Musik

“Und dann ist der Wurm drin …” – so ungefähr könnte man das noch recht junge Jahr 2018 beschreiben. Weil: Letzen Dienstag ist mein Schwiegervater schon wieder gestürzt. Diesesmal jedoch zog er sich dabei eine Fraktur seines rechten Handgelenks zu. War er – Rechtshänder – zuvor schon körperlich stark eingeschränkt, so ist er jetzt absolut hilflos und seine stark demente Frau ist ihm dabei keinerlei Hilfe (ganz im Gegenteil sogar!), ebenso wenig wie die geistig schwerbehinderte und aggressive Tochter, die ja auch noch in seinem Haushalt lebt. Das aber bedeutet Dauereinsatz für meine Frau und mich, nämlich Vollbetreuung rund um die Uhr: Hilfe beim Aufstehen, beim Umsetzen, beim Toilettengang, beim Essen, beim Rasieren, beim Waschen, bei allem! Keine Nacht, in der wir nicht zigmal aus dem Schlaf gerissen werden. Meine Frau ist nervlich runter und ich gehe auch auf dem Zahnfleisch. Und, wie üblich, lehnt er jede Hilfe von außen ab, dabei wohlweislich ignorierend, dass meine Frau und ich ja obendrein noch berufstätig sind.

Mal wieder so ein Tag, an dem ich vergeblich auf einen ruhigen Feierabend gehofft hatte. Kam gerade von der Arbeit und war noch an der Haustür, als meine bessere Hälfte voll panisch rausstürmte. Grund: Schwiegervater war gestürzt und sollte zum Röntgen. Nachdem sie beim rückwärts Einparken um Haaresbreite auch noch ihr Auto geschrottet hätte bin ich dann vorsichtshalber gefahren. Ergebnis: Bei Schwiegervater ein glatter Bruch des rechten Handgelenks und ein schöner Gips – in grün. Und das Trozige-Kleinkinder-Verhalten von wegen “ich will keine fremde Hilfe“. Ist sein Problem. Meine Gattin und ich sind berufstätig. Alleine kommt der jetzt nicht mal mehr auf’s Klo und meine Alzheimer-kranke Schwiegermutter verlegt sich auf total behindertes Rumbrüllen. Die ist komplett unzurechnungsfähig.

Heute ist Hektik-Tag u. d. h. ein Tag, an dem ich nur von A über B und C nach D hetzen muss. Unsere drei Pflegefälle sind daran nicht ganz unschuldig und heute Abend dürfte es obendrein aller Voraussicht nach auch noch ziemlich spät werden. Also nichts weiter tippen, sondern ein Musikbeitrag, nämlich Industrial Disease von den Dire Straits, erschienen 1982 auf dem Album “Love Over Gold”. Warum ich diesen Song rausgesucht habe? Aus zwei Gründen. Einerseits spiegelt er meine heutige Hektik in musikalischer Hinsicht ziemlich gut wieder und andererseits handelt er vom Niedergang der britischen Industrie unter Margaret Thatcher, die ihre leidigen und wirren Ideen vom Neoliberalismus skrupel- und rücksichtslos durchsetze und die damit letztlich den Grundstein für die heutige, soziale Schieflage in ganz Europa legte. Ein Europa für die Menschen wäre besser gewesen. Heute haben wir ein Europa für die Konzerne und die Menschen sind – wenn nicht sogar überflüssig – bestenfalls nur noch Mittel zum Zweck!

Meine Frau zur Arbeit und ich habe frei: Oh Mann, und ich hatte so auf einen ruhigen Tag gehofft! Seit Weihnachten ziehen meine Schwiegereltern alle Register. Es begann ja mit Schwiegermutter, die Gäste zum Puter-Essen eingeladen und in ihrer Demenz keinen einzigen Finger gerührt hat, so dass die ganze Arbeit an meiner Frau und mir hängengeblieben ist – dazu noch der Kommentar meiner unzurechnungsfähigen Schwiegermutter mir gegenüber (O-Ton): “Du machst ja nie was!“. Ja nee, is’ klar – 130 Stunden Arbeitseinsatz monatlich für unsere Pflegefälle nur von meiner Seite aus ist natürlich “nie was“. Zwei Tage später tickte meine geistig behinderte Schwägerin komplett aus und griff mich viermal am gleichen Tag an (wurde abgewehrt). Dann zwischen den Feiertagen gearbeitet (Kommentar Schwiegermutter: “Du arbeitest ja gar nicht!“) und so wurde es Silvester. Am Silvesterabend ist Schwiegervater zweimal schwer gestürzt. Wieso und warum oder ob meine Schwägerin ihn angegriffen hat weiß ich nicht (ist auch nicht rauszukriegen).

So, reicht für heute! Sind jetzt zwischen den Feiertagen irgendwie immer ziemlich lange Touren; außerdem sind manche Gäste nicht wirklich einfach. Heute nachmittag auch: Das einer meckert, weil er seinen Lieblingsplatz nicht bekommt, ist noch das Wenigste. Während der Fahrt dann eine Stimme von hinten (jammernd): “Der Gürtel hat mich gestoßen! Der Gürtel hat mich gestoßen!” Beim Absetzen des nächsten Gastes mal nach dem Rechten gesehen: Die demenzkranke Oma hatte sich im Sicherheitsgurt eingewickelt, aber so, wie ich das noch nie gesehen habe! Ich glaube auch nicht, dass das reproduzierbar ist – jedenfalls konnte sie nicht mal mehr ihre Hände bewegen, denn der Gurt presste die an den Körper. Folglich Oma aus der Fesselung befreit. Drei Kilometer weiter wieder: “Der Gürtel hat mich gestoßen! Der Gürtel hat mich gestoßen!” Macht nichts, Oma ist ohnehin die Nächste, die abgesetzt werden muss. Funktionierte bloß nicht so einfach. Sie hatte nämlich das Taillenband von ihrer Jacke auf ganz besonders unentwirrbare Weise mit dem Sicherheitgurt verknotet. Und so in der Art ging es dann auch weiter …

Jetzt mal wieder ein Musikbeitrag. Aktuell verhält es sich ja so, dass man das Radio anmacht und die ewig gleichen Weihnachtslieder gespielt werden. Also so die Schiene “Driving Home For Christmas” oder “Last Christmas” (wobei man mit dem letztgenannten Titel im Seniorenheim schon unangenehm auffallen kann ;) ). Es scheint nichts anderes mehr zu geben. Dabei haben sich schon zig Sänger und Gruppen an Weihnachtsliedern versucht, von den Rattles über Truck Stop und Blackmore’s Night bis hin zu den Puhdys. Bloß spielt man deren Weihnachtslieder nie im Radio und wenn dann doch mal sowas kommt, dann fragen die Leute ganz verwundert: “Ist das ein Weihnachtslied?” Habe ich kürzlich erst bei einer Veranstaltung ganz genau so erlebt! Das scheint mir wie ein sich selbst stabilisierendes System zu sein und eben deswegen hört man da auch immer nur das Gleiche. Und, ganz ehrlich: Ich kann’s bald nicht mehr hören!

Morgens, Ende der Frühschicht: Ich parke den Rollibus auf dem Parkstreifen am Straßenrand und will gerade aussteigen, als es lautstark “BOMM!” macht und sowas Großes, Gelbes mit ‘ner DHL-Aufschrift vorbei rauscht und ein Stück Auto (Plastik) auf den Parkstreifen fliegt. “Aha, ein Spiegel weniger“, denke ich, denn bei den großen Autos stehen die Spiegel ja bekanntlich ganz hoch im Kurs. Ausgestiegen, nachgeguckt – mein Spiegel war’s jedenfalls nicht. An dem war lediglich ‘ne Plastikscherbe formschlüssig abgeplatzt u. d. h. Zweikomponentenkleber und gut is’. Habe gerade den Kleber geholt als besagtes DHL-Auto zurück kommt und anhält. Kurzer Plausch und für den Fall der Fälle – falls da was nachkommen sollte – ein paar Infos ausgetauscht, erledigt. Die montierten die Plastikverkleidung wieder an ihrem Spiegel und ich klebte die Scherbe ein.

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