anschluss

*Ironie ein*

Was macht man eigentlich mit Gebrauchtpolitikern nach deren Ausscheiden aus dem Amt? Einige werden ins Politikerendlager, sprich EU-Parlament, abgeschoben und setzen da ihr unheilvolles Wirken fort. Andere aber kassieren und gehen in die Wirtschaft. Da muss zwischen dem Fußvolk-Politclown (also dem Politiker bis hin zum Bundeskanzler) und dem Bundespräsidenten differenziert werden. Der ordinäre Gebrauchtpolitiker erhält im Ruhestand wirklich nur sehr, sehr schmale Bezüge, die irgendwo zwischen 8.000 und 17.000 Euro monatlich liegen. Liebe Rentner: Bitte kein Neid! Die genannten Herrschaften haben sich ja schließlich ein paar Jahre lang für ihr Volk “aufgeopfert” und nicht, wie ihr, über Jahrzehnte hinweg gebuckelt und malocht. Das muss man doch anerkennen, nicht wahr?

Beim “Fußvolk”-Politclown wird nach dem Ausscheiden aus der Politik das “seinen Fähigkeiten doch eher angemessene” Gehalt aus der Wirtschaft gegengerechnet. D. h. das, was er in der Wirtschaft verdient, wird von seinen Bezügen abgezogen. Wenn er allerdings genug verdient, dann interessieren ihn seine Bezüge sowieso nicht mehr. Anders beim Bundespräsidenten: Der erhält einen so genannten Ehrensold. Bei dem wird nichts gegengerechnet und abgezogen. Das muss man ja auch verstehen: Mit ‘ner lumpigen Viertelmillion jährlich kann doch wirklich keiner rumkommen! Die Sachleistungen in beiden Fällen, also Dienstwagen, Büro und Angestellte, lassen wir mal außen vor, denn derartige Kleinigkeiten sind doch wirklich selbstverständlich und nicht der Erwähnung wert. Wie man unschwer erkennt, ist folglich die Anschlussverwendung so genannter “Volksvertreter” in der Wirtschaft unvermeidlich!

Konstruieren wir jetzt mal einen völlig unwahrscheinlichen Fall. Nehmen wir mal an, da ist ein für die Umwelt zuständiger Minister. Er erhebt de facto ein Privatunternehmen in den Stand einer Behörde und alle Entsorgungen müssen künftig kostenpflichtig über eben diese eine Firma laufen. Die bestimmt dann, wer die Entsorgung letztlich durchführen soll. Ein ganz bestimmtes Unternehmen wird dabei offensichtlich bevorzugt. Von diesem ganz bestimmten Unternehmen hat nun aber der Lebenspartner des erwähnten Ministers ein dickes, fettes Aktienpaket. Die Anschlussverwendung des Ministers sieht dann so aus, dass er Vorstandvorsitzender der zur Behörde hochstilisierten Firma wird. So etwas passiert in der Realität natürlich niemals und Ähnlichkeiten mit dem früheren Wirken einer gewissen, niedersächsischen Ministerin sind selbstverständlich rein zufällig und von Neidern böswillig zusammenkonstruiert.

Oder denken wir uns einfach mal ein anderes Beispiel aus. Nehmen wir mal an, da ist der Ministerpräsident eines Bundeslandes und unter dessen Amtsführung wird ein Flughafenausbau, den eigentlich keiner haben will – jedenfalls keiner vom ordinären Stimmvieh, aber das wird ja niemals gefragt – durchgeführt. Dadurch verdient sich ein Baukonzern eine goldene Nase und die Anschlussverwendung des früheren Ministerpräsidenten sieht dann so aus, dass er Vorstandsvorsitzender des besagten Baukonzerns wird. So etwas passiert in der Realität natürlich niemals und Ähnlichkeiten mit dem früheren Wirken eines gewissen Herrn aus Hessen sind selbstverständlich rein zufällig und von Neidern böswillig zusammenkonstruiert.

*Ironie aus*

Worauf ich hinaus will: Politiker sollten Volksvertreter und keine Lobbyisten sein! Von mir aus dürfen sie gerne sogar noch höhere Diäten bekommen – allerdings nur unter einer einzigen Bedingung. Die besteht darin, während ihrer Amtszeit und mindestens bis zu fünf Jahren danach keinerlei Tätigkeiten für die Wirtschaft durchzuführen. D. h. weder Nebentätigkeiten auszuführen noch hochdotierte Anschlussposten annehmen zu können. Nur in dem Falle nämlich wären besagte Politiker wirklich dem Gros der Wähler verpflichtet. Nur in dem Falle müssten sie sich zwangsläufig an den Wählerwünschen orientieren, um selbst ihre hohe, soziale Position halten zu können.

Wenn aber einem Politclown eine unverschämt gut bezahlte Anschlussverwendung winkt, dann wäscht m. E. garantiert eine Hand die andere. Dann werden nämlich mit Sicherheit schon während der Amtszeit die Weichen dafür gestellt, dass ein Unternehmen begünstigt wird. Im Gegenzug erhält besagter Politiker nach seinem Ausscheiden aus dem Amt eine hochdotierte Stelle im zuvor von ihm begünstigten Unternehmen. So lange das so läuft, braucht sich kein Politclown irgendwelche Gedanken um das blöde Stimmvieh zu machen, sondern einzig und allein nur darum, wie es ihm gelingt, für sich selbst sein Schäfchen ins Trockene zu holen.

In dem Moment aber ist der “Volksvertreter” bereits während seiner Amtszeit kein Volksvertreter mehr, sondern schon Lobbyist. Wen verwundert’s da noch, wenn im Bundeshaus die Lobbyisten ein- und ausgehen? Ach ja, um etwaigen Verwechslungen vorzubeugen: Mit Korruption hat all das nicht das Mindeste zu tun. Ist ja schließlich alles legal … Liebe Leute: Bald ist Wahl. Überlegt euch bitte vor dem Kreuzchen mal, was ihr da eigentlich befürwortet!

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