Monats-Archive: Oktober 2017

Klingelterror: “Süßes oder Saures!” Kinder, die Süßigkeiten sammeln. Sollen sie – solange ich habe, dann gebe ich gerne. Halloween hat hierzulande auch Einzug gehalten – Kommerz und Gruselunterhaltung pur. Aber ob sich noch einer daran erinnert, dass der Ursprung von Halloween im keltischen Samhain zu suchen ist? In einem der großen, alten Jahresfeste? Dem Jahresfest, mit dem Herbst und Sommer verabschiedet wurden und die dunkle Jahreszeit begann? Die Jahreszeit, von der man glaubte, dass die Toten zurückkehren? Das Hexen-Neujahr? Diejenigen, welchen die Wurzeln dieses Festes noch geläufig sind, dürften zweifellos in der Minderheit sein. Diejenigen aber, denen kein Anlass für irgendeine Form von Party fremd oder unbekannt genug ist, machen daraus eine Fete. Ich persönlich sehe dafür aber ehrlich gesagt den Grund nicht. Wenn schon Feier, dann sollte man auch wissen, warum. Es soll sogar Menschen geben, die glauben, zu Halloween hätte Martin Luther 95 Kürbisse an die Kirchentür zu Wittenberg genagelt – so weit ist es mit der Bildung in Deutschland schon gediehen! Wenn schon Halloween, dann aber bitte richtig – nämlich Samhain! Hier in der Fassung von Inkubus Sukkubus und bitte den Text beachten!

1970

Mal sehen – vielleicht setze ich die Zeitzeugenberichte noch länger fort. Nach den 1960er-Jahren soll es jetzt um die 1970er Jahre, auch genannt die “wilden ’70er” gehen. Auch in diesem Beitrag steht das Alltagsleben von Otto Normalverbraucher im Vordergrund. Hinsichtlich der “großen Ereignisse” nehmt doch bitte ein Geschichtsbuch zur Hand. Und, um Missverständnissen von vornherein vorzubeugen, es geht auch in diesem Beitrag um Westdeutschland. Wie lief das also damals in den so genannten “wilden ’70ern”?

Jetzt liegen, bedingt durch die gesundheitlichen Probleme meiner Frau, ein paar aufregende Tage hinter mir. Mit viel Krankenhaus-Fahrerei und noch mehr ZNA-Warterei (ZNA = Zentrale Not Aufnahme). Kam so: Zuerst ist sie auf der Arbeitsstelle bewusstlos geworden und gestürzt. Als Ursache gilt, nach Untersuchungen im Krankenhaus, mittlerweile starke Hypotonie (Blutunterdruck), hervorgerufen durch einen vermutlich angeborenen Herzfehler. Der nun wiederum auch nur zufällig nach 57 Jahren entdeckt worden ist und mit dem den Statistiken zufolge wohl so rund jeder Fünfzigste rumläuft. So weit, so gut. Entlassung aus dem Krankenhaus und plötzlich konnte sie den rechten Arm nicht mehr bewegen. D. h. jede Bewegung verursacht enorme Schmerzen. Also in die ZNA und das abklären lassen. Resultat ist eine innere Prellung, bei der die Sehne wahrscheinlich im Zuge des Sturzes was von Kalkablagerungen am Knochen abbekommen hat. Damit sie mir nicht zusammenklappt, verlegte ich mich auf die Art von Kommunikation, die zu einem erhöhten Adrenalin-Ausstoß führt: “Du bist nunmal jetzt in einem Alter, in dem man mehr Anwendungen als Zuwendungen bekommt!” Je makabrer der böse Spruch, desto mehr Adrenalin: Läuft!

time

Frühmorgens im Bett: Ein Auge geht zögerlich auf und der Blick fällt auf den Wecker. Der zeigt 04:45 Uhr an. Wieso…? Ach ja, diese Sch…-Zeitumstellung! Eigentlich wäre es ja schon 05:45 Uhr und damit Zeit zum Aufstehen. Der Mensch ist eben ein Gewohnheitstier. OK, noch ‘ne Stunde liegenbleiben. Doch: Der Geist ist willig, nur das Fleisch ist schwach. Nach ‘ner knappen halben Stunde gibt der Magen deutlich hörbare Geräusche von sich. Er will beschäftigt werden, wie immer um diese Zeit. Noch sehr viel (überlebens)wichtiger: Wo bleibt der Kaffee? Wobei Zeit natürlich gemäß Albert, dem Vereinsteinerten, eine ziemlich relative Angelegenheit ist. Bloß der Magen hat das noch nicht kapiert. Man steht also auf. Jetzt muss rund ‘ne Stunde überbrückt werden. Der Bäcker macht erst um 08:00 Uhr auf, nämlich seit das Geschäft mal vom Ordnungsamt oder wem auch immer welche auf den Deckel gekriegt hat, weil es außerplanmäßig bereits um 07:30 Uhr öffnete. Sowas darf natürlich nicht sein; in Deutschland muss eben alles seine Ordnung haben! An meinen Magen denkt dabei keiner und der schreit nach dem Frühstück!

htrip

Wie ich bereits im letzten Alzheimer-Beitrag erwähnte (wobei ich den Begriff Alzheimer hier ausdrücklich stellvertretend für Demenzerkrankungen verstanden wissen möchte), kommt es bei den betroffenen Personen zu einer psychischen Veränderung. Was ist darunter zu verstehen? Die meisten Menschen, die nicht mit Alzheimer-Kranken zu tun haben glauben, dass die Betroffenen nur vergesslich werden und es daher völlig ausreicht, wenn man ihnen zur Hand geht und sie an Vergessenes erinnert: Weit gefehlt! Denn die Vergesslichkeit ist nur eins von vielen Symptomen. Allerdings auch eins, welches für die darauf aufbauende, psychische Veränderung maßgeblich ist. Woraus besteht also die psychische Veränderung bzw. mit welchen Fehlleistungen muss man bei einem Alzheimerkranken aufgrund eben der Veränderungen rechnen? Ein kleiner Erfahrungsbericht …

Wieder so ein Tag, an dem die Computerei zurückstehen muss. Immerhin ist meine bessere Hälfte wieder aus dem Krankenhaus zurück. Gestern war sie per RTW eingeliefert worden, weil sie auf der Arbeit zusammengeklappt ist – und ich durfte fahren. Kilometer um Kilometer. Weil so auf dem Land sind Krankenhäuser nicht gerade reichlich gesäht und wenn die vorhandenen Krankenhäuser eins nach dem anderen schon dichtgemacht worden sind, weil die Bruchbude in Vehlen – die wahrscheinlich erst nach dem BER fertiggestellt werden wird – das alles schon längst hätte übernehmen sollen … Jedenfalls: Sie ist wieder auf dem Damm. Das Zusammenklappen kam vom Herzen. Da ist ein kleines Loch drin, wahrscheinlich angeboren, und bei zu schnellem Aufstehen o. ä. kommt eine blitzartige Herzinsuffizienz zum Tragen. Vorletzten Monat Schwiegervater wegen Herzinsuffizienz ins Krankenhaus, diesen Monat meine Frau – da muss man nicht lange überlegen, woher sie das hat. Jedenfalls ergab die Untersuchung, dass ihr Herz zwar kräftig und regelmäßig schlägt, bloß neben der Gefahr der Insuffizienz zusätzlich eben manchmal einfach keinen Bock dazu hat und kurzfristig einen Moment an Urlaubspause einlegt. Das dazu. Und das real life geht nunmal vor.

1960

Im NDR1 läuft seit geraumer Zeit so eine Art von Rückblick. Zuerst waren’s die 1990er Jahre, dann die 1980er Jahre, jetzt gerade die 1970er Jahre … Jedenfalls drängen sich da Erinnerungen auf. Da ich zumindest die Zeit seit den 1960er Jahren bewusst miterlebt habe, will ich quasi als Zeitzeuge dazu auch mal ein paar Erinnerungen beisteuern, denn vieles von dem, was uns heute als selbstverständlich gilt, war damals undenkbar oder Science Fiction. Das Leben lief komplett anders ab. Mit sehr viel weniger Komfort, aber auch teils mit mehr Freiheiten. Es geht mir bei all diesen Erinnerungen auch nicht um die großen Ereignisse – obwohl die selbstverständlich auch eine Rolle spielen – sondern vielmehr um das Leben von Otto Normalverbraucher, um die alltäglichen Kleinigkeiten, die sich heute vielleicht kaum noch jemand vorstellen kann.

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