Vorab möchte ich mich für den doch etwas derben Ton dieses Beitrags entschuldigen, aber mich hat gerade jemand auf 180 gebracht. Ich meine, es gibt zwei menschliche Rassen. Menschen und Arschlöcher. Letztere mögen vielleicht in der Minderheit sein, sind aber strategisch so platziert, dass einem jeden Tag mindestens eins davon über den Weg läuft. Ich hatte gerade (mal wieder!) eine Begegnung mit jemandem aus dieser Kategorie.

Kam so: Letzte Fahrt und letzter Fahrgast, Rollstuhl. Meine Fahrgäste sind durchweg krank oder behindert. Auf meinen letzten Fahrgast traf beides in stark verschärftem Maße zu, der absolute Pflegefall. Daher setzen wir Fahrer diese Menschen auch direkt vor der Haustür ab, denn oftmals können die bspw. ihre Körpertemperatur nicht mehr vernünftig regulieren und sind daher anfällig für alle möglichen Infektionen inklusive Lungenentzündungen. Wenn ich mit dem DRK-Bus folglich bei jemandem vor der Haustür anhalte, dann geschieht das sicherlich nicht grundlos!

OK – wenig befahrenes Wohngebiet, enge Straße, eine Seite auf ganzer Länge zugeparkt. Angehalten, Warnblinke rein und die Angehörigen über den Rücktransport informiert. Dabei – s. o. – die Straße blockiert. Wie immer. Aber die fünf bis zehn Minuten kann m. E. auch mal jemand warten, wenn es um die Gesundheit eines Mitmenschen geht. Kommt einer mit ‘nem niegelnagelneuen Landrover von vorne, nicht die Sorte benötigter oder benutzter Geländewagen mit Dreckspuren dran oder so, sondern mehr so Protzauto mit Louis-XIV-Fahrstil “la rue c’est moi”. Bleibt stehen. “Möööp-Möööp-Möööp!” Aha, denke ich, der hat seine Hupe entdeckt. Ich öffne den Bus und die Angehörige kommt aus dem Haus. “Möööp-Möööp-Möööp!” Sie guckt das Möchtegern-Alphamännchen im Landrover indigniert an und sagt: “Lassen Sie sich – Möööp-Möööp-Möööp! – ruhig Zeit. Der kann – Möööp-Möööp-Möööp! – auch mal warten.” “Möööp-Möööp-Möööp!” Darauf ich: “Na ja, so lange – Möööp-Möööp-Möööp! – wie’s dauert, dauert’s – Möööp-Möööp-Möööp! – eben!

Dauerte ja auch nicht lange, bloß rund fünf Minuten. Auto geschlossen – Möööp-Möööp-Möööp! – und als ich einsteigen will, blafft – was für ein Arschloch! – das Möchtegern-Alphamännchen hinter’m Landrover-Steuer mich aus offenem Fendster an: “Das ist verboten, was sie hier machen!” Ich: “Entschuldigen Sie, aber ich muss die Leute vor der Haustür absetzen. Das sind schließlich Kranke und Behinderte. Wenn ich hier halte, dann ist das alles andere als verboten und wenn jemand deswegen mal fünf Minuten warten muss, dann ist das ja wohl nicht zuviel verlangt!” Möchtegern-Alphamännchen: “Solche Leute sind doch sowieso überflüssig. Die braucht keiner mehr! Die können Sie auch dahinten absetzen und dann zu Fuß hierher karren.” Das nun sind aber Sprüche, auf die ich äußerst allergisch reagiere. Weil’s jeden irgendwann mal treffen kann, Möchtegern-Alphamännchen mit eingeschlossen. Weil sie eine Wertung beinhalten, nämlich die Unterteilung in Herrenmenschen und Untermenschen. Weil da altes Nazi-Gedankengut durchschimmert. Und “dahinten” – das wäre eine Seitenstraße, ein paar hundert Meter entfernt gewesen. Zudem regnete es auch noch.

Darauf also ich, wirklich nur noch mühsam beherrscht, aber auf Deeskalation bedacht: “Erzählen Sie das bitte der Polizei. Da vorne am Auto ist mein Kennzeichen. Sie dürfen sich da gerne beschweren!” Weil’s einfach sinnlos ist, sich mit solchen Vollpfosten zu unterhalten. Ich meine, das ist doch genau die Sorte Leute, die die Rettungsgasse auf der Autobahn als private Fahrspur betrachten, die als Gaffer Retter behindern und die Hilfsdienste angreifen, damit sie das Geschehen auch vernünftig filmen können. Die ihre durch und durch perversen Videos dann auch noch bei Youtube einstellen, um sie anderen Arschlöchern zugänglich zu machen.

Ich greife zu meiner Fahrertür, als das Möchtegern-Alphamännchen sich abschnallt, seine Autotür einen Spalt breit öffnet und losbölkt: “Muss ich Ihnen erst Manieren beibringen?!?” Das reichte dann! Irgendwann is’ ja auch mal gut! Ich bin ein wirklich friedliebender Mensch, aber wenn einer es drauf anlegt … Vermutlich hat er sehr gut gesehen, wie ich das Holster am Gürtel öffnete; ich habe mich auch absolut nicht bemüht, das irgendwie verdeckt zu tun. Ich meinte dann nur zu ihm: “Das würde ich mir an Ihrer Stelle aber noch mal reiflich überlegen!” Denn seit damals … und in Notwehr … Hemmungen habe ich solchen Fällen jedenfalls keine mehr! Er jedenfalls schloss seine Tür, kurbelte das Fenter hoch und schmollte. Als ich dann an ihm vorbei fuhr – er hatte es ja nicht nötig gehabt, rechts ran zu fahren, da wich ich auch nicht auf den Bürgersteig aus. Zwischen beide Autos passte noch ein Blatt Papier. Aber es passte. Ob das Möchtegern-Alphamännchen mit seiner Protzkarre dabei wohl ‘nem Herzanfall nahe war? Nicht mein Problem …

3 Antworten auf Was für ein Arschloch!

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