Monats-Archive: August 2015

Möbel bestehen heute i. d. R. aus Spanplatten, zusammengefügt mit mehr oder weniger sinn- und trickreichen Beschlägen. Dabei sind es die Beschläge mit der größten Beanspruchung, die normalerweise zuerst den Geist aufgeben – nämlich die Scharniere. Sie reißen aus. Wo zuvor noch eine Schraube in das Holzimitat gefasst hat, da tun sich ein oder zwei kraterförmige Löcher auf, in denen keine Schraube der Welt mehr Halt findet. Was tun? Eigentlich hatte ich gedacht, dass das Reparieren ausgerissener Scharniere Allgemeingut und nicht der Erwähnung wert wäre. Doch als ich aufgrund meines gesundheitlich bedingten Fahrverbotes eine Woche lang hausmeisterte, da wurde ich eines Besseren belehrt. Da trat nämlich ganz genau dieses Problem auf und keiner wusste sich zu helfen. Dabei ist das ganz einfach. Geht so:

Heute ist offensichtlich überall irgendeine Veranstaltung – in Lindhorst, Rodenberg, Bad Nenndorf usw. Hier bei uns fand die ich-weiß-nicht-wievielte Schaumburger Mineralienbörse statt. Das ist eine private Veranstaltung, zu der sich eigentlich immer nur ein harter Kern von Mineraliensammlern trifft. Mineralien und Fossilien habe ich vor zig Jahren mal intensiv gesammelt. Heute besuche ich die Mineralienbörse eigentlich nur noch aus Interesse. Geld gebe ich dort nicht mehr aus – vom Honig-Jahresvorrat einmal abgesehen, denn der Veranstalter imkert für den Privatbedarf und verkauft bei der Mineralienbörse den etwaigen Überschuss seines Qualitätshonigs, meist nur so um die zehn Gläser. Mir fiel auf, welchen Aufwand manche Aussteller trieben, um ihre Waren – die Steine – in das rechte Licht zu setzen. Um verkaufsfördernd “glänzende Steine” zu haben – eben was für’s Auge. Das reichte vom Lackieren über das Vergrößerungsglas und die künstliche Beleuchtung bis hin zum raffiniert designten Aufbewahrungsteil mit Lichtumlenkung.

Sonntagmorgen, vor der Schlafzimmertür: “MIAUUUHHH!!!” Durchdringend und laut. Der Schrei einer gepeinigt-gequälten Kreatur in höchster Not! Ich fahre hoch, sitze kerzengerade im Bett. Eben noch hat mir die Matratze eine wunderschöne Geschichte erzählt und nun … “MIAUUUHHH!!!“, erklingt es erneut. Diesesmal lauter und leidender. Mein Blick fällt auf die Uhr: 07:00 Uhr. “Wass’n los?” Auch meine Frau ist inzwischen von dem notleidenden Geheul wach geworden. “MIAUUUHHH!!!“, wird unser sich eben erst entwickelndes Gespräch im Keim erstickt. “Was schon? ‘Ne halbe Stunde über die Fütterungszeit!” “MIAUUUHHH!!!“, erklingt vom Flur her die Bestätigung. Ich hasse es, wenn die Viecher ‘ne Stoppuhr im Bauch haben. Noch im Halbschlaf wanke ich zur Tür, öffne die und falle beinahe über unseren Kater: “MIAUUUHHH!!!” “Is’ ja gut, aber erst ziehe ich mir was an!” Er ist damit nicht wirklich einverstanden: “MIAUUUHHH!!!“, kommt das Protestgebrüll.

Nachmittags ging mir ständig ein uralter Song durch den Kopf, nämlich “Wieder unterwegs” von Ulrik Rémy. Ergo allerhöchste Zeit, um alles stehen und liegen zu lassen und sich mal wieder ganz gepflegt abzuseilen. Mein Weg in den Deister führte mich von den Hügelgräbern bei Messenkamp über Löschteich und Wallmannshütte zum Kohleflöz, Nienstedter Blick und zurück. Alles in allem so rund zehn Kilometer, davon die erste Hälfte stramm bergauf. Auf dem Hinweg gab’s kaum fotografische Motive. Auf dem Rückweg verhielt sich das anders. Außerdem füllte sich der Wald mit Menschen. In zwei Fällen muss es sich dabei aber um Aliens gehandelt haben, denn das waren wirklich unheimliche Begegnungen der dritten Art .

kschutz

Ich war nun wieder allein mit dem Chef. Er war äußerst zufrieden mit allem und sagte zu mir: ‘Hast du die Nummer mit dem Hund gesehen, du Ratte? Sowas nenne ich angewandte Politik!’ Ich fragte, wieso angewandte Politik? ‘Na, ganz einfach’, meinte er, ‘Der Hundeführer quält den Hund mit Elektroschocks und lässt gleichzeitig die Platte laufen. Also richtet der Hund seine ganze Wut gegen die Musik. Der Hundeführer tritt nur in Erscheinung, um den Hund wieder von seiner Folter zu erlösen, und der leckt ihm auch noch aus Dankbarkeit die Füße! Ich sage Dir, die Menschen sind genau so dämlich wie dieser Köter.‘” Diese Worte entstammen dem Talking-Blues “Der Putsch” von Hannes Wader. Es steckt viel Wahrheit darin. Denn was Wader besingt, das spielt sich in übertragener Form draußen auf den Straßen ab. In Heidenau und anderswo. Ein System ohne Perspektiven erzeugt dumpfe Angst, Wut und Hass. Die suchen nach einem Ventil, entladen sich. Aber nicht bei den Verursachern, sondern bei den Schwächeren. Die Menschen reagieren nun einmal so wie der Hund in Waders Lied. Will man solche Auswüchse bekämpfen, dann reicht es nicht, bei den Menschen anzusetzen, denn das ist lediglich ein Herumkurieren an den Symtomen. Die Ursache wird dadurch nicht beseitigt. Und die Ursache – Neoliberalismus mit H4 und allen seinen inhumanen Auswüchsen – wird immer schlimmer. Davon ist aber nur selten etwas zu hören. Weil es nicht in die Mainstream-Propaganda des “Hundeführers” passt. Teil 222 dieser Meldungen ist HIER zu finden.

Manche Allerweltstiere lassen sich nur sehr schwer fotografieren. Weil sie klein, flink, wendig, scheu, aufmerksam und verdammt schlau sind. So bspw. die Blaumeise. Heute in der Mittagszeit sind mir ein paar Schnappschüsse davon gelungen. Die will ich euch nicht vorenthalten.

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