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Mein Handy vom Typ Acer Liquid Z630 zeigte nach rund sechs Wochen einen Dauerwackelkontakt beim Kopfhöreranschluss. Dabei wurde das Ding richtg “anfasselektrisch”. So nach gut einem halben Jahr kam ein zeitweise nicht mehr reagierender Touchscreen hinzu, und zwar mit entnervender Regelmäßigkeit. Damit konnte ich leben: Bluetooth-Kopfhörer anstelle der Strippe und dem Touchscreen half ein Rausnehmen des Akkus auf die Sprünge. Am Freitag dann verweigerte das Ding die Kamera. Nützte alles nichts – Runter- und wieder Rauffahren, Akku raus, Werksreset etc. Angesichts der Tatsache, dass ich die Kamera wirklich dringend brauche, das Ding nun noch nicht mal ein Jahr alt ist und es ja sowas wie “Garantie” eigentlich geben sollte, fuhr ich tags drauf nach Stadthagen zum Händler, nämlich zu EXPERT.

Man war dort sehr freundlich und zuvorkommend, aber wenig hilfreich. Vor mir 1 kaputtes und hinter mir 7 kaputte Handys, aber alle möglichen Modelle quer durch die Bank. Ich kam mir vor wie im Wartezimmer eines Arztes. Umtausch meines Acer nicht möglich, weil die das Gerät nicht mehr haben. Reparatur soll versucht werden; Dauer bis zu 6 Wochen. Ersatzgerät gibt’s zwischenzeitlich nicht, weil vor mir noch drei andere in der Ersatzhandy-Warteschleife stehen. Tja – zwangsläufig ein neues Handy mitgenommen, ein Angebotsteil, nämlich ein Moto G4 Plus. Ob’s was taugt wird die Zukunft zeigen. Immerhin hatte mein erstes Handy, auch ein Motorola, 13 Jahre lang durchgehalten. Das erwarte ich von dem neuen Teil gar nicht. Aber die Garantiezeit sollt es schon überleben! Fazit der Aktion: Es lohnt sich nicht, hunderte von Euros für ein Handy auszugeben, weil das alles nur noch Wegwerf-Elektronik ist!

Auf den Erwerb des neuen Handys folgte das Einrichten, welches mich vier Stunden lang beschäftigt hat. Und um eine derartige Einrichtung soll es in diesem Beitrag gehen. Dabei wird ein bestehendes Google-Konto vorausgesetzt. Ebenso wird vorausgesetzt, dass man die Kontaktliste rechtzeitig gesichert hat und folglich nicht neu eintippen muss (was mit der Windows-Freeware MyPhone Explorer ja auch hervorragend hinhaut). Bedeutet: Nachfolgend wird NICHT beschrieben, wie man ein Google-Konto anlegt und sowas. Dennoch ist es sinnvoll, beim Einrichten eines neuen Handys nicht wild drauflos zu installieren, sondern eine gewisse logische Reihenfolge einzuhalten. Die besteht aus zwanzig Schritten.

1. Speicherkarte vorbereiten:
Die externe Speicherkarte im Handy ist immer sinnvoll, weil der geräteinterne Speicher grundsätzlich immer viel zu klein ist. Ist eben einfach so! Was man auf die externe Karte packt bleibt jedem selbst überlassen. Wenn man das Smartphone aber auch zu Unterhaltungszwecken nutzen will, dann empfehlen sich Musik, Filme, Fotos und eBooks. Kann man alles wunderschön sortiert in Ordnern auf der Karte unterbringen. Schiebt man die Karte dann in ein Handy, dann kackt das für gewöhnlich noch alle möglichen anderen Ordner darauf. Die gilt es beim Handywechsel zu löschen, so dass sich hinterher wirklich nur noch das auf der Karte befindet, was man auch haben will. Damit das neue Gerät vom Müll des Altgerätes keinen Schüttelfrost bekommt. Das ist das Vorbereiten der Speicherkarte.

2. SIM-Card einsetzen:
Muss sein, denn andernfalls läuft nichts.

3. Speicherkarte einsetzen:
Kann man gleich zusammen mit der SIM-Card erledigen und ist dann ein Aufwasch.

4. Akku volltanken:
Neue Geräte kommen zwar mit einem vorgeladen Akku daher, aber dessen Ladung beläuft sich erfahrungsgemäß auf irgendeinen Betrag zwischen 30 und 80%. Da alles, was nun noch folgt, einige Zeit dauert, könnte es für den Akku durchaus sehr kritisch werden. Daher den Akku richtig voll laden.

5. Gerät einschalten:
Es folgt der Moment, in dem der Frosch ins Wasser springt. Wenn das neue Gerät OK ist, dann sollte sich jetzt was tun.

6. Hochfahren:
Android bootet. So lange alles so abläuft, wie es sollte, bleibt am Ende des Bootvorgangs das Bild mit der Zahleneingabe für die PIN stehen. Wenn hier etwas anderes geschieht, dann haut das Handy dem Händler um die Ohren.

7. PIN eingeben:
Anschließend wird die PIN eingetippert. Damit ist die SIM-Card freigeschaltet: Voraussetzung für all das, was nun noch folgen soll.

8. Personalisierung:
Die Personalisierung beginnt mit dem Einloggen ins heimische WLAN, wozu Netzwerkschlüssel und u. U. auch Password einzugeben sind. Wichtig: Da es in Folge zu einem ziemlichen Traffic kommen wird, sollte man UNBEDINGT über das WLAN arbeiten, denn andernfalls läuft man, so keine Flatrate da ist, Gefahr, dass es verdammt teuer wird oder im Falle einer Flatrate, dass es zur Drosselung des Datenvolumens kommt. Deswegen: Nur über das WLAN ins Netz gehen! Es werden dann noch die GMail-Adresse mit zugehörigem Password abgefragt, um den Zugriff auf das bereits bestehende Google-Konto zu ermöglichen. Irgendwo im Verlauf dieser Personalisierung kann man auch noch ein Entsperrmuster für den Bildschirm festlegen. Nachdem der Zugriff auf das Google-Konto da ist, muss man sich entscheiden, ob man die ganzen Apps des Althandys, die alle fein säuberlich bei Google verzeichnet sind, zurückspielen will. Das vereinfacht, beschleunigt und automatisiert die ganze Geschichte. Es ist verlockend – aber auch denkbar ungünstig! Denn selbst dann, wenn man nicht mehr benötigte Apps auf dem Altgerät wieder runtergeschmissen hat, stehen die alle noch bei Google drin. Außerdem noch die gerätetypischen Apps und was soll eine Samsung-App auf einem Acer- oder Motorola-Handy? Im günstigsten Fall müllen solche ungeeigneten und folglich nicht funktionellen Apps bloß den Speicher zu! Deswegen sollte man vom Zurückspielen immer Abstand nehmen und später beim Neuinstallieren selbst Hand anlegen, auch wenn das vielmehr Arbeit macht!

9. Updates:
Zwischenzeitlich ist das neue Handy ja nun bereits per WLAN einige Zeit am Netz. Es hat sich jetzt Updates gezogen bzw. zieht sie ohne Ende immer noch (das ist der weiter oben bereits erwähnte Traffic). Die Updates beziehen sich auf einzelne, von vornherein im Lieferumfang enthaltene Apps sowie auf das Betriebssystem. Die App-Updates erst einmal bis zum Ende durchlaufen lassen. Das kann dauern. Bis dahin ist das wesentlich umfangreichere Betriebssystem-Update i. d. R. längst geladen. Aber im Gegensatz zu den App-Updates noch nicht installiert.

10. System-Update starten:
Die Aktualisierung des Betriebssystems empfiehlt sich erst dann, wenn die App-Updates komplett beendet sind. Dazu das System-Update starten. Während das läuft, kann man mit dem Handy nicht – rein gar nichts! – machen. Das dauert, nämlich so 20-30 Minuten lang. Zeit für Haus- oder Gartenarbeit o. ä. Hinweis: Es kann durchaus passieren, dass mehrere System-Updates hintereinander weg vonnöten sind. Das hängt damit zusammen, wie lange das Gerät inaktiv beim Händler schon rumgelegen hat und wieviele Roll-Outs es in der Zwischenzeit gegeben hat.

11. Überflüssige Apps beseitigen:
Je nach Anbieter kommt das Betriebssystem ja eigentlich immer im Bundle mit verschiedenen, vorinstallierten Apps. Erfahrungsgemäß braucht man von diesem mitgelieferten Kram nur herzlich wenig. Man geht also in die Einstellungen und versucht, runterzuschmeißen, was mitgelieferter Müll ist (funktioniert nicht bei allen Apps). Dadurch wird wertvoller Gerätespeicher frei.

12. Nötige Apps vom Menü auf den Bildschirm holen:
Das, was auf dem Handy schon drauf ist, sieht man normalerweise nicht direkt auf dem Bildschirm. Man ruft folglich das Menü auf und zieht die meistbenötigten Apps (bzw. Widgets) auf den Bildschirm. Es empfiehlt sich, das räumlich gleich von vornherein etwas zu sortieren, damit man später die Übersicht behält.

13. Sicherung des Althandys von MyPhoneExplorer wiederherstellen:
Nun wird zuerst der MyPhoneExplorer-Client installiert. Den braucht man nämlich, um die Datensicherung der Kontaktliste vom PC auf das neue Handy rüberzuspielen: Das spart stundenlange Tipparbeit! Wenn die Kontaktliste wiederhergestellt ist, empfiehlt es sich, mittels einiger Testanrufe und Test-SMS herauszufinden, ob auch alles wie gewünscht funktioniert.

14. USB-Dateiübertragung einrichten:
Hin und wieder will man mal Dateien vom Smartphone auf den PC oder umgekehrt übertragen, also bspw. Bilder, Musik o. ä. Das funktioniert am besten per USB (per WLAN dauert’s ziemlich lange). Dazu wird das Handy am PC angeschlossenen. Der installiert nun die nötige Treibersoftware. Im Windows-Explorer erscheint anschließend das Handy. Da drauf klicken. Wenn man Glück hat, dann werden nun das Smartphone und dessen externe Karte als zwei Datenträger angezeigt. Wenn man Pech hat, dann bleibt der Bildschirm leer. Bedeutet: Das Handy ist per USB im “Nur-Laden”-Modus angeschlossen. Aber das lässt sich ändern (nur eben i. d. R. aber nicht speichern): Die Symbolleiste des Handys runterscrollen und auf “USB zum aufladen” tippen. In der sich öffnenden Liste “Dateiübertragungen” wählen. Dann geht’s. Dazu wird die USB-Verbindung softwaremäßig kurz unterbrochen und anschließend wieder neu aufgebaut. Das geschieht automatisch ohne zutun des Benutzers, also ohne Stöpselei.

15. MP3- und Videoplayer-Apps einrichten:
Früher, so bis etwa Android 4, gehörte es zum guten Ton, dass ein MP3- und ein Videoplayer mitgeliefert wurden. Heute nicht mehr. Da fehlt das meistens. Die beiden Player benötigt man aber, um die Bild- und Tonwiedergabe testen zu können. Deswegen sollten die unbedingt installiert werden. Für die Soundwiedergabe empfiehlt sich der Music Folder Player Free und für die Videowiedergabe ist VLC for Android das Mittel der Wahl, sofern es läuft. Falls nicht bietet der Meridian Player eine recht ordentliche Alternative. Der Music Folder Player Free hat den Vorteil, ohne Schickschnack MP3s in einem Ordner in einer zufälligen Reihenfolge abzuspielen: Perfekt beim Autofahren!

16. Kopfhörerausgang testen:
Wenn man durch die Playerinstallation das Handy dazu bewegt hat, Töne und bewegte Bilder von sich zu geben, dann ist es auch an der Zeit zu testen, ob der Kopfhörerausganz vernünftig funktioniert. Dazu einen definitiv funtionierenden Ohrhörer in die 3,5mm-Klinkenbuchse nageln und einen der Player starten. Ist was zu hören, und zwar ohne Unterbrechungen? Wenn ja: Fein! Wenn nein: Haut das Handy eurem Händler um die Ohren!

17. Bluetooth einrichten:
Falls ihr mit eurem alten Handy Bluetoothgeräte (also z. B. den Bluetoothlautsprecher, den Bluetoothempfänger für’s Autoradio, einen Bluetoothkopfhörer o. ä.) angesteuert habt, dann muss das neue Gerät das erst noch “lernen”. Ihr schaltet also Bluetooth ein, macht das Handy für andere Bluetootggeräte “sichtbar” und startet den Scan. Wird ein Bluetoothgerät gefunden, dann Drauftippen zum Pairing, welches erfahrungsgemäß nicht immer auf Anhieb funktioniert und mitunter mehrerer Versuche bedarf. Anschließend Bluetooth wieder trennen, dann das nächste Gerät usw.

18. Notwendige Apps installieren:
Jetzt erst ist der Moment gekommen, an dem die Apps aus dem Web gezogen und neu installiert werden. Dabei sollte man sparsam sein und sich wirklich nur auf die Apps beschränken, die man tatsächlich benötigt. Im Laufe der Zeit wird das später nämlich ohnehin mehr und dann wird’s regelmäßig mit dem Speicherplatz eng.

19. Apps personalisieren:
Es folgt die eigentliche Durststrecke, nämlich das Einrichten der Apps: Hier eine Mailadresse, da ein Password, ggf. noch Benachrichtigungstöne einstellen usw. Für so ziemlich jede App. Das dauert! Wohl dem, der seine Accounts und Passwörter griffbereit hat.

20. Auftanken des Akkus:
Nachdem all das erledigt ist, ist das Smartphone wieder betriebsbereit. Aber der Akku für gewöhnlich auch so ziemlich leer und das Gerät glüht. Deswegen ist das Aufladen angesagt.

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