Kunstformen gibt es viele. Manche Menschen musizieren oder malen oder fotografieren oder dichten oder schnitzen oder-oder-oder. Auf eine Kunstform, die ich so bisher nicht als Kunst betrachtet habe, bin ich auf Langeoog aufmerksam geworden. Kam so: Zuerst war da diese SMS von den Telekomikern dahingehend, als dass die (mal wieder) mein Datenvolumen gedrosselt hatten. Was soll’s – freies WLAN gab’s im “Haus der Insel” und der betreffende Vormittag glänzte ohnehin durch einen strahlend grauen Himmel, aus dem es immer mal wieder rauspieselte. Also sind wir – meine Frau und ich – zum “Haus der Insel” gefahren. Dort brachte ich zuerst mal mein Handy auf den neuesten Stand.

Schön, so weit, so gut. Was machen wir jetzt angesichts des “überaus einladenden” Wetters? Da gab’s dieses Schifffahrts-Museum im gleichen Gebäude. Humane Eintrittspreise und durchaus sehenswert, aber vom Hocker reißt einen das nicht gerade. Doch zum Museum gehörte auch eine LEGO-Ausstellung. LEGO – na ja, da haben wir als Kinder mal mit gespielt (und meine Kinder auch noch). Muss man sich also nicht unbedingt angucken. Der Blick nach draußen: Hat immer noch nicht aufgehört! Also schön, gehen wir in die LEGO-Ausstellung. Und dann … kam ich aus dem Staunen nicht mehr heraus! Zugegeben, das war nicht Legoland Billund und auch nicht Legoland Günzburg, sondern LEGO-Mini-Langeoog. Das war sowas von sehenswert …

Da war auf 45m² eigentlich all das von Langeoog, was sehenswert oder eben auch typisch für die Insel ist, im Maßstab 1:42 nachgebaut worden – eine von fast 1.000 LEGO-Männchen bevölkerte Insel, bestehend aus über 1 Million Steinen und rund 400kg schwer, gebaut in den Jahren 2007 bis 2012 von Kai und Andreas Böker aus Herford. In Anbetracht der unzähligen Details ist das für mich auch eine Form von Kunst, angefertigt mit einer schier unglaublichen Liebe zum Detail und dem Auge eines wirklich sehr aufmerksamen Beobachters.

Was für Details? Das fängt mit den zig verschiedenen Fahrrad-Konstruktionen, die man auf Langeoog sieht, an und setzte sich über die weißen Schaumkronen des Wassers bis hin zu den allgegenwärtigen Möwen fort. Da finden sich die Getränkeflaschen auf den Containern der Inselbahn ebenso wie die Skelette von verirrten Dünenwanderern. Auch Harry Potter und Darth Vader machen auf der Insel Urlaub. Die Dünen selbst bestehen aus zig (LEGO-) Pflanzen unterschiedlichster Art und selbst an die Fische, die dem Kutter ins Netz gehen sowie an Rettungs-Huschrauber und DGzRS-Boote ist gedacht worden. Wer einen Eindruck davon bekommen möchte, wie komplex scheinbar winzige Details sind, der rufe einfach nur mal die Bauanleitung für einen Strandkorb auf!

Ich kann nicht mehr sagen, wie viele Stunden ich staunend in der Ausstellung verbracht und dabei immer wieder neue Details entdeckt habe. Ich weiß nur, dass ich mich dazu zwingen musste, den Finger vom Auslöser wegzunehmen und dass es mein knurrender Magen war, der mich schließlich irgendwann wieder da raus trieb. Gut dreißig Fotos sind es trotzdem geworden, aber keine Angst: Ich will euch nicht mit allen diesen Aufnahmen langweilen. Aber ein Dutzend Fotos sind sicherlich berechtigt. Beim Betrachten dieser Bilder fallen mir immer noch und immer mehr weitere Details auf und ich gerate immer wieder ins Staunen. Hier ist daher eine Auswahl der Aufnahmen für das Kind im Erwachsenen. Draufklicken zur Großdarstellung in einem separaten Tab!

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Das gegenüber dem “Haus der Insel” ausgestellte DGzRS-Museumsboot “Langeoog” nebst zugehörigem Fahrradständer, hier realisiert durch Kugelschreiberfedern.

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Der Flugplatz nebst zugehörigem Rettungshubschrauber. Auf Langeoog gibt es zwei Allgemeinmediziner und einen Zahnarzt. Für alles, was darüber hinaus geht, werden Rettungshubschrauber oder DGzRS benötigt. Man beachte die unterschiedlichen Grasarten bzw. -höhen links und rechts von der Startbahn sowie die für Langeoog typischen Galloway-Rinder im Vordergrund!

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Der Wasserturm als Wahrzeichen der Insel. Rechts unten am Fuß des Turmes ist als kleines Gimmick der Inselbesucher Darth Vader zu finden.

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Im Hintergrund der Inselbahnhof mit Inselbahn sowie Museumslok und im Vordergrund der große Kinder-Abenteuer-Spielplatz. Die weniger häufig frequentierten Klettergerüste sind durch Spinnweben gekennzeichnet.

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Eine geführte Wattwanderung nebst Dünen, Möwen, Wellen und einem Schwimmer im Wasser.

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Strand mit Sandbank, Badegästen, Strandkörben, Kitern, Surfern, einer Langeoog-Fähre und Brandungswellen.

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Der Yachthafen: Von den Anglern im Vordergrund hat einer einen Fisch gefangen!

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Fährhafen mit Frachtschiffen und Fähre.

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Ein Fischkutter – und der hat nicht nur Fische im Netz, sondern wird wie in natura auch von den Möwen verfolgt.

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Inselbahn-Terminal am Fährhafen. Interessant sind die Container der Bahn, wobei sogar auf die Verschlüsse der Flaschen geachtet worden ist!

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Der Blick auf den Ortskern mit dem Bahnhof rechts oberhalb der Bildmitte. BTW: Die Inselbahn von LEGO-Langeoog fährt sogar!

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Dieses Skelett ist mal da, wo es hingehört: Nämlich auf dem Friedhof!

Erwähnenswert erscheint mir noch, dass die gesamte Anlage aus rein privaten Mitteln bestritten sowie als Hobby aufgebaut wurde und nicht von LEGO gesponsort ist. Auch wurden keine Sondersteine verwendet, sondern stattdessen nur handelüblich Ware. Die allerdings entstammt nicht nur den einschlägigen Geschäften, sondern auch Internet-Plattformen für LEGO-Steine, Tauschbörsen und Flohmärkten. Merke: Auch bei den LEGO-Steinen gibt es offensichtlich Sondereditionen!

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