Musik

Heute habe ich mal wieder viel zuviel um die Ohren. Aber ich könnte ja mal wieder einen Musikbeitrag machen, denn den hatte ich schon lange nicht mehr. Mache ich auch! So in den 1970er und 1980er Jahren gab es ein paar recht interessante US-Fernsehserien. Eine davon (von 1983) mag der oder die eine oder andere vielleicht noch kennen. Die Rede ist von “Ein Colt für alle Fälle” (im Original “The Fall Guy”). Der Soundtrack “Unknown Stuntman” zur Serie stammte seinerzeit vom Hauptdarsteller Lee Majors und ist ein Ohrwurm, den man nur schwer wieder los wird. Für einen Honda-Werbespot wurde der Song später, nämlich im Jahr 2007, von der Nürnberger Gruppe Smokestack Lightnin’ (die zwar kaum einer kennt, die aber gar nicht schlecht ist – sucht mal bei Youtube danach) gecovert und den habe ich hier mal rausgesucht, weil er mir irgendwie peppiger erscheint. Vielleicht werden da ja auch Erinnerungen wach … Doch macht euch mal selbst ein Bild!

Der heutige Tag ist irgendwie wie ein ICE an mir vorbeigerauscht. Kommt wohl von zuwenig Schlaf, denn vergangene Nacht waren das höchstens fünf Stunden, weil unsere drei Pflegefälle uns voll auf Trab gehalten haben und das bis zum heutigen Nachmittag noch fortsetzten. Oder, anders ausgedrückt: Da ich die Woche frei hatte und Frau sowie Tochter zur Arbeit sind, blieb das überwiegend an mir hängen. Seit Schwiegervater am 04.08.2017 als ziemlich heftiger Pflegefall aus dem Krankenhaus entlassen worden ist – wir hatten ja mit meiner Alzheimer-kranken Schwiegermutter und meiner geistig behinderten, aggressiven Schwägerin offensichtlich noch nicht genug zu tun – da führe ich täglich in Stichworten so eine Art von kleinem Pflegetagebuch. Ein paar Auszüge von heute gefällig? Bitte schön:

Heute … komme ich mir angesichts dessen, was unsere drei Pflegefälle wieder mal veranstaltet haben, vor wie ein Kindergärtner im Affenhaus. Dazu Haushalt, Wäschewaschen, Essenkochen, Einkäufe, das Erledigen von Arzt- und Apothekenwegen für Schwiegervater, Chiliernte, Aquarienpflege usw.: Vollbeschäftigung pur! Keine Zeit zum Computern – und auch keine Lust. Während der ganzen Arbeit öttelte bloß der allererste Uralt-Rechner von meiner Großen so wenig leise vor sich hin, denn da ist noch ein antikes DVD-Laufwerk drin, mit dem ich die noch antiquierteren, selbstgebrannten DVDs von anno dunneknacks manchmal lesen kann. Besagte DVDs enthalten Überspielungen von VHS und auf den Bändern waren mal die Mitschnitte von Filmen drauf, die so vor ungefähr gut drei Jahrzehnten im TV liefen, aber nie auf DVD erschienen sind. Manchmal drängt es mich ja danach, diese “ungehobenen Schätze” zu heben. Heutige Laufwerke erkennen nicht mal mehr die DVDs als gültiges Medium. Besagter Uralt-Rechner ist jetzt wohl auch schon gut zehn Jahre alt und verfügt über sagenhafte 512 MB RAM. Videobearbeitung damit – sofern überhaupt möglich, aber “Versuch macht kluch’” – dauert folglich einen “kleinen Moment” ;) .

Stell’ dir vor, du setzt dich auf’s Fahrrad und fährst los. Das Tretlager knirscht und knackt, hakt und manchmal trittst du leer durch. Du kommst zwar vom Fleck, aber nur mühsam. So ähnlich ist der ganze heutige Tag verlaufen. Es ging zwar immer irgendwie, aber … eben hakelig. Nichts lief wirklich rund oder glatt. Und so im Rückblick habe ich eigentlich trotz permanenter Beschäftigung auch kaum etwas geschafft. Immer kam irgendwelcher Mist dazwischen. Mist, der wirklich aufgehalten hat. Es gibt ja solche Tage. Tage, an denen der größte Fehler darin besteht, morgens das Bett zu verlassen! Folglich gibt’s hier auch nur ein kleines, musikalisches Lebenszeichen, nämlich von den “Traveling Wilburys“. “Traveling Wilburys”? Nie gehört! Na ja, von der Gruppe vielleicht nicht wirklich. Aber möglicherweise doch von den einzelnen Bandmitgliedern, als da wären George Harrison, Jeff Lynne, Roy Orbison, Tom Petty und Bob Dylan. Ist ja nun auch schon wieder fast 30 Jahre her. Der Song, den ich rausgesucht habe, ist “End Of The Line”. Vielleicht nicht gerade ihr erfolgreichster und bekanntester, m. E. aber allermal ihr eingängigster Song.

“Schlechtes Benehmen halten doch die Leute nur deshalb für ein Vorrecht, weil ihnen keiner aufs Maul haut.”
(Klaus Kinski)

Meine Jüngste hatte gestern beim Fernsehen da irgend so eine merkwürdige Sendung an, in der es um Mickie Krause ging. Im Fernsehen wurde er “der König von Mallorca” genannt. Dazu gab’s einen wirklich absolut eindrucksvollen Konzertausschnitt von ein paar Sekunden – Tinnitus garantiert! – mit dem äußerst aussagekräftigen Songtext: “La-la-la-la-la. La-la-la-la. La-la-la-la-la. La-la-la-la!” Immerhin: So einen Mist können auch noch Hirnamputierte im Vollsuff mitgrölen. Nee, echt jetzt: Bei sowas kann ich die Spanier voll und ganz verstehen, wenn sie keine Deutschen auf ihrer Insel haben wollen! Da haben die meine volle Unterstützung! Ich würde das auch nicht wollen, denn Folter ist laut UN-Konvention ja bekanntlich verboten und das ist akustische Folter in Reinkultur mit dem Ziel der Kleinhirnvernichtung! Als sich der Herr “von Star” dann im Interview auch noch darüber ausließ, wie viele zig Tausende er als Gage pro Auftritt kassiert, da dachte ich mir nur: “Das würde ich als Schmerzensgeld bei einem seiner Konzerte beanspruchen!

Morgendliches Aufstehen. Bad, Frühstück und man macht sich fertig. Beim Verlassen des Hauses ein kurzer Blick in Richtung des Flures von Schwiegereltern und Schwägerin: Ja, da rappelt sich schon was. Wird auch Zeit. Die Sozialstation kommt nämlich gleich. Frühschicht. Wieder zurück erfährt man, dass sie die Sozialstation nicht reingelassen haben – absolut unkooperatives Verhalten wird ganz groß geschrieben. Der Hausarzt von den Schwiegereltern ruft an: Dieses fehlt, jenes ist nicht da. Schwiegereltern gefragt und zur Antwort bekommen: “Mach’ das du rauskommst; das geht dich nichts an – du bist nur angeheiratet!” OK, auf’s Fahrrad geschwungen und zum Arzt sowie zur Sozialstation gefahren, um die Geschichte wieder einzurenken. Zuvor Angriffen meiner geistig behinderten Schwägerin – sei es mit Fäusten, Messer, Gabel, Schere oder Grabegabel – nach Möglichkeit aus dem Weg gehend. Wenn ich mich allerdings verteidigen muss, dann tue ich das auch. Dann geht meine Gesundheit vor und ihre blauen Flecken sind mir inzwischen vollkommen scheißegal!

Wieder im Fahrdienst und dazu noch gefühlte tausend andere Kleinigkeiten um die Ohren, von dem leidigen Gegurke zu Schwiegervater ins Krankenhaus ganz zu schweigen: Der Alltag hat mich wieder! Er hat mich auch nach dem viel zu kurzen Urlaub gleich mit offenen Armen empfangen. Wenn man so die Leute fährt und das Radio im Auto vor sich hin dudelt, dann macht sich mitunter auch manchmal so seine Gedanken. Heute auch: Ist euch schonmal aufgefallen, dass praktisch niemals politische oder kritische Lieder oder Protestsongs gebracht werden? Immer nur das gleiche Heile-Welt-La-La-La. Nun stellt euch mal den umgekehrten Fall vor. Stellt euch einfach mal vor, die Sender würden permanent politische und kritische Lieder bringen. Immer mal zwischendurch eingestreut, den ganzen Tag über. Jeder würde das hören. Könnte es nicht sein, dass es dann bei dem einen oder anderen im Oberstübchen mal “Klick” machen und der Betreffende dadurch aufwachen würde? Aber das will ja keiner – jedenfalls keiner von denen, die hierzulande das Sagen haben. Möglicherweise werden ja auch genau deswegen solche Songs – es gibt sie zuhauf – nie im Radio gespielt: Lieb’ Vaterland magst ruhig sein! So quasi als Gegengewicht habe ich mal einen entsprechenden Song rausgesucht, nämlich “Räuberstaat” von Rasta Knast. Es lohnt sich durchaus, da mal ganz genau zuzuhören!

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