Unser Komposter im Garten sah in den vergangenen Wochen ja häufiger wie ein Handgranaten-Wurfstand aus: Zerwühlt, der Inhalt im Garten verteilt und sogar richtige Gänge darin. Nun wollte ich wissen, wer dafür verantwortlich ist. Wie macht man das? Mit einer Wildkamera. Die habe ich mir von einem Bekannten für rund zwei Wochen geliehen (Danke, Andreas!). Letzte Nacht kam sie erstmals zum Einsatz. Auf den Bildern fand ich dann aber nur die üblichen Verdächtigen, die auch tagsüber zugange sind, nämlich Spatzen, Elstern und Krähen. Aber die Kamera bleibt weiterhin im Einsatz und eigentlich ist das ja auch eine gute Gelegenheit für einen kleinen Testbericht von so ‘nem Teil.

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Eine Krähe.

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Eine Elster.

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Ein Spatz.

Um welche Kamera geht es? Um die “MAGINON WK3HD Wild-/Überwachungskamera mit 3-Zonen Bewegungssensor“, ein ALDI-Teil, Kostenpunkt rund hundert Teuronen. Ein m. E. ziemlich baugleiches Modell ist als “Wildkamera LESHP” noch im Handel erhältlich. Um eins gleich vorweg zu nehmen: Wenn man so eine Kamera nur ganz sporadisch und nicht dauerhaft benötigt, dann lohnt sich die Ausgabe NICHT. Dann ist das Ausleihen von einem stolzen Kamerabesitzer wirklich der bessere Weg.

Zur Kamera selbst: Das Gerät verfügt über einen 5MP-Sensor und macht bei höchster Auflösung (3 Stufen sind einstellbar) Bilder mit 4000*3000px. Als Schutzart wird IP54 angegeben u. d. h. Schutz vor Spritzwasser. Das habe ich gestern unfreiwillig gleich ausprobiert: Nachdem ich die Kamera an vor Regen ungeschützter Stelle angebracht hatte, kam nämlich ein Platzregen runter, der es wirklich in sich hatte und der an anderer Stelle sogar einen RE zum Entgleisen gebracht hat. Die Kamera hat’s überstanden. Der RE nicht.

Das Gehäuse der Kamera ist rundum quasi aus einem Guss und besteht aus Kunststoff. Vorn befinden sich zwei seitliche Sensoren für links und rechts sowie ein mittiger Sensor, welcher oben im Bereich der IR-LEDs eingelassen ist. Das Oberteil wird von den IR-Scheinwerfer-LEDs dominiert. Darunter ist das an sich winzige Objektiv tief ins Gehäuse eingelassen zu finden. Zwei Klappbügel mit Drehgelenken auf der Gegenseite fixieren diesen Elektronik-Teil auf dem Batteriefach, welches sage und schreibe 8 AA-Batterien fasst. Das Batteriefach ist nur von Innen bei aufgeklappter Kamera zu öffnen. Hinten außen am Batteriefach angeflanscht befindet sich ein m. E. etwas zu filigran ausgefallener Plastikbügel, durch den ein Spanngurt zur Kamerabefestigung gezogen wird. Der mitgelieferte Spanngurt reicht locker für Baumstämme von gut 35cm Durchmesser aus.

Man öffnet nun also die beiden Klappbügel und klappt die Kamera auf. Dann hat man: Oben den Monitor und darunter die Bedienungstasten. Ganz unten wird links die Speicherkarte eingeschoben und rechts ist ein winziger, versteckter Schiebeschalter mit den Funktionen “Aus-Test-Ein” angebracht. Zunächst aber muss das Batteriefach beschickt werden; die 8 Batterien sollen für ein halbes Jahr (Stand-By-) Dauerbetrieb ausreichen. Anschließend die Speicherkarte vom Typ SD einschieben (bis 32 GB Speicherkapazität werden unterstützt) und den Schiebeschalter auf “Test” stellen. Nun erwacht der Monitor zum Leben.

Jetzt geht es an das Programmieren der Kamera. Dazu die Taste “Menü” betätigen. Jetzt lässt sich sehr viel einstellen: Fotos oder Videos, Bildgröße (2592*1944px bzw. 5M, 3264*2448px bzw. 8M, 4000*3000px bzw. 12M, wobei 8M und 12M zwar interpoliert werden, aber rein optisch eine bessere Qualität ergeben), Zeitstempel ein oder aus, Zeitschaltuhr, Datum und Uhrzeit usw. Besonders die Zeitschaltuhr ist hier von Interesse, weil die Kamera ja nicht ständig, sondern nur nachts eingesetzt werden soll. Video habe ich nicht ausprobiert und für Fotos 12M gewählt. Hat man alle Einstellungen vorgenommen, dann wird das Menü verlassen und der Schiebeschalter auf “Aus” gestellt. Nun die Kamera zuklappen und an geeigneter Stelle montieren. Zum exakten Ausrichten hat sich ein Laserpointer als sehr nützlich erwiesen. Nach erfolgter Montage die Kamera wieder aufklappen und den Schiebschalter auf “Ein” schieben – die Kamera ist jetzt scharf. Zuklappen und abwarten was sie im einprogrammierten Zeitfenster aufnimmt (bei mir sind das 20:00 Uhr bis 06:00 Uhr).

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Rausvergrößern funktioniert nicht, denn dazu reicht die Auflösung nicht aus.

Zu den Bildern: Am nächsten Tag klappt man die Kamera wieder auf, stellt den Schiebeschalter auf “Aus”, entnimmt die Speicherkarte und klappt die Kamera wieder zu. Bilder auf den Rechner übertragen, Karte erneut einsetzen und Kamera wieder scharf machen. Wunder darf man bei den Bildern nicht erwarten, aber für so ein winziges Objektiv bei denkbar schlechten Lichtverhältnissen ist die Aufnahmequalität doch erstaunlich gut. Allerdings: Ausschnittvergrößerungen kann man sich komplett abschminken. Pro Aufnahme werden so zwischen 0,5 und 0,7 MB an Speicherlatz benötigt. Die Auslöseverzögerung beträgt 1 Sekunde u. d. h. bei rund einem Drittel der Aufnahmen ist das Motiv längst schon über alle Berge, wenn die Kamera so verzögert auslöst.

Bei hinreichend viel Licht werden Farbaufnahmen angefertigt und bei zu wenig Licht erfolgt die Fotografie in Schwarz-Weiß (genauer: in Graustufen). Die Umschaltung geschieht dabei automatisch. Durchweg alle Bilder – also sowohl in Farbe wie auch in SW – sind um knapp eine Blendenstufe zu dunkel belichtet und bedürfen folglich der Korrektur, doch die ist problemlos. Bei den SW-Bildern eignet sich dazu der Freeware-8bf-Filter “Pog’s Mono Renditionizer” mit großem Abstand am besten und bei den Farbbildern ist der “JPG Illuminator” das Mittel der Wahl.

Soviel zum Kurztest der Wildkamera. Für mich heißt es jetzt: Abwarten! Abwarten, ob sich noch ungebetene, nächtliche Besucher zeigen. Denn die Krähen, Elstern und Spatzen rechne ich nicht mit dazu. Die graben im Komposter schließlich auch keine Gänge!

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