Mittagessen kochen wenn alle zu unterschiedlichen Zeiten nachhause kommen und vielleicht unterwegs doch schon was gegessen haben ist immer so eine Sache. Exakt deswegen waren zwei halbe Hähnchen übrig geblieben. Was fängt man damit an? Nach mäßig intensivem Studium diverser Kochbücher – es wäre ohnehin einfacher, besagte Bücher gleich als Fertiggericht in den Kochpott zu schmeißen – und beständigem “Ham’ wa nich’” entschied ich mich für einen Querschnitt aus mehreren Rezepten, wobei die Zutaten aus der Kategorie “Ham’ wa nich’” einfach durch andere Zutaten ersetzt worden sind. Also mehr so eine Art von freier Improvisation. Aber die schmeckt wirklich gut und die Zubereitung ist längst nicht so kompliziert oder aufwändig, wie sie sich vielleicht anören mag.

Menge: 3 Portionen
Zeitbedarf: 50 Minuten

Zutaten:
2 halbe Hähnchen vom Wagen, abgepult (am besten vom Vortag)
165g Pfifferlinge (Abtropfgewicht, eine 290g-Dose; Champignonscheiben gehen aber auch)
150ml Weißwein
200ml Kondensmilch (Kaffeesahne 4%)
160g Langkornreis
1 Zwiebel
1,5l Wasser
Öl
Mehl
gekörnte Brühe (ziemlich egal ob Hühner- oder Gemüsebrühe usw.)
Soßenbinder hell
getrocknete Petersilie
Jalapeno-Chipotle-Pulver (oder alternativ Worcester-Soße)

Zubereitung:
Die Pfanne (möglichst mit hohem Rand) mit hinreichend Öl beschicken und befeuern. Zwischenzeitlich das Hähnchenfleisch kleinschneiden. Fleisch in die Pfanne geben und 1 EL Mehl darüber stäuben. Unter häufigem Umrühren goldbraun anbraten (ca. 10 Minuten). Zwischenzeitlich die Zwiebel kleinschneiden und anschließend dazu geben. Weiter anbraten, bis die Zwiebel beginnt glasig zu werden (nochmal ca. 5 Minuten). Nun mit dem Weißwein ablöschen und ca. 5 Minuten lang unter weiterem Rühren etwas einkochen. Die Kondensmilch hinzufügen und 1 EL gekörnte Brühe sowie 1 EL vom Soßenbinder untermischen, dabei immer umrühren, damit nichts anhängt. Die Pfifferlinge abtropfen lassen, dazu geben und unterrühren. Jetzt nochmal 5 Minuten lang abgedeckt köcheln lassen; Umrühren nicht vergessen! Zwischenzeitlich ist das Wasser im 2l-Topf zum Kochen gebracht worden. Den Reis dreimal in einer Schale grob abwaschen und in das kochende Wasser schütten. Den jetzt 15 Minuten lang köcheln lassen – dabei hin und wieder mal umrühren – und dann abgießen. Während der Reis kocht wird das Hühnerfrikassee mit dem Chipotle-Pulver abgeschmeckt und ein TL Petersilie untergemischt. Anschließend beides auf die Teller geben. Sieht zwar aus wie schonmal gegessen (das tut Hühnerfrikassee eigentlich immer), schmeckt aber hervorragend.

7 Antworten auf Pilz-Hühnerfrikassee

  • Uwe sagt:

    Dieses Frikassee-Rezept ist also stark vereinfacht, schmeckt aber trotzdem so lecker! Danke :smile:

  • Soeckchen sagt:

    Sowas mache ich sehr oft, um Rester zu verwerten. Ich empfehle daher auch mal meine SOLJANKA.

    • Säuerliche Suppe mag ich gar nicht. OK, den Essig kann man weglassen. Kann man die Gewürzgurken auch durch frische Gurken ersetzen?
      “Ich hab sie auch schon ganz frisch gekocht und dazu habe ich einfach beim Fleischer nach Wurstabschnitten gefragt, wo man mitunter für 1 bis 2 Euronen eine richtig große Tüte bekommt.” Schade, die Zeiten sind hier bei uns seit etwa einem Jahr offensichtlich vorbei! Da habe ich auch immer gerne zugeschlagen!

      • Soeckchen sagt:

        Naja, Soljanka sollte schon süss-säuerlich scharf sein. Frische Gurken (wir sagen in Sachsen dazu “Grüne Gurke) schmecken nicht so dran. Kannst sie aber auch mit Chili gut würzen. Ist eben alles Geschmackssache wie z.B. “Flecke” auch “Kutteln” genannt. Entweder man mag es oder nicht. Flecke besteht aus Lunge, Niere, Pansen, Magen, Euter und Herz. Das ist sehr speziell und sächsisch und wird auch süss-sauer. Allerdings auch sehr nahrhaft und nicht geeignet für Leute, die unter Gicht leiden. Ich kenne einen in der Szene bekannten Musiker aus Berlin, der in Sachsen extra immer nach Fleckeeintopf fragt. Also wenn das sogar Preussen mögen … :-) Das genaue Rezept dafür werde ich mal bei mir im Blog veröffentlichen. Muss dafür aber wegen den Fotos erst wieder Flecke kaufen und die gibts traditionell nur Dienstags frisch beim Fleischer.

        Wurstabschnitte gibts hier bei fast jedem Fleischer. Man muss eben nur danach fragen, weil manche schämen sich da ja. Aber ich nicht.

        Im Grunde sind all diese Essen “Arme-Leute-Essen”, aber ich finde die schmecken einfach gut und es ist nichts verwerfliches.

        • Habe wg. der Wurstabschnitte/Wurstreste heute mal direkt beim Schlachter nachgefragt. Ergebnis: “Würden wir Ihnen gerne geben, aber das dürfen wir seit gut einem Jahr gar nicht mehr verkaufen – aus rechtlichen Gründen.” “Und kostenlos abgeben?” “Leider auch nicht. Das wird vernichtet.” Und ich finde: Das ist Wahnsinn!

          • Soeckchen sagt:

            Da werden also aus “rechtlichen Gründen” Lebensmittel vernichtet. Das ist die wahnsinnige Wohlstandsgesellschaft. Andere hungern und die schmeisen weg! Würden die Grosseltern noch leben, würden die sagen, dass so eine Hungersnot wie im Hungerwinter 1946/47 so einigen guttun würde.

            Unser Fleischer verkauft sogar noch ganz billig die Wurstbrühe. Sehr gut geeignet für Eintöpfe. Oder einfach abends ein Ei ranquirlen und ‘ne Butterbemm’ dazu.

  • Soeckchen sagt:

    Wie versprochen das Flecke-Rezept: http://soeckchen91.square7.ch/kochblog/?p=7008

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