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Vor einiger Zeit – das liegt jetzt rund zwei Wochen zurück – traf ich einen Bekannten, den ich schon seit langem nicht mehr gesehen hatte (seine Name und persönliche Angaben tun hier nichts zur Sache). Er, der jetzt die Fünfzig überschritten hat und dem vermeintlich beruflich nie etwas passieren konnte, war seit rund einem Dreivierteljahr arbeitslos und machte sich Gedanken über das, was nach dem ALG I wohl kommen würde. Denn jünger wird nunmal keiner und irgendwann erwischt’s eben jeden. Darum drehte sich dann auch unser sich anschließendes Gespräch, in dessen Verlauf ich wohl unbeabsichtigt sein Bild von einer heilen Welt zertrümmerte. “Wie ist denn das“, fragte er, “bekomme ich nach dem ALG I eigentlich automatisch ALG II? Du musst das doch wissen, denn du hast das doch schon hinter dir!” “Nein“, entgegnete ich, “das läuft anders. Und zwar ganz anders. Ich kann dir was darüber erzählen, wie das bei mir gewesen ist und welche Erfahrungen ich dabei machen musste. Ich weiß zwar nicht, ob sich diese Erfahrungen verallgemeinern lassen, aber ich habe die von von anderen Betroffenen bislang immer nur bestätigt bekommen und noch nichts Gegenteiliges gehört. Dazu also kann ich dir was sagen.” “Ja, dann leg’ mal los. Das interessiert mich jetzt wirklich!”

“Also”, begann ich, “das ALG II bekommst du keineswegs automatisch. Das musst du schon selbst beim Jobcenter beantragen, und zwar sehr frühzeitig. Mindestens sechs Wochen vor dem Ende vom ALG I. In dem Moment, in dem du das beantragst, bist du in der Praxis kein ‘Kunde’ mehr, sondern ein rechtloser Bürger letzter Klasse. Oder, um es mal ganz deutlich auszudrücken: Ein entrechteter Arbeitssklave, den man auch beliebig in Zwangsarbeit abkommandieren kann. Menschenrechte gelten für dich nämlich nicht mehr. Offiziell sagt das zwar außer den Betroffenen keiner, aber es ist nunmal so. Für den H4-Antrag selbst musst du dich ausziehen. Zwar noch nicht im wörtlichen – das kommt vielleicht noch, denn die KZ-Einweiser schrecken vor gar nichts zurück – aber doch im übertragenen Sinne. D. h. du musst alles über alle deine Besitzverhältnisse offen legen und denen volle Konteneinsicht einräumen. Wenn du Ersparnisse besitzt, dann solltest du die schleunigst abheben. Rubele die in Gold um und versteck’ das Zeug heimlich ganz tief unten im Keller, wo es keiner findet, denn sonst bist du alles los! Mit Ersparnissen hast du nämlich keinen H4-Anspruch. H4 ist ein Massenenteignungsgesetz. Klar, es gibt ‘ne Freigrenze für das, was du besitzen darfst. Aber die liegt verdammt niedrig.”

“Läuft das wirklich so?” “So und noch viel schlimmer, denn das ist erst der Anfang. Du füllst also den Antrag mit seinen zig Seiten aus und reichst den ein. Bearbeitet wird er aber nicht. Weil hier was fehlt und da was abhanden gekommen ist. Das Spielchen mit den verschwundenen Unterlagen hat System, denn so lange da nichts bearbeitet wird, bekommst du auch kein Geld. Während dieser Zeit bist du übrigens auch nicht krankenversichert! D. h. du darfst entweder nicht krank werden oder du zahlst deine Krankenversicherung selbst.” “Und wovon?” “Keine Ahnung. Lass’ dir was einfallen. Ich bin auch ein gutes halbes Jahr lang ohne Krankenversicherung gewesen und habe auf Eigenbehandlung setzen müssen!” Er zog ein langes Gesicht und meinte ungläubig: “Das gibt’s doch gar nicht …” “Doch, klar gibt’s das! Das ist Standard, denn jeder Cent, den man dir vorenthält, kommt der Verwaltung zum Selbstzweck zugute. Wenn du aber nur lange genug bohrst und dich unbeliebt machst, dann bearbeiten die deinen Antrag irgendwann nach Monaten schon. Dann erhältst du einen H4-Bescheid. Der ist i. d. R. falsch, da fehlerhaft. D. h. er ist vorsätzlich kleingerechnet worden. Deswegen suchst du dir am besten beizeiten – also bereits zum Zeitpunkt der Antragstellung – einen Verbraucherschutzverein oder etwas ähnliches, die dann, wenn es soweit ist, den Bescheid überprüfen. Widerspruch etc. ist auch Standard. Irgendwann – das kann nach gut einem Jahr sein, beim Einschalten von Gerichten allerdings auch sehr viel später – kriegst du dann einen stimmigen und endgültigen H4-Bescheid. Wie du das, falls notwendig, ohne Geld mit dem Rechtsweg machst, ist dein Problem.”

“Äh – aber das Geld kommt?” “Ja, irgendwann mal. Zum Leben zuwenig und zum Sterben zuviel. Von dem Moment an bist aber du praktisch Eigentum bzw. Leibeigener des Jobcenters. Die können dann nicht nur alles mir dir machen. Die machen das auch. Weil m. E. ein gewisser Sadismus die Voraussetzung für die dortige Tätigkeit ist – jedenfalls habe ich’s selbst so und nicht anders erlebt. Sieh’ mal, dein Familienname klingt polnisch. Die werden dich also wegen vermeintlichem Migrationshintergrund auf einen Lehrgang zum Erlernen der deutschen Sprache schicken. Haben die mit mir ja auch gemacht. Das du hier geboren bist und schon seit über einem halben Jahrhundert hier lebst übersehen die geflissentlich, denn mit so einem Kursus bist du erstmal aus der Arbeitslosenstatistik raus und in einer Weiterbildungsmaßnahme. Das schönt die manipulierten Zahlen für unsere Politclowns und einzig darum geht es ja auch. Mach’ dir keine Hoffnungen wegen irgendeiner Form von Jobvermittlung, denn das wird nicht geschehen. Außer vielleicht in unbezahlte Praktika oder in Ein-Euro-Jobs, also de facto in Zwangsarbeit. Wenn du dich selbst um Jobs bemühst – wozu du ja verpflichtet bist – dann werden die aus Gründen der Kundschaftssicherung alles tun, um dir die Jobaufnahme unmöglich zu machen.”

“Wie soll ich das denn verstehen?” “Ganz einfach. Du hast dich irgendwo beworben und die Einladung zu einem Vorstellungsgespräch erhalten. Dort musst du hinfahren. Exakt das aber verbietet dir das Jobcenter. Denn als H4-Empfänger wirst du gezwungen, eine EGV – d. h. Eingliederungsvereinbarung – zu unterschreiben. Unterschreibst du nicht, dann wird die per Verwaltungsakt in Kraft gesetzt, wofür du die Kosten zu tragen hast. Bedenke immer, dass du de facto rechtlos gemacht worden bist. Wie du das Geld auftreibst ist allein dein Bier. In der EGV steht dann, dass du deinen Wohnort nicht verlassen darfst – es sei denn, dein zuständiger Sachbearbeiter im Jobcenter hat das ausdrücklich schriftlich genehmigt. Anrufen kannst du den übrigens nicht, denn die geben keine Durchwahlen raus. Du landest immer in einem Callcenter und musst dann auf einen Rückruf warten – der aber zumeist sowieso nicht kommt. Die können sich das erlauben. Dir bleibt nur, Bitte-Bitte zu machen. Genehmigt wird sowas jedenfalls nie und deswegen unterliegst du im Prinzip der gleichen Residenzpflicht wie weiland die Polen und Juden im Dritten Reich. Doch die Stasi 2.0 – so nennt man die Jobcenter ja im Volksmund – geht noch viel weiter. Weil die dich bespitzeln. Wenn du im Internet aktiv bist, dann spionieren die hinter dir her. War bei mir jedenfalls der Fall. Zuhause musst du zu jeder Tages- und Nachtzeit mit Anrufen von denen rechnen. Damit kontrolliert man, ob du für Vermittlungen zur Verfügung stehst. Erreicht man dich nicht, dann stehst du auch nicht zur Verfügung und hast folglich keinen Anspruch auf irgendwelche Gelder. Genau darum geht’s ja auch – die wollen nicht zahlen. Weil jeder, der nicht arbeitet, für die automatisch auch ein Sozialschmarotzer ist, und zwar arbeitsunwillig und ungebildet.”

“Aber – das mit den Anrufen … – das ist ja wie ‘ne elektronische Fußfessel! Und wieso eigentlich ungebildet? Ich habe doch einen Beruf erlernt ud Jahrzehnte lang auch in dem gearbeitet! Dabei habe ich mir sogar den Rücken und die Knie kaputt gemacht!” “Sorry, aber – dein Rücken und deine Knie interessieren niemanden. Das Jobcenter wird dich für einen faulen Simulanten halten, selbst dann noch, wenn du ein ärztliches Attest vorlegst. Man wird möglicherweise allerdings auch von dir verlangen, deinen Arzt von seiner Schweigepflicht zu entbinden, um noch mehr über dich in Erfahrung zu bringen – deine Kontobewegungen werden ja ohnehin schon standardmäßig und lückenlos kontrolliert. Bei der Gelegenheit: Du musst auch mit Hausdurchsuchungen ohne richterlichen Durchsuchungsbescheid rechnen. Die Stasi 2.0 nennt das Hausbesuche durch den Besuchsdienst und die zählen nicht nur deine Schuhe und Zahnbürsten nach, sondern die durchwühlen auch deine Wäsche. Es könnte sich ja irgendwas finden lassen, was den Generalverdacht des Sozialschmarotzers bestätigt und dann bist du echt am Arsch! Lässt du diese Form von neuer Gestapo nicht in die Wohnung, dann streicht man dir das H4, weil du deiner Mitwirkungspflicht nicht nachgekommen bist. Die dürfen das, denn dafür gibt’s gesetzliche Grundlagen. Und eben solche Grundlagen existieren auch für den Qualifikationsentzug. Jegliche Ausbildung, die länger als zwei Jahre zurück liegt, darf und wird dir ganz elegant per Mausklick aberkannt werden. Von jetzt auf gleich und ungeachtet aller beruflichen Erfahrungen. Prüfungszeugnisse u. ä. nützen dir dabei gar nichts. Im Gegenteil: Wenn du auf einer aberkannten Qualifikation beharrst, dann legen die das auch schonmal als Verstoß gegen die Mitwirkungspflicht aus. Auch das dürfen die, auch auf gesetzlicher Grundlage. Die Jobcenter machen Ungebildete und Unqualifizierte erst!”

Er schluckte. Das hatte er nicht hören wollen. Bloß: Warum beschönigen, wo es nichts zu beschönigen gibt? Warum drumrum reden? So sieht nun einmal die traurige Realität in dieser, unserer Bananenrepublik aus. Darauf er: “Kann ich eigentlich in den Urlaub fahren, wenn ich arbeitslos bin?” Ich: “Theoretisch schon. Praktisch natürlich nicht. Wenn du Urlaub machen willst, dann muss das Jobcenter den genehmigen, selbstverständlich schriftlich. Ein paar Tage – frag’ mich jetzt aber nicht wie viele – stehen dir ja zu. Bloß genehmigen die das i. d. R. nicht. Und wenn doch, dann wird just während deiner Abwesenheit die Einberufung zu einem Gespräch über dein Arbeitskraftangebot eintrudeln. Da du den Termin wegen deines Urlaubs nicht wahrnehmen kannst, wirst du natürlich sanktioniert werden. D. h. man wird dir nicht nur das lt. Bundesverfassungsgericht nicht kürzbare Existenzminimum kürzen – was aufgrund von realer Zweiklassenrechtsprechung möglich ist – sondern dich darüber hinaus selbstverständlich auch noch dahingehend verhören, wo du überhaupt das Geld für deinen Urlaub her hast. Alles selbst erlebt!”

“Du hast da gerade die Sanktionen angesprochen. Wie verhält es sich damit eigentlich?” “Die Stasi 2.0 ist eine Verwaltung zum Selbstzweck. Die brauchen Geld. Das bekommen sie, indem sie den Anspruchsberechtigten etwas vorenthalten. Dazu dienen u. a. die Sanktionen. Klar ist das Raub, aber wen kümmert’s, wenn das gesetzlich abgesegnet ist? Die wahren Sozialschmarotzer sind absolut nicht die Arbeitslosen. Die Parasiten sitzen ganz woanders und sorgen schon dafür, dass ihnen hinreichend viele Wirte – bzw. Opfer – zur Verfügung stehen. Das ist ein perfides System, das einzig und allein dazu dient, Untertanen zu brechen und in willenlose Mitläufer zu verwandeln. Wen sie nicht brechen können, den versuchen sie in die Psychose oder in den Suizid zu treiben. Ist so! Gründe für Sanktionen lassen sich immer finden. Du versäumst einen Gesprächstermin? Sanktion! Du küsst dem Sachbearbeiter nicht die Füße oder leckst ihm den Arsch? Sanktion! Wobei manche Sachbearbeiter es durchaus auf sanktionsfähigen Widerspruch anlegen und Gesprächstermine gar nicht mal selten so gelegt werden, dass du sie gar nicht einhalten kannst. Das geschieht m. E. mit Vorsatz, um Gelder einzusparen. Und wenn das alles nicht fruchtet, dann versuchen die eben, dich zu isolieren.”

“Wie meinst du das?” “Ganz einfach. Falls du verheiratet bist, wird man dir die Scheidung nahelegen. War bei mir der Fall. Falls du minderjährige Kinder hast, wird man dir damit drohen, sie dir wegzunehmen. War bei mir auch der Fall. Ältere Kinder nötigt man, ihre Schul- oder Ausbildung aufzugeben und selbst H4 zu beantragen. Habe ich auch erlebt. Damit eine Zweiklassengesellschaft zementiert wird und die da oben keinerlei Kompetenz mehr zu fürchten haben. Wenn du allein lebst, dann wird man es mit der Deportation versuchen.” “Wieso Deportation? Ich höre wohl nicht richtig!” “Doch, doch, das stimmt schon! Alleinstehende dürfen nicht mehr als 50m² Wohnraum und Paare nicht mehr als 60m² Wohnraum haben. Liegst du drüber, dann droht dir der Zwangsumzug – im Grunde genommen also die Deportation. Falls du keine adäquate, andere Wohnung findest – weil du dir die ja selbst suchen musst und als H4-Empfänger ohnehin schon schief angeguckt wirst – bist du eben odachlos. Die Jobcenter machen oft und gerne Obdachlose! Die fallen nämlich auch aus der Arbeitslosenstatistik raus, weil sich die Sozialämter um die zu kümmern haben. Bleibt noch zu erwähnen, dass manche Sachbearbeiter ganz ungestraft Gott spielen und ihre Macht schamlos ausnutzen. Mir ist ein Fall bekannt, in dem einer – den man aber erwischt hat und der nicht mehr da ist – gegenüber attraktiven Frauen das H4 nur genehmigt hat, wenn die mit ihm ins Bett gestiegen sind. In den Medien war von Fällen der Vermittlung ins Rotlichtmilieu zu erfahren. Es würde mich daher absolut nicht wundern, wenn der eine oder andere Sachbearbeiter noch einem lukrativen Nebenjob als Zuhälter nachgeht, aber das ist selbstverständlich nur eine vage Vermutung von mir. Ist eben auch ‘ne Form von Mafia. Bloß staatlich gelenkt.”

“Unglaublich! Aber … das passt alles zusammen und erklärt vieles, was man so hört. Doch eigentlich kann und will ich das gar nicht glauben. Wir haben doch einen Sozialstaat! Und unsere Politiker …” “Unsere Politiker polemisieren und lügen! Und unsere Medien tratschen diese Lügen begeistert weiter. Überleg’ doch mal – was hat mehr Gewicht? Wenn sich irgendeine Politmade hinstellt und in der Glotze weltfremd was von einem funktionierenden Sozialstaat faselt oder wenn irgendein abgerissen aussehender Obdachloser laut ‘das ist nicht so’ schreit? Denjenigen, der es wissen muss und auch kennt – weil er es selbst erfahren hat – nimmt doch keiner ernst! Diejenigen aber, die solche unmenschlichen Gesetze zu verantworten haben und die von unseren Medien zu Experten hochstilisiert werden, obgleich sie niemals selbst mit ihrer Misswirtschaft konfrontiert werden, erscheinen doch viel kompetenter, nicht wahr? Außerdem ist der Obdachlose ja auch ein arbeitsscheuer und ungebildeter Sozialschmarotzer. Weil man ihn dazu gemacht hat. Aber das interessiert ja keinen! So sieht’s nunmal aus. So, ich muss weiter. Mach’ was aus dem, was ich dir gesagt habe. Man sieht sich!”

Ich ließ meinen Bekannten sehr nachdenklich und sehr stumm geworden zurück. Ob der sich jetzt wohl Gedanken darüber macht, wen er in der Vergangenheit fälschlicherweise politisch unterstützt hat? Ob der sich jetzt mit seiner alles andere als schönen Zukunft beschäftigt? Oder ob er mir nicht glaubt und sehenden Auges in das große, schwarze Loch fällt, vor dem er jetzt steht? Ich weiß es nicht. Irgendwann werde ich ihn wohl mal wieder treffen und fragen. Vielleicht wird er dann all das bestätigen, was ich ihm aus meiner Erfahrung heraus mitgeteilt habe. Ach ja, und nochwas, um nicht falsch verstanden zu werden: Ich habe das obige Gespräch so, wie es mir im Gedächtnis geblieben ist, wiedergegeben. Dazu gehört auch die Nennung der Begriffe und Vergleiche, die ‘bei uns hier unten’ auf der Straße gang und gäbe sind. Deswegen braucht sich niemand auf den Schlips getreten zu fühlen! So redet nun einmal der vom vermeintlichen “Sozialstaat” gebeutelte Otto Normalverbraucher – ganz besonders dann, wenn er schlechte Erfahrungen gemacht hat! Daran ändern auch irgendwelche Verbote nichts. Es anders wiederzugeben hätte eine inhaltliche Verfälschung bedeutet. Dann aber müsste dieser Beitrag zu den Fake News gerechnet werden und so etwas wollen wir doch tunlichst vermeiden, nicht wahr?

6 Antworten auf Nur ein Gespräch, aber …

  • Prot sagt:

    Es kann ja sein das dies alles so bei dir gewesen ist! Aber aus der Sicht der Menschen die ich kenne und die auf ALG2 angewiesen sind führt das zu Kopfschütteln was du hier alles verallgemeinerst.
    Das Geld kommt bei Ihnen pünktlich einen Hausbesuch gab es nie. Es gibt auch keine Anrufe das letztlich nur die schriftliche Erreichbarkeit zählt. Die angebotenen Maßnahmen werden nur bei körperlicher passender Verfassung angeboten, in den meisten Fällen als Angebot. Da sich immer Menschen finden die genau das machen wollen und andere die es eben nicht können.
    Das sind nur die Fälle die ich kenne. Aber ich wäre niemals anmaßend und würde sagen ist bei allen so!!! Während deine Erfahrung eher aus einem elo Forum sein könnten. Verlasse ich mich alleinig auf Menschen aus Fleisch und Blut die ich persönlich kenne.
    Den den paar denen es anders ergangen ist, oh Wunder bei genauer Betrachtung tauchte da oft ein Faktor auf den sie zuerst unerwähnt gelassen haben. Und auch das bezieht auf Fakten die ich selber geprüft habe. Und zu keiner Zeit auf Menschen die es im Internet Verallgemeinern. Es bleibt ärgerlich das du es mit einer engen, völlig falschen Handlung bei dir zu tun bekommen hast. Und ja solche Fälle wird es noch mehr geben. Allerdings würde ich nur über Fälle mich äußern die du mit Akteneinsicht kennst.
    Denn ich kann das nicht bestätigen. Und bis heute habe ich in meinen Bekanntenkreis keinen betroffenen von so viel Willkür auf einer Person kennen gelernt. Mir ist so viel Kulanz bekannt da hat einer nur wenige Monate vor der Rente ALG2 bezogen, bekam in der Zeit ein Gebiss. Das musste er nicht erstatten bei Renteneintritt. Und das ist immerhin 18 Monate nach Verbesserung der wirtschaftlichen Lage möglich. Und da er zwei Renten bezieht hat sich diese stark verbessert. Er musste auch sein Haus nicht verkaufen vor ALG 2 und wohnt mit nur einem Familienmitglied darin.
    Wie es zu ersehen ist, scheint diese Willkür nicht immer zu herrschen.

    • Mag durchaus sein, dass es mitunter anders läuft. Leider habe ich es anders eben NICHT erfahren und kann dazu auch nichts sagen. Und nochwas: Oben im Beitrag steht ausdrücklich, dass das meine ganz persönlichen Erfahrungen sind (die allerdings auch von anderen geteilt werden). Insofern ist es falsch, wenn du mir Verallgemeinerung unterstellst. Ich verallgemeinere keineswegs. Ich berichte nur, wie es tatsächlich gelaufen ist. Wie wäre es denn, wenn du deine ureigenen Erfahrungen mit der H4-Behörde mal publizierst? Denn die scheinen ja deutlich besser zu sein als meine.

  • Mir hatte man mal unterstellt ich hätte was an meiner Wechselsprechanlage “manipuliert”, weil da angeblich Musik herauskommen würde und man deswegen bei mir nicht klingeln konnte. Fakt ist, daß meine Wechselsprechanlange zu dem damaligen Zeitpunkt defekt war und nur ein Pfeifton herauskam, was aber nicht an mir lag. Dennoch behauptete das Jobcenter ICH hätte da was manipuliert und weil man bei mir nicht klingeln konnte, sollte ich deswegen sanktioniert werden.

    Ich sollte amtsärztlich untersucht werden und nahm den Termin wahr aber zu dem Zeitpunkt war der Arzt selbst krank. Nur weil der krank war und ich nicht “untersucht” werden konnte, sollte ich sanktioniert werden.

    Ich sollte mein Äußeres ändern, um eine “adäquate” Arbeit finden zu können. Ich ändere nicht mein Aussehen und deswegen sollte ich sanktioniert werden. Wo steht geschrieben wie ein Mensch auszusehen hat? Wenn ich mich nun mal im Aussehen eines Gothics wohlfühle dann ist das MEIN Wohlfühlen und nicht das der Spießer.

    Mir wurde schon vorgeworfen, daß ich beim Termin in einem schwarzen Hugo Boss Anzug ankam, der noch aus Zeiten stammt als es mir gut ging. Auch deswegen war das Jobcenter der Meinung, mir rechtlich zustehendes Geld wegnehmen zu müssen.

    Lieber Prot, Du machst Dir kein Bild davon was die sich alles ausdenken und daß ich meine Ruhe vor denen habe, verdanke ich dem Arbeitslosenverein “Gegenwind e.V.” und meiner bösartigen Hartnäckigkeit, weil ich mir nichts gefallen lasse.

    Ich konnte in der ach so unfreien DDR herumlaufen wie ich wollte und hatte KEINE Repressalien zu befürchten. Aber hier und heute im angeblich “freien” Westen dafür umso mehr. Und das aber auch erst seit dem Faschistenregime Hartz-IV. Ich bin heute unfreier als was ich früher war. Ist schon irgendwie seltsam!

  • Prot sagt:

    Da ich selber nicht einen Blog betreibe ist das publizieren nicht ganz so einfach.
    Auf die Behörde auf die ich mich beziehe. Ist eben jene die im Bundesdurchschnitt die mit am wenigsten Sanktion verhängt. Die im Fall Bereich nur ausgebildete Sozialarbeiter hat. Und nur im Vermittlungsservice angestellte.
    Und die auch im Schonvermögen die eigentlichen Statuten einhält. Genauso bei Häusern und Wohnungen. Kleine Fehler kann man dort spielend telefonisch mit folgender schriftlicher Zusage innerhalb von 2 Tagen lösen. Verwaltungsakte sind wenn sie den mal erfolgen so wie im Gesetz ohne Gebühren. Kontakt bei Anfragen werden auch von der Leiterin innerhalb von 3 Tagen beantwortet. Telefonisch, schriftlich, auf Wunsch per Mail. Fehler auch kleine und da kenne ich wenige führen zur Entschuldigung des Sachbearbeiters persönlich. Unmittelbar! EGV entstehen unter der Mitsprache. Ungeeignete Maßnahmen darf man ablehnen ohne Folge. Termine erfolgen schriftlich ausnahmslos, die Zusendung erfolgt immer 3 Wochen in voraus. Belegte Absagen sind immer ohne Folge. Fehler bei Überweisungen werden sofort bei Notlagen mit einem Scheck beglichen, innerhalb von 60 Minuten auch ohne Termin. Und kurze Reisen zur Familie werden auch außer der Reihe genehmigt. Ausfallende Termine werden pünktlich abgesagt.
    Ich denke hieraus lässt sich erkennen das jede Behörde nach der eigenen Führung handelt. Klar wenn dein Bekannter in der gleichen Behörde beim gleichen Sachbearbeiter landet, hast du Recht! Wenn nicht, kann ihm aber keiner sagen wie ein anderer handelt. Und nicht alle üben Willkür oder Schikane aus. Und es jedem Sachbearbeiter nahe zu legen ist ein verallgemeinern. Klar wenn man schlechte Erfahrungen hat prägt das, und ich verstehe die Wut die dabei aufkommt.
    Aber wenn ich manchmal deine Job Schilderung lese, haben die dich mit der Willkür zurecht gebogen. Wer würde denn sonst bei einen 450€ Job Mehrarbeit machen und auf das Geld warten ? Die könnten dir doch einen 800€ Job anbieten! Und da ich schon Lohnabrechnungen gemacht habe weiß ich das kostet einen Arbeitgeber das gleiche. Klingt komisch aber ein 450€ Jobber der darüber kranken versichert wird hat für den Arbeitgeber die gleichen abgaben. Mal zum nachdenken. Oh es sind sicher die wenigen € für die Rentenversicherung. Die auch nie an dem Arbeitgeber hängen bleiben.

    • Nur, um da keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Alle 450€-Jobber, die ich kenne (das sind verdammt viele, bspw. meine Kollegen) zahlen ausnahmslos ALLE ihre KV selbst! Manche arbeiten auch nur, um ihre KV selbst bezahlen zu können und leben von dem, was zwangsläufig unter der Hand verdient wird. Wenn ich aber meine KV selbst bezahle (war nicht nur im jetzigen Minijob so, sondern auch bereits ausnahmslos in allen Minijobs davor, unter https://www.beam-shop.de/sachbuch/gesellschaft/314357/abgestrampelt nachzulesen), wie soll der 450€-Jobber den Arbeitgeber dann das Gleiche kosten wie ein 800€-Jobber? Und was das Publizieren deiner EIGENEN H4-Erfahrungen betrifft (also nicht irgendwas vom Hörensagen, sondern das, was du selbst als H4-Empfänger im H4-System erlebt hast), da biete ich dir gerne an, das aufzuschreiben und als Kommentar einzuschicken, damit ich es für dich HIER AN DIESER STELLE veröffentlichen kann!

  • Prot sagt:

    Das im letzten Kommentar betrifft mich. Das mit dem Haus kann man heraus nehmen, das ist bei einem Freund so! Ich sagte schon eingangs ich beziehe mich wenn ich Fälle außer meiner selbst nennen würde nur auf Menschen die ich kenne und begleite! Deren Unterlagen ich auch scanne aber nicht weiter gebe. Und mit denen ich täglichen Umgang habe!
    Ich beziehe mich niemals auf Hörensagen, wozu auch. Ich beziehe alles aus eigenen Wissen. Und Menschen die Scheu haben begleite ich in diese Behörde. Für Freunde rechne ich auch nur alles nach weil das es so wenig ist nicht glauben wollen. Aber wenn ich richtiges sehe sage ich ihnen das auch.
    Zu den Minijobs:
    Die Firma in der ich zuletzt als Leiter einer Niederlassung gearbeitet habe hat die möglich Versicherung übernommen und die freiwillige Renteneinzahlung. Erstaunlich das die Firma 125€ gezahlt hat für unsere Minijobber anstatt 150€ bezahlt hat. Da 800€ ein Betrag ist wo sich die Firma und der Mitarbeiter den Mindestbeitrag der Krankenversicherung teilen. Und somit die Firma geringere Kosten als beim Versicherten Minijobber hat. Ist der Rest für die minimale Steuer und den Rentenbetrag raus gegangen. Und da ich die Leitung über 24 Mitarbeiter hatte war ich angehalten sie im 800€ Job bereich zu bringen, weil es uns das gleiche gekostet hat.
    Ausbeuter die ihre Leute nicht versichern sehen das anders.

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