Gesellschaft

Ich habe mal wieder ein paar Nachrichten gesammelt, die zwar wichtig sind, die aber (vermutlich aus gutem Grund) nicht den Weg in die “großen” Schlagzeilen finden. Bemerkenswert dabei ist: In über der Hälfte der Fälle befassen sich diese Nachrichten mit der hemmungslosen Ausbeutung und Knechtung der arbeitenden Bevölkerung in Deutschland, wobei die vermeintlichen “Volksparteien” entweder schulterzuckend daneben stehen (SPD) und jede Schuld von sich weisen oder sogar noch Öl ins Feuer gießen (FDP). Zeitgleich wird versucht, die Bespitzelung durch das Ernstnehmen von Denunzianten auf die Spitze zu treiben (Heiko Maas) und zusätzlich huldigt man dem Krieg. Hatten wir das hierzulande nicht schon einmal? Da frage ich mich doch unwillkürlich: Worauf soll das hinauslaufen und ist das wirklich im Interesse der Bevölkerung? In meinem jedenfalls nicht! Teil 333 dieser Meldungen ist HIER zu finden.

wolfreal1

Bei uns sind, wie ich gestern aus zuverlässiger Quelle erfahren habe, wieder einmal Wölfe gesichtet worden, und zwar sowohl im Deister wie auch im Süntel. An den Wölfen scheiden sich die Geister. Die einen rufen lauthals “Willkommen Wolf!“, während die anderen – möglicherweise Rotkäppchen-geschädigt – in ihm eine blutrünstige Bestie sehen, die es auf den Menschen abgesehen hat. Beiden Lagern kann ich nur sagen: “Bleibt doch mal auf dem Teppich, Leute und betrachtet die Sache realistisch!” Der Wolf ist weder das eine noch das andere. Vielmehr liegt er irgendwo dazwischen. Ja, der Wolf ist ein Raubtier. Wenn ich höre “Der Wolf hat ein Schaf gerissen!” dann kann ich nur mit dem Kopf schütteln. Was soll er denn sonst tun, etwa Spargel stechen?

selbstoptimierung

Wahnsinns-Trend oder Trend des Wahnsinns? Ein allseits bekannter Spruch besagt: “Nobody is perfect.” Findet euch doch einfach damit ab, verdammt nochmal! Teils mit Unverständnis und teils mit Abscheu beobachte ich nämlich einen Trend, der seit rund fünf Jahren immer mehr um sich greift und der – glücklicherweise! – vornehmlich in den Städten zu finden ist, während unsereiner auf dem platten Land (noch) weitgehend davon verschont bleibt. Daher kenne ich auch nicht viele Leute, die den Wahnsinn mitmachen. Aber doch einige. An denen ist mir vor allem eine wahnsinnige Uniformität aufgefallen, ein Verlust des eigenen Selbstbewusstseins, welches durch eine Art von indoktinierter Hörigkeit ersetzt worden ist, so dass ich manchmal das Gefühl habe, mich mit den Mitgliedern einer Psychosekte zu unterhalten. Wovon ich spreche? Vom Trend der Selbstoptimierung!

Man kann Meinungen recht leicht beeinflussen und muss dazu gar nicht mal Tatsachen verdrehen. Es genügt nämlich vollkommen, bestimmte Ereignisse bei der Berichterstattung einfach zu verschweigen. Damit wird die Berichterstattung einseitig verzerrt: Der Konsument erfährt nur noch das, was er auch erfahren soll. Diese Methode ist bereits uralt und wurde in den Wochenschauen des Dritten Reiches angewandt. Heute bezeichnet man das als Propaganda. Heute verwehren sich die Medien gegen den Begriff “Propaganda”. Allerdings ist das, was heute berichtet wird, auch einseitig auf Neoliberalismus und Wirtschaft bzw. deren Wachstum ausgerichtet. Damit einher gehende soziale Ungerechtigtigkeiten sowie Berichte über Alternativen zum Neoliberalismus (bspw. Island oder Portugal) u. ä. werden ausgeblendet und bleiben auf der Strecke. Somit ist die offizielle Berichterstattung im Endeffekt auch wieder einseitig verzerrt. Mehr noch: Wenn irgendwo dennoch einmal alternativ (objektiv?) berichtet werden sollte, dann brandmarken die offiziellen Stellen solche abweichenden Meinungen nur allzu bereitwillig als “Fake News”. Was also unterscheidet unsere heutige Berichterstattung von der des Dritten Reiches und ist in diesem Kontext nicht vielleicht doch der Begriff “Lügenpresse” ein ganz klein Wenig gerechtfertigt? Das sollte man sich vielleicht mal durch den Kopf gehen lassen und aktiv nach alternativer Berichterstattung Ausschau halten. So wie in diesem Beitrag. Teil 332 dieser Meldungen ist HIER zu finden.

altersvorsorge

Die Dauer der Erwerbsarbeit hierzulande wird gemeinhin mit 45 Jahren beziffert und wir schreiben das Jahr 2017. Gehen wir 45 Jahre zurück, dann war das 1972. Wer also seine 45 Jahre gebuckelt hat, der geht in Rente und stellt fest, dass er aufgrund der fortgesetzten Misswirtschaft unserer vermeintlichen “Volksvertreter” künftig vom Flaschensammeln wird leben müssen, weil die Rente zum Leben nicht ausreicht. Unsere Politclowns empfehlen daher private Vorsorge und dazu existieren etliche Modelle, angefangen beim Riester-Beschiss über betriebliche Altersversorgung bis hin zur besteuerten Lebensversicherung. Allen diesen Modellen ist eins gemeinsam, nämlich die Tatsache, dass sich Banken und Versicherungskonzerne daran eine goldene Nase verdienen. Die Arschkarte hat anschließend der Rentenempfänger, der sich bei den Tafeln anstellen darf. Geht’s nicht aber vielleicht auch ganz anders? So ganz ohne Banken und Versicherungen und nur rein privat? Ich denke schon. Das aber setzt eiserne Disziplin und Sparsamkeit voraus, und zwar während der gesamten o. e. 45 Jahre der Berufstätigkeit.

Ein armes und ein reiches Land, beide in der EU. Die Aufteilung der Wirtschaft in Landwirtschaft, Industrie und Dienstleistungssektor ist in etwa vergleichbar. Die Arbeitslosigkeit in dem armen Land liegt um den Faktor 2,6 höher als in dem reichen Land, allerdings agiert man in dem armen Land mit echten Zahlen, während in dem reichen Land die betreffenden Angaben nach Kräften geschönt (um nicht zu sagen manipuliert) werden. D. h. im reichen Land rechnet man Menschen, die gerade erkrankt sind, eine Umschulung machen oder über 58 Jahre alt sind usw. einfach nicht mit. Außerdem interessiert es die Politik in dem reichen Land nicht die Bohne, ob jemand von seinen Einkünften auch leben kann, so dass auch prekär Beschäftigte als nicht-arbeitslos erfasst werden. Das schlägt sich im Armutsvergleich nieder, denn im reichen Land ist die Armut größer als in dem armen Land. Den Hauptunterschied zwischen beiden Ländern aber macht das Sozialsystem aus. Im reichen Land, geprägt durch eine rechte Politik, hängt man der Pseudoreligion des Neoliberalismus an. Im armen Land hingegen, geprägt durch eine linke Politik, achtet man eher auf das Wohl der Bevölkerung. Dort gibt es ein weitgehend kostenloses Gesundheitssystem, staatlich geförderte Bildung, einen Sozialtarif für Strom, die 35-Stunden-Woche, gebildete und politisch interessierte Bevölkerung und ein Renteneintrittsalter von 63 bis 65 Jahren (während das im reichen Land bei 67 Jahren liegt und 70 Jahre diskutiert werden). Verglichen werden hier Portugal als armes und Deutschland als reiches Land. Die betreffenden Zahlen lassen sich unschwer im Web recherchieren. Der Vergleich belegt, dass man nicht dem Neoliberalismus anhängen muss, sondern dass es (ungeachtet der Tatsache, dass in Portugal noch deutlicher Verbesserungsbedarf besteht) auch ganz anders funktionieren kann. Leider sucht man derartige Vergleiche in den gleichgeschalteten Mainstream-Medien des Neoliberalismus vergebens, was wieder einmal belegt, dass von der Seite keine objektive Berichterstattung zu erwarten ist. Wenn man nämlich etwas findet, dann findet man es ausschließlich in alternativen Veröffentlichungen. Teil 331 dieser Meldungen ist HIER zu finden.

nahlesbge

“Klasse, Geschlecht und Ethnie fusionieren am unteren Ende der Abstiegsgesellschaft zu einem Konglomerat von Unterdrückungs- und Ausbeutungsmechanismen.”
(Der Wissenschaftler Oliver Nachtwey in seinem Buch “Die Abstiegsgesellschaft“.)