Ich kenne recht viele Menschen, die aus einem für mich absolut nicht nachvollziehbaren Grund auf jegliche Form der Datensicherung bei ihrem PC verzichten. Wenn dann aber mal was passiert, dann ist das Geschrei riesengroß: Selbst Schuld! Kürzlich wurde ich gebeten, eine Datensicherung einzurichten. Man höre und staune: Die Leute waren von selbst darauf gekommen, dass so etwas doch extrem nützlich ist! Im Vorgespräch stellte sich heraus, dass man aber keine aufwändige Spiegelung einer Partition o. ä. beabsichtigte, sondern dass es nur um die erarbeiteten Daten an sich ging, so für den Fall eines Rechnerwechsels und so. Was meiner eigenen Datensicherungsphilosophie sehr entgegen kam. Ergo führte ich gleich erstmal ein paar Vorarbeiten durch um zu wissen, woran ich eigentlich bin. Es sah wirklich gut aus und ehrlich gesagt: So saubere Rechner habe ich wirklich bisher nur sehr selten gesehen! Folglich erklärte ich mich auch zur Einrichtung einer einfachen Datensicherung bereit, wobei – aus verständlichen Gründen – die Software möglichst wenig kosten sollte.

Im Anschluss sichtete ich die infrage kommende Software und entschied mich schließlich für den Einsatz der (portablen) Windows-Freeware “Personal Backup” von Dr. Jürgen Rathlev, weil besagtes Programm nicht nur einer kommerziellen Software in nichts nachsteht, sondern auch von E-Media (Ausgabe 10/2011) sowie Stiftung Warentest mit der Bestnote, nämlich “Platz 1″, bewertet worden war. Das die Software dabei nicht dazu geeignet ist, auch Systemdateien zu sichern, interessierte im vorliegenden Anwendungsfall ganz und gar nicht. Personal Backup wird in Form von zwei ZIP-Archiven, nämlich für 32Bit-Systeme (22 MB Archiv, entpackt 45 MB Größe) und für 64Bit-Systeme (25 MB Archiv, entpackt 61 MB Größe) angeboten. Eingesetzt habe ich die 64Bit-Version. Die Startdatei ist in beiden Fällen “PersBackup.exe”.

Verwendet man PersBackup.exe zum Aufruf des Programmes, dann ist es nicht völlig portabel, denn es schreibt die BUJ-Datensicherungsaufträge nach “C:\Users\(Benutzername)\Eigene Dokumente\PersBackup\(auftragsname).buj” und legt unter “C:\Users\(Benutzername)\AppData\Roaming\PersBackup5″ seine INI-Files ab. So richtig portabel im Sinne von keinerlei Spuren auf dem Rechner hinterlassend wird die Software erst dann, wenn man eine zusätzliche Batchdatei programmiert. Die muss folgenden Inhalt aufweisen:

@echo off
echo Starte Personal Backup von USB-Stick
start Datensicherung\Datensicherung_PBx64\PersBackup.exe /ini:%%progpath%%\pb.ini /taskdir:%%progpath%%\ /logdir:%%progpath%%\logs

Zu beachten ist dabei der Pfad in der letzten Zeile, der selbstverständlich an die jeweiligen Gegebenheiten anzupassen ist. Diese Datei wird folglich mit einem Plain-Text-Editor erstellt und mit der Endung cmd (also bspw. StartPB.cmd) im Root des zur Sicherung herangezogenen Datenträgers abgelegt. Personal Backup befindet sich in diesem Beispiel selbstverständlich auch auf dem Datenträger, und zwar im Ordner “Datensicherung\Datensicherung_PBx64\PersBackup.exe”. Startet man die Software nun über Start.cmd, dann landen auch die INIs und die Sicherungsaufträge auf dem portablen Datenträger. Das erst einmal dazu. Nun zum Programm selbst.

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Beim Erststart von Personal Backup (welches ich der Einfachheit halber nachfolgend mit “PB” abkürzen werde – es lebe die Tippfaulheit) existiert noch kein Datensicherungsauftrag und daher meldet sich das Programm mit einem Assistenten zur Auftragserstellung. Hier wählt man “Starte Assistenten”.

einfdat2

PB fragt jetzt danach, ob die Sicherung in einen Ordner oder auf einen FTP-Server (d. h. ins Netz bzw. in eine Cloud-Anwendung) geschehen soll. Da ich den letztgenannten Anwendungen aus gutem Grunde doch sehr skeptisch gegenüber stehe (gerade auch weil der Upload großer Datenvolumina ewig dauert und somit doch ziemlich störungsanfällig ist), wird vorzugsweise “Backup-Ziel auf … lokalem Laufwerk oder im Windows-Netz” gewählt.

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Um das Ziel-Verzeichnis (also bspw. einen Ordner auf einer externen Festplatte) auszuwählen wird der betreffende Button angeklickt. Nach erfolgter Auswahl den Button “OK” betätigen.

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Nun ist anzugeben, was eigentlich gesichert werden soll. Für die drei Sparten des Windows-Aktenkoffers existieren separate Buttons und zusätzliche Ordner lassen sich mit “Anderes Verzeichnis” auswählen. Fortsetzen mit “Weiter”.

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Im Anschluss will das Programm wissen, ob man die Dateien als Einzeldateien oder als ZIP-Archive sichern will. Die Sicherung in Archivform empfiehlt sich immer dann, wenn der zur Sicherung verwendete Datenträger nicht sonderlich viel Speicherplatz aufweist. Sie erschwert aber eine irgendwann vielleicht mal erforderlich werdende Wiederherstellung der Daten, weil zuerst immer alles entpackt werden muss. Bei der Sicherung als Einzeldateien – d. h. wenn der Speicherplatz keine Rolle spielt – empfehlen sich unbedingt folgende Einstellungen:
- Daten sichern: Als Einzeldateien
- Ziel: Getrennte Verzeichnisse für Laufwerke
- Dateiverarbeitung: Kopieren ohne Kompression
Mit diesen Einstellungen generiert man 1:1-Kopien. Eine Verschlüsselung ist im Grunde genommen auch immer dann überflüssig, wenn man den zur Datensicherung verwendeten Datenträger nach Abschlus der Sicherung vom Rechner trennt und an sicherer Stelle verwahrt. Es sei denn, man sichert wirklich geheime Sachen. Dann allerdings ist die Verschlüsselung wirklich von Nutzen. Mit dem Button “Weiter” wird die Auftragserstellung fortgesetzt.

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Im letzten Schritt der Auftragserstellung will die Software wissen, ob und wann sie die Datensicherung automatisch starten soll. Aktiviert man an dieser Stelle “Nein”, dann geschieht die Datensicherung grundsätzlich im Bedarfsfall nur noch manuell. Mit dem Button “Fertig” wird die Erstellung des Sicherungsauftrags abgeschlossen.

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Zuletzt speichert man den Sicherungsauftrag noch ab, damit man immer wieder darauf zurückgreifen kann.

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Sobald ein Datensicherungsauftrag vorhanden ist, meldet PB sich mit seiner eigentlichen Benutzeroberfläche. Bedeutet: Auch dann, wenn PB später einmal erneut gestartet werden sollte, erscheint nicht mehr der Assistent, sondern stattdessen gleich die Arbeitsfläche der Software. Mit dem Button “Starten” wird die Datensicherung durchgeführt. PB kopiert jetzt die Daten der ausgewählten Verzeichnisse auf das zur Sicherung angegebene Laufwerk.

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So lange die Datensicherung läuft, wird sie in einem separaten Fenster angezeigt. Wichtig dabei: Während der Sicherung bleibt das Sicherungsfenster permanent im Vordergrund u. d. h. der Rechner ist im Grunde genommen blockiert. Daraus folgt, dass man die Sicherung tunlichst nur dann durchführt, wenn man den Rechner nicht benötigt. Was hier zunächst wie ein Bug wirkt ist aber in Wirklichkeit ein durchdachtes Feature: Dadurch ist es praktisch ausgeschlossen, zu sichernde Dateien während der laufenden Sicherung zu verändern. Wird ein laufender Sicherungsauftrag vom Benutzer unterbrochen bzw. abgebrochen, dann beendet PB zunächst die Sicherung des gerade in Bearbeitung befindlichen Ordners und macht bei der Wiederaufnahme des Auftags mit dem nächsten Verzeichnis in der Liste weiter.

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Nachdem die Sicherung beendet worden ist, wird dies im Sicherungsfenster gemeldet. Mit “Fertig” bestätigt man das.

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Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser” – das wusste schon Lenin. Deswegen empfiehlt es sich immer, auch kurz zu überprüfen, ob die gesicherten Daten auch tatsächlich am Ziel angekommen sind. Dazu öffnet man das Zielverzeichnis kurz mit dem Windows-Explorer und überzeugt sich davon, dass alles in Ordnung ist.

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Ruft man PB später erneut auf, dann wird oben unter der Menüzeile hinter “Backup-Auftrag” der zuletzt ausgeführte Sicherungsauftrag angezeigt u. d. h. PB greift immer automatisch auf den letzten Auftrag zu. Mit “Starten” wird der erneut ausgeführt.

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Bei der erneuten Auftragsdurchführung untersucht PB zunächst die Quell- und Zieldaten hinsichtlich etwaiger Veränderungen. Sind keine erfolgt, dann wird auch nichts mehr gesichert, weil das überflüssig ist. Andernfalls werden nur noch alle die Dateien gesichert, die auch gegenüber der letzten Datensicherung verändert worden sind. D. h die erste Datensicherung, bei der alles gesichert wird, dauert auch immer recht lange. Alle folgenden Datensicherungen dagegen sind ratzfatz erledigt.

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Will man einen neuen Sicherungsauftrag erstellen oder einen bestehenden Auftrag verändern, dann dient dazu links oben die Schaltfläche “Neu”. Sie startet den Assistenten (vgl. oben).

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Mit einem kleinen Trick ist es obendrein sogar noch möglich, einzelnen Sicherungsaufträge unkittelbar auf dem Desktop zu verlinken. Geht so: Der Windows-Explorer wird in Fensterdarstellung geöffnet. Man sucht “C:\Users\(Benutzername)\Eigene Dokumente\PersBackup\(auftragsname).buj” auf und kopiert die BUJ-Datei u. d. h. den Auftrag. Anschließend mit der rechten Maustaste auf eine freie Stelle des Desktops klicken und “Einfügen” wählen. Der Auftrag ist damit als Link auf dem Desktop gelandet, aber noch nicht ausführbar. Klickt man ihn dort mit der linken Maustaste an, dann öffnet sich der Dialog für das Programm, mit dem diese Datei zu öffnen ist. Im Dialogfenster sucht man als Standardprogramm für BUJ-Files das Personal Backup – also PersBackup.exe – und ordnet dem den Auftrag zu. Damit wird er unmittelbar über den Desktop ausführbar. Die Ausführung meldet sich dann auch nur noch recht minimalistisch, wobei der Button “Sicherung starten” zu betätigen ist. Anschließend erscheint das Sicherungsfenster und die Programoberfläche von Personal Backup (die ja auch nicht gebraucht wird) taucht gar nicht erst auf.

Will man später einmal Daten von der Sicherung auf die Platte zurück schreiben, dann lässt sich das bei den obigen Einstellungen problemlos als 1:1-Kopie mit Hilfe des Windows Explorers erledigen. Oder aber man definiert einen neuen Sicherungsauftrag, bei dem Quelle und Ziel vertauscht werden (also die Sicherung oder besser gesagt das Zurückschreiben vom externen Datenträger auf die Platte erfolgt). Auch das geht. Zusammengefasst lässt sich sagen, dass PB vielleicht nicht gerade einen Designaward gewinnen wird, zum Ausgleich dafür aber solide und anwenderfreundliche Funktionalität zum Nulltarif zur Verfügung stellt. Was will man mehr?

5 Antworten auf Einfache Datensicherung

  • Carlos sagt:

    Hi, eventuell kannst du mir mal Cobian Backup anschauen. Das ist ebenfalls Freeware und kann so ziemlich alles sichern, auch Volumenschattenkopien, Pst’s im Zugriff usw…

    Grüßle
    :mrgreen:

  • Soeckchen sagt:

    Meine Rede seit Jahr und Tag aber Datensicherung geht auch viel einfacher. Indem man nämlich mal paar Euros in die Hand nimmt und sich eine externe Festplatte kauft und NUR DORT alles ablegt und sich für den Notfall noch eine zulegt und da zusätzlich Kopien anlegt. Es heisst nicht umsonst seit gefühlten 200 Jahren Computer, dass man eigene Daten NIEMALS auf C:// speichert. Wer das macht, hat von Computern keine Ahnung und muss dumm sterben. Für eine Datenwiederherstellung empfehle ich für Windows “Stellar Phoenix Windows Datarecovery”. Das holt aus der Tiefe selbst bei Format C Dinge hervor, die man nicht für möglich gehalten hätte. Die Benutzung dieses Programmes setzt aber auch ein externes Laufwerk voraus und die Wiederherstellung kann je nach Grösse der Festplatte auch mal 5 Tage und länger dauern.

    Aber mal ganz davon abgesehen: Was haben denn die meisten PC-User denn verloren, wenn die Kiste mal abschmiert? Das sind doch eh dümmliche Schnappschussfotos, die keine Sau interessieren, paar Pornos, wo eh immer nur in 3 Löcher ge… wird, paar gespeicherte Briefe, die eh schon asbach uralt sind usw. Wenn so ‘ne Kiste abschmiert, merkt man immer erstmal was man eigentlich für unnützen Kram darauf speichert.

    Macht es wie ich mit immer jeweils 2 externen Festplatten, denn es ist sehr unwahrscheinlich dass 2 zur gleichen Zeit den Geist aufgeben. Das ist mal eine Investition von 50 bis 60 Euro pro Platte und das lohnt sich. Ganz persönliche Sachen kommen auf einen USB-Stick oder SD-Speicherkarte und das bekommt man im Aldi nahezu noch regelrecht aufgedrängt. Oder man richtet sich zusätzlich im Router noch ein NAS ein.

    Computeradmins haben teilweise Stundenlöhne von bis zu 40 Euro. Da gibts es dann zwar Leute die da sagen, dass sie sich bei all der Zeit einen neuen Computer kaufen können und die sollen das auch ruhig machen. Nur ist mit Neukauf nicht deren Problem gelöst, da es bei so einer Einstellung immer wieder vorkommt.

    Computer sind im Grunde das einfachste Ding der Welt, wenn man sich damit beschäftigt und die Dinger nicht als reines Unterhaltungsmedium betrachtet.

    • Carlos sagt:

      ..da ist aber jemand im roten Bereich :grin: :grin: :grin:

      • Soeckchen sagt:

        Im roten Bereich weniger. Es erstaunt mich nur immer wieder mit welcher Naivität manche Leute ihren Computer benutzen und wofür. Ein Datenverlust ist dann richtig schlimm, wenn es sich um Arbeitsdateien handelt (Grafiken, Kompositionen, Kollumnen usw.) und diese unwiederbringlich weg sind. Aber auf irgendwelche Schnappschüsse vom letzten Saufabend oder Urlaub in Hintertupfingen kann man getrost verzichten. Das ist das Gleiche wie mit Fotoalben von früher. Die liegen im Schrank, nehmen Platz weg und im Grunde interessiert sich gar niemand mehr dafür. Allerdings mit dem Unterschied, dass man analoge Fotos über viele Jahre hinweg hat, ohne dass diese von einer Festplatte verschwinden können.

    • “Indem man nämlich mal paar Euros in die Hand nimmt und sich eine externe Festplatte kauft und NUR DORT alles ablegt und sich für den Notfall noch eine zulegt und da zusätzlich Kopien anlegt. Es heisst nicht umsonst seit gefühlten 200 Jahren Computer, dass man eigene Daten NIEMALS auf C:// speichert. Wer das macht, hat von Computern keine Ahnung und muss dumm sterben.”

      Mache ich selbst schon standardmäßig seit gefühlten Ewigkeiten!

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