder rot färben. Momentan ist das alles nämlich noch grasgrün. Da kann noch viel passieren: Windbruch durch Stürme oder Gewitter, das Ansetzen von Schimmel wegen Dauerregens, das vorzeitige Abfallen der Früchte wegen Nährstoffmangel usw. Jetzt habe ich einen Befall an drei Pflanzen bemerkt. Es scheint sich um so eine Art von Blattläusen, nicht größer als einen halben Millimeter, zu handeln. Davon aber verdammt viele. Chemische Spritzmittel mag ich nicht einsetzen (weil ich die Frühte ja essen will) und dem Zigarettenkippenauszug vom letzten Jahr (der zwar funktioniert, aber …) stehe ich doch reichlich skeptisch gegenüber. Darauf möchte ich eigentlich verzichten. Kennt nicht jemand ein einfaches Hausmittel gegen solches Viehzeug? Ein Hausmittel, das man immer da hat? Oder soll ich der Sache einfach ihren Lauf lassen und abwarten, was passiert? Wer ist schneller, die Reifung oder die Blattläuse?

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Unter Apoptose versteht man einen so genannten “Zellselbstmord”. Das ist eine sehr sinnvolle Einrichtung der Natur, denn dadurch wird einerseits die Vermehrung von Gewebszellen gestoppt und andererseits werden nicht mehr benötigte Zellen aus dem Organismus entfernt. Letzteres spielt insbesondere bei der Regeneration (Verjüngung) des Gewebes eine wichtige Rolle. Für die Entdeckung der Apoptose wurde 2002 der Medzin-Nobelpreis an Forscher aus Großbritannien und den USA verliehen. Alle unsere Körperzellen verfügen über so ein Apoptose-Programm. Fast alle … außer: Krebszellen! Die sind entartet. Die vermehren sich ungehemmt weiter, wodurch es zum Wuchern des Krebses kommt.

Meine diesjährigen Chilis wachsen und gedeihen! In den letzten anderthalb Wochen hat sich da unheimlich viel getan. Die letzte Zählung ergab 16 Früchte, die angesetzt haben. Für norddeutsche Wetterverhältnisse ist das enorm (Sturm ist, wenn die Schafe auf dem Deich keine Locken mehr haben und dahinten, hinter dem rotierenden Wolkenschlauch, der gerade auf uns zukommt, wird’s auch schon wieder heller). Dabei habe ich genau genommen überhaupt keine Ahnung, was ich da an giftigem Zeug zusammenzüchte. Ich meine, das ist immerhin schon die zweite Generation eines Vier-Sorten-Mixes und Einzelsorten lassen sich anhand des Aussehens der Früchte nicht mehr eindeutig identifizieren. Aber eins ist sicher: Die werden sehr aromatisch und auch höllisch scharf sein. Garantiert! Die Erntezeit schätze ich angesichts der Tatsache, dass die Früchte so 90-120 Tage zum Reifen brauchen, auf Ende August bis September. Im September allerdings könnte es rein so temperaturmäßig natürlich schon wieder kritisch werden. Ist ja schließlich alles draußen …

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