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Viele so genannte Experten gehen mir tierisch auf den Keks! Damit meine ich nicht diejenigen, die wirklich Sachkompetenz und Erfahrung auf einem bestimmten Fachgebiet vorweisen können (einen Titel müssen sie dazu gar nicht haben). Wenn also ein Ranga Yogeshwar, seines Zeichens Physiker, über Physik oder Chemie referiert, dann nehme ich dem das Expertentum unbesehen ab. Oder wenn ein Naturphilosoph und Astrophysiker wie Harald Lesch sich über Physik und Mathematik äußert. Auch das ist für mich ein Experte. Aber die Bezeichnung Experte ist rechtlich nicht geschützt. Objektiv lässt sich also nicht beurteilen, ob jemand, der Otto Normalverbraucher als vermeintlicher Experte präsentiert wird, auch wirklich ein Experte ist. Womit wir beim Thema wären.

Wir leben in einer Welt der Expertenschwemme. Es gibt kaum eine TV-Sendung, in der nicht irgendein so genannter Experte zugegen ist – ganz egal, womit sich die betreffende Person fachlich überhaupt beschäftigt hat. Wenn jemand von irgendeinem (vielleicht gleichfalls fachlich unbeleckten) Moderator als Experte bezeichnet wird, dann hat gefälligst niemand dessen Aussagen zu hinterfragen – Punkt! Selbst dann nicht, wenn die betreffende Person wissenschaftlich gesehen allergrößten Schwachsinn absondert, so wie es bspw. mal in einer populärwissenschaftlichen Sendung geschehen ist, als dem vermeintlichen Experten der Unterschied zwischen Viren und Bakterien nicht geläufig war. Was aber taugen so genannte Experten, die schon am grundlegenden Schulwissen scheitern?

OK, lassen wir die Verdummungsglotze einfach mal Berieselungsmaschine sein. Es existieren ja noch ganz andere Gebiete, auf denen man Sachkompetenz voraussetzt. Nehmen wir mal den IT-Bereich. Angenommen, es gäbe da einen Rechtsanwalt, der sich zwar mit Jura auskennt, dem aber die IT ziemlich fremd ist. Dennoch hielt man ihn für den IT-Experten schlechthin und machte ihn sogar zum “Digitalkommissar” für ganz Europa. Die Rede ist von Günther Oettinger. Was lernen wir daraus? Ein Experte auf dem einen Gebiet (Jura) ist nicht zwangsläufig auch zugleich ein Experte auf einem anderen Gebiet (IT). Oder noch ein Beispiel: Da ist ein weiterer Anwalt, dem man pharmazeutisch-toxikologisches Fachwissen unterstellt, so dass man ihn für ganz Deutschland den Einsatz einer durchaus gefährlichen Chemikalie befürworten lässt. Die Rede ist von Christian Schmidt und seiner Befürwortung des Glyphosateinsatzes. Mal ganz ehrlich: Wer auf derartige “Experten” reinfällt, der kann sich auch gleich von einem Tischler den Blinddarm rausnehmen lassen!

Diejenigen, die wirklich kompetent sind, kommen praktisch nur selten zum Zuge. Denn vor ihnen stehen die hochstilisierten Möchtegernexperten, wobei in unserer (obrigkeitshörigen) Gesellschaft der Trend eindeutig dahin geht, eine hohe soziale Position mit Expertentum gleichzusetzen. Wenn ein Christoph Butterwegge, seines Zeichens Soziologe und Armutsforscher, sich über Armut äußert, dann hat das normalerweise Hand und Fuß. Wenn aber hingegen eine Andrea Nahles mit einem Abschluss in Germanistik (der Titel ihrer Masterarbeit lautete “Funktion von Katastrophen im Serien-Liebesroman”) und stolze Parteibuchbesitzerin sich hinstellt und absondert “eure Armut find’ ich krass“, dann ist das für mich nicht gerade das, was ich unter Sachkompetenz verstehe. Oder ein anderes Beispiel: Wenn ein Herr Michael Hartmann, seines Zeichens Soziologe und Eliteforscher, sich über die oberen Zehntausend auslässt, dann hat das von der Sache her für mich wesentlich mehr Gewicht als die Merkel-Aussage “wir schaffen das“. Nur eben hört leider keiner auf die wirklich kompetenten Personen!

Was lernen wir daraus? Der Experte auf dem einen Gebiet kann auf dem anderen, fachfremden Gebiet ein völliger Versager sein. Experte und Experte ist eben ein Riesenunterschied, denn das muss immer auf den jeweiligen Fachbereich bezogen werden. Tut man das aber nicht, dann hat man Pseudoexperten. Dann hat man Menschen, deren Populismus von niemandem zu hinterfragen ist. So etwas gibt es aber auch in einem anderen Bereich, nämlich bei Sekten. Und an der Stelle stellt sich beinahe schon automatisch die Frage, ob nicht gewisse Vereinigungen hierzulande von Möchtegerngurus geführt werden. Wenn euch also jemand als Experte schmackhaft gemacht werden soll, dann recherchiert dessen vermeintliches Expertentum mal. Erweist er sich wirklich als Experte, dann solltet ihr über seine Worte nachdenken. Erweist er sich aber als Möchtegernguru, dann wisst ihr genau, was von der Gruppierung, die er vertritt, zu halten ist! Wenn euch also jemand als Experte präsentiert wird, dann stellt euch mal folgende Frage: Experte oder Mietmaul?

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