mastering

Kürzlich bin ich auf Facebook zum wiederholten Male gefragt worden, welche MP3-Freeware ich wofür empfehlen würde. Ich dachte, ich hätte zu dem Thena längst schon einmal einen Beitrag gebracht, aber es ist wohl offensichtlich beim guten Willen geblieben und nie realisiert worden. Das wird jetzt nachgeholt. Sprechen wir also einmal über das MP3-Mastering, also über die Endbearbeitung von MP3s. Vorab allerdings zur Abgenzung: Es geht hier NICHT um die professionelle Musikbearbeitung! Es geht vielmehr um das, was der Heimanwender mit kostenloser Software, sprich Freeware, machen kann.

Betrachten wir das Ganze mal von Anfang an. Zunächst einmal muss der Sound irgendwie auf den Rechner. Das kann durch Mitschneiden geschehen; geeignete Freeware dafür ist No23Recorder oder Audacious. Oder man rippt eine CD, wozu sich EAC ganz hervorragend eignet, mitunter auch CDex. Alternativ kann man natürlich auch noch Youtube o. ä. Quellen mit einem Mediagrabber wie Convert2MP3 in Form eines Webdienstes bemühen.

Jetzt hat man also den Sound vorliegen, entweder schon als MP3 oder aber als Wave. Wave ist besser, denn falls etwaige Bearbeitungen erforderlich sein sollten, dann führt man die tunlichst VOR dem Komprimieren durch, wozu sich Wavosaur, EAC und Audacity recht gut eignen (also Entrauschen, Entbrummen u. ä.). Anschließend muss das Wave-Format nach MP3 konvertiert werden. Das funktioniert mit CDex ganz hervorragend. Nun hat man also im Idealfall ein bestens bearbeitetes MP3, dem es nur noch an den ID3-Tags (d. h. an der Angabe von Titel und Interpret, ggf. aber auch an Songtext und CD-Cover) mangelt. Die fügt man manuell mit dem TagScanner hinzu; alternativ leisten dazu aber auch die Player AIMP und Oceanaudio entsprechende Dienste.

Leider hat man es aber nicht immer mit dem Idealfall zu tun, insbesondere dann, wenn es sich bei dem MP3 um einen Download mittels Mediagrabber handelt. Häufig genug stimmt der Pegel nicht (d. h. das Stück ist zu leise aufgenommen worden) oder aber am Anfang bzw. Ende ist irgendwelcher überflüssiger Mist enthalten, den es wegzuschneiden gilt. Das Normieren des Pegels lässt sich ganz gut mit Audacity erledigen und Schneidemaßnahmen führt man am besten mit mp3DirectCut durch. Für weitergehende Bearbeitungen (bspw. Entbrummen, Entknacksen, Entrauschen etc.) muss dann allerdings wieder das Wave-Format herhalten: Dazu ist das MP3 mittels CDex zurück nach Wave konvertieren, mit den o. e. Programmen zu bearbeiten und anschließend wieder per CDex ein MP3 daraus machen.

So weit, so gut: Wir haben jetzt ein “sauberes” MP3 ohne irgendwelche Artefakte mit einem Lautstärkemaximum und gesetzten ID3-Tags. War’s das? Vielleicht, Vielleicht besteht aber auch noch die Notwendigkeit, das MP3 hinsichtlich seiner Qualität soweit zu modifizieren, dass es auch megakompatibel ist und eben nicht nur auf Computer, Handy oder Tablet läuft, sondern eben praktisch überall – d. h. auch über Plattenspieler, Fernseher, Sat-Empfänger, Radio mit USB-Anschluss, Stand-Alone-MP3-Player usw. Ein Kompatibilitätsmaximum (NICHT jedoch ein Qualitätsmaximum!) erreicht man erfahrungsgemäß mit folgenden Einstellungen: Bitrate Constant, Modus Stereo, Rate 144kbps, Abtastrate 44100Hz sowie einem Dateinamen in 8.3-Syntax. Von der Qualität her ist das irgendwo zwischen nagelneuer Vinyl-LP und CD anzusiedeln.

Zum Modifizieren dient der MP3 Quality Modifier. Will man mehrere MP3s miteinander verketten – das erledigt MergeMP3 sehr gut – dann ist eine solche Vereinheitlichung aller beteiligten MP3-Teilstücke sogar unumgänglich. Beim Verketten ist allerdings Vorsicht geboten, denn ich habe die Erfahrung gemacht, dass die allermeisten Player lange Stücke von über ca. 80 Minuten nicht mehr korrekt wiedergeben, weil sie irgendwann einfach stoppen. Bei langen Orchesterstücken oder endlosen Livekonzerten erreicht man diese Grenze schnell; derartige Stücke müssen folglich mit mp3DirectCut (vgl. oben) in passende “Häppchen” zerteilt werden.

Bleibt noch das Abspielen. Damit sind wir bei den Playern angelangt. Es gibt Player, welche Playlists verwalten und es gibt Player, welche Ordnerinhalte abspielen. Zur letztgenannten Kategorie zählen 1by1 sowie der Resonic Player. In der erstgenannten Kategorie, d. h. bei den Playern mit Playlistverwaltung, bevorzuge ich persönlich neben den bereits erwähnten Playern AIMP und Oceanaudio noch NEMP.

Soviel in aller gebotenen Kürze zur MP3-Soundbearbeitung. Alle Programme sind Freeware für Windows, zum überwiegenden Teil sogar portabel und im Einzelfall via WinE auch unter Linux lauffähig. Für den Hausgebrauch reicht das durchaus. Ich betone aber noch einmal ausdrücklich, dass all diese Mastering-Möglichkeiten eben KEINE professionelle Sondbearbeitung darstellen – sie dienen lediglich dazu, dass die Sachen beim Abspielen etwas gefälliger klingen und auch überall abgespielt werden können.

2 Antworten auf MP3-Mastering

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