Bildung

kompetenz1

Kompetenzzentrum, Kompetenzoffensive, Kompetenzorientierung, Kompetenzförderung usw. – alles wohlklingende Begriffe, die ein gewisses Expertentum suggerieren sollen. Unser Schulsystem fährt da voll drauf ab und bildet Schüler vornehmlich in Richtung auf Kompetenz aus. Doch was ist das eigentlich, “Kompetenz”? Bei Wikipedia ist dazu folgende Definition zu finden: “… die bei Individuen verfügbaren oder durch sie erlernbaren kognitiven Fähigkeiten und Fertigkeiten, um bestimmte Probleme zu lösen …” Das aber halte ich für sehr problematisch. Warum? Die erlernbare Fähigkeit, Probleme lösen zu können, hat nämlich mit dem Fachwissen, welches man zur Problemlösung benötigt, im Grunde genommen herzlich wenig zu tun. Warum soll das jetzt aber problematisch sein? Simples Beispiel: Der Schüler verfügt über kein Fachwissen mehr, sondern nur noch über die grundlegende Fähigkeit, solches Fachwissen erlernen zu können. Genau darauf zielt unsere Bildung ab!

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Den obenstehenden Beitrag habe ich auf Facebook gefunden – und selten so einen obergärigen Schwachsinn gelesen: Deutschland, deine Bildung! Das hat mich zu diesem kleinen Beitrag inspiriert, nämlich zu einem Beitrag über rudimentäre Chemie für Dummies. Chemie ist definiert als die Lehre, die sich mit dem Aufbau, den Eigenschaften und der Umwandlung von Stoffen beschäftigt. Die Stoffe, das sind überwiegend Moleküle. Sie setzen sich aus einer durchaus sehr begrenzten Anzahl von Elementen zusammen. Welche Elemente es gibt, lässt sich aus dem Periodensystem der Elemente (PSE) ersehen: Das ist die Ausstatung, die Mutter Natur dem Universum mitgegeben hat! Neue Elemente “erfinden” geht nicht. Im PSE sind die Elemente gemäß ihrer Eigenschaften wie Größe, Gewicht, Anziehungskraft – die als Elektronegativität bezeichnet wird – u. ä. in Gruppen (Perioden) und in in Reihen eingeteilt. Die Elemente können zum größten Teil miteinander reagieren und neue Verbindungen bilden. Das sind dann die Moleküle.

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Wissen erlangt man durch das Lernen. Lernen aber bedeutet, Zusammenhänge zu erkennen, also das Denken zu erlernen und eben nicht, einzelne Versatzstücke des Wissens wie aus einem Buch abrufen bzw. wie ein Papagei nachplappern zu können. Letzteres hat nämlich mit Wissen im Sinne von Denken nichts zu tun. Dafür aber sehr viel mit Indoktrination. Unser heutiges Bildungssystem fördert nicht das Lernen und Denken. Im Gegenteil: Es fördert die Indoktrination. Beispiele gefällig?

Mit der 3D-Fotografie befasse ich mich seit dem Ende der 1970er Jahre. So etwa alle 10 bis 15 Jahre erleben 3D-Techniken einen Hype. Das war Mitte der 1980er Jahre, als das alte Anaglyphenverfahren mit der Rot-Grün-Brille durch das modifizierte Deep-Vision-Verfahren mit der Rot-Cyan-Brille (Farbanaglyphenverfahren) abgelöst wurde und später in den 1990er Jahren dann die Sache mit den Autostereogrammen. Dabei gehen alle diese 3D-Techniken auf Ursprünge zurück, die noch sehr viel älter als die Fotografie sind und die aus der Malerei stammen.

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“Anwendungen der Konduktometrie” nannte sich ein 1926 erschienenes Buch, das ich vor gut drei Jahrzehnten mal auf einem Flohmarkt fand. Darin wurde eine theoretische Messmethode beschrieben. Bei der ging es um die kontinuierliche Messung flüssiger Mehrstoffgemische mit Hilfe von Dichte und Leitfähigkeit. Die Methode wurde als nicht praktikabel eingestuft, weil es zu Zeiten der Drucklegung des Buches – also im Jahr 1926 – (noch) keine kontinuierlich arbeitenden Dichte- und Leitfähigkeitsmessgeräte gab. Anfang der 1980er Jahre standen jedoch derartige Geräte zur Verfügung und so konzipierte ich auf der uralten Grundlage die Badsteuerung für einen Eloxalprozess, was damals als geradezu bahnbrechende Neuerung galt. Jahre später publizierte ich ein ähnliches Messverfahren für einen Phosphorsäure-basierenden Aufrauungsprozess. Da Analysenautomaten noch nicht in Mode waren und die Computer zu dem Zeitpunkt gerade erst aufkamen, wurde das alles dezentral in TTL-Technik realisiert – billig, redundant und störungsunanfällig. Im rauen Produktionsbetrieb (d. h. Schmutz, starke Temperaturschwankungen, Säuresprühnebel) liefen diese Prozesskontrolleinheiten beinahe zwei Jahrzehnte lang. Heute würde man das alles zentral mit High-Tech-Analysenautomaten und Computern machen: Solche Messeinrichtungen wie meine damals sind veraltetes Wissen.

Wir leben in einer Welt, in der man den Menschen sagen muss, dass

- die Mikrowelle nicht zum Trocknen von Katzen geeignet ist,
- sie vor dem Backen die Folie von der Tiefkühlpizza zu entfernen haben,
- Obstdeko aus Plastik nicht zum Verzehr geeignet ist,
- sie unter Strom stehende Geräte nicht öffnen sollen,
- man Suppositorien nicht oral anwendet,
- Brennspiritus feuergefährlich ist,
- Behindertenparkplätze bspw. von Rollstuhlfahrern benötigt werden,
- Ü-Eier von Kleinkindern verschluckbare Kleinteile enthalten,
- aus einem Rohr tropfende braun-grüne Plörre kein Trinkwasser ist,
- Glas zerbrechlich ist usw.

Heute haben wir in meiner neuen (d. h. fünften) Foto AG mit den ersten, ganz simplen Schritten zur Bildbearbeitung angefangen. Erste, ganz große Hürde stellte das Übertragen der Bilder von der Kamera auf den PC dar – sowas hatten die Kids noch nie gemacht. Musste ich also bei der Erfindung des Faustkeils beginnen. Siebtklässler, alle so durchweg 13 bis 14 Jahre alt. Alle erfüllten übrigens lt. Schule die Voraussetzung für die AG, nämlich mit dem PC umgehen zu können. Die Ansprüche sind dabei seitens der Schule wohl offensichtlich nicht allzu hoch gesteckt – oder aber meine Ansprüche und die der Schule sind doch etwas unterschiedlich. Jedenfalls waren viele baff erstaunt, dass man auch die rechte Maustaste benutzen kann und wie das mit dem Kopieren und den Ordnern funktioniert. Dabei kannten die sich alle bestens aus: Konnten den PC einschalten und Spiele starten! Oder in’s Web gehen und YouPorn aufrufen …

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