Das Datum: 27.06.2017
Die Uhrzeit: 16:40 Uhr
Der Ort: A2 Fahrtrichtung Hannover, ca. 200m vor Ausfahrt Wunstorf-Kohlenfeld
Kennzeichen des Irren: H- ** 1**5 (Details bekannt, will ich aber hier nicht nennen)

Was mir eben passiert ist, das würde ich nicht glauben, wenn ich’s nicht selbst erlebt hätte. Nämlich Wildwest-Methoden eines verrückten Autobahnrüpels. Meine Frau rief mich an, damit ich sie vom Bahnhof in Wunstorf abhole. Ihre Dienstreise war beendet. Gesagt, getan. Ich mich in ihr Auto (Opel Meriva) geschwungen, rauf auf die Bahn und und Richtung Bahnhof gefahren. Auf der rechten Spur – wie üblich um diese Zeit – LKW an LKW. Eine Lücke war groß genug und ich scherte ein. Vor mir ein LKW, hinter mir so ein grauer, offener 2-PKW-Kleintransporter ähnlich einem kleinen Abschleppwagen mit zwei Wracks hinten drauf, also so ungefähr das Format eines zu groß geratenen Transporters. Jedenfalls unter 7,5t. Unmittelbar darauf bremst der LKW vor mir. Ich auch, um nicht aufzufahren. Genug Platz hatte ich ja gelassen. Ob der Typ hinter mir geschlafen hat weiß ich nicht, jedenfalls onanierte er wie ein Bekloppter mit seiner Lichthupe rum, bremste nicht und zog einfach ohne Rücksicht auf Verluste auf die Mittelspur raus. Wildes Gehupe von LKWs war die Folge.

Beim Vorbeifahren zeigte er mir ‘nen Vogel. Ich winkte ab; war ja zum Glück nichts passiert. Eben nur eine kritische Situation von vielen, wie ich sie beim beruflichen Fahren fast jeden Tag erlebe. Die Lücke zwischen dem LKW und mir wurde wieder größer; der Irre blieb auf der Mittelspur so halb vor mir. Plötzlich zog er ohne zu blinken unvermittelt rechts rüber und drängte mich absichtlich von der Autobahn ab, um definitiv einen Unfall zu provozieren. Nicht mit mir: Not- und Gewaltbremsung! Beide Fahrzeuge kamen zum Stehen; passiert war nichts. Ich auf dem Standstreifen (der Griff zur Warnblinke ist bei mir ein Automatismus) und er mit der Fahrerkabine halb auf dem Standstreifen. Sein Wrackauflieger blockierte komplett die rechte Fahrbahn.

Seinerseits keine Warnblinke, nichts. Was sollte das denn jetzt werden? Er – vielleicht 40 Jahre alt – sprang aus seiner Karre, kam rumgerannt, schlug mit der Hand auf’s Auto meiner Frau (keine Beule, sonst wäre ich schon bei der Polizei gewesen), riss die Beifahrertür auf und brüllte in gebrochenem Deutsch (dem Aussehen nach wohl ein Albaner, Jordanier, Syrer oder sowas): “Du haben mir Stinkefinger gezeigt! Ich polieren dir Fresse du Arsch!” So auf die Tour “hyperaggressiver Primat”. Ich blieb ruhig und versuchte ihm zu erklären, dass ich nur abgewunken hatte. Sah er anders. Augenleiden schien er offensichtlich auch zu haben. Nochmal zur Erinnerung: Auf der A2 im dicksten Feierabendverkehr. Alle Vierzigtonner mussten abstoppen und über die Mittelspur drumrum fahren. Schließlich knallte er die Autotür mit Schmackes zu und verzog sich in seine Blechkiste. Anschließend setzte er das Gefährt ohne Rücksicht auf Verluste (ohne Blinker, versteht sich) bis auf die Mittelspur zurück. Von dem Hupen der zahllosen notbremsenden Vierzigtonner klingeln mir jetzt noch die Ohren (watt’n Glück, dass die Brummifahrer fahren können). Und jetzt frage ich mich: Anzeigen oder nicht? Doch was bringt’s – gibt ja keine Zeugen!

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