sidenken

Stell’ dir vor, du machst einen Aktivurlaub. Zusammen mit ein paar Leuten wird eine Trekking-Tour irgendwo durch Nordamerika unternommen. Es versteht sich dabei von selbst, dass bspw. beim Aufschlagen des Nachtlagers die mitgeführten Vorräte außerhalb der Reichweite von Bären aufgehängt werden. Es versteht sich von selbst, das Lagerfeuer an einem Ort zu machen, an dem kein Funkenflug etwaig vorhandene Bäume entzünden kann. Eine Wache wird aufgestellt, um euch beim Nahen eines Pumas zu alarmieren und besagte Wache schreitet in regelmäßigen Abständen das Lager ab, um durch die seinerseits verursachten Bodenvibrationen die Schlangen zu verscheuchen. Selbstredend habt ihr eure Zelte auch nicht gerade im einem ausgetrockneten Flussbett aufgebaut, obgleich dessen ebener Boden doch ziemlich verlockend ausgesehen hat. Die Tour wird ein voller Erfolg und zufrieden kehrt ihr alle gesund nach Hause zurück.

Dort angekommen aber ist jegliches Sicherheitsdenken schlagartig vergessen! Da fliegt der Tagesrucksack (oder die Einkaufstasche) irgendwo auf den Flur und wird zur Stolperfalle. Noch wesentlich schlimmer verhält es sich auf der Arbeitsstelle. Der Griff vom Hubwagen wird nicht etwa hoch gestellt, sondern ragt dekorativ rund zwanzig Zentimeter über dem Boden waagerecht in die Botanik – dort, wo er im toten Winkel ist und wo ihn niemand sieht. Kabel werden gar nicht mal so selten offen über dem Boden liegend verlegt – ist ja nicht mein Bier, sondern Sache der Elektriker – und etwa in Hüfthöhe hervorstehende, scharfkantige Metallteile überlässt man lieber dem Betriebsschlosser. In der Teeküche ist das Scharnier eines Hängeschrankes defekt und jeder, der besagte Tür öffnet, läuft Gefahr, dass ihm das Ding auf den Kopf knallt. An einen simplen Zettel mit darauf vermerkter Warnung denkt niemand; das liegt in der Verantwortung anderer.

Ich habe es selbst mal erlebt, dass ein fensterloser, stockfinsterer Raum betreten wurde. Instinktiv tastet man dann nach dem Lichtschalter an der Wand, der sich im Normalfall neben der Tür befindet. Was ich fühlte waren Kabel! In derartigen Fällen kommt einem schlagartig eine Erleuchtung, nämlich dass das eigentlich nicht im Sinne des Erfinders gewesen sein kann. Da wird versehentlich Spülmittel oder Speiseöl verkleckert und das wegzumachen hat noch Zeit, weil die Küche ja nachher sowieso noch dran ist. Bis jemand drauftritt: Der aufrechte Gang ist im Grunde genommen nichts anderes als ein kontrolliertes Vorwärtsstürzen und wehe dem, der dabei die Kontrolle verliert! Die meisten Unfälle sind nämlich Sturzunfälle. Zugegeben, man muss die Geschichte mit der Sicherheit auch nicht übertreiben. Das Schild mit der Aufschrift “Vorsicht, bissige Spinnen!” an der Kellertür ist vielleicht doch etwas überzogen.

Aber was ich damit sagen will: Sobald man auf sich selbst gestellt ist, macht man sich auch automatisch Gedanken über die eigene Sicherheit. Wenn man sich aber zuhause oder auf der Arbeit aufhält, dann sind offensichtlich plötzlich andere für die eigene Sicherheit zuständig. Warum eigentlich und ist das nicht hochgradig paradox? Dabei lässt sich ganz einfach etwas gegen Unfälle unternehmen. Zuerst mal an die Folgen des eigenen Handelns denken. Wer sich in der Badewanne die Haare föhnt und dabei Biostrom benutzt, der mag vielleicht auf diese Weise einen mehr oder weniger natürlichen Tod sterben, aber tot ist eben tot! Wer einen gefährlichen Fehler sieht, den er nicht selbst beseitigen kann, der hängt einen Warnzettel an die Gefahrenstelle und informiert den dafür Zuständigen. Wer eine Stolperfalle bemerkt, der beseitigt sie ganz selbstverständlich und erinnert andere daran, auch mal auf sowas zu achten. Das alles kostet nichts und geht ganz einfach! Außerdem kann es zur durchaus sehr nützlichen (vielleicht sogar überlebenswichtigen) Gewohnheit werden … Man muss nur mal damit anfangen!

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