“Was machst du an Silvester? – Mithilfe von Alkohol 2016 aus dem Gedächtnis löschen!”
(Spruch bei Facebook)

Alle Jahre wieder – hier ist mein ganz persönlicher Jahresrückblick auf 2016. Um ganz ehrlich zu sein: Besser wird’s wohl nicht mehr und es hat schon wesentlich günstigere Jahre gegeben. Und irgendwie stand das gesamte Jahr auch im Zeichen des Versorgens meiner Schwiegereltern und meiner Schwägerin. Doch wie bemerkte schon einst Albert Einstein (Zitat): “Die reinste Form des Wahnsinns ist es, alles beim Alten zu belassen und gleichzeitig zu hoffen, dass sich etwas ändert.” Vielleicht konnte ich ja mit meinen Berichten von ziemlich weit unten und meinem Blog ein paar Leute dazu bewegen, doch mal etwas nachdenklicher zu werden und künftig auch konsequenter zu handeln. Zu wünschen wäre es. In diesem Sinne: Viel Spaß mit dem untenstehenden Beitrag.
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Januar:

01jan16

Das Jahr beginnt gleich am ersten Wochenende mit dem Umzug von unsere Großen zurück nach Siegen – weil sie einen Uni-Job erhalten soll, aus dem später dann aber doch nichts wird. Viel Fahrerei und Schlepperei. Schon auf der Rückfahrt kündigt sich der Wetterumschwung an und dann kommt’s knüppeldicke: Schnee, Eis und Eisregen. In der Woche drauf habe ich einen kleinen Glätteunfall, denn da rutscht mir der stehende Rollibus auf geschlossener Eisfläche rückwärts den Berg runter – wobei aber glücklicherweise nicht viel Schaden entsteht. Ein paar hundert Euro sind’s aber doch. Eben ein Versicherungsfall. Danach ein paar Tage der Ruhe und dann kommen reichlich Schnee mit siebzehn Grad Kälte. Endloses Schaufeln ist angesagt. Überhaupt ähnelt mein Dienstplan in diesem Monat einer echten Arschkarte. Immer dann, wenn überall nichts mehr geht, muss ich fahren bzw. einspringen. Absolut entnervend ist, dass wieder mal alles auf einmal kaputt zu gehen scheint: Küchenradio, Handyakku mit Kissenform, Handy meiner Jüngsten, die ältesten LED-Lampen, das sündhaft teure Motorsteuergerät vom Auto meiner Frau, mein PC, mein Blog, verstopfte Abflüsse, Schwiegervaters Rollator etc. Ohne Ende; Murphys Gesetz feiert wahre Triumphe! Wie soll man gegen die damit verbundenen Kosten bloß noch anarbeiten? Die Produktlebenszeiten werden kürzer und kürzer. Produktion für die Tonne … Die demenzbedingte und schier unerträgliche Bequemlichkeit meiner Schwiegermutter gibt Anlass zu Auseinandersetzungen, denn auch meine “bessere Hälfte” findet das inzwischen bei allem Verständnis mitunter unerträglich. Bei Schwiegervater wird Altersdiabetes diagnostiziert. Meinerseits werden Bluetooth-Versuche unternommen, um dem Kabel- und Adapter-Wirrwar Herr zu werden. Es klappt, jedoch i. d. R. nicht auf Anhieb. Unsere Jüngste erfährt, dass sie nach der Ausbildung nicht übernommen wird – neue Azubis sind billiger als ausgelernte Kräfte – und verbringt ihre Freizeit mit Bewerbungen. Auf ihrer Arbeitsstelle sind Mobbing und Bossing zum Normalfall geworden. Zu allem Überfluss wird ihr noch der Spiegel vom Auto abgefahren. Glücklicherweise aber meldet sich die Verursacherin. Ganz nebenbei versuche ich noch, das, was ich über meine Abstammung herausbekommen habe, in Form eines PDF-eBooks auf eine neue und megakompatible Basis zu stellen. Aber das dürfte eine Sache werden, die sich sehr, sehr lange hinziehen wird. Dann wird die Anzahl unserer Kinder aufgrund eines IT-Fehlers noch auf eins reduziert (womit ein Kindergeld wegfällt) und unsere Große bekommt nur noch herzlich wenig BaFöG. Endlose Lauferei und Telefoniererei deswegen. Ein Monat, um gründlich urlaubsreif zu werden! Wenn ich dazu noch das hirnlose Gefasel gewisser Politclowns ertragen muss, die völlig unbegründet behaupten, uns ginge es gut, weil sie sich auf ihrer rosa Wolke völlig weltfremd die Eier schaukeln, dann sträuben sich mir die Nackenhaare!

Februar:

02feb16

Es geht weiter mit den Defekten. Die Klobrille mit der 5-Jahres-Garantie hat gerade mal 15 Wochen überlebt; sie wird zum zweiten Mal umgetauscht. Aus der Wasserzuleitung zum Heizkessel leckt Wasser raus – erst nur ein paar Tropfen, dann täglich 3l, 5l, 10l, 20l … – defektes Überdruckventil, ein Fall für den Klempner. Das Festnetztelefon von unserer Jüngsten will nach Akkuwechsel nicht mehr ans Netz und es kostet mich zwei volle Tage, bis ich den Fehler gefunden und behoben habe. Merkwürdigerweise funktioniert danach auch der Anrufbeantworter wieder, der schon seit ein paar Monaten nicht mehr wollte: Wundersame Technik! Der Wechsel Internet zur Telekom wird im Rahmen der “All-Over-IP”-Umstellung klargemacht; Termin ist Anfang September. Ich hoffe nur, dass das reibungslos über die Bühne geht. Bei den Schwiegereltern bringe ich im Bad einen Hängeschrank an. Außerdem fange ich mir ‘ne dicke, fette Erkältung ein. Eine Diashow für die Tagespflege wird vorbereitet und auch die damit verbundenen, technischen Probleme lassen sich durch einiges Nachdenken (und Basteln) lösen. Meine Jüngste hat keine Wochenenden mehr, denn an denen macht sie Probearbeiten, weil ihr Ausbildungsbetrieb sie nach der Prüfung nicht übernehmen will. Von ihren zig Bewerbungen hat es bisher nur wenige Rückmeldungen gegeben und für Vorstellungsgespräche muss sie um Urlaubstage kämpfen. Außerdem sucht sie (erfolgreich) nach einer Alternativpraxis, um den Bossing-Methoden ihres Chefs zu entkommen, selbstverständlich auch wieder mit Probearbeit in ihrer Freizeit. Doch als alles in trockenen Tüchern zu sein scheint, lässt ihr Chef sie nicht vorzeitig aus dem Vertrag raus. Die Wetterlage ist von Regen geprägt – ganz, ganz viel Regen! Soviel, dass man man auf den Feldern Reis anbauen könnte und dass es zu einem leichten Wassereinbruch im Keller kommt.

März:

03mar16

Wir könnten dem Klempner inzwischen schon ‘ne eigene Wohnung einrichten, denn er wird schon wieder benötigt. Grund ist ein seitens Schwiegermutter im Abflussrohr runtergespülter Lappen, der alles verstopft hat. Um mal auf andere Gedanken zu kommen sehen wir uns Claus von Wagner’s Programm “Die Theorie der feinen Menschen” an. Passte, weil er gerade hier gastierte. Und doch war der im Hinterkopf beständig der bohrend-nagende Gedanke: Können wir die Schwiegereltern überhaupt für ein paar Stunden alleine lassen? Denn es ist wirklich schlimm. Ein Beispiel: Schwiegermutter gibt mir einen 10-DM-Schein für 12 Gebäckstücke, weiß der Teufel, wo sie den noch her hat. Zum Bäcker muss sie nur quer über die Straße, hat aber Angst, den Rückweg nicht mehr zu finden. Der seit 15 Jahren als Zahlungsmittel verwendete Euro ist ihr urplötzlich unbekannt geworden; sie erinnert sich nur noch an Zahlungsmittel und Preise aus den 1960er Jahren. Schwiegervater dagegen stinkt. Er duscht seit November nicht mehr, weil die Armatur angeblich nicht funktioniert. Temperatureinsteller und Wasserhahn sind ihm fremd und er will sich nicht umgewöhnen: Altersstarrsinn in Reinkultur! An einem Tag fällt er beinahe um, weil er alle über den Tag verteilt einzunehmenden Medis als Handvoll gleichzeitig einwirft. Wir besorgen daraufhin einen neuen Einnahmeplan vom Hausarzt – den alten Plan hat er weggeworfen – und versuchen, so gut es eben geht darauf zu achten, dass er die Sachen korrekt einnimmt. Schwiegermutter setzt beim Duschen die halbe Wohnung unter Wasser, weil sie die Duschkabine offen stehen lässt und meine geistig schwer behinderte Schwägerin reagiert äußerst aggressiv auf jede Form von Körperpflege. Auch sie stinkt drei Meilen gegen den Wind! Demenz ist ein absoluter Horrortrip für alle Beteiligten. Schwiegervaters Pflegegeld ist seit 5 Monaten überfällig, aber er will nicht nachhaken, will “mit denen” nichts zu tun haben. Wir kümmern uns darum. Er lehnt auch vehement jegliche Hilfe seitens der Sozialstation ab: Bloß keine Fremden im Haus, denn die nehmen uns das Haus weg! Kindergarten ist einfacher! Merkwürdige Sache: Es kommt zum regional begrenzten, echten ABC-Alarm, doch eine Info der Bevölkerung unterbleibt und die Feuerwehr hüllt sich in absolutes Stillschweigen. Was ist da los? Meine Jüngste bereitet sich auf ihre Prüfung vor und darauf, u. U. arbeitslos zu sein, daher die vorsorgliche Arbeitslosmeldung bei der BA. Und sie kommt eines Tages verletzt von der Arbeit nachhause. Erste Hilfe meinerseits, in Folge zweimalige ärztliche Behandlung. Ursache war eine Handgreiflichkeit ihres Vorgesetzten. In der Berufsschule wird der Vorfall im Unterricht thematisiert. Gerede ist die Folge. Meine Älteste kniet sich in die Arbeit für die MUN2016 rein und hat dazu ein Interview bei Radio Siegen. Weitere Interviews folgen. Sie verlässt Deutschland mal wieder und fliegt zur UN nach NY. Für uns hingegen steht viel Gartenarbeit an – insbesondere der schon seit drei Jahren nicht mehr gepflegte Komposter, reine Knochenarbeit – weil die Schwiegereltern nichts mehr im Garten machen (können). Unser Kater durchlebt eine kritische Phase: Er fängt sich eine Vergiftung ein, die er aber übersteht und bricht sich auch gleich noch den rechten, unteren Eckzahn ab. Mein im Harz lebender Onkel verstibt am 26.3. im Alter von fast 90 Jahren. Damit haben wir keinen gebürtigen Russen mehr in der Familie.

April:

04apr16

Die schier endlose Gartenarbeit geht weiter. Zwischendurch fahren wir zur Beerdigung meines Onkels. Das DRK verlangt von uns Fahrern jetzt einen Personenbeförderungsschein (P-Schein). Dazu muss mein alter, grauer “Lappen” erstmal in einen neuen Kartenführerschein umgerubelt werden, denn ohne den kann ich den neuen, gelben “Lappen” nicht beantragen: Es lebe der Verwaltungswahnsinn! Reine Geldschneiderei! Aber auch das wird über die Bühne gebracht. Unsere Große kommt aus den USA für einen Tag zurück nach Deutschland und macht sich dann im Rahmen einer Forschungsreise auf den Weg nach Palästina, in die Terroristenhochburg Birzeit. Wir hoffen bloß, dass sie lebendig und in einem Stück zurück kommt. Ein ganz mieses Gefühl bleibt. Für die Kleine gibt es keine ruhige Minute: Absagen, weitere Bewerbungen, weiteres Probearbeiten. Und eine Klage über ein Jahresgehalt von ihr wegen Geschäftsschädigung seitens ihres Arbeitgebers: Aufgrund des Geredes in der Berufsschule macht er das Opfer zum Täter. Anwälte werden eingeschaltet und bekriegen sich. Auf den Rechnern der Kinder schalte ich das leidige Win10-Zwangsupdate ab und mein Uralt-Handy macht mal wieder Probleme, die sich allerdings nur befristet beseitigen lassen. Die Einbau-Mülleimer unter der Küchenspüle geben jetzt endgültig den Geist auf; sie sind nicht mehr zu reparieren. Ich baue das zerbrochene Plastikgeraffel aus und es kommen zwei einfache Baumarkt-Mülleimer rein: Fertig! Der April ist aber auch der Spargel-Monat. Zeit und Gelegenheit, um mal ein paar Rezepte auszuprobieren. Wenn Wetter und Zeit es wirklich mal erlauben, dann seile ich mich für kurze Zeit ab: Ins Winzlarer Moor und in den Deister. Nur einfach mal raus! Molche sind in diesem Jahr überproportional viele da, doch Kröten finde ich nicht eine einzige. Dafür sichte ich seltene Vögel wie Schafstelze, Eisvogel und Teichhuhn. Nur das Letztere bekomme ich auch vor die Kamera.

Mai:

05mai16

Der Mai ist für mich mal wieder ein typischer Überstundenmonat. Wir haben einen Merkurtransit, wie er nur selten vorkommt, doch der Versuch, das abzulichten, ist ein Fehlschlag auf ganzer Linie. Zum Ausgleich – und eher zufällig – fotografiere ich einen geradezu gigantischen Sonnenfleck vom Mehrfachen des Jupiterdurchmessers. Auch eine Blindschleiche wird zum bevorzugten Motiv. Der Besuch des Wisentgeheges nach Pfingsten ist fast schon Tradition und führt auch dieses Mal wieder zu ein paar ganz brauchbaren Aufnahmen. Gleichfalls von Erfolg gekrönt ist meine zweite Teichhuhnjagd mit der Kamera. Meine Älteste kommt heile und in einem Stück aus Palästina zurück und stürzt sich in die Arbeit des JUNON-Bundesvorstandes, was schließlich darin mündet, dass sie zum Generalsekretär für Deutschland wird: Arbeit zieht Arbeit nach sich! Die Jüngste hat währenddessen am Vatertag ihre Feuertaufe in der Einsatzleitung des DRK – gut 10.000 Menschen kamen zum Hiddenser Born – und wird dafür sogar belobigt. Was ihr allerdings einige “Platzhirsche”, die auf den ELW scharf sind, neiden und was zu schmutzig-demotivierenden Intrigen führt. Das Übliche eben: Wenn jemand gut ist, dann darf er bzw. sie das in dieser Bananenrepublik nicht zeigen, weil das Neider auf den Plan ruft. Daneben besteht sie noch ihre schriftliche Prüfung zur ZMFA und kann einen Job in diesem Beruf in Hannover ergattern. Der ist zwar kein Traumjob, aber immer noch besser als arbeitslos und in den Fängen der H4-Enteignungs-Unterdrückungs-Mafia zu sein. Es steht wieder viel – sehr viel! – Gartenarbeit an und ich ergehe mich darüber hinaus in der Reparatur des Garagendachs. Zu Himmelfahrt nehmen meine Frau und ich am Stollnfest teil. Ihre Kräfte neigen sich so langsam dem Ende zu, denn der zweite Haushalt – der meiner Schwiegereltern – wird von ihr nach besten Kräften noch zusätzlich mit gemacht. Schwiegermutter tut praktisch gar nichts mehr; sie lässt alles verkommen, was auch regelmäßig zu Unstimmigkeiten mit Schwiegervater führt. Doch als sie sich endlich mal dazu aufrafft, angesichts ihres desolaten Zustands (psychische Veränderung, fortschreitende Demenz, Wasser in den Gliedmaßen, Rheuma in den Gelenken usw.) den Hausarzt aufzusuchen, da verschreibt ihr der Schamane – der m. E. selbst schon lange ein Pflegefall ist – wirkungslose C3-Zuckerpillen! Meine Chilis kommen gut und eine Woche nach den Eisheiligen wandern sie endgültig nach draußen auf den Balkon. Der Untersuchungstermin für den P-Schein gerät zur Durststrecke: Rund sechzig Telefonate und zig E-Mails, anschließend Vorkasse. Das hatte ich mir wesentlich einfacher vorgestellt und es kostet mich etliche (unbezahlte) Stunden. Doch am Ende steht ein Termin für Anfang Juni. Meine Kniegelenke machen massive Probleme, hinzu kommen Muskelschmerzen. Ich vermute ja insgeheim Borreliose, denn zeitlich würde das passen: Zeckenbiss im Februar, anschließend die als Megaerkältung gedeutete Erkrankung und jetzt das. Ein Cousin meiner Frau – jünger als sie – verstirbt an Lungenkrebs. Nichtraucher, aber jemand, der früher mit Asbest zu tun hatte. Zum Monatsende wird es schlagartig heiß – sehr heiß, mit 27°C im Schatten. Dazu schwül-drückend und dann tobt sich Tief Elvira aus. Eine Naturkatastrophe in Süddeutschland, während wir im Norden merklich glimpflicher davon kommen. Ansonsten: Die Kriegsvorbereitungen der NATO laufen auf Hochtouren. Material und Soldaten werden wie zuletzt zum Höhepunkt des Kalten Krieges an die Ostgrenzen geschafft, weil die Amis es so wollen und die Russen uns nichts getan haben. Aber sie haben Rohstoffe, die der Ami braucht, um sein marodes Wirtschaftssystem wenigstens zeitweise stabilisieren zu können. Die Schweiz meldet einen NATO-Angriff auf Russland, was unsere Medien aber verschweigen. Stattdessen werden hier bei uns Nationalismus und Rechtsfaschismus wieder ganz groß geschrieben und sind längst schon salonfähig geworden: Kein Neonazi braucht sich mehr zu verstecken. Es ist ein Land geworden, vor dem man ausspucken und in dem man kotzen möchte.

Juni:

06jun16

Mit 33°C im Schatten gehen die Unwetter erst einmal weiter. Wir feiern Perlenhochzeit (30 Jahre verheiratet) und meine Gattin erhält passend dazu eine Perlenkette. Eventbesuche sind das British Weekend auf dem Rittergut in Remeringhausen sowie der Tag der Bundeswehr in Achum. Unser Rasenkantenschneider stellt mich vor ein schier unlösbares Ersatzteilproblem, doch schließlich finde ich noch einen einzigen Lieferanten: Fünf Jahre hätte so ein Gerät offensichtlich gar nicht halten dürfen! Bei den Schwiegereltern setze ich ein Insektenschutzfenster ein und drehe beinahe ab, weil die Montageanleitung vorne und hinten nicht stimmt, so dass es zur größeren Aktion ausartet. Kommt noch mein zweiter Zeckenbiss in diesem Jahr hinzu. Wir fahren zur Beerdigung vom Cousin meiner Frau. Durch einen Döner in Hannover fängt die Kleine sich eine dicke, fette Lebensmittelvergiftung ein, die im Krankenhaus behandelt werden muss. Dennoch besteht sie in Folge souverän ihre ZMFA-Prüfung – wir fahren zur Freisprechung – und begibt sich anschließend nach Gran Canaria in den wohlverdienten Urlaub. Für mich steht die arbeitsmedizinische Untersuchung wegen des P-Scheines an und mir wird eine Fernsicht-Brille verpasst. Die Untersuchung geht ansonsten glatt über die Bühne, bloß hinter den Unterlagen muss ich bis zum letzten Tag des Monats hinterher laufen und telefonieren. Schuld daran könnte auch die Post sein, denn die kommt i. d. R. nur noch gesammelt einmal wöchentlich als dicker Packen und oftmals fehlt auch was. Schwiegermutter, seit Jahren nicht mehr beim Zahnarzt gewesen, schreit vor Zahnschmerzen. Es wird eine langwierige Behandlung, was für uns viel Zahnarzt-Fahrerei bedeutet. Es vergeht ohnehin kaum ein Tag ohne ätzende Reparaturen, weil sie in ihrer Demenz alles kaputt macht und ihr Fehlverhalten weder einsieht noch länger als drei Minuten im Gedächtnis behält. Obgleich Dauerregen vorherrscht, kommt es um meinen 58. Geburtstag herum zur Hitzewelle mit 34°C im Schatten. Unwetter beenden die Hitzewelle. Unsere Große säuft dabei anlässlich des Hurricane Festivals in Scheeßel mit dem Auto ihrer Schwester ab und das Entschlammen des Fahrzeugs – inklusive siebenfacher Waschanlage und Werkstatt – treibt mich nahezu an den Rand der Verzweiflung, zumal es immer so eine (ziemlich riskante) Sache ist, mit einem 670-kg-Kleinwagen auf eine für 40-Tonner ausgelegte LKW-Unterboden-Waschanlage zu fahren. Doch anders funktioniert es nicht. Jedenfalls sind da Zentner von Dreck in dem im Schlamm versunkenen Auto. Irgendwie sind meine Frau und ich jetzt wirklich absolut urlaubsreif und buchen kurzfristig eine Woche Fehmarn für den August: Da waren wir beide noch nie. Meine nach dem Geburtstag einsetzende, vermeintlich “dicke Erkältung” entpuppt sich als leichte Lungenentzündung. Ich gehe allerdings erst zum Arzt, als es praktisch überstanden ist und ich meine Frau angesteckt habe. Der Brexit mit sich anschließendem Werteverfall des Euros und steigendem Goldpreis bestätigt mich in meiner Idee des Goldsparens mit Anlagemünzen und zwei meiner drei Chili-Töpfe sind von der “Weißen Fliege” befallen.

Juli:

07jul16

Das Auto der Kleinen ist jetzt wieder weitgehend OK und sie tritt eine neue Stelle in einer Zahnklinik in Hannover an. Dabei gibt es moderaten Trouble wegen eines überlangen DRK-Einsatzes, bei dem ihre Ablösung sie hatte hängen lassen und sie gut vierzig Stunden am Stück auf den Beinen war. Die vielen kleinen Unwetterschäden aus dem letzten Monat werden so nach und nach beseitigt. Doch bei unerträglichem Waschküchenklima gibt es auch immer wieder neue Unwetter, und zwar merklich mehr als sonst. Zur Monatsmitte hin bin ich fünf Wochen in Folge gefahren – es ist ja Urlaubszeit – und das merkt man auch. Meine Kniegelenke schreien und ohne die Gewürztherapie, die ich seit Ende April mache (eine 1:1:1-Mischung von Kreuzkümmel, Koriander und Muskat), würde ich wohl vor Schmerzen an der Decke kleben. Doch mit dem Zeug, täglich ein bis zwei Messerspitzen voll, produziert der Körper mehr Schmiermittel und dann geht’s wieder. Mein ditter Zeckenbiss bleibt ohne Folgen, aber der vierte Biss in diesem Jahr (alles ausschließlich im Garten!) beschert mir Borreliose mit einem ausgeprägten “Montauk-Knie” rechts. Ich hoffe bloß, dass die Antibiotikatherapie (immerhin volle 30g Amoxicillin!) auch wirklich anschlägt. Die Chancen dafür stehen Fifty-Fifty. Falls nicht, dann ist mir längerfristig der Rollstuhl sicher! Überhaupt ist es der absolute Stechviecher-Monat, denn ich bin zerstochen wie schon seit etlichen Jahren nicht mehr. Mistviecher! Die kaputten Gelenke sind es auch, die mich von Radtouren abhalten: Man wird eben älter! BTW: Unsere Politspacken wollen das Renteneintrittsalter jetzt auf 73 Jahre hochhebeln, damit das auch ja keiner mehr erlebt. In meinen Augen sind das alles Verbrecher der allerübelsten Sorte! Schwiegermutters Zahnarztzirkus setzt sich fort und ihre Demenz nimmt unerträgliche Dimensionen an. Anlässlich eines Gesprächs mit meiner anderen Schwägerin wähnt sie sich im Jahr 1996, kennt keinen Euro mehr und glaubt alles Ernstes, dass unsere Jüngste noch zur Schule ginge! Ihre – wahrscheinlich unbewusste – Zerstörungsorgie geht weiter, bis ich mit dem Reparieren nicht mehr nachkomme und ihr deswegen gehörig die Meinung geige. Worum es dabei ging, hat sie nach drei Minuten zwar schon wieder vergessen, aber sie erinnert sich noch daran, dass ich ihr widersprochen habe und deswegen der Bösewicht bin. Sie fragt, ich antworte ganz sachlich und kriege ein hingekotztes “Halt’ die Klappe!” zu hören. So läuft das jetzt. Mehr noch: Für die von ihr zerlegten Sachen gibt sie mir nach dem Reparieren jetzt die Schuld, weil sie sich nicht mehr daran erinnern kann, selbst was kaputt gemacht zu haben. Beispiel Radio: Sie hat vergessen, wie die Teleskopantenne eingeschoben und eingeklappt wird und bricht die kurzerhand ab. Ich setze mangels Originalteilen eine 4mm-Buchse für Bananenstecker mit Draht dran ein (was sowieso besser funktioniert) und muss mir dann vorhalten lassen, dass ich die Antenne “weggenommen” hätte. Solche Sachen geschehen in Serie und so langsam gehe ich restlos abgenervt auf dem Zahnfleisch. Hin und wieder müssen wir für Schwiegervater mitkochen, weil seine Frau nur noch Wassersuppe zubereitet. Ich erhalte endlich den Personenbeförderungs-Führerschein und gönne mir einen Moorausflug zum Abschalten. Im Garten überwuchert ein Monster von Kürbispflanze alles Mögliche – zum Monatsende hin bedeckt sie gut 30m² – und wir haben eine Rotschwanzinvasion. Zum Monatsende beginnt meine PC-Maus zu zicken und mein Handy gibt komplett den Geist auf. Ein neues Gerät – Acer Liquid Z630, ein Billiggerät – wird fällig: Gebrauchselektronik ist heutzutage wirklich nur noch Wegwerfelektronik! Dabei ging’s jahrzehntelang auch ganz anders …

August:

08aug16

Der August beginnt mit einem ziemlich nasskalt-verregneten Herbsteinbruch. Beim alten Computer von unserer Großen steigt der Virenscanner aus und es wird zur Herausforderung, einen Ersatz zu finden, weil WinXP nicht mehr unterstützt wird. Sie meldet ihr Motorrad wieder an und überführt es nach Siegen, wobei sie allerdings im Regenschauer beinahe ihr Handy ruiniert. Sowohl sie wie auch ihre Schwester kämpfen jetzt mit einer ekligen Stimmbandentzündung, wobei es die Kleine wesentlich heftiger erwischt. Immerhin: Die bekommt ihr Okay für die Ausbildung zum Rettungssanitäter. Sie wird auf der Arbeit mit zig unbezahlten Überstunden ausgebeutet, aber das ist offensichtlich heutzutage normal. Der Meriva meiner Frau muss zum TÜV, was uns unerwartete Ausgaben beschert, weil die Bremse hinüber ist. Ihre längst überfällige Polypen-OP verläuft nicht ohne Komplikationen, was die OP-Dauer auf über eine Stunde verlängert und ihr nachfolgend zwei Wochen Krankschreibung nebst einer Woche Krankenhaus einbringt. Anschließend treibt Schwiegermutters Demenz sie mehrfach an den Rand eines Nervenzusammenbruchs. Schwiegermutter hingegen hält sich keineswegs für dement. Sie sondert sich aber ab, schließt sich ein und hält keinerlei Termine mehr ein. Sagt schon alles … Bei meinem Computer ist jetzt wirklich eine neue PC-Maus fällig geworden und wegen einer Kabelstörung am Schaltkasten an der Straße haben wir tagelang kein Internet. Das Handy muss ersatzweise als Router herhalten. Mit dem “Erfolg”, dass sowohl mein wie auch das Handy meiner Frau gedrosselt werden – mit der Drosselung ist praktisch kein I-Net mehr möglich. Nicht gerade kundenfreundlich seitens der Telekom. Im Komposter ist jetzt ein Hornissennest und bei meinen Chilis haben elf Früchte angesetzt; davon wahrscheinlich fünf Carolina Reaper. Doch die Witterung verzögert die Reifung enorm. Lediglich die allererste Frucht – vermutlich ein Trinidad Moruga Scorpion – ist zum Monatsende hin bereits rot gefärbt. Im Garten ist Erntezeit: Bei den Mirabellen ist alles OK, aber bei der Apfelernte bricht ein Ast ab und beschert mir einen schmerzhaften Sturz auf den Rücken, wobei glücklicherweise aber nichts weiter passiert. Zum Ausgleich dafür verursacht mir aber die Borreliose ausgesprochen ätzende Muskelkrämpfe. Der Sommer kommt zwar, aber spät, nämlich in den letzten beiden Wochen des Monats. Unser Kater verliert eine (weitere) Kralle und humpelt blutend durch den Garten: Ob das wohl im Zusammenhang mit dem erlegten Maulwurf und der erlegten Erdratte steht? Inzwischen ist aber auch der Zeitpunkt erreicht, an dem sowohl meine Gattin wie auch ich uns sagen: Raus! Weg hier! Den Anfang macht der Besuch des restlos überlaufenen Honigfestes in Reinsdorf und im Anschluss geht es für eine herrliche Woche nach Fehmarn – wenn man mal von der unmöglichen Fahrerei absieht: Hinweg fünfeinhalb und Rückweg acht Stunden für schlappe 320km: Es lebe der Stau und die zahllosen Autobahnbaustellen! Nach der Rückkehr zeigt sich sofort, warum eine Woche “mal raus” unverzichtbar ist: Der Schrankauszug in der Küche ist als erstes zu reparieren. Es folgen weitere Reparaturen wie z. B. ihr Fahrrad, die Türhalterung an der alten Garage usw. sowie Gartenarbeit und ohne die Woche “mal raus” wären es glatt drei Wochen an reinem Reparatururlaub geworden. Vorsichtshalber lege ich mir noch eine Ersatzbrille zu, denn seit ich eine Brille trage, geht es ohne so ziemlich gar nicht mehr: Die Brille verschlechtert die Augen merklich!

September:

09sep16

Der Monat der Streicharbeiten ohne Ende – Balkon, Bank, Fenster, Hocker, Holzwand etc. Die ganze Wohnung riecht dadurch wochenlang nach Farbe und sowohl bei meiner besseren Hälfte wie auch bei mir treten in Folge gesundheitliche Probleme auf. Daneben fallen noch weitere Reparatur- und Gartenarbeiten an. Schwiegermutter bemüht sich im Rahmen ihrer Demenz nach Kräften, mindestens zweimal wöchentlich die Haustürklingel zu zerdreschen, ist sich keinerlei Schuld bewusst, nimmt jede Kritik an ihrem Verhalten übel und hat das drei Minuten später alles schon wieder vergessen. In absehbarer Zeit werden wir wohl eine neue Klingel brauchen. Wir kaufen ihr einen Rollator aus dem Baumarkt, weil sie mit ihrem selbstverschuldeten Übergewicht nicht mehr laufen kann und sich weigert, sich einen vom Arzt verschreiben zu lassen. Einmal geht sie durch so eine Art von geistigem Aussetzer zum Pinkeln in die Kellerdusche, fällt dabei wegen ihres Blutdrucks um und beklagt sich lautstark, dass ihr keiner geholfen hätte. Das außer ihr keiner da war hat sie nicht mehr begriffen. Schwiegervater ist wegen Altersdiabetes zusammengeklappt. Er hatte seine Tabletten nicht genommen, denn weil die nicht rot waren, konnten sie seiner Meinung nach ja auch nicht helfen. Wir haben beim Telefon die All-IP-Umstellung und das geht wider Erwarten beinahe glatt über die Bühne. Für mich gibt’s eine gute Nachricht: Die Blutuntersuchung zeigt, dass ich die Borreliose überstanden habe. Allerdings sind meine Augen hinsichtlich der Fernsicht durch die Brille merklich schlechter geworden, so dass ich die Brille jetzt nicht nur beim Fahren, sondern auch schon beim Laufen benötige. Ich erhalte ein Angebot für eine verbilligte Jahreskarte im Wisentgehege und schlage zu, besuche den Tierpark selbstverständlich auch. Unsere Jüngste beginnt nebenberuflich eine RS-Ausbildung. Ihre zugehörige Untersuchung durch Amts- und Betriebsarzt birgt allerdings eine dicke Überraschung: Sie hat – ohne dass irgendwer irgendwas bemerkt hatte – irgendwann Hepatitis A und B als Erkrankungen durchgemacht. Dabei B trotz Impfung! Und sie fängt sich eine Sepsis durch einen Reißnagel ein, was eine dicke Antibiotika-Behandlung nach sich zieht. Ihre Schwester feiert ihren 25. Geburtstag – unglaublich, dass das jetzt schon ein Vierteljahrhundert her sein soll! Dafür aber fällt sie aus der Krankenversicherung raus und muss sich nun ohne eigenen Verdienst selbst versichern, was asozial und bekloppt ist. Beim Tischler beauftragen wir ein Doppelschloss für die Flurtür der Schwiegereltern, damit wir reinkommen, falls mal wieder was passiert. Fragt sich nur, wann das irgendwann mal gemacht wird. Der Maler hat uns mit der hinteren Stallwand und der durchfeuchteten Garagenwand seit Mai hängen gelassen und bequemt sich jetzt endlich, die Wand wenigstens vorzubereiten. Das war’s dann aber auch schon wieder und nichts tut sich mehr. Zum Monatsanfang beginnt meine Chiliernte, die sich durch den ganzen September und noch bis in den Folgemonat hineinziehen soll: Das Zeug ist saumäßig SCHAAAARRRFF!!! In der Monatsmitte kommt es zu einer unerträglichen Hitzewelle mit 39°C im Schatten; es ist der heißeste Sommer seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Aber nur binnen drei wirklich extremer Wochen; ansonsten ist eher Winterbekleidung angesagt. Die Kürbisernte erfolgt zentnerweise, teils für den Eigenbedarf, teils verkaufe ich Kürbisse und teils verschenken wir welche. Drei werden auch geklaut. Und mit dem Beginn der Heizperiode kommt auch das Alle-Jahre-Wieder-Spiel mit nicht funktionierenden Heizkörpern.

Oktober:

10okt16

Schwiegermutter setzt ihr fröhliches Klingelzerdreschen munter fort. Das erste Wochenende des Monats ist ein Kürbis-Wochenende: Zusammen machen wir Kürbissuppe, meine Frau backt Kürbisbrot, ich braue Kürbis-Chiliauftstrich und es ist immer noch was übrig. Dabei handelt es sich nur um den kleinsten Kürbis von knapp 4kg! Die Erfahrung dabei: Kürbisverarbeitung ist ein Full-Time-Job. Auch in dieser Woche kommt es zum ersten Bodenfrost und den Heizkörper im Schlafzimmer muss der Klempner wieder flott machen. Es ist absehbar, dass das Ding ersetzt werden muss. Wenigstens erhält die Flurtür bei den Schwiegereltern jetzt endlich ein Doppelschloss, so dass wir da rein können, wenn mal (wieder) was passiert. Ist ja auch eigentlich ein Unding: Zwei Pflegefälle kümmern sich dort um einen Pflegefall und meine Gattin und ich uns nach Kräften um alle drei. Die offiziellen Stellen wissen darüber längst Bescheid, doch von der Seite kommt gar nichts: Einen Sozialstaat gibt es nicht mehr; seht gefälligst zu, wie ihr selbst damit zurecht kommt! Hauptsache, wir bezahlen und finanzieren selbsternannte “Eliten”. Außer Anfragen und Bergen von auszufüllenden Formularen, was die ganze Sache wirklich nicht gerade erleichtert, geschieht nichts. Unsere Jüngste ist de facto zusammengeklappt: Zuwenig Schlaf aufgrund ihrer RS-Ausbildung parallel zum Beruf und in Kombination mit einer Erkältung. Erkältungen haben sowieso Hochkonjunktur, denn der Oktober glänzt mit Novemberwetter; die vereinzelten, schönen Tage kann man an den Fingern einer Hand abzählen. Einen dieser Tage nutze ich für den voraussichtlich letzten Rasenschnitt in diesem Jahr, wobei der Rasenmäher aber gewaltig muckt und provisorisch zu reparieren ist. Fehlt bloß noch, dass das Ding jetzt auch noch seinen Geist aufgibt! An einem anderen schönen Tag, wahrscheinlich dem Schönsten des Monats, setze ich mich mal wieder ins Winzlarer Moor ab. Ein so genannter Supervollmond ermöglicht mir megaklare Mondfotos in einer Qualität, wie ich sie noch nie zuvor erreichen konnte. Und morgens beim Fahren treffe ich in Hülsede auf Mufflons. Die ziehen sich jetzt wohl vom Bückeberg und vom Süntel aus in Richtung Deister. Zum Monatsende hin geht es dann endlich auch mit dem Stall und dem Maler weiter. In Eigenleistung finden noch Malerarbeiten im Kartoffelkeller statt und der Garten wird winterfest gemacht: Schneefallgrenze 600m! Dazu dann noch die Umrüstung von Schwiegerelterns Beleuchtung auf LEDs sowie viel – sehr viel! – Fahrerei wegen der Zahnbehandlungen meiner behinderten Schwägerin nebst dem zugehörigen und unerquicklichen Schreibkram mit deren Krankenkasse: Behinderte sind nun einmal in dieser Bananenrepublik Wesen (nicht mal mehr Menschen!) allerletzter Klasse! Meine Große beginnt jetzt endlich mit ihrer Masterarbeit und stellt fest, dass die Jobaussichten ganz entgegen gefälschter Medienmeldungen alles andere als rosig sind. Die Zeitungen schreiben nur noch Lügen: So ist vom RS-Lehrgang unserer Jüngsten ein Gruppenbild erschienen und der zugehörige Beitrag faselt irgendeinen Stuss von wegen Auslandseinsatz im Iran, was durchweg komplett erstunken und erlogen ist.

November:

11nov16

Die Malerfirma malert den Stall fertig und zusätzlich noch die Türen zum Anbaukeller und zur Waschküche. Letztere sieht nicht gut aus, weil es Probleme mit der Witterung gibt: Ein gutes, halbes Jahr hat der Maler Zeit gehabt! Die erste Woche im Monat bringt einen kräftigen Wintereinbruch mit viel Schnee. Dabei kommt es zu reichlich Schneebruch, weil auf den Bäumen noch Laub ist. Währenddessen führe ich weitere Malerarbeiten im Keller durch und bessere in der neuen Garage den Fußboden aus. Von meinem Gehalt habe ich nichts mehr. Weil die Kinder jetzt aus meiner Familienversicherung raus sind, wird die Krankenkasse drastisch erhöht. Mein Verdienst vom DRK wird jetzt praktisch durchgereicht; de facto bin ich im Grunde genommen ein Angestellter der Krankenkasse geworden. Bei meiner Frau kommt es aus gleichem Grunde zur Rückforderung von Krankenkassengebühren in vierstelliger Höhe. Das macht die finanzielle Situation mehr als nur kritisch. Auch bei den Schwiegereltern wird zugeschlagen: Einerseits schickt der Zahnarzt für die Behandlung meiner geistig behinderten Schwägerin vom vergangenen Monat dicke Privatrechnungen und andererseits begreift Schwiegervater altersbedingt die Kostenübernahme-Formulare der Krankenkasse nicht, will daraufhin alles selbst zahlen. Wir intervenieren mit aller Kraft, denn so dicke hat es keiner! Die Kleine schiebt wegen Personalmangel tagelange Doppelschichten; um 00:30 Uhr zuhause und um 04:30 Uhr wieder aufstehen. Das hält keiner durch, doch ihr Arbeitgeber faselt irgendeinen Schwachsinn von wegen Einsatz für die Firma und so. Parallel dazu erhält sie, weil sich ihre Fähigkeiten rumgesprochen haben, ein besseres Angebot. Als es dann auch noch heißt, ihre Überstunden würden nicht vergütet werden und einen Einsatz des Personals für das Unternehmen könne man zwecks Arbeitsplatzsicherung ja wohl erwarten, da ist die Entscheidung schon fast gefallen. Das I-Tüpfelchen aber bringt ihre erfolgreiche RS-Zwischenprüfung, denn während der Prüfung am Wochenende wird sie per Handy angemacht, dass sie gefälligst zur Arbeit zu erscheinen hätte. Angesichts der Tatsache, dass das Unternehmen möglicherweise sowieso im Januar aufgelöst wird und alle Beschäftigten in der Luft hängen, tut sie daraufhin das einzig Richtige: Sie unterschreibt einen neuen Arbeitsvertrag und kündigt. Der Ausbeuter mault anschließend noch rum, dass die Kündigung unfair wäre. Auf welchem Planeten leben manche Arbeitgeber eigentlich? Zudem hat sie sich eine eklige Hautpilzgeschichte auf der Kopfhaut eingefangen (wird mit Meersalz behandelt, nachdem Kortison wirkungslos blieb) und der Arbeitgeber lässt ihr nicht mal die Zeit für den Arztbesuch. Meine Gattin fährt Lehrgangs-bedingt zweimal nach Hamburg – auch ihr Job ist jetzt wackelig, weil die Telekom die Beamten loswerden will – und die Große bastelt an ihrer Masterarbeit, parallel zum Job an der Uni, denn wir können sie finanziell kaum noch unterstützen. Sie vermittelt dabei den Anschein, als sei sie durch Arbeit, Masterarbeit und ihre ehrenamtliche Tätigkeit für die UN überlastet. Ich versuche mein Glück mit Blumentopf-Chilis und dann wird der Garten noch weiterhin so gut es eben geht winterfest gemacht. Das läuft in diesem Jahr alles so etappenweise, weil die Arbeit mit den Schwiegereltern und mit meiner Schwägerin immer mehr wird.

Dezember:

12dez16

Endlich, nach Jahren, wird bei Schwiegermutter eine gründliche Demenzuntersuchung angeleiert, die sich aber noch bis ins nächste Jahr hinziehen wird. Was allerdings wieder mit viel Fahrerei verbunden ist. Und auch mit einigem Ärger, weil sie ihre Mitarbeit verweigert und Arzttermine, hinter denen wir lange hergelaufen sind, nicht wahrnehmen will. Ohnehin setzt sich bei mir jetzt die Überzeugung durch, dass wir nur noch für andere leben, wobei meine Schwiegereltern und meine geistig schwer behinderte Schwägerin ganz oben auf der Liste stehen. Ich meine, da sind eine demenzkranke Dame und ein zum personifizierten Altersstarrsinn gewordener Pflegefall, der zwar selbst permanent Hilfe benötigt, aber gleichzeitig noch Vormund einer schwer geistig behinderten Person ist. Wenn es nach den Formularen geht, mit denen er das Vormundschaftsgericht verarscht, dann kann meine geistig behinderte Schwägerin nicht nur normal sprechen, sondern auch Lesen, Schreiben, Rechnen und in absehbarer Zeit eine Arbeitsstelle antreten. Tatsächlich wird ihr Zustand immer schlimmer – man riecht ihn – und selbst den Toilettengang schafft sie nicht mehr alleine, was aber durch Aggressivität ausgeglichen wird. Tatsächlich werden ihr mit aktuellem, seitens der Krankenkasse angefordertem Attest “grenzwertige Debilität” und “Krampfanfälle” bescheinigt. Ein Attest übrigens, um das wir uns zu kümmern hatten, weil meine Schwiegereltern ihre Mitarbeit verweigerten. Langsam spitzt sich die Situation immer mehr zu. Dennoch kümmert man sich um die drei Menschen, so gut es eben geht und ohne auf Mitarbeit oder gar Dankbarkeit hoffen zu können. Meine Frau putzt und ich repariere hinter denen her – tagtäglich, permanent und pausenlos. Das schlaucht! In diesem Monat werde ich zum Fahrsicherheitstraining geschickt. So etwas kann ich nur wärmstens empfehlen! Vor allem lernt man da nämlich, was man nicht kann und lässt anschließend entsprechende Vorsicht walten. Daneben bringt mir Toastbrot, verfeinert mit Keramiksplittern, kurz vor Weihnachten einen Zahnarztbesuch außer der Reihe ein. Unmittelbar vor Weihnachten dann auch noch: Sperrung meines Blogs wegen zu vielen, abonnierten Newsletter-Mails. Weil das, was ich zu sagen habe, es mittlerweile mit schöner Regelmäßigkeit in renommierte Nachrichtenportale geschafft hat, was an sich schon ein öffentliches Interesse belegt. Rein rechnerisch von den Zugriffszahlen her müsste rund 1,5% der deutschen Bevölkerung irgendwann mal was im Blog gelesen haben. Hat was! Aber auch das Problem wird dank Soeckchens tatkräftiger Mithilfe gelöst. Meine Jüngste bekommt jetzt doch noch ihren Resturlaub und nimmt danach die neue Arbeitsstelle an. Zuvor erlebt sie in ihrer alten Zahnklinik noch den absoluten IT-Mega-GAU, weil dort aus Kostengründen auf Virenscanner, Firewall und Datensicherung verzichtet worden war. Nach einem Virenbefall sind alle Daten eines Jahres unwiderruflich futsch: Patientendaten, Röntgenbilder, Abrechnungsdaten, Personaldaten usw. – grobe Fahrlässigkeit aus Gründen der Gewinnmaximierung. Selbst Schuld, kann man dazu nur sagen. Und sie hat schon wieder ein Smartphone geschrottet. Manche Menschen haben für so etwas eben ein Händchen. Eins ihrer Händchen verletzt sie sich beim Rumklettern auf Bäumen im Wald und ich muss das versorgen. Aber mir sagen, meine Fototouren seien Survivaltouren! Von wem die sowas bloß hat? :) In der Zeit vor Weihnachten kommt es zum Alle-Jahre-Wieder-Spielchen: Offensichtlich wird die Post gesammelt und dann nur noch einmal wöchentlich als Riesenpacken zugestellt. Die Weihnachtsbaumsuche gerät in diesem Jahr zum Problem, weil es fast keine lokalen Anbieter mehr gibt. Die haben alle so nach und nach aufgegeben oder sind weggestorben. Und wir fällen eine wichtige Entscheidung: Hinsichtlich der Weihnachtsdeko künftig keinen Chinaplunder mehr! Ware aus dem Erzgebirge ist zwar deutlich teurer, aber wenigstens halt- und reparierbar. Zum Weihnachtsfest ist dann endlich mal wieder die ganze Familie beisammen. Schließlich stellt uns eine möglicherweise vierbeinige Gans vor gewisse Probleme, denn wie bereitet man derart extrem exotisches Viehzeug zu? :)

13dez16

3 Antworten auf Jahresrückblick 2016

  • Soeckchen sagt:

    Ja in so einem Jahr kommt was zusammen. Das nächste Jahr wird nicht viel besser. Dein Blog läuft aber jetzt soweit wieder ganz gut. Zwar mit grosser Einloggprozedur, aber es läuft.

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