Meine Chilisaison neigt sich jetzt stark dem Ende entgegen. Die Sache mit den Blumenpottchilis ist für dieses Jahr bereits endgültig abgehakt. Aber für alle diejenigen, die es selbst mal mit Chilis im Blumentopf versuchen wollen, will ich hier mal eine kleine Anleitung geben. Diese Vorgehensweise habe ich inzwischen mehrfach sehr erfolgreich praktiziert und bin daher der Meinung, dass sie auch zuverlässig funktioniert. Ich gliedere das nach Monaten auf, wobei es jedem selbst überlassen bleibt, sich daran zu halten oder auch nicht. Zu beachten ist lediglich, dass Chilis (die ja einjährig sind)

- gar nicht genug Wärme bekommen können,
- zum Abreifen so 6-8 Monate benötigen und
- im Blumentopf letztlich eigentlich immer ein Schädlingsbefall den Pflanzen den Garaus macht.

Das Saatgut für die Blumenpottchilis könnt ihr entweder regulär kaufen oder aber ihr versucht es alternativ mit den essbaren “Zierchilis”, die während der Sommermonate regelmäßig von den diversen Discountern angeboten werden. Kleine Früchte vom Marktstand eures Vertrauens sind auch einsetzbar. Geschmacklich sind die Blumenpottchilis zumeist blumig-aromatisch und die Schärfe rangiert je nach Sorte (es gibt unzählige von den kleinwüchsigen Sorten) von sehr mild bis heftig-feurig. Es gibt aber auch Sorten, deren Geschmack eher so in die Richtung von etwas schärferem Schnittlauch geht. Nach der Saison ist vor der Saison und zum Ziehen von Blumenpottchilis geht ihr wie folgt vor:

Oktober: Das ist die Zeit, um die Blumentöpfe für die kommende Saison vorzubereiten. Blumentöpfe gut sauber machen (um etwaige Schädlinge bzw. Schädlingseier zu vermeiden) und möglichst lange trocknen lassen. Als Erde kommt ein Mix aus Blumen- und Kompostererde zu gleichen Teilen rein. Nicht mehr Kompostererde, denn das würde die Pflanzen verbrennen! Dieser (bereits etwas grenzwertige) Mix reicht i. d. R. gerade so eben aus, um den Pflanzen bis zum Abreifen der Früchte genügend Nährstoffe zu liefern. D. h. es muss später normalerweise nicht mehr zusätzlich gedüngt werden! Die fertig vorbereiteten Töpfe wandern in einen kühlen, trockenen und möglichst dunklen Keller und harren dort ihrer Verwendung. Für kleinwüchsige Sorten reichen 12cm-Töpfe (mindestens zwei sollten es schon sein) völlig aus. Bei höherwüchsigen Sorten ist der 20cm-Topf geeigneter.

November: So ungefähr im ersten Monatsdrittel erfolgt die Aussaat in die vorbereiteten Töpfe (zuvor etwaiges Unkraut entfernen). Dazu die Kerne auf die Oberfläche geben, dünn (!) mit Erde bedecken und gefühlvoll langsam angießen. Die Erde muss feucht, darf aber keinesfalls nass sein (wg. Fäulnisbidung; Pflanzen benötigen 40% Wasser im Erdreich zum Wachsen). Wenn man mit den Fingerspitzen auf die Erde fasst, sie sich feucht anfühlt und ein paar Erdkrumen an den Fingern haften bleiben, dann ist es genau richtig. Ab nun heißt es abwarten. Die Keimung ist je nach Sorte etwas unterschiedlich. Sie beginnt nach frühestens knapp zwei Wochen und endet spätestens nach vier Wochen. Der beste Standort ist immer eine Fensterbank mit viel (Sonnen-)Licht und oberhalb eines Heizkörpers.

Dezember: Die Pflanzen wachsen jetzt. Sie benötigen, sobald sie knapp 10cm hoch sind, relativ viel Wasser u. d. h. es muss ab sofort und bis zum Saisonende so spätestens alle drei Tage überprüft werden, ob sie nicht zu trocken sind und es ist ggf. nachzugießen. Sich kräuselnde oder herabhängende Blätter sind immer ein untrügliches Zeichen für gefährlichen Wassermangel und bei trockener Heizungsluft kann der recht schnell auftreten.

Januar: Zu dieser Zeit (spätestens zum Monatsende hin) sollten die Pflanzen in voller Blüte stehen. Die normalerweise zur Bestäubung notwendigen Insekten gibt es aber nicht und deswegen muss man das selbst machen. Dazu die blühenden Pflanzen vorsichtig schütteln und sachte hineinpusten. Das verteilt den Blütenstaub normalerweise hinreichend gut. Wenn man mit einem Wattestäbchen oder einem feinen Pinsel von Blüte zu Blüte geht, dann kann das zwar nicht schaden, aber es ist bei Blumenpottchilis eigentlich auch nicht notwendig.

März/April: Mittlerweile sollten etliche Früchte angesetzt haben und am Abreifen sein. Immer auf hinreichend viel Feuchtigkeit achten!

April/Mai: Um Ostern herum kann normalerweise bereits die erste Ernte eingefahren werden. Die Pflanzen blühen und reifen allerdings noch rund zwei Monate lang weiter, so dass immer wieder geerntet werden kann. Aufpassen: Mit der Umgebungswärme kommen jetzt auch vermehrt die Schädlinge u. d. h. Blattläuse sowie Weiße Fliege. Das scheint unausweichlich zu sein. Besprühen mit verdünnter Brennnesseljauche kann – muss aber nicht – dagegen helfen. Auf jeden Fall aber die Früchte regelmäßig mit den Fingern abwischen, um sie von den Schädlingen frei zu halten, denn andernfalls verdorren sie bereits beim Reifen.

Juni/Juli: Die Saison neigt sich dem Ende zu, was auch bereits daran erkennbar ist, dass die Pflanzen sich gelblich verfärben – untrügliches Anzeichen dafür, dass die Nährstoffe nun erschöpft sind. Nach der letzten Ernte die Altpflanzen aufgrund der Gefahr des Befalls mit Schädlingen umgehend entsorgen.

Aus den Früchten entnimmt man die Kerne und damit das Saatgut für die nächste Saison. Dieses künftige Saatgut wird 1-2 Wochen lang auf Küchenpapier in der Fensterbank getrocknet und wandert anschließend in eine licht- und luftdicht abschließende Dose. Das kann eine alte Medikamentendose ebenso wie eine leere Fischfutterdose oder eben irgendetwas in der Art sein. Was man an Chilis nicht gleich nach der Ernte frisch aufgegessen hat, das wird kleingeschnitten und eingefroren. Es lässt sich immer je nach Bedarf portionsweise entnehmen und eignet sich beim Kochen für unzählige Gerichte. Man kann zwar prinzipiell mit der ganzen Geschichte auch 1-2 Monate später beginnen (die meisten Gärtnereien machen das sogar), doch wächst damit erfahrungsgemäß auch die Gefahr des Befalls durch Schädlinge sehr stark an. Weil die es nämlich auch warm lieben und dann schon während der Wachstumsphase zum Thema werden. Daher ist Ostern als angepeilter Erntezeitpunkt m. E. immer noch die beste Lösung.

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