Zeitungen sind immer nach dem gleichen Schema aufgebaut. Auf der ersten Seite steht der Aufmacher. Die Megaschlagzeile. Das Allerwichtigste – oder zumindest das, von dem irgendein Redakteur meint, dass es nichts Wichtigeres gibt. Es ist das, was wir glauben sollen. Das, womit Meinung gemacht wird. Oder kurz: Propaganda! Es folgt der Wirtschaftsteil, denn wen interessiert schon das ganz profane Leben von uns Fußvolk hier unten? Danach schließen sich lokaler Teil und Sport an. Und ganz zuletzt, wenn noch Platz da sein sollte – also etwa so ab Seite 17 – erscheinen die Lückenfüller, die Randnotizen.

Normalerweise sind aber genau das die Meldungen, die Informationen dazu enthalten, ob und wie sich unser Leben als Fußvolk hier unten langfristig verändern wird. Es sind die Meldungen, die ganz schnell mal hinten runter fallen. Oftmals handelt es sich auch um Meldungen, die uns Fußvolk Unangenehmes ankündigen. Der Informationspflicht ist damit Genüge getan worden. Ist ja nicht die Schuld des Publizierenden, wenn das da ganz hinten keiner mehr liest. Unter dem Titel “Meldungen Seite 17ff” will ich jetzt und künftig mal solche Randnotizen aufgreifen und kurz kommentiert einem größeren Publikum zugänglich machen. Weil es diese Meldungen m. E. aufgrund des darin enthaltenen Potenzials verdient haben. Selbstverständlich handelt es sich in jedem Fall nur um eine sehr subjektive Auswahl.

- Regierung: Gesundes Verhalten ist eine Bürgerpflicht
Jetzt muss man nicht nur “die Arbeitslosen bei der Hand nehmen”, sondern gleich der ganzen Bevölkerung Verhaltensregeln aufdrücken. Die “Mutti” aus Berlin mutiert zur “Super Nanny”. Freiheit und Demokratie: Was ist das? Wozu?

- Ausbildung nur nach fragwürdigen Psychotests: Willkür bei der Arbeitsagentur
Und wieder einmal ein Beweis dafür, dass H4 nichts weiter als ein Instrument zum Erzeugen willenloser Untertanen ist.

- 10 Mythen über introvertierte Menschen
Es gibt introvertierte und extrovertierte Menschen. Das Wissen umeinander fördert das Verständnis füreinander und das Verständnis füreinander verbessert das Miteinander. Es vermeidet Missverständnisse.

- Impfstoffzusatz zerstört Hirnzellen
Aluminiumhydroxid als gängige Trägersubstanz für Pharmaka zeigt eklige Nebenwirkungen, nämlich Parkinson und Alzheimer. Ob sich die Pharmariesen über so eine Meldung wohl freuen werden oder ob das (wie üblich) im Sande verläuft? Denn schließlich kann man ja an Medikamenten gegen Parkinson und Alzheimer sehr gut verdienen!

- Bundesbank fordert rasche Einführung einer Zwangsabgabe für Sparer
Nicht genug mit den Rettungspaketen für zockende Bankster. Jetzt sollen die Sparer direkt dafür zu Kasse gebeten werden, dass man ihr Geld verzockt. Immer dann, wenn eine Bank in eine Krise gerät. Der Terminus “Zwangsabgabe für Sparer” ist unter diesem Gesichtspunkt nichts weiter als ein Euphemismus für Enteignung bzw. für Diebstahl. Wer heute noch Geld hat, der sollte es lieber in Edelmetallen anlegen und die irgendwo bunkern, aber bloß nicht sein mühsam Erspartes zu irgendeiner Bank tragen!

- Protest gegen Ausbeutung: Hiermit bewerbe ich mich nicht
Das wäre vielleicht auch mal eine Möglichkeit, um selbstgefällige Unternehmer darauf hinzuweisen, dass man sich nicht jeden Dumpinglohn gefallen lassen muss. Wenn das einer oder nur Wenige machen, dann bringt das allerdings herzlich wenig. Aber wenn das viele und regelmäßig tun … Oder wenn das vielleicht sogar alle machen würden, und sei es nur, um die Mailboxen der betreffenden Unternehmen abzuschießen und um ihre Poststellen zu überlasten …

- Druck auf den “Guardian”: Cameron soll Schikanen angeordnet haben
Was nicht berichtet wird, das ist auch nicht passiert. Es lebe die Pippi-Langstrumpf-Welt! Und damit nichts berichtet werden kann, ordnet eine Regierung die Vernichtung von Beweismaterial an. Das nennt sich dann Pressefreiheit. Sorry, aber da habe ich andere Vorstellungen davon!

- Physiker beamen elektronische Information
In der Quantenphysik ist theoretisch die Übertragung von Informationen in Nullzeit (also unendlich viel schneller als das Licht) möglich. Das zugrunde liegende Prinzip ist schon sehr lange bekannt. Albert Einstein bezeichnete es als “spukhafte Fernwirkung” und mochte dieses Phänomen gar nicht, weil es sich nicht mit seiner Relativitätstheorie in Einklang bringen ließ und lässt. Heute spricht man anstelle von “spukhafter Fernwirkung” lieber von “Verschränkung” oder auch von “Informations-Teleportation” bzw. “Quantenteleportation”. Damit sind unknackbare Verschlüsselungsmethoden denkbar. Oder ultraschnelle Computer. Auch Raumsonden, die nach Jahrzehnten eines Fluges ihre Messdaten in Nullzeit übermitteln, gelangen in den Bereich des Vorstellbaren, weil Entfernungen bei der Verschränkung keine Rolle spielen – egal ob es sich um Millimeter oder um Lichtjahre handelt. Um das zu nutzen, muss lediglich elektronische Information (also z. B. die Bits und Bytes eines Computers) in Quanteninformation konvertiert werden. Und genau das ist jetzt gelungen.

- Physiker frieren Licht länger als eine Minute ein
Die CPU ist das Kernstück eines jeden Computers. Sie verarbeitet Informationen in Form von elektrischen Schaltzuständen, ergo in Form von elektrischen Ladungen respektive Elektronen. Die Informationen werden seriell weitergeleitet. Dazu dient das Takten, also die Taktfrequenz des Rechners. Je höher, desto schneller. Aber vor der Weiterleitung steht eine (wenngleich auch kurzfristige) Speicherung der Ladungen. Die benötigen dafür eine gewisse Breite der Leiterbahnen. Es sind folglich physikalische Gesetzmäßigkeiten, die definieren, wie weit die Miniaturisierung eines Computers überhaupt möglich ist. Die dann letztendlich aber auch eine Grenze der Rechnerleistung bestimmen. Könnte man jetzt anstelle von Elektronen die sehr, sehr viel kleineren Lichtquanten verwenden, dann wären wesentlich leistungsfähigere Rechner im Bereich des Möglichen. Dazu muss es aber erst einmal gelingen, Licht zu speichern, also die Lichtgeschwindigkeit auf Null zu reduzieren. Nur dann wird das Licht eingefroren und nur dann lässt sich auch mit Licht eine Information seriell weiterleiten. Genau das beschreibt dieser Versuch. Und wenn man dann noch bedenkt, dass Lichtquanten ja miteinander verschränkt werden können, dann sind die sich daraus ergebenden Möglichkeiten schlicht atemberaubend.

- Gesunder Zahn durch gesunde Wurzel
Kronen und Prothesen beim Zahnarzt … Sowas ist immer unangenehm. Auch ziemlich teuer. Und in einer Zweiklassenmedizin längst nicht mehr für jedermann erschwinglich. Wie funktioniert das eigentlich bei Tieren mit markanten Beißerchen? Bei Haien, Krokodilen und Alligatoren? Die bekommen doch immer Ersatzzähne! Prinzipiell ist das beim Menschen auch denkbar. Das könnte die Zahnmedizin revolutionieren.

kroko

5 Antworten auf Meldungen Seite 17ff

  • Jokerman sagt:

    Super Idee, deine Seite-17ff-Zeitungsschau!
    Ich informiere mich ja viel durch alternative Informationsanbieter wie Radio Utopie. Wenn mein Weib die Tagesschau anmacht, verziehe ich mich meist mit Magenkrämpfen. Aber “gebrachte, aber vernachlässigte” Nachrichten aus den Mainstreammedien zu sammeln, ist eine ganz tolle Idee!
    Die Handhabung der ungeliebten Nachrichten erinnert mich etwas an die Praxis der DDR, unliebsame Bücher, deren Erscheinen man nicht verhindern konnte/wollte, von einem kleinen Verlag auf schlechtem Papier in kleiner Auflage drucken zu lassen und dann noch die Hälfte von der NVA für ihre Bibliotheken wieder aufkaufen zu lassen.

  • Soeckchen sagt:

    Find ich auch gut.

    Aber warum setzt Du keine Schlagworte?

  • Berlingonaut sagt:

    Eine prima Idee, Meldungen ans Licht zu holen, die sonst unbeachtet blieben. Und noch ein Grund mehr, hier regelmäßig zu lesen.

    Hoffentlich gelingt es den Forschern etwas früher als 2020, Zähne wachsen zu lassen. Ich wäre ein dankbarer Kunde. Aber wahrscheinlich werde ich es mir nicht leisten können, denn ich kann mir kaum vorstellen, dass die Behandlung von der GKV übernommen wird.

    Bezüglich des Vorhabens unseres Gesundheitsministers warten wir erst mal ab, ob er nach dem 22. September noch auf seinem Stuhl sitzt. Ich hoffe sehr, dass die FPD mit dem Kopf an der 5%- Hürde apprallt. Also: Wählen gehen, denn jeder Nicht- oder Ungültigwähler verbessert die Chancen dieser Splitterpartei. Egon W. Kreutzer hat in seinem gestrigen “Paukenschlag” vorgerechnet, dass 70 statt 60 % Wahlbeteiligung für die FDP rund 300.000 zusätzlich notwendige Stimmen bedeuten, um die 5%- Hürde zu schaffen. Arbeiten wir daran.

    • Berlingonaut sagt:

      Ich meinte natürlich: abprallt

      Eines der ungelösten Geheimnisse der Menschheit: Warum sieht man Tippfehler immer erst nach dem Versenden oder Ausdrucken? :-)

Wetterwarnungen

News per RSS

Counterize

Seitenaufrufe: 1133857
Seitenaufrufe heute: 199
Letzte 7 Tage: 5057
Besucher online: 0

September 2017
M D M D F S S
« Aug    
 123
45678910
11121314151617
18192021222324
252627282930  

Social Media

free twitter buttons



Meine HP & Bücher

Uhrzeit