fascho

“Faschismus kann definiert werden als eine Form des politischen Verhaltens, das gekennzeichnet ist durch eine obsessive Beschäftigung mit Niedergang, Demütigung oder Opferrolle einer Gemeinschaft und durch kompensatorische Kulte der Einheit, Stärke und Reinheit, wobei eine massenbasierte Partei von entschlossenen nationalistischen Aktivisten in unbequemer, aber effektiver Zusammenarbeit mit traditionellen Eliten demokratische Freiheiten aufgibt und mittels einer als erlösend verklärten Gewalt und ohne ethische oder gesetzliche Beschränkungen Ziele der inneren Säuberung und äußeren Expansion verfolgt.”
(Prof. Robert O. Paxton, 2004 [Quelle])

Vor vielen, vielen Jahren, als ich noch zur Schule ging und dort Geschichtsunterricht hatte, da habe ich mich gefragt, wie es denn zum Ende der Weimarer Republik überhaupt möglich gewesen ist, dass sich in Deutschland der Faschismus breit machen konnte. Das war mir damals absolut unverständlich. Heute dagegen ist es das nicht mehr. Da verstehe ich, wie das abläuft – oder glaube zumindest, es zu verstehen. Denn ich erlebe das Entstehen eines neuen Faschismus ja gerade live mit. Das Entstehen von Faschismus ist auch gar nicht so schwer zu begreifen – nur eben unglaublich. Denn es scheint ein sehr einfaches Rezept dafür zu geben. Wenn das Stück für Stück über ein paar Jahre hinweg abgearbeitet wird, dann führt es zwangsläufig zum Erfolg. Dann profitieren eine selbsternannte “Elite” sowie ihre Politmarionetten davon. Das Nachsehen hat der einfache Bürger, aber der interessiert die genannte Führungsclique ja sowieso nicht. Jedenfalls nicht, so lange die auf eine derartige “Ressource” beliebig zurückgreifen können und dadurch den ganz fetten Reibach machen. Hier ist also das Rezept für Faschismus, ein simpler Zehn-Punkte-Plan. Rechnet pro Punkt im Mittel zwei Jahre und die Sache läuft!

1. Besteche die Volksvertreter!
Das kann auf vielerlei Weise geschehen, so bspw. durch unmittelbare Korruption (lass’ dich dabei nicht erwischen!), durch Parteispenden, durch schwarze Kassen, durch Öffentlich-Private Partnerschaften, durch Privatisierungsgeschäfte, Lobbyismus usw. Wichtig ist dabei nur, die Volksvertreter von sich abhängig – sie im Grunde genommen also erpressbar – zu machen. Dann hat man sie in der Hand und kann ihnen vorschreiben, wie die Gesetze auszusehen haben. Dadurch entstehen Gesetze von Reichen für Reiche. Die vermehren deinen Reichtum und deine Macht.

2. Sorge für ein Maximum an sozialer Ungleichheit!
Dazu dienen die erwähnten Gesetze. Das bewirkt, dass Vielen nichts oder fast nichts gehört und dass einige Wenige im Reichtum schwelgen. So etwas birgt enormen sozialen Zündstoff in sich, den du später noch dringend zur Beseitigung Andersdenkender benötigen wirst.

3. Fördere den Egoismus in der Gesellschaft!
Der Verlust an sozialer Sicherung führt zu Existenzangst führt zu Konkurrenzdenken führt zu enormem Leistungsdruck führt zu Misstrauen gegenüber anderen führt zu egoistischem Verhalten führt zu Feindlichkeit und Gewalt. Die Hemmschwelle sinkt; Respektlosigkeit und Gewaltbereitschaft, gespeist von einer dumpfen, ungerichteten Wut, nehmen zu. Sie äußern sich u. a. in rohem Egoismus und in der Lust am Zerstören, so dass es für den Gewaltexzess nur noch eines kleinen Auslösers bedarf. Vergiss’ dabei die Entmachung der Gewerkschaften nicht, damit sich keine Front gegen dich bilden kann!

4. Reduziere die Bildung!
Wissen muss durch Glauben ersetzt werden, denn mit Glauben kannst du die Menschen lenken. Glauben lässt sich nicht hinterfragen, denn er ersetzt Fakten! Daher gilt es, das Wissen zu vermindern. Das erreichst du am einfachsten, wenn du dafür Sorge trägst, dass die Bildung zurückgefahren wird. Die o. e. Politiker – also die so genannten “Volksvertreter” – sind dazu deine Handlanger und Strohmänner. Merke: Ein absichtlich verblödetes Volk lässt sich am besten lenken!

5. Baue Feinbilder auf!
Nun musst du vermeiden, dass sich die künftig zu erwartende Gewalt gegen dich selbst richten kann. Dazu ist es erforderlich, die Besitzlosen gegen sich selbst auszuspielen; sie müssen mit sich selber beschäftigt werden. Folglich benötigst du Feindbilder – ganz egal ob politisch links, politisch rechts, arbeitslos, farbig, Flüchtling, Jude, Russe, Muslim oder was auch immer. Hauptsache es ist eine Minderheit da, der du einerseits die Schuld für alles in die Schuhe schieben kannst und die sich andererseits nicht wehren kann. Notfalls mache sie mit Hilfe deiner Politfreunde einfach wehrlos, bspw. durch Enteignung, Zwangsarbeit, Sanktionierung oder Aberkennung von Qualifikationen u. ä.! Wichtig ist es, dem gemeinen Volk eine Gruppe zu präsentieren, auf die es herabblicken kann. Denn dann blickt es nicht nach oben u. d. h. nicht zu dir.

6. Baue Führungspersönlichkeiten auf!
Die Masse der Plebs, auf die du bereits höhnisch herabschaust, bedarf jetzt noch der Lenkung, denn ihre dumpfe Wut muss für dich instrumenalisiert werden. Dazu benötigst du, um nicht selbst ins Kreuzfeuer zu geraten, eine Marionette, zu der die verblödete Masse ohne zu denken und wie eine Herde von Schafen aufsieht. Also eine Führungspersönlichkeit. Es liegt an dir, die aufzubauen und in deinem Sinne agieren zu lassen.

7. Kanalisiere die schlechte Stimmung in deinem Sinne!
Aufgrund deines inzwischen bereits erworbenen Reichtums gehören dir die Medien und du bestimmst darüber, was die zu bringen haben! Lass’ sie das bringen, was du brauchst, um das Feindbild als das Böse an sich hinzustellen. Lass’ die von dir aufgebaute Führungspersönlichkeit nicht nur solche Medienberichte bestätigen, sondern auch in deinem Sinne auf Öffentlich-Rechtliche Sender Einfluss nehmen. Wichtig ist eine Gleichschaltung für eine einheitliche Propaganda! Du machst die Meinung und bestimmst dadurch das Denken!

8. Verändere die Gesetze zwecks Abschaffung von Grundrechten!
Du bist jetzt an einem Punkt angelangt, an dem du bereits über einen Apparat verfügst, dem niemand mehr etwas entgegen zu setzen hat. Mit dem kannst du deine “Ressourcen” wunderbar kontrollieren. Erzeuge einfach, bspw. durch Falschmeldungen oder durch False-Flag-Operationen, Angst und reich’ ihnen die starke Hand, um sie zu beschützen. Wer verängstigt ist, der fragt nicht mehr. Der ergreift die Hand. Der stimmt auch jedem Gesetz zu, welches seine eigenen Grundrechte “zu seinem Schutz” einschränkt. Oder abschafft. Anschließend kannst du die Geldflüsse kontrollieren, sie alle bespitzeln, ausforschen, manipulieren und zensieren soviel du willst und das alles ganz legal unter dem Deckmäntelchen einer vermeintlichen “Demokratie”. Aufgrund dieser Scheindemokratie kannst du dich obendrein sogar jederzeit auf den Willen des Volkes berufen! Dadurch lernst du die kennen, die nicht auf dich reingefallen sind. Das sind die Einzigen, die dir noch gefährlich werden könnten.

9. Provoziere und schaffe einen Auslöser!
Die letztgenannte Gruppe gilt es zu beseitigen. Egoismus und Gewaltbereitschaft sind ja schon da. Es fehlt nur noch der Auslöser. Den schaffst du selbst. Provoziere, bspw. durch Gelage in Elendsvierteln und lass’ die Polizei zum Schutz von dir und den Deinen aufmarschieren. Inszeniere durch V-Leute ein paar Zwischenfälle und die Post geht ab! Es ist gar nicht mal schlecht, wenn deine Ordnungskräfte dabei reichlich was abbekommen, denn das liefert dir einen Grund aufzurüsten, um anschließend – ganz demokratisch, versteht sich – mit aller Macht sowie u. U. auch durch Militäreinsatz im Innern gegen deine Widersacher vorgehen zu können. Das mündet dann in einer Säuberungsaktion, die nicht als Säuberung wahrgenommen wird.

10. Ergreife die Macht!
Nun endlich steht dir niemand mehr im Wege. Du hast dein Ziel erreicht. Du hast die Macht. Andersdenkende werden schon im Vorfeld oder im Ansatz mundtot gemacht. Das, was bisher an Schaden entstanden ist, muss wieder aufgebaut werden. Daran verdienst du; das ist dein Geschäft! Du kannst machen, was du willst. Ob du das Ganze nun als sozial, national oder neoliberal bezeichnest, ist vollkommen unerheblich. Es ist nur ein beliebig austauschbarer Anstrich. Denn du stehst ganz oben und die ganze Herde blöder Schafe folgt dir widerspruchslos! Solltest du nun Expansionsgelüste verspüren, dann ist der Zeitpunkt gekommen, um denen nachzugeben.

Soweit der Zehn-Punkte-Plan zur Einführung von Faschismus. Wir sind hier und heute in Deutschland doch wirklich glücklich dran, dass uns so etwas niemals passieren kann. Oder erkennt etwa irgendwer das o. a. Rezept in der Tagespolitik wieder? Falls ja: Pfui! Schäm’ dich! Denn dann bist du ganz bestimmt ein Extremist, oder schlimmer noch, sogar ein Terrorist!

2 Antworten auf Rezept für Faschismus

  • mistkaeferchen sagt:

    Ein rezept gegen faschissmuss in der heutigen zeit habe ich auch. Weg mit der brd-soros gesponsorten antifa randalier und zündeltruppe. Bekommen 30 euro die stunde für,s randalieren. Poltisch bezahlte randaletruppe. Von wegen gegen nazis,das ist vorwand, um unbestraft unfrieden und kaos zu betreiben. Mit bussen und freibier uberall dort hingefahren werden,um friedliche demonstrationen massivst zu stören,und schwere verletzungen der bürger sind gewollt. Das sind die bezahlten vermummten kaoten die man uns im fernsehen propaganda zeigt. Sehr schlimm das alles wie man uns politisch belügt.

  • Habnix sagt:

    Die Grundlage für den Faschismus bildet die Lohnabhängigkeit, oder/und die Aussicht auf ein schöneres Leben. Ein ehrlicher Selbstversorger ist nicht unbedingt Lohnabhängig. Daher ist der Faschismus in manchen Ländern mit vielen Selbstversorgern nicht machbar.

    Werden wir zu ehrlichen Selbstversorger. Werden wir zu Löwen und nicht zu Lämmern die zur Schlachtbank geführt werden

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