Alle diejenigen, die sich mit Windows auskennen, können gleich weiterklicken, denn die werden jetzt herzhaft anfangen zu gähnen. Dieser Beitrag richtet sich nämlich an Windows-Anfänger und es geht um ein paar Windows-Kleinigkeiten, die im Grunde genommen aber ziemlich wichtig sind. Nämlich immer dann, wenn man Datensicherungen einrichten will, einen Computer im Netzwerk identifizieren will usw. Dann nämlich muss man Zugriff auf die Interna erhalten – und genau darum geht es, weil Microsoft die vor dem Benutzer versteckt. Das Mittel der Wahl für das, was nun folgt, ist zunächst einmal der Windows-Explorer, am einfachsten mit der Tastenkombination [Windowstaste][e] zu erreichen.

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Basisinfos zum Computer werden abgefragt, indem man mit der rechten Maustaste auf “Computer” (bzw. “Dieser PC”) und in der sich öffnenden Drop-Down-Liste auf “Eigenschaften” klickt. Dort erfährt man dann, wie alt das Gerät ist, ob es sich um ein 32- oder 64-Bit-System handelt, mit welchem Windows man es zu tun hat, den Computernamen im Netzwerk, die Produkt-ID, wieviel RAM installiert ist usw. Alle diese Angaben sind wichtig, wenn man Software installieren will. So wird eine 64-Bit-Software nicht auf einem 32-Bit-Rechner laufen, umgekehrt hingegen funktioniert es i. d. R. schon. Anhand der Windows-Version lässt sich vorab beurteilen, ob die Systemvoraussetzungen für eine Software gegeben sind (wenn bspw. Win10 vorausgesetzt wird und man nur Win7 hat, dann braucht man es mit der Installation gar nicht erst zu probieren) usw. Setzt eine Software vielleicht 4GB RAM voraus und man hat nur 2GB RAM, dann wird man sie zwar zumeist installieren können, aber sie wird anschließend nicht vernünftig laufen.

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Kommen wir nun zu den Dateien, die Microsoft vor dem Anwender versteckt. Im Windows-Explorer ist zum Anzeigen der versteckten Dateien zuerst die Menüzeile vonnöten. Sollte die nicht aktiviert sein, dann auf die Schaltfläche “Ansicht” klicken und besagte Menüzeile einschalten bzw. – je nach System – auf “Optionen”. Anschließend “Extras/ Ordneroptionen” wählen. Nun in der Checkbox die Einstellungen so abändern, wie es in den beiden obigen Bildern zu sehen ist. Besonders wichtig sind dabei:
- Dateigrößeninformationen in Ordnertipps anzeigen AKTIVIEREN.
- Erweiterungen bei bekannten Dateitypen ausblenden DEAKTIVIEREN.
- Geschützte Systemdateien ausblenden (empfohlen) DEAKTIVIEREN.
- Laufwerksbuchstaben anzeigen AKTIVIEREN.
- Ausgeblendete Dateien, Ordner oder Laufwerke nicht anzeigen DEAKIVIEREN.
- Ausgeblendete Dateien, Ordner oder Laufwerke anzeigen AKTIVIEREN.
- Vollständigen Pfad in der Titelleiste anzeigen AKTIVIEREN.

Windows zeigt nun wesentlich mehr Dateien als zuvor an, da alle versteckten Dateien gleichfalls zur Anzeige gelangen. Mehr noch: Anhand der Infos zu Dateigröße und Datum sowie Uhrzeit der letzten Veränderung lässt sich sehr genau feststellen, welches Programm welche Dateien verändert hat und wo sich besagte veränderte Dateien befinden. Für Datensicherungszwecke oder wenn man Outlook synchronisieren will u. ä. sind das absolut unverzichtbare Informationen! Gerade bei Datensicherungen stellt sich dann noch die Frage, wo Windows was abgelegt hat bzw. welches eigentlich die zu sichernden Ordner sind. Die Suche lässt sich dadurch beschleunigen, dass man die Programme für die zu sichernden Daten kurz öffnet, ein Dokument lädt und das unter geändertem Namen abspeichert, anschließend den PC selbst im Hauptverzeichnis mittels der Suchzeile des Windows Explorers nach eben dieser Datei suchen lässt. Das ist eigentlich immer der effektivste Weg.

An diesem Punkt weiß man, welche Ordner gesichert werden müssen. Die Namen der Ordner müssen irgendwo vermerkt werden (notfalls auf Papier), weil sie eben später noch für die Datensicherungssoftware gebraucht werden. BTW: Ich halte es für sinnvoller, bei Datensicherungen lediglich die selbst erarbeiteten Daten zu sichern als Komplett-Backups zu machen. Warum? Nun, die Programme, die man benötigt, hat man ohnehin im Original auf CD und DVD. Die kann man auf beliebiger (neuer?) Hardware installieren, also auch dann, wenn der vorhandene Rechner aufgrund von elektrischen Defekten den Geist aufgibt. Sie werden nur noch durch die gesicherten Daten ergänzt und man hat wieder den ursprünglichen Zustand. Ich verwende diese Methode bereits seit seligen DOS-Zeiten und bin immer allerbestens damit gefahren. Mal ganz abgesehen davon geht eine derartige Sicherung wesentlich schneller als bspw. eine Backup-Spiegelung der jeweiligen Partition.

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Verlassen wir nun den Windows-Explrer und wenden uns dem Desktop zu. Von dem aus kann man problemlos den Vollzugriff zu ALLEN Systemeinstellungen erlangen. Das nennt sich “God Mode”. Unter Windows 7 bis 10 klickt man dazu mit der rechten Maustaste auf eine freie Fläche des Desktops und wählt “Neu/ Ordner”. Es erscheint ein neues Ordnersymbol und der Name dieses Ordners ist zum Umbenennen bereits blau hinterlegt. Als Ordnernamen gibt man dann ein:

GodMode.{ED7BA470-8E54-465E-825C-99712043E01C}

Es empfiehlt sich DRINGEND (zwecks Vermeidung von Tippfehlern, die an dieser Stelle tödlich sein können), diese Sequenz hier raus- und in den Ordnernamen einzukopieren. Mit der Eingabetaste wird das Umbenennen abgeschlossen und das Ordnersymbol verändert sich: Der God Mode (“Gottesmodus”) ist da. Was kann man damit anfangen? Die obigen Grafiken geben dazu bereits ein paar Hinweise. Doch im Grunde genommen lässt sich ALLES verändern, angefangen vom Bildschirm über die Maus bis hin zu angeschlossenen Geräten, Benutzerkonten, Kennworten usw. Deswegen sollte man mit Veränderungen hierbei auch sehr vorsichtig sein und nur das verändern, was man wirklich kennt. Andernfalls bestehen wirklich sehr gute Chancen dahingehend, das System gründlich ruinieren zu können.

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Zu beachten gilt es allerdings, dass der God Mode inkompatibel zu Programmstartern ist – mit FSLMenu, PStart und Co. funktioniert er nicht. Versucht man, den God Mode im Systray unterzubringen, dann funktioniert das gleichfalls nicht. Stattdessen wird er an den Windows-Explorer “angeheftet” u. d. h. er erscheint dort in der Verzeichnisstruktur und kann von da aus mit einem Klick aktiviert werden.

Eine weitere Windows-Kleinigkeit, die vielen Anwendern unbekannt ist, betrifft einen ganz passablen Virenscanner mit Echtzeitschutz. Musste man dazu unter Windows XP zumindest in der Home Edition die “Microsoft Security Essentials” noch separat herunterladen und installieren, so wird deren Nachfolger “Windows Defender” unter Windows 10 gleich von vornherein mitgeliefert, ist aber deaktiviert. Warum? Da kann ich nur mutmaßen. Aber Windows kommt eigentlich immer im Bundle mit irgendeinem “großen” Virenscanner (Kaspersky, McAfee, Norton usw.) und da könnten durchaus vertragliche Regelungen eine gewisse Rolle spielen, wenn man eben diese Drittanbietersoftware verkaufen will bzw. muss. Hat man folglich keine aktuelle Version des “großen” Scanners, dann empfiehlt es sich unbedingt, den mitgelieferten und kostenlosen Scanner zu benutzen! Zum Aktivieren in der Startzeile “Defender” eingeben, das Programm starten und den Schiebeschalter des Programms auf “On” stellen: Das war’s auch schon!

Schließlich besteht noch die Möglichkeit, das vorhandene Windows mit kostenlosen Downloads von Microsoft in eine Art von Luxus-Windows zu verwandeln. Microsoft selbst stellt nämlich Open Source Software zur Verfügung. Dabei handelt es sich um tausende von Projekten aus den MS-Forschungsabteilungen für die unterschiedlichsten Windows-Versionen. Die MS Open Source Software ist zwar kostenlos und läuft i. d. R. mit der passenden Windows-Version auch problemlos, doch gibt es dafür weder Support noch Updates, auch ist die betreffende Software fast immer englischsprachig. Bei den Anwendern besonders beliebte Projekte aus diesem Bereich finden i. d. R. irgendwann Eingang in neue (künftige) Windows-Versionen, so dass sich deren Preis hochschrauben lässt. Die Suche mit den Begriffen “microsoft research software” erbringt darüber hinaus noch weitere Ergebnisse. Zum Suchen sollte man allerdings nicht Google, sondern stattdessen Metager verwenden, wenn man Qualität vor Quantität haben will.

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