Gesellschaft

fascho

“Faschismus kann definiert werden als eine Form des politischen Verhaltens, das gekennzeichnet ist durch eine obsessive Beschäftigung mit Niedergang, Demütigung oder Opferrolle einer Gemeinschaft und durch kompensatorische Kulte der Einheit, Stärke und Reinheit, wobei eine massenbasierte Partei von entschlossenen nationalistischen Aktivisten in unbequemer, aber effektiver Zusammenarbeit mit traditionellen Eliten demokratische Freiheiten aufgibt und mittels einer als erlösend verklärten Gewalt und ohne ethische oder gesetzliche Beschränkungen Ziele der inneren Säuberung und äußeren Expansion verfolgt.”
(Prof. Robert O. Paxton, 2004 [Quelle])

Es gibt da die so genannten “Freud’schen Versprecher“. Lt. Definition bei Wikipedia handelt es sich dabei um sprachliche Fehlleistungen, bei denen ein eigentlicher Gedanke oder eine Intention des Sprechers unwillkürlich zutage treten. Mit anderen Worten: Mittels eines Freud’schen Versprechers drückt eine Person etwas aus, was sie eigentlich hätte für sich behalten wollen. Der Freud’sche Versprecher lässt folglich direkte Rückschlüsse auf die echte und ungeschönte Denkweise einer Person zu. Deswegen ist er auch immer hochinteressant. Je kürzer man eine Nachricht zu fassen hat, desto weniger Raum bleibt für Erklärungen und desto größer ist auch die Chance für einen Freud’schen Versprecher. An dieser Stelle tritt der Kurznachrichtendienst Twitter auf den Plan. Nicht, dass ich zu den zahllosen Followern von irgendwem auf Twitter gehören würde. Aber es ist manchmal durchaus interessant, was da so manche Person des öffentlichen Lebens unbewusst raushaut, denn das gestattet eben über den Freud’schen Versprecher Rückschlüsse auf die echte und ungeschönte Denkweise der besagten Person. Peinlich nur, wenn es sich dabei um Politiker handelt und wenn die sich dadurch insofern blamieren, als dass sie unter Beweis stellen, wie wenig vertraut (oder sogar absolut fremd) ihnen die Realität von Otto Normalverbraucher ist. Der CDU-Generalsekretär ist dabei nur eins von etlichen Beispielen, wenngleich auch ein aktuelles. Und dann muss man sich fragen: Kann denn jemand, der arrogant-ignorant von seiner rosa Wolke aus meine Situation völlig falsch einschätzt und eben dadurch sozialpolitische Inkompetenz beweist, überhaupt meine Interressen vertreten? Teil 339 dieser Meldungen ist HIER zu finden.

verrohung

Der Neoliberalismus hat nachhaltig dafür gesorgt, dass sich die sozialen Strukturen veränderten. Respektlosigkeit und Gewalt haben zeitgleich zugenommen, sowohl auf Seiten derer, die nichts mehr zu verlieren haben wie auch auf Seiten der Abkassierer, die vom Staat bevorzugt und geschützt werden. Nur eben können die Letztgenannten sich bequem zurücklehnen und behaupten, dass das alles auf dem Boden der Legalität geschieht. Dadurch aber verschwindet für die verarmte oder von Verarmung bedrohte Mehrheit das Vertrauen in den Staat, in seine Fürsorgepflicht und in seine Ordnungs- und Hilfskräfte.

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Irgendeine Veranstaltung wie bspw. ein Festival, ein Altstadtfest, ein Sportevent oder irgendein Notfall: Immer sind Helfer vor Ort, die dafür sorgen, dass den Menschen, die gesundheitliche Probleme haben, geholfen wird. Das sieht so mancher Bürger in dieser, unserer Bananenrepublik als selbstverständlich an und betrachtet die betreffenden Helfer schlicht als Dienstleister. Von Dienstleistern kann man etwas einfordern. Die haben da zu sein und gefälligst ihre Arbeit zu erledigen. So jedenfalls sieht es die Mehrheit von Otto Normalverbraucher. Dabei ist diese Sichtweise im Grunde genommen eine durch und durch egoistische Frechheit, hervorgerufen durch Dummheit. Denn wenn man es mal von der anderen Seite aus – nämlich von Seiten der Helfer – betrachtet, dann sieht die Sache plötzlich völlig anders aus!

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Unsere selbsternannten “Eliten” setzen viel – sehr viel! – daran, uns “hier unten” die Illusion von wirtschaftlich-politischer Kompetenz zu vermitteln. Solche Kompetenz aber ist (zumindest in Grenzen) auch an Intelligenz gekoppelt. Betrachtet man also die Intelligenzverteilung, dann erhält man auch ein ungefähres Maß für die Kompetenzverteilung. Das allerdings relativiert die Sache doch dann wieder sehr stark. Ungefähr 10% unserer Bevölkerung lassen sich, wenn man deren Reichtum zugrunde legt, der selbsternannten “Elite” zuordnen. Für sie gilt die gleiche Intelligenzverteilung wie in der Gesamtbevölkerung. Oder, anders ausgedrückt: Echte Intelligenz und daraus folgend auch wirtschaftlich-politische Kompetenz ist bezogen auf die nackte Personenanzahl schon rein rechnerisch bei der selbsternannten “Elite” eher Mangelware und (gleichfalls rein rechnerisch) wesentlich gehäufter im Bereich der nicht-elitären, restlichen 90% der Bevolkerung anzutreffen.

Manches bleibt mir einfach unbegreiflich. Es will einfach nicht in meinen Kopf rein! Nehmen wir als Beispiel mal den “Heiligen St. Martin” von der SPD. Der erzählt, dass er die miesen sozialen Verhältnisse hierzulande, die u. a. maßgeblich mit auf das Konto seiner Partei gehen, verbessern will. Zeitgleich aber schließt er die Koalition mit einer Partei, die eben genau das auch will und sich dazu an Kohls Politik aus dem Jahr 1996 orientiert, aus, weil er das “sozialistisch” findet. Wie bitte?!? Es war mit Birne schon schlimm genug und war der etwa ein Linksradikaler? Oder nehmen wir mal eine gewisse “Mutti” aus Berlin, die uns erzählt, dass es Deutschland gut ginge. Die den Müll durchwühlenden Rentner und die zahllosen Obdachlosen scheinen in ihren Augen nicht zu den Menschen zu gehören. Aber besagte Dame hat ja ohnehin ein schweres Augenleiden, denn sie sieht niemals irgendwo einen Handlungsbedarf und auch nirgends irgendwelche Alternativen. Und nun kommt der Wähler. Der glaubt den hirnrissigen Quatsch auch noch, den solche selbsternannten “Eliten” da absondern! Ist das kollektiver Irrsinn oder Massenverblödung … oder stimmt was mit den Umfragen nicht? Bzw. später dann mit den Wahlergebnissen? Darüber sollte man sich, ohne dass ich hier irgendeine Verschwörungstheorie in die Welt setzen will, vielleicht auch mal Gedanken machen. Denn wer sich alternativ informieren will, der hat (noch) die Möglichkeiten dazu. Teil 338 dieser Meldungen ist HIER zu finden.

Wer täglich arbeitet wie ein Pferd,
fleißig ist wie eine Biene,
abends müde wie ein Hund,
der sollte zum Tierarzt gehen,
denn es könnte sein,
dass er ein Kamel ist!
(Verfasser unbekannt)

auszeit1

Einzuhaltende Termine. Hausarbeit, die unbedingt erledigt werden muss. Berufliche Pünktlichkeit und das Fahren auf Zeit. Leben “Just In Time”. Formulare hier, E-Mails da, und alles möglichst vorgestern. Eine Aufgabe sofort, ein Projekt in Kürze und der vergebliche Versuch des Multitaskings, der im brillianten Dilettieren auf allen Ebenen mündet. Wir alle leben in einem Hamsterrad und immer mehr, immer schneller wird uns als unbedingt erstrebenswerte Tugend verkauft. Das ist wie die Sache mit dem Esel, den der Kutscher durch eine an langer Stange vor’s Maul gehaltene und doch unerreichbare Mohrrübe zu Höchstleistungen anspornt. Oder, anders gesagt: Wir leben wie ein immer mit höchster Drehzahl betriebener Motor. Dreht ein Motor aber immer im roten Bereich, dann fliegt er über kurz oder lang unweigerlich auseinander. Und wir?

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