2000er1

Tja, also, dann mache ich jetzt das halbe Jahrhundert doch noch voll. Nach den 1960er Jahren, den 1970ern, 1980ern und 1990ern jetzt noch die 2000er u. d. h. das Jahrzehnt von 2000 bis 2009. Im neuen Jahrtausend sollte ja alles bessser werden hatten die Politclowns unisono versprochen. Tatsächlich aber haben sie sich versprochen – oder aber bloß eben uns hier unten nicht gemeint. Denn besser geworden … ist es nur für die oberen Zehntausend, ihre Politlakaien selbstverständlich mit eingeschlossen. Für uns hier unten dagegen … Für mich persönlich waren die 2000er geprägt von Verblödung der Bevölkerung, Sozialabbau, Betrug der arbeitenden Menschen, Lohndumping, Abbau von Menschenrechten, Bespitzelung, Zensur, Verarmung und dem Herausbilden einer neuen Klasse von unverschämt lügendem Finanzadel. Kurzum: Aus einer ansatzweisen Demokratie wurde eine Oligarchie, eine Postdemokratie.

Aber all das steht natürlich in keinem Geschichtsbuch. Weil die Geschichte immer von den Siegern geschrieben wird. Hier kommen jetzt also die 2000er aus der Sicht des Verlierers und des Zeitzeugen (der allerdings wahrscheinlich in der Mehrheit ist): Geschichte einmal anders! Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie den Verschwörungstheoretiker Ihres Vertrauens! Politik ist nun einmal ein verdammt schmutziges Geschäft. Was mir dabei aber auf immer unverständlich bleiben wird ist die Frage, warum das so wenige Menschen begreifen und sie sich daher immer wieder auf’s Neue nach Herzenslust verarschen lassen!

Hier zunächst ein paar Schlaglichter aus diesem Jahrzehnt: DVDs und Blue-Rays kommen auf, ebenso die Touchscreens. Aufgrund von letzterer Technologie werden die alten Handys nach und nach von den Smartphones verdrängt (wobei die Smartphones allerdings eine wesentlich geringere Lebensdauer aufweisen, doch Neukäufe kurbeln bekanntlich die Wirtschaft an). Der MP3-Player (das MP3-Format ist eine deutsche Erfindung, die sich in Windeseile weltweit durchgesetzt) wird zum Allgemeingut. Im Kino gibt es (mal wieder) einen 3D-Boom. Die Digitalfotografie löst die Analogfotografie ab, was zu einem Preisrutsch für gute Fotos führt. Denn zuvor war das Bild fertig, wenn man den Auslöser losließ. Bei der Digitalfotografie fängt die Arbeit danach erst an. Aber wo analog auch eine vermurkste Aufnahme noch richtig Geld kostete, da kann digital wild daruflos geknipst und letztlich nur die beste Aufnahme aus der ganzen Serie verwendet werden. Gute Bilder werden damit häufiger und somit auch enorm preiswerter. Die alten Röhrenfernseher werden nach und nach von den Flatscreens verdrängt. Die eigentlichen, wirklich gravierenden Veränderungen fanden jedoch auf gesellschaftlich-wirtschaftlicher Ebene statt.

Der Jahrtausendwechsel begann mit Paukenschlägen. Zwei davon empfand ich als recht positiv, nämlich Jean Michel Jarres Konzert “The 12 Dreams Of The Sun” vor den Pyramiden von Gizeh und so ziemlich zeitgleich Mike Oldfields Jahrtausend-Konzert “The Millenium Bell – Art In Heaven” am Brandenburger Tor. Ein Paukenschlag allerdings war nur noch traurig und dabei handelte es sich um das Platzen der Dot.Com-Blase, was zur Weltwirtschaftskrise führte. Die Zeche dafür zahlten – wie üblich – die Arbeitnehmer, denn das virtuelle Geld wurde von jetzt auf gleich wertlos. Wer zuvor auf die Einflüsterungen von Bankstern und so genannten “Wirtschaftsexperten” gehört und seine Alterssicherung in Aktien angelegt hatte, der verlor die von heute auf morgen (Gold wäre wesentlich sicherer gewesen). Hinzu kamen das Ende der D-Mark und die Einführung des Euro; d. h. 2 DM wurden in 1€ umgerubelt. An sich kein Ding, aber im Großen und Ganzen praktizierte man das, indem die Löhne zahlenmäßig halbiert und in Euro ausbezahlt wurden, bei den Preisen aber einfach DM durchgestrichen und Euro dahinter geschrieben wurde. Das führte zu einer Viertelung der Kaufkraft von heute auf morgen; Profiteur des fiesen Spielchens war die Wirtschaft.

Doch damit noch längst nicht genug, denn Schröder und Fischer gingen das Problem der beständig steigenden Arbeitslosenzahlen ganz pragmatisch an, indem sie den bisherigen Sozialstaat gründlich vernichteten und mit den Hartz-Reformen Neosklaverei und Zwangsarbeit einführten. Die Arbeitslosenzahlen wurden dadurch gesenkt, die Arbeitslosigkeit hingegen nicht (stattdessen nur verschleiert), doch wer bemerkt schon solche Feinheiten? Einher damit ging eine staatliche Diffamierungskampagne, in deren Verlauf man Arbeitslose als arbeitsunwillig und als ungebildete Sozialschmarotzer titulierte. Tatsächlich aber lenkte das bloß davon ab, dass man Millionen von Versicherten um die ihnen zustehenden und zwangsweise zuvor eingezogenen Versicherungsbeiträge einfach nur eiskalt lächelnd betrogen hatte: Ich spreche von der Arbeitslosenversicherung. Spätestens mit der Reform des SGB II war es möglich geworden, dass Arbeitslosen ganz offiziell jegliche Qualifikation aberkannt werden konnte – auch dann, wenn sie bestens ausgebildet waren und lange Berufserfahrung hatten – und dass man die zwangsweise für alles einsetzte. Das widersprach den Art. 1-12 des GG und wurde auch seitens der UN als Menschenrechtsverletzung gerügt, aber wen interessierte das angesichts der massiven Diffamierungskampagne schon? Der Arbeitslose wurde absichtlich zum Feindbild gemacht!

Die Medien machten bei dieser Form von Diffamierung begeistert mit – ich erinnere da nur an eine gewisse BILD-Schlagzeile – womit klar wurde, dass auch die freie Meinungsäußerung und die journalistische Unabhängigkeit bereits unter die (neoliberalen) Räder gekommen waren. Auf der anderen Seite aber sparte all das den Arbeitgebern Unsummen und drückte jegliche Form von Löhnen. Zuvor Selbstverständliches wie bspw. Weihnachtsgeld fiel ersatzlos weg. Das Aufweichen des Kündigungsschutzes, unendliche Probezeiten und zur Verarmung führende Minijobs vervollständigten das Bild. Wo in den beiden Jahrzehnten zuvor die Unternehmen noch versucht hatten, kompetente Arbeitnehmer zu fördern und zu halten, da wurden Weiterbildungen jetzt als mitzubringende Selbstverständlichkeiten vorausgesetzt, um bestenfalls noch einen befristeten Job ergattern zu können. An die Stelle langfristiger Unternehmensplanungen trat der schnelle und binnen nur drei Monaten zu erwirtschaftende Euro. Denn man erinnere sich: Der Binnenmarkt war beerdigt worden und die Produktion ging in den Export, in Länder, in denen damals noch Geld da war (heute sind die z. T. auch pleite). Es handelte sich primär um Maschinen, welche produzierten und der Mensch war in weiten Bereichen überflüssig geworden. Was aber auch bedeutete: Man hatte die Menschen nicht nur um die ihnen eigentlich zustehenden Versicherungsleistungen betrogen, sondern ihnen auch noch jegliche Lebensperspektive geraubt.

Aber wen interessierte das schon in einer Gesellschaft, die einem Jugendwahn anhing, nur noch von heute auf morgen lebte und in der jeder sich selbst der Nächste war? Wen interessierte das schon in einer Gesellschaft, in der gleichgeschaltete Mainstream-Medien die Meinung vorgaben? Hauptsache war doch, dass diejenigen, die noch einen vermeintlich sicheren Job hatten, darin auch gut verdienten. Die anderen wurden ihnen scheißegal und wo das Geld herkam, danach fragte niemand mehr. Globalisierung war angesagt und das Internet verband Kontinente. Wo zuvor noch Lagerhaltung zum Überbrücken von Engpässen diente, da regierte jetzt die Just-In-Time-Production und die Menschen gerieten zu “human ressources”. Doch die Misswirtschaft von Schröder, Müntefering und Merkel ging noch weiter. Hedgefonds waren zugelassen worden. Die griffen auf die Schnelle das ab, was kurzfristig Geld bringen konnte und zogen dann wie ein Heuschreckenschwarm weiter. Die Leidtragenden dieses Systems, das man sich kaum asozialer vorstellen kann, bildeten wie üblich die Arbeitnehmer, die jetzt aber mit ihrem Überlebenskampf vollbeschäftigt waren. Letztere bedrohte man mit Arbeitslosigkeit und damit einher ging de facto auch eine Zweiklassen-Rechtsprechung nebst eines Zweiklassenrechtssystem (z. B. Haussuchungen durch Jobcenter ohne richterlichen Beschluss, Residenzpflicht, GG-widrige Jobs etc.).

Die Folge war eine bewusst in Kauf genommene und rapide Verarmung sowie Verängstigung von großen Teilen der Bevölkerung, was u. a. den Neonazis Auftrieb gab. Damit einher gingen beginnender Nationalismus und Fremdenfeindlichkeit, was zu der Zeit allerdings noch weitgehend unbeachtet blieb und sich erst im darauf folgenden Jahrzehnt ändern sollte. Tatsächlich waren die Hartz-Reformen in der Praxis das größte, umfassendste und schlimmste Massenenteignungsgesetz, das es jemals gegeben hat. Die Arbeitgeber allerdings jubilierten und mühsam erkämpfte Arbeitnehmerrechte (wie z. B. Kündigungsschutz, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, dreizehntes Monatsgehalt, satte Nachtschicht- und Feiertagszuschläge etc.), fälschlicherweise für selbstverständlich gehalten, wurden nach und nach beerdigt. Bei meinen eigenen Jobs in diesem Jahrzehnt fühlte ich mich in in den Manchesterkapitalismus zurück versetzt! Nur noch Wirtschaft und Geld zählten; der arbeitende Mensch war überflüssig geworden. Die heutige Altersarmut ist in jenen Jahren mit Minijobs und Billiglöhnen unausweichlich vorprogrammiert worden. Mit Sklaven kann man das ja machen, vor allem dann, wenn man insbesondere mit Hilfe gleichgeschalteter (Propaganda-) Medien den Sklaven einredet, dass sie frei seien. Doch um was für eine Freiheit handelte es sich dabei eigentlich? Es war die Freiheit, selbst für den eigenen Lebensunterhalt mehr schlecht als recht sorgen zu müssen und sich zur betreffenden Finanzierung in mehreren, äußerst schlecht bezahlten Jobs aufzureiben sowie seine Gesundheit zu ruinieren, während man gefälligst den Mund zu halten hatte.

Menschen, die voller Hoffnung auf Veränderung andere Parteien an die Macht brachten – auf Schröder folgte das Regime Merkel – kamen vom Regen in die Traufe. Merkel setzte (zusammen mit Müntefering) Schröders Vorlage fort und machte alles nur noch schlimmer. Bisherige und in zähem Ringen über viele Jahre hinweg mühselig aufgebaute Umweltschutzgesetzgebungen wurden zurückgefahren. Die EU mit den ihrerseits verabschiedeten Richtlinien diente dafür als Feigenblatt. Doch was war aus der EU geworden? Sie war zum Endlager für überbezahlte und überwiegend inkompetente Gebrauchtpolitiker verkommen und verkehrte die Grundidee ihrer Gründer ins Gegenteil, woran sich bis heute nichts geändert hat! Die eigentlichen Profiteure dieses Systems waren einzig und allein nur noch die Konzerne; es lebe der Neoliberalismus! Hauptsache die Wirtschaft brummt und Hauptsache, eine klitzekleine, selbsternannte Elite ganz oben an der Spitze – die sich über Parteispenden ganz legal Politiker kauft bzw. sie zu diesem Zweck überhaupt erst aufbaut – kann ihre Besitztümer mehren: Eine die Richtung vorgebende Zeckenkaste war entstanden!

In gesellschaftlicher Hinsicht regierten Gleichgültigkeit und Stagnation, wenn nicht sogar Rückschritt. Aber warum? Da kann man nur mutmaßen. Der sicherlich beabsichtigte Egoismus, der verhindert, dass sich die große Mehrheit gegen die Zeckenkaste zusammen tut, dürfte dabei sicherlich eine nicht unwesentliche Rolle spielen. Doch es gab bzw. gibt (denn verbessert hat sich mittlerweile nichts, ganz im Gegenteil sogar) noch weitere Gründe. Die Bildung, ohnehin schon von Herkunftspädagogik in Reinkultur geprägt, wurde insofern zurück gefahren, als dass die Bereitstellung von Mitteln z. T. in das Wohlwollen von Großunternehmen überging. Zeitgleich erfolgte die Einführung von Studiengebühren, womit Bildung ungeachtet persönlicher Kenntnisse und Fähigkeiten dem Finanz- und Wirtschaftsadel vorbehalten blieb. Damit zementierte man die “Zeckenkaste von was Besseres”, deren Mitglieder fortan unter sich bleiben konnten und sich nicht mehr mit dem gemeinen Volk abzugeben hatten. Parallel dazu kam es zum rapiden (und auch heute noch nicht beendeten) Absinken der Intelligenz, wie aus der Untersuchung “The negative Flynn Effect” der Universitäten London und Rotterdam hervorgeht. Mit anderen Worten: Die Gesellschaft war und ist – wissenschaftlich gesichert – dabei zu verblöden. Über die Ursachen dieser Verblödung kann nur spekuliert werden, doch Umweltchemikalien und auch verdummende Massenmedien dürften dabei sicherlich ihren Beitrag leisten.

Immer mehr, immer schneller, das ist das Credo neoliberaler Wirtschaft. Die basiert, was seitens ihrer gekauften Politmarionetten vehement befürwortet wird, auf unbegrenztem Wachstum im begrenzten System. Etwas, was absolut weltfremd ist und so wurde (wenngleich auch erst später) schlüssig nachgewiesen, dass der Neoliberalismus auch gar nicht funktionieren kann. Doch wen, wenn er ganz oben sitzt und andere ausbeutet, interessiert das schon? Geht ein Rohstoff im einen Land zu Ende, dann holt man sich den eben aus einem anderen Land! Dabei lässt sich umso mehr verdienen, je besser man das betreffende Land destabilisiert. Das Schema wurde oft und gerne praktiziert: Der Waffenexport an Aufständische bzw. an “Friedensarmeen”, durch jene die Zerstörung des (fremden) Landes, sein Wiederaufbau und anschließend das Übernehmen der Kontrolle durch die Konzerne. Bei jedem einzelnen dieser Schritte fallen lukrative Gewinne für die Wirtschaft an. Selbstverständlich gab und gibt es dabei Kriege – na und? Die Opfer entstammen doch nicht der Eliteschicht der oberen Zehntausend, sondern immer nur dem gemeinen Volk und das ist im Neoliberalismus durchaus verzichtbar.

So wurden die 2000er Jahre dann auch von Rohstoff- und Stellvertreterkriegen geprägt. Gewürzt mit False-Flag-Operationen und umbenannt in den “Krieg gegen den Terror” führte das zur Einschränkung von Bürgerrechten nebst umfassender Bespitzelung und der Einschränkung von Menschenrechten. Was für die herrschende “Elite” durchaus Sinn machte, denn all das diente der Kontrolle einer verarmten Bevölkerung mit dem Ziel, die eigene, hohe soziale Position zu sichern. Die Wertschöpfung erfolgte aus dem Nichts heraus und war längst nicht mehr durch materielle Gegenwerte gedeckt. So entstand eine gigantische Blase an imaginärem und real gar nicht existentem Geld. Jemand konnte stinkreich werden, wenn er die kleine Holzbretterbude mit dem Herz in der Tür irgendwo in der Wüste nur als “modernes Eigenheim inmitten unberührter Natur” für ein Vermögen verhökerte. Diejenigen, die über das imaginäre Geld verfügten und damit nach Herzenslust zockten, hatten längst schon jeglichen Kontakt zur Realität verloren und die Pleite von Lehman Brothers löste dann auch die durchaus vorhersehbare, weltweite Wirtschaftskrise aus. Denn imaginäres Geld ist nun einmal kein materieller Wert!

Im Zuge dieser zweiten Weltwirtschaftskrise des Jahrzehnts wurden noch sehr viel mehr Unternehmen als beim Platzen der Dot-Com-Blase in Mitleidenschaft gezogen, denn über die Großkonzerne und Großbanken waren alle irgendwie auch immer mit allen anderen verbandelt. Da sich aber einzig und allein alles nur noch um die Wirtschaft und ihre Gewinne und schon längst nicht mehr um das Leben der Menschen drehte, musste Schaden von der Wirtschaft abgewendet werden. Dazu dienten Rettungsschirme für Bankster und Wirtschaftsmafiosi, zur Verfügung zu stellen – selbstverständlich wie immer – vom ohnehin schon über Gebühr verarmten Otto Normalverbraucher. Merkel jedenfalls kannte keinerlei Skrupel, aus den Menschen auch noch das Allerletzte heraus zu quetschen. Dabei hätte es auch anders laufen können. Man hätte die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen können (wie Island es tat) oder einen sozialen Weg, von dem alle profitieren würden, einschlagen können (wie Portugal es tat). Doch das geschah nicht, denn dann hätten auch korrupte Politiker Federn lassen müssen. Stattdessen hieß es nur, dass man die EU repektive den Euro unbedingt stärken müsse. Länder wie bspw. Griechenland blieben dabei auf der Strecke: Die EU betrachtete gewisse Mitglieder wie Zigarettenschachteln. Leermachen, zerdrücken, wegwerfen – und es lebe die Umverteilung von unten nach oben!

Aus den früheren Volksparteien in Deutschland war längst eine neoliberale Einheitspartei, die sich nur noch in ihren verschiedenen Strömungen unterschied, geworden. Was immer man auch wählte, jemand aus dem Volk war nicht mehr dabei, sondern stattdessen nur noch aus Großbürgertum und Finanzadel. Die Wahl lief (und läuft) somit immer auf eine Wahl zwischen Galgen und Fallbeil bzw. zwischen Pest und Cholera hinaus. Das wurde (und wird) als Demokratie bezeichnet. Tatsächlich jedoch handelt es sich – da das Volk nicht nur außen vor gelassen wird, sondern ihm darüber hinaus durch das Verweigern von Volksabstimmungen auch noch jegliche Mitsprachemöglichkeit genommen wird – längst schon um eine Postdemokratie, die irgendwo zwischen Plutokratie und Oligarchie anzusiedeln ist. Um nicht allzu sehr ins Kreuzfeuer der Kritik zu geraten, knüpfen gewisse Politiker Handelsbeziehungen – so bspw. mit China, wo die Dreckarbeit für Deutschland erledigt wird. Mit dem Erfolg, dass die so importierten Produkte nur eine äußerst begrenzte Lebensdauer aufweisen (nämlich das Überstehen der Zweijahresgarantie, wenn überhaupt) und der Verbraucher gezwungen ist, ständig neu kaufen zu müssen. Die Händler machen dabei gigantische Gewinne, denn ein bspw. im Großhandel für 60€ eingekaufter Laptop kostet den Endkunden rund 400€.

Letztlich aber wurde mit der Verlagerung von Produktionsstätten in Billiglohnländer bzw. in so genannte Schwellenländer ohne großartige Umweltstandards aber auch nur das Problem der Umweltverschmutzung verlagert: Aus den Augen, aus dem Sinn. Bis die Probleme anfingen, global zu werden. Die Klimaveränderung, die sich bereits in den 2000ern deutlich abzeichnete und die heute zum globalen Problem geworden ist – unabhängig davon, welchen Anteil der Mensch daran hat – ist nur ein Beispiel dafür. Doch Nachhaltigkeit – auch dafür existieren Beispiele und wirklich gute Lösungsansätze – würde kurzfristige Gewinnerwartungen schmälern und bedürfte einer gesamtgesellschaftlichen Anstrengung. So etwas aber erscheint überall da, wo das Geld quasi angebetet wird und der Mensch zum lästigen Anhängsel von Maschinen verkommen ist, nicht machbar!

So, und nun zum Abschluss vielleicht noch das, was sich in den Jahren von 2010 bis 2017 getan hat: Der Karren steckt komplett im Dreck. Aber anstatt ihn zu entladen, wird immer mehr drauf gepackt und ordentlich Gas gegeben, auf dass er sich noch viel tiefer reinwühlt. Irgendwann ist er völlig im Schlamm versunken und das war’s dann! :(

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