Chili

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Unter Apoptose versteht man einen so genannten “Zellselbstmord”. Das ist eine sehr sinnvolle Einrichtung der Natur, denn dadurch wird einerseits die Vermehrung von Gewebszellen gestoppt und andererseits werden nicht mehr benötigte Zellen aus dem Organismus entfernt. Letzteres spielt insbesondere bei der Regeneration (Verjüngung) des Gewebes eine wichtige Rolle. Für die Entdeckung der Apoptose wurde 2002 der Medzin-Nobelpreis an Forscher aus Großbritannien und den USA verliehen. Alle unsere Körperzellen verfügen über so ein Apoptose-Programm. Fast alle … außer: Krebszellen! Die sind entartet. Die vermehren sich ungehemmt weiter, wodurch es zum Wuchern des Krebses kommt.

Meine diesjährigen Chilis wachsen und gedeihen! In den letzten anderthalb Wochen hat sich da unheimlich viel getan. Die letzte Zählung ergab 16 Früchte, die angesetzt haben. Für norddeutsche Wetterverhältnisse ist das enorm (Sturm ist, wenn die Schafe auf dem Deich keine Locken mehr haben und dahinten, hinter dem rotierenden Wolkenschlauch, der gerade auf uns zukommt, wird’s auch schon wieder heller). Dabei habe ich genau genommen überhaupt keine Ahnung, was ich da an giftigem Zeug zusammenzüchte. Ich meine, das ist immerhin schon die zweite Generation eines Vier-Sorten-Mixes und Einzelsorten lassen sich anhand des Aussehens der Früchte nicht mehr eindeutig identifizieren. Aber eins ist sicher: Die werden sehr aromatisch und auch höllisch scharf sein. Garantiert! Die Erntezeit schätze ich angesichts der Tatsache, dass die Früchte so 90-120 Tage zum Reifen brauchen, auf Ende August bis September. Im September allerdings könnte es rein so temperaturmäßig natürlich schon wieder kritisch werden. Ist ja schließlich alles draußen …

Es tut sich übrigens was – nämlich bei meinen diesjährigen Chilis. Das ist wie im letzten Jahr ein Mix aus den noch amtierenden vier Weltmeister-Sorten, also Ghost Pepper aka Bhut Jolokia, Habanero 7 Pot, Trinidad Moruga Scorpion und Carolina Reaper (Saatgut aus den Früchten vom letzten Jahr extrahiert). HP56 Death Strain ist ja hierzulande (noch) nicht erhältlich und direkt aus den USA bestellen will ich’s mir aus Kostengründen auch nicht, deswegen müssen diese vier Sorten erstmal reichen. Was bisher lief:

So, meine letzten beiden “richtigen” Chilis sind geerntet und verarbeitet – leider keine Samen mehr drin. Die Töpfe ausgeleert und gereinigt. Kommendes Jahr kann’s weitergehen. Zeit für einen kleinen Rückblick: Meine Chilis 2016!

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Erntezeit – Trinidad Moruga Scorpion: Mann, war das SCHAAAAARRRFF!!! Ein Mittagessen, das ich wirklich mit einem Glas Milch beenden musste. Das mir den Schweiß auf die Stirn trieb und die Knie echt weich werden ließ. Das Überwindung kostete, um es aufzuessen. Dessen Dämpfe mir die Tränen in die Augen trieben. Bei dem sich die Lippen hinterher irgendwie taub anfühlten. Aber der Geschmack war absolut phantastisch und in die Notaufnahme brauchte ich auch nicht! Na ja: Normalerweise nimmt man das Zeug ja auch zur Elefantenabwehr!

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So, und jetzt mal ein Zwischenstand in Sachen Chilis: Eingesäht am 12.03.16, alles gekeimt am 26.03.16, umgepflanzt am 13.04.16. Heute – wir sollen ja subtropische 20°C bekommen – erstmals raus auf den Balkon gebracht. Das müssen die Pflanzen jetzt erstmal verkraften. Zum Abend kommen sie wieder rein und endgültig raus geht’s erst nach den Eisheiligen u. d. h. so etwa ab dem 16. Mai. Man erkennt aber sehr genau die Unterschiede (von links nach rechts): Erster Topf mit nicht umgepflanzten Pflanzen. Die sind am größten. Zweiter Topf umgepflanzt, aber lange an der Sonne gewesen. Mittlere Größe. Dritter Topf umgepflanzt und das Fenster, an dem die Sonne am kürzesten reinkommt. Zwar auch noch ganz schön, aber am kleinsten.

Heute beim Essen – das war eine komplette Frucht vom Carolina Reaper, verteilt auf zwei Mahlzeiten – ging mir etwas durch den Kopf. Nämlich 10 Gebote für Chili-Heads. Die will ich euch nicht vorenthalten.

1. Du sollst dich nicht überschätzen.

2. Du sollst das Tränen der Augen nicht überbewerten.

3. Du sollst den Hustenanfall niederkämpfen.

4. Du sollst kein Nasensekret ins Essen tropfen lassen.

5. Du darfst das Essen nicht mit den Fingern berühren.

6. Du musst den inneren Schweinehund überwinden und einfach weitermachen.

7. Du musst dir in Erinnerung rufen, dass es urgesund ist, auch wenn’s wehtun sollte.