Es soll ja Fernseher geben, die 2D-Filme in Echtzeit in 3D-Filme umwandeln können: Gibt’s sowas auch für den Computer? Beim Stöbern im Netz bin ich auf die chinesische Windows-Freeware “QQPlayer” gestoßen, die auch für Android verfügbar ist. Wie der Player sich unter Android macht habe ich nicht ausprobiert. Die Windows-Version jedenfalls rechnet ein 2D-Video in Echtzeit in ein 3D-Anaglyphen-Video um. Die Software kommt als 31,4-MB-Installer und sitzt nach der Installation unter “Programme(x86)/Tencent”. Sie beansprucht knapp 110 MB an Plattenspeicher.

Die Installation gestaltet sich etwas frickelig, weil als Sprache in der Installer-Dialogbox einzig Chinesisch zur Verfügung steht. Bekanntlich gehört das ja bei den Meisten zum Allgemeinwissen; bloß bei mir eben leider nicht (bin halt ein Bisschen doof) und so ist mir die Installationsroutine auch vollkommen unverständlich geblieben. Was machbar war, war das Klicken auf den bläulich unterlegten Button bis alles durchgelaufen ist. Erst im Anschluss erschien ein englischsprachiges Installationsfenster, in dem Englisch als Standardsprache gewählt werden kann, woraufhin sich der Player schließlich mit einem Mix aus vorwiegend Englisch und etwas Chinesisch meldet. Die Installation verläuft damit quasi “blind”. Die anschließende Kontrolle ergab aber, dass keinerlei Viren oder Adware oder ähnlicher Dreck mitgebracht worden sind.

Was bei der blinden Installation schiefgeht ist die Verknüpfung aller Videos auf den QQPlayer als Standardplayer (Videos im Browser glücklicherweise ausgenommen). Das lässt sich sicherlich im Zuge der Installation abschalten – so man denn der chinesischen Sprache mächtig ist. Wer – wie ich – kein Chinesisch kann, der muss eben anschließend im Windows-Explorer zum Starten von Videos mit der rechten Maustaste und “Standardprogramm auswählen” im Nachhinein wieder den alten Zustand herstellen. Der QQPlayer unterstützt MP3 und WMA hinsichtlich der Audiocodecs mit MPEG4, H264 und XVID hinsichtlich der Videocodecs in den Containern FLV, WMV, MPG, AVI, 3GP und MP4. Das abzuspielende Video wird per Drag’n Drop auf den Player gezogen und die 2D-Wiedergabe beginnt unmittelbar. Und wie schaltet man jetzt auf die 3D-Wiedergabe um?

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Anwählen des 3D-Buttons.

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Auswahl der 3D-Wiedergabemethode.

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Die 3D-Anaglyphenwiedergabe.

Bei laufendem Video – NUR bei laufendem Video! – bewegt man den Mauszeiger oben rechts unter die Titelzeile. Eine kleine Werkzeugleiste wird sichtbar. Ganz links befindet sich darin der Button “3D”. Den anklicken. Daraufhin erscheint ein Fenster zur Auswahl der Wiedergabeoptionen. Unter “Mode” wählt man “2D Go 3D” und unter “Types” für Rot-Cyan-Anaglyphenbrillen “Red/Blue” (Farbwiedergabe) bzw. für Rot-Grün-Anaglyphenbrillen “Red/Green” (Graustufenwiedergabe). Mit “OK” alles bestätigen und das Video wird daraufhin in 3D und in Echtzeit wiedrgegeben, was selbst auf meinem Uralt-Computer ohne Ruckeln und Wackeln geschieht. Streng genommen handelt es sich allerdings nur um Pseudo-3D. D. h. der 3D-Effekt ähnelt eher dem Blick aus einem Fenster und entspricht nur teilweise einem realistischen 3D-Eindruck.

Fazit: Der QQPlayer erscheint mir als wirklich gute Alternative zur mitunter recht teuren 3D-Videokonvertierung. Er reicht für alle die Fälle, in denen man sich mal ein 2D-Video in 3D ansehen will, vollkommen aus. Jedoch liefert er naturgemäß kein wirkliches 3D, da das zwei aus unterschiedlichen Blickwinkeln erstellte Aufnahmen voraussetzt. Dieses Manko hätte man aber auch bei einer Videokonvertierung – und eben die kann man sich mit dem QQPlayer ersparen.

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