altersvorsorge

Die Dauer der Erwerbsarbeit hierzulande wird gemeinhin mit 45 Jahren beziffert und wir schreiben das Jahr 2017. Gehen wir 45 Jahre zurück, dann war das 1972. Wer also seine 45 Jahre gebuckelt hat, der geht in Rente und stellt fest, dass er aufgrund der fortgesetzten Misswirtschaft unserer vermeintlichen “Volksvertreter” künftig vom Flaschensammeln wird leben müssen, weil die Rente zum Leben nicht ausreicht. Unsere Politclowns empfehlen daher private Vorsorge und dazu existieren etliche Modelle, angefangen beim Riester-Beschiss über betriebliche Altersversorgung bis hin zur besteuerten Lebensversicherung. Allen diesen Modellen ist eins gemeinsam, nämlich die Tatsache, dass sich Banken und Versicherungskonzerne daran eine goldene Nase verdienen. Die Arschkarte hat anschließend der Rentenempfänger, der sich bei den Tafeln anstellen darf. Geht’s nicht aber vielleicht auch ganz anders? So ganz ohne Banken und Versicherungen und nur rein privat? Ich denke schon. Das aber setzt eiserne Disziplin und Sparsamkeit voraus, und zwar während der gesamten o. e. 45 Jahre der Berufstätigkeit.

Worauf ich hinaus will ist die private Rücklage von Gold in Form von Anlagemünzen. Die Feinunze Gold kostete vor 45 Jahren 50,2 US$; das sind umgerechnet heute 45,95€. Stand heute kostet sie 1.127,90€. D. h. binnen der genannten 45 Jahre an Berufstätigkeit hat der Goldpreis um 2.455% zugelegt; das sind etwa 55% jährlich. Welche Bank oder Versicherung gibt schon 55% Zinsen? Aber rechnen wir mal weiter. Eine Feinunze Gold, das sind auch vier 1/4 Unzen. Für die gibt es reichlich Anlagemünzen: Den Krügerrand, das Australische Känguru, den American Eagle usw. Die Feinunze Gold mit ihren Kosten von derzeit 1.127,90€ schlägt im Vierteljahr – u. d. h. pro 1/4-Unze-Anlagemünze – mit rund 282€ zubuche. Spart man nun ganz eisern monatlich 100€ und kauft dafür pro Vierteljahr ganz konsequent eine Anlagemünze von 1/4 Unze Gold, dann erwirbt man jährlich eine Feinunze.

Mal angenommen, jemand tritt im Alter von 20 Jahren in das Berufsleben ein, arbeitet bis zum 65. Lebensjahr und zieht die obige Form des Goldsparens durch. Dann hat er auf diese Weise 45 Feinunzen Gold angespart: An Fiskus, Jobcentern, Banken und Versicherungen vorbei und eben ganz privat, ohne dass irgendein Abzocker davon Wind bekommen hat. Bei der o. a. Preissteigerung von 2.455% sind dann aus den heutigen 1.127,90€ pro Feinunze nach 45 Jahren sage und schreibe 27.690€ pro Feinunze geworden, in Summe also “27.690€ * 45 Unzen = 1.246.050€”. Klingt unglaublich, nicht wahr?

OK, nehmen wir jetzt mal den Worst Case an: Der Goldpreis steigt längst nicht mehr so stark, vielleicht nur um ein Zehntel dessen, was in der Vergangenheit geschah. Dann sind das aber immer noch sagenhafte “1.246.050€ / 10 = 124.605€”. Gehen wir davon aus, dass derjenige, der seine Altersversorgung auf diese Weise sichergestellt hat, bis zum 85. Lebensjahr unter uns weilt. Das sind nach Eintritt des Rentenalters dann noch 20 Jahre. D. h. – im Worst-Case-Szenario – blieben ihm jährlich “124.605€ / 20a = 6.230,25€”, mithin also monatlich “6.230,25€ / 12 Monate = 519,19€” zum Aufstocken seiner gesetzlichen Rente übrig. Und das ist das Worst-Case-Minimum! Im Idealfall liegt der Betrag um den Faktor 10 höher!

Nun sind 45 Jahre durchgehende Maloche heute eher als hypothetisch zu betrachten: Arbeitslosigkeit und Enteignung durch H4 treffen irgendwann jeden. Rechnen wir das Ganze (d. h. die monatliche Rentenaufstockung) daher mal per Dreisatz auf eine kürzere Lebensarbeitszeit runter:
45a Lebensarbeitszeit: 519,19€ (Minimum) bis 5.191,90€ (Maximum)
40a Lebensarbeitszeit: 461,50€ (Minimum) bis 4.615,00€ (Maximum)
35a Lebensarbeitszeit: 403,81€ (Minimum) bis 4.038,10€ (Maximum)
30a Lebensarbeitszeit: 346,13€ (Minimum) bis 3.461,30€ (Maximum)
25a Lebensarbeitszeit: 288,44€ (Minimum) bis 2.884,40€ (Maximum)
20a Lebensarbeitszeit: 230,75€ (Minimum) bis 2.307,50€ (Maximum)
15a Lebensarbeitszeit: 173,06€ (Minimum) bis 1.730,60€ (Maximum)
10a Lebensarbeitszeit: 115,38€ (Minimum) bis 1.153,80€ (Maximum)

Und jetzt urteilt mal selbst: Welches windige Angebot von Staat, Banken oder Versicherungen kann damit konkurrieren – zumal ihr im Fall der Fälle davon ausgehen könnt, dass all das, was auf irgendeinem Konto liegt, vielleicht entweder einkassiert oder wertlos wird?

3 Antworten auf Die bessere Altersvorsorge?

  • Theo sagt:

    Ist das Statistik mit Glaskugel? Liest sich jedenfalls so. Hätte hätte…klar kann ich Rückblickend was zusammenrechne, aber garantierst Du mir, dass die von Dir gerechnete Steigerung von jährlich 55% auch vorhanden ist, wenn ich ab nächsten Monat für 45 Jahre damit anfange?? War eine rethorische Frage. Heutzutage wird manipuliert was das Zeug hält. Hier mein Tipp: bringt euch selbst nach Möglichkeit handwerkliche Fähigkeiten bei und kauft, wenn denn möglich, in jungen Jahren eine Immobilie. Das ist immer noch die beste Altersversorgung. Allerdings empfehle ich auch Edelmetalle, diese sollten jedoch nur dann angeschafft werden, wenn das Geld eh rumliegt, quasi als Werterhalt. Silber ist zur Zeit günstig, wer sich dann noch mit Münzen beschäftigt und die Auflagen im Auge behält, der wird später (wann immer das auch ist) vielleicht nicht zur Tafel müssen…hätte hätte ich vor acht Jahren den Kursverlauf von Google/Amazon/Apple gewusst…. :grin: :grin: :grin:

    • Folge mal den Links im Beitrag und dann weißt du, woher die Zahlen stammen. Solltest du aber Riester für die bessere Alternative halten oder gar auf unseren Staat vertrauen – nur zu! Es ist deine Entscheidung. Und was die Immobilie betrifft: Die wird dir das Jobcenter im Fall der Fälle bestimmt lassen – aber ganz sicher doch, nicht wahr? Silber bringt m. E. bei dem Silberpreis (aktuell Stand Heute rund 15 Euro pro Unze) nur dann was, wenn du es tonnenweise irgendwo stapelst! Und Sammlermünzen sind m. E. ehrlich gesagt ein frommer Wunsch.

      • Theo sagt:

        Hi,
        danke für Deine Mühe mir zu Antworten. Ich gebe Dir absolut recht bei:
        “Und jetzt urteilt mal selbst: Welches windige Angebot von Staat, Banken oder Versicherungen kann damit konkurrieren – zumal ihr im Fall der Fälle davon ausgehen könnt, dass all das, was auf irgendeinem Konto liegt, vielleicht entweder einkassiert oder wertlos wird?”
        und:
        “Und was die Immobilie betrifft: Die wird dir das Jobcenter im Fall der Fälle bestimmt lassen – aber ganz sicher doch, nicht wahr?”
        Sicher, doch sollten wir nicht davon ausgehen, das alle potientiellen Rentner ins HartzIV hineinrutschen. In deinem Artikel ging es um eine vernünftige (bessere) Altersvorsorge.
        Wer Hartz IV erhält, wird mittelfristig auch kein Gold zukaufen können. Je nach Lage wird dann sogar davon gelebt. Wenn dann der Kurs ungünstig ist, dann wird man schon fluchen, der Draghi Wahn mit der Billionenschwemme tut sein Übriges…Silber ist m.E. das Gold des kleinen Mannes. Hier tun die Kursschwankungen nicht so weh, ist besser einzuteilen und flexibler, ein Kilo für rund 560 EUR (Münze, differenzbesteuert) kann man auch je nach Münze für einen geringen Abschlag (bei gleichem Ankaufskurs) wieder verkaufen. Und ja, Gold ist diesbezüglich unschlagbar, das ist Numero Uno! Jedoch sollte das Invest nicht unter einer Unze liegen, so wie du es auch geschrieben hattest. Dies dient dem Werterhalt und sollte tatsächlich bis auch zuletzt behalten werden.
        Ich bleibe bei den Immos, die kann ich, handwerkliches Geschick vorausgesetzt, uneingeschränkt empfehlen, außter bei H4 :shock: :shock:
        Ich halte übrigens sehr wenig von solchen historischen Zahlen, ist was für Statistiker. Nur, die können mir nicht sagen wie es tatsächlich in 10 Jahren aussieht…das wollte ich eigentlich nur mit meinem Kommentar sagen :smile:
        Übrigens, cooler Blog von Dir. Das Du so viel von Dir preis gibst ist schon erstaunlich…erfreulich für uns Leser auch wenn es sicherlich nicht oft lustig für Dich ist, von mir dafür ein Chapeau! Mein IQ ist übrigens Hausschwein plus 5 :wink: :wink:

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