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Drei Wochen im Fahrdienst und eine Woche steht noch aus. Zuhause sind da die drei Pflegefälle und man fühlt sich wie im Kindergarten im Affenhaus. Es ist Samstagmorgen und ich habe mir fest vogenommen: Heute nehme ich mir meine kleine Auszeit! Ein frühes Frühstück, eins der Autos von den anderen gegriffen und rauf in den Wald gefahren, zum Hügelgräber-Parkplatz hinter Messenkamp. Ab da geht es zu Fuß weiter. Zu dieser frühen Stunde ist noch keine Menschenseele unterwegs. Die Vögel haben ihr morgendliches Konzert noch nicht angestimmt. Die Stille lastet geradezu unirdisch über dem Wald. Ein Wald, in dem sich auch schonmal Luchs und Wolf sehen lassen, wenngleich auch selten. Aber sie sind da. Die stören mich allerdings nicht. Vor den beinahe allgegenwärtigen Wildschweinen hingegen habe ich größten Respekt. Es ist der Zauber dieser frühen Stunde, der mich immer wieder hierher zieht.

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Ich kenne etliche Menschen, denen es hier – gerade auch zu dieser Stunde, bei diesem trüben Licht und in Anbetracht der nahen Gräber unserer Vorfahren – unheimlich ist. Mir nicht, denn ich liebe diese ungewohnte Ruhe. Die wenigen Geräusche, die es überhaupt gibt, werden von den Nebelschwaden im Gehölz noch zusätzlich gedämpft. Es ist auch eben dieser Nebel, der alles unwirklich erscheinen lässt. Nässe allenthalben; Tautropfen lasten schwer auf Blatt, Zweig und Halm. Sieht man vom Weg, von hier einem Schild und da einem Hochsitz mal ab, dann vermag man kaum zu glauben, dass unsere Zivilisation eigentlich nur ein paar Schritte entfernt ist – denn nicht einmal Motorengeräusche von der nahe gelegenen Straße stören die Wahrnehmung der Natur. Bunt ist der Herbst hier allerdings nicht, denn der allgegenwärtige Nebel versieht selbst die leuchtendsten Farben mit einem Graustich. Grün-graue Tristesse, unterbrochen vom Rostrot verwelkten Farns, herrscht vor – aber nicht ganz! Es gibt schon Farbtupfer. Man muss sich nur angewöhnen, einmal etwas genauer hinzusehen, um auch kleine Dinge groß im Bild erkennen zu können.

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Man kann unschwer sehen, dass der erste Herbststurm und die Gewitterstürme der vergangenen Woche ihre Spuren hinterlassen haben: Hier ein Ast auf dem Weg, da Windbruch. Viel – sehr viel! – Laub liegt schon unten. Viel zu früh in diesem Jahr, denn man könnte sich bereits Anfang November wähnen. Mein Weg führt mich vom Parkplatz bis zum Waldteich und wieder zurück. Erst auf dem Rückweg begegnen mir vereinzelte Spaziergänger – Leute, die ihre Hunde ausführen. Binnen der vergangenen Wochen habe ich morgens beim Fahren vereinzelt immer mal Wild sehen können – hier ein Reh, da ein Waschbär sowie Fuchs und Wildschwein. Meine heimliche Hoffnung, jetzt frühmorgens im Wald etwas Wild vor die Linse zu bekommen, erfüllt sich aber leider nicht. Na gut, dann müssen es eben auch mal ein paar andere Herbstmotive tun. Hier sind zehn Aufnahmen davon. Draufklicken zur Großdarstellung in einem separaten Tab!

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