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Eine alte Binsenweisheit besagt: “Wissenschaft ist der jeweils gültige Irrtum.” Wissenschaft dient dazu, unsere Erkenntnis und unser Verständnis des uns umgebenden Universums zu erweitern. Es ist wirklich prima, wenn dabei alles zusammen passt, denn das liefert umgehend Erklärungen. Nur manchmal, da frage ich mich, ob besagte Erklärungen nicht vielleicht doch auf einem Kartenhaus beruhen. Denn wenn man mal etwas genauer nachhakt, dann tun sich gar nicht mal so selten Fragen über Fragen auf, welche das gesamte Modell infrage stellen. Ich will einmal versuchen, das am Beispiel der Entstehung unserer Erde und des Lebens darauf klarzumachen.

- … vor 13,8 Milliarden Jahren:
Urknall und Entstehung unseres Universums. Das bedeutet allerdings auch, dass das fernste Licht, welches wir heute wahrnehmen können, nur aus maximal 13,8 Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen kann. Die bislang fernste, entdeckte Galaxie soll 13,4 Milliarden Lichtjahre weit entfernt sein. Sie muss sich also schon rund 400 Millionen Jahre nach der Entstehung des Universums gebildet haben. Das ist durchaus denkbar, denn bereits vor 13,7 Millionen Jahren bildeten sich den aktuellen Modellen zufolge großräumige Strukturen aus. Die damaligen Sterne “erster Generation” waren anders als unsere heutigen Sterne (nämlich sehr viel massereicher), denn sie wiesen eine Lebensdauer von nur 3–10 Millionen Jahren auf. Im Verlauf dieses Zeitraums fusionierten sie Wasserstoff zu Helium, Kohlenstoff, Sauerstoff, Silizium, Schwefel und zuletzt Eisen. Weiter als bis zum Eisen (Ordnungszahl 26) kann eine Fusion im Sterninnern aus rein physikalischen Gründen nicht laufen. Schwerere Elemente – vgl. das PSE – wie bspw. Nickel, Kupfer, Gold, Uran usw. werden daher nur im Verlauf von Supernova-Explosionen gebildet. Besagte Explosionen verdichteten angrenzende Gaswolken, welche nun ihrerseits sozusagen “Sterne zweiter Generation” hervorbringen konnten. Ein Stern “zweiter Generation” benötigt 21 Milliarden Jahren, um Eisen zu erbrüten. Bis hierher ist das alles für mich noch einigermaßen schlüssig.

- … vor 4,6 Milliarden Jahren:
Eine stellare Gaswolke, bestehend aus ursächlich Wasserstoff mit ein paar eingelagerten, schwereren Elementen aus den vorausgegangenen Supernovaexplosionen, kollabiert und in ihrem Innern setzt eine Kernfusion von Wasserstoff zu Helium ein: Unsere Sonne entsteht. Der Strahlungs- bzw. Explosionsdruck sorgt dafür, dass sich nahezu zeitgleich die schwereren Elemente zu die Sonne umkreisenden, schnell rotierenden, glutflüssigen Klumpen zusammenballen: Unser Sonnensystem entsteht und mit ihm die Erde, deren Kern aus schwereren Elementen gebildet wird. Hier taucht bei mir eine Frage auf: Warum werden gerade die schwereren Elemente, also die mit der größten Masse und daher auch mit der größten Gravitation, abgestoßen und nicht angezogen? Logisch wäre doch eigentlich ein Zusammenballen der schwereren Elemente – die dann aber nicht mehr fusionieren könnten und somit vom leichteren Wasserstoff umkreist werden müssten. D. h. eine Sonne könnte gar nicht zünden und man hätte “dunkle Materie”.

- … vor 4,59 Milliarden Jahren:
Ein felsiger Kleinplanet, gleichfalls glutflüssig, kollidiert mit der Erde, bremst ihre Rotation ab und sprengt Teile des glutflüssigen Planeten raus, so dass sie jetzt keine “Supererde” mehr ist und sich die Schwerkraft verringert. Vieles von dem Material verschwindet im interstellaren Raum. Einiges davon ballt sich zusammen, umkreist die Erde und bildet mit der Zeit unseren Mond, welcher durch seine Schwerkraft für eine weitere Rotationsverlangsamung sorgt. Die Rotationsverlangsamung fördert eine schnellere Abkühlung des Planeten, da auf der sonnenabgewandten Seite mehr Wärme in den Weltraum abgestrahlt werden als auf der sonnenzugewandten Seite aufgenommen werden kann. So weit ganz logisch.

- … vor 4 Milliarden Jahren:
Auf der Erde hat sich gerade erst eine hauchdünne und vom Vulkanismus immer wieder aufgerissene Kruste gebildet. Wasser in flüssiger Form existiert noch nicht, denn dafür sind die Temperaturen einfach noch viel zu hoch. Eiweißverbindungen, wie sie in lebenden Organismen vorkommen, denaturieren (zersetzen) sich spätestens ab 79°C und deswegen ist das bspw. auch die zum Pasteurisieren von Milch verwendete Temperatur. Was an Atmosphäre da ist, besteht aus Methan, Schwefelwasserstoff, Ammoniak, Wasserdampf, Kohlenmonoxid und -dioxid und Spuren von Blausäure. Dennoch existieren Fossilien von Mikrolebewesen aus dieser Zeit. D. h. es müssten binnen Rekordzeit in lebensfeindlichster Umgebung zuerst einfache, dann komplexe und hochkomplexe biologische Moleküle entstanden sein, die sich zu Leben entwickelt haben. Das ist nur sehr schwer zu vedauen, nach heutigem Kenntnisstand aber prinzipiell möglich. Nur setzt es die Existenz von flüssigem Wasser voraus und das gab es zu der Zeit noch nicht. Daraus resultiert die Frage: Wie kann sich das Leben hier entwickelt haben? Oder hat es das gar nicht getan und kam von außen? Dann hätte die Panspermie-Theorie doch recht …

- … vor 3,8 Milliarden Jahren:
Es hat Millionen von Jahren geregnet und die Ozeane sind entstanden. Jetzt erst existiert Wasser in flüssiger Form auf der Erde. Jetzt erst gibt es eine “Ursuppe”, in der sich die Vorläufer des Lebens gebildet haben könnten. Problem dabei: Das Leben ist bereits seit langer Zeit da!

- … vor 3,5 Milliarden Jahren:
Eine Sauerstoffatmosphäre existiert immer noch nicht. Aber methanverarbeitende Bakterien gelten als nachgewiesen. Bakterien sind Nachkommen der Archaeen. Sie verfügen u. a. über eine Zellwand und über eine DNA, aber (noch) nicht – wie die späteren Eukaryoten – über einen Zellkern. Mithin muss es also “nur” 1,1 Millarden Jahre gedauert haben, bis sich aus Lava über unzählige Zwischenstufen unter widrigsten Umständen auf (bio)chemischem Wege Leben geformt haben soll. Ist für mich ehrlich gesagt nur sehr, sehr schwer vorstellbar. Aber ich bin zur Not bereit, diese Kröte zu schlucken. Doch dann ist ist da noch etwas, nämlich eine ganz gewaltige Ungereimtheit. Die nennt sich “biologische Chiralität“. Dazu muss ich etwas weiter ausholen. Die meisten biologisch aktiven Makromoleküle (Proteine, DNA, RNA, Enzyme usw. gehören dazu) können zwei räumlich unterschiedliche Strukturen annehmen. Sie verhalten sich dann wie Bild und Spiegelbild – man spricht auch von Händigkeit – oder, salopp ausgedrückt, wie linker und rechter Handschuh. Und so, wie der rechte Handschuh nicht auf die linke Hand passt, verhält es sich dann auch mit den (bio)chemischen Reaktionen. D. h. nur eine der beiden Strukturen funktioniert dafür. Je nachdem, in welche Richtung die Lösung eines solchen (Bio-) Moleküls polarisiertes Licht dreht, nennt man das linksdrehend (“S”) oder rechtsdrehend (“R”). Führt man eine chemische Reaktion durch, an deren Ende das Synthetisieren von Biomolekülen steht, dann erhält man immer eine Mischung aus beiden Varianten, ein so genanntes Racemat – was auch mathematisch gesehen nur logisch ist, denn für die Bildung einer jeden Molekülvariante besteht eine Fifty-Fifty-Chance. Es wäre bei der Entstehung des Lebens hier auf der Erde folglich zu erwarten gewesen, dass das Leben hier teils linksdrehend und teils rechtsdrehend ist. Dem ist aber nicht so: Es existiert ausschließlich linksdrehendes Leben. Warum? Zitat Wikipedia: “Von Astrobiologen wird darauf hingewiesen, dass dies einfacher im Weltall zu erklären sei, da photochemische Prozesse mit zirkular polarisierter Strahlung, wie sie beispielsweise durch Pulsare erzeugt wird, in der Lage sind, nur chirale Moleküle bestimmter Händigkeit zu zerstören. Tatsächlich wurden in Meteoriten chirale organische Moleküle gefunden, bei denen die Häufigkeit der L-Form um bis zu 9% überwog.” Schön, bloß wenn das zutrifft – muss das Leben von außerhalb der Erde gekommen sein! Und die Tatsache, dass das Leben auf der Erde in seiner DNA entgegen der Wahrscheinlichkeitsmathematik nur vier von fünf infrage kommenden Nukleobasen verwendet, lassen wir einfach nur mal unkommentiert im Raum stehen …

- … vor 0,6 Milliarden Jahren:
Die Erdatmosphäre verändert sich gravierend. Erst jetzt entsteht die Sauerstoffatmosphäre, wie wir sie heute kennen. Das Leben selbst (nämlich das massenhafte Auftreten von Landpflanzen) hat daran maßgeblichen Anteil. D. h. dass das Leben seinen Planeten formt. Das ist die Kernaussage der Gaia-Hypothese. Das ist nur logisch und deswegen akzeptiere ich das auch.

Fassen wir das jetzt mal zusammen, dann drängt sich unweigerlich der Schluss auf, dass wir eigentlich doch selbst der lebende Beweis für die Richtigkeit der Panspermie-Theorie sind. Würde man das allerdings akzeptieren, dann wären die soziologischen Folgen doch recht weitreichend, denn alle Religionen nebst ihrer Schöpfungsmythen und Gottheiten hätten – ebenso wie die darauf fußenden Gebilde des sozialen Miteinanders, also die Staaten – schlagartig ausgedient! Vielmehr sollten wir uns dann schleunigst mit dem Gedanken anfreunden, dass ET irgendwo da draußen existiert. Da das jedoch unseren kulturell-historisch gewachsenen, glaubensgeprägten Systemen zuwider läuft, würde es auf ein “Entweder-Oder” hinauslaufen müssen. Oder, anders ausgedrückt: Um unsere althergebrachten staatlich-kulturellen Ordnungen zu schützen, müssten Beweise für die Existenz von ET negiert u. d. h. vernichtet und verschleiert werden.

Besagter ET hat vielleicht – wenn man sich einmal die doch recht kurze Entwicklungsdauer des Lebens auf der Erde vor Augen hält – eine Entwicklung hinter sich, die ein paar Milliarden Jahre länger als die Unsrige ist. Vielleicht hat ET eben dadurch auch eine Möglichkeit entwickelt, die seitens der Relativitätstheorie auferlegten Grenzen unseres Universums zu umgehen, indem er sich eine weitere Dimension nutzbar gemacht hat – insbesondere das Noosphere-Project der Princeton University legt eine derartige Vermutung ja nahe und irgendwoher muss die zum Urknall führende Quantenfluktuation ja auch gekommen sein. Unter diesem Gesichtspunkt sollte sich niemand wundern, falls ET mal hier anklopfen würde. Anders ausgedrückt: Extraterrestrisches Leben halte ich nicht nur für äußerst wahrscheinlich, sondern es besteht m. E. darüber hinaus auch eine gewisse Wahrscheinlichkeit dafür, dass es sich dabei sogar um intelligentes Leben handeln könnte.

Allerdings muss ET gar nicht mal übergeordnete Dimensionen bemühen und kann sich durchaus auf unseren “Einstein”-Raum beschränken. Er könnte bspw. Von-Neumann-Maschinen entwickeln und die in das Universum aussenden, um dem Leben zu bringen. Es würde eben bloß ziemlich lange dauern. Was ist eine Von-Neumann-Maschine? Im Prinzip ein billiges, winziges Etwas, welches sich reproduzieren kann und welches vom Lichtdruck angetrieben den Leeraum zwischen den Sternen überbrücken kann. Es ist ziemlich egal, wenn vieles davon verloren geht. Was einzig zählt ist das, was ankommt. Angenommen, ET nähme winzige Kapseln mit Archaeen und Cyanobacter, die an einem Graphensegel hängen. Kleiner und simpler geht’s kaum noch. Das wäre extrem wirkungsvoll – so ET denn skrupellos genug dafür ist. Weil nämlich solche Von-Neumann-Maschinen auf etwaig bereits vorhandenes, anderes Leben keinerlei Rücksicht nehmen und es quasi “überschreiben” würden. Heute sind wir selbst dazu in der Lage, solche Geräte zu bauen, Stichwort “Project Starshot” – und wer weiß, vielleicht sind wir ja selbst “nur” die Nachkommen uralter Von-Neumann-Maschinen und setzen deren ursprüngliche Aufgabe jetzt fort?

5 Antworten auf Fragen über Fragen

  • elfina sagt:

    deine ausführungen habe ich fast identisch vor ein paar wochen nachts auf n24 in einem bericht gesehen und wahr fasziniert davon.

    allerdings tue ich mich schwer daran, an einen et zu glauben, der leben auf die erde befördert haben soll. eher könnte ich mir vorstellen, dass diese zellen von einschlägen aus dem all resultieren. vielleicht verstehe ich aber auch etwas falsch.

    dass es ausserhalb der erde leben im universum geben könnte, könnte stimmen. auch könnte stimmen, dass dieses leben sich wie auf der erde zu vielen spezies entwickelte.

    dieses leben im all würde aber wohl sehr, sehr entfernt von der erde sein dasein leben, denn bekannt ist davon bisher nix.
    auch kann ich schwerlich berichte aus den usa von ufo sichtungen glauben schenken.
    aber an gott glaube ich auch nicht so recht.

    im bericht von n24 wurde noch erzählt, dass sich das universum ausdehne und dies einige milliarden jahre rasch vor sich ging und nun verlangsamt habe.
    irgendwann würde die ausdehnung das universum zerreissen, was wir nicht erleben werden. das soll in ungefähr 14 milliarden jahre geschehen.

    bevor ich das spekulieren beginne, hoffe ich auf weitere aussagen dazu von dir.

    • Die Physik bietet zwei Grundprinzipien, nämlich im Rahmen der Thermodynamik. Der erste Hauptsatz besagt singemäß, dass in einem geschlossenen System (d. h. in unserem Universum) weder Energie neu erzeugt noch verloren gehen kann – sie wird bloß verändert. Eben das ist ja auch die Grundlage von Einstein’s e=mc² (wobei diese Vereinfachung hier ausreicht). D. h. Energie kann sowohl materielle Form wie auch Strahlungsform annehmen und sie kann sowohl hoch- wie auch niederenergetisch sein. Der zweite Hauptsatz der Thermodynamik besagt, dass jegliche Energie danach trachtet, eine größtmögliche Verteilung gleich niedrigst möglicher Energiegehalt gleich größtmöglicher Informationsanteil anzunehmen. Beispiel Auto: Du bremst. Du setzt gerichtete (höherwertige) Energie in ungerichtete (niederwertige) Energie – nämlich in die Bremswärme – um. Zum Beschreiben der höherwertigen Energie reichen ein paar Formeln aus (niedriger Informationsgehalt). Zum Beschreiben der niederwertigen Energie musst du schon sagen, wieviel Wärme wann wo und wohin wovon abgestrahlt wird, was letztlich nur dann funktioniert, wenn du die exakte Position eines jeden beteiligten Atoms in den Bremsbelägen kennst. Dazu aber benötigst du einen geradezu giganischen Informationsgehalt.

      Damit aber sind wir beim Thema Leben, denn es gibt im ganzen Universum nichts, was Energie auch nur annähernd so effektiv verteilen bzw. in die niederwertige Form überführen kann (nennt sich dissipieren) wie das Leben. Daher folgt allein schon aus dem zweiten Hauptsatz der Thermodynamik, dass Leben ein universelles Prinzip sein muss. Nun kann man durchaus darüber spekulieren, wie diees Leben aufgebaut ist. Es muss nicht immer Kohlenstoff und es muss auch nicht immer eine Sauerstoffatmosphäre sein. Blausäure, Ammoniak, Methan, Schwefelwasserstoff, Silizium u. ä. bieten – je nach Temperatur – auch entsprechende Ansatzpunkte. Fraglich ist, ob wir derartiges Leben überhaupt als Leben erkennen könnten. Beschränken wir uns daher auf die kohlenstoffbasierenden Lebensformen.

      Du hast Einschläge aus dem All ins Spiel gebracht. Ja, das ist durchaus korrekt. Aber ganz egal ob Meteorit mit eingeschlossener Lebensform oder vom Lichtdruck “herübergewehte” Spore, irgendwoher muss das Zeug ja gekommen sein. Und ich glaube, da müssen wir vielleicht gar nicht mal allzu weit weggehen. Mars und Venus sahen in der Vergangenheit gänzlich anders aus, könnten duchaus Leben getragen und das zu uns weiter gegeben haben. Oder nimm’ den Jupitermond Ganymed. Auch auf dem könnte sich durchaus Leben entwickelt haben. Wir wissen das aber nicht, weil wir von dort noch keine Proben haben. Wenn dieses Leben nicht intelligent ist und vielleicht sogar nur in Nischen existiert, dann könnten wir es sogar sehr leicht schlicht übersehen. Angenommen, das gibt es, dann bleibt aber immer noch die Frage, wie es von da nach hier kommt bzw. gekommen ist. Oder eben von einem anderen Himmelskörper. Denn ganz egal was es auch war; es muss dessen Schwerkraftfeld erst einmal verlassen haben.

      Besagtes Leben hat umso größere Chancen, je primitiver und kleiner (und damit entwicklungsfähiger) es ist. Den Rest erledigen die Umwelt des jeweiligen Planeten, die Zeit und die Evolution. Dabei können ziemlich exotische Lebensformen entstehen. Die gibt’s sogar bei uns: Stomatopoden (Fangschreckenkrebse) mit blauem (da Kupfer-basierendem) Blut, die H2S-basierenden Lebensgemeinschaften in Umfeld von Schwarzen Rauchern in der Tiefsee, “The Cell From Hell” Pfiesteria ( http://quergedacht20.square7.ch/?p=1480 ) usw. Die Umwelt prägt das Leben und das Leben prägt seine Umwelt. Die verschiedenen Hautfarben des Menschen sind letztlich auch nur die Folge von unterschiedlichen Sonneneinstrahlungen. Oder nimm’ Westler und Asiaten: Westler können Alkohol abbauen (ihr Körper produziert das dazu notwendige Enzym Alkoholdehydrogenase) und Asiaten nicht. Deswegen werden die Letztgenannten auch schon vom bayerischen Pinkelbier umgehauen. Bedeutet: Leben kann extrem vielfältige Formen annehmen.

      Warum dann aber nicht auch Intelligenz, vor allem, wenn man voraussetzt, dass eine fremde Evolution sehr viel mehr Zeit gehabt hat? Angenommen, es gibt irgendwo intelligentes, außerirdisches Leben. Dann wird das aber den gleichen universellen Gesetzmäßigkeiten (d. h. den gleichen Naturgesetzen) wie wir unterliegen. Bedeutet: Ein Funksignal von denen pflanzt sich auch nur mit Lichtgeschwindigkeit fort und verliert sich mit zunehmender Entfernung immer mehr. Insofern stelle ich auch durchaus den Sinn und Zweck des Projektes SETI infrage. Aber gibt’s nicht vielleicht auch noch ganz andere Möglichkeiten? Verschränkung wäre eine Alternative – eine, die mittlerweile sogar ganz zaghaft nach technischen Anwendungen sucht. Wenn ich nun Projekt SETI mit der Verschränkung vergleiche, dann kommt mir SETI so vor wie jemand, der mit dem Fernglas den Ozean absucht und dabei übersieht, was sich unter seinen Füßen befindet. Bedeutet: Überlichtschnelle Kommunikation von Extraterrestriern wäre durchaus denkbar, denn Verschränkung überträgt Informationen in Nullzeit.

      Kommunikation ist nun aber noch keine sich bewegende Materie und damit wären wir bei den leidigen UFOs, an die ich nun wirklich nicht glaube. Sollte es aber doch UFOs geben, dann müssen die auch irgendwoher kommen. Vielleicht aus der stellaren Nachbarschaft, um die Reisezeiten einzugrenzen? Was bräuchte man dafür? Stell’ dir einen Computer mit 3D-Drucker vor. Den Bauplan für ein Plastikmodell oder für eine Pistole kriegst du per Internet. Das ist die Information. Der Drucker fertigt dir die Gerätschaft an. Merkst du, worauf ich hinaus will? Überlichtschnelle Kommunikation benötigt nur noch eine mehr oder weniger vollautomatische Fabrik, um bewegliche Materie zusammen zu basteln (BTW: Das funtioniert theoretisch durchaus auch mit Biomolekülen!).

      Die Fabrik könnte Von-Neumann- bzw. Nano-Maschinen entstammen. Vom Homo erectus bis zu uns heute sind rund zwei Millionen Jahre vergangen. D. h. vom ersten, aufrechten Gang bis zu einer Nanotechnologie, die bereits in molekulare Größenordnungen vorstößt. Angenommen, ein intelligentes Lebewesen hätte sich woanders ähnlich entwickelt: Über was für eine Nanotechnologie würde das wohl verfügen, wenn es mehr Zeit gehabt hätte? Zehn, hundert Millionen Jahre oder gar eine Milliarde? Es könnte die o. e. Fabriken vermutlich spielend herstellen. Vielleicht sogar die Biomoleküle auf dem Zielplaneten. Es gäbe sogar einen guten Grund dafür, nämlich um zu überprüfen, ob die Saat aufgegangen ist. Welche Saat? Die Sporen, die unseren Planeten vor Urzeiten erreicht haben. Oder die hierher geschickt worden sind, weil Zeit keine Rolle spielt. Ist natürlich alles nur rein hypothetisch und spekulativ … – aber eben auch denkbar!

      • elfina sagt:

        besten dank für deine ausführungen.
        du bringst mich immer wieder zum staunen! :shock:

        etwas anderes, hat auch mit dem homo sapiens, intelligenz und entwicklung zu tun.

        vor 125 jahren hat herr diesel seinen verbrennungsmotor mit dem treibstoff diesel der öffentlichkeit vorgestellt.
        heute morgen im fernsehen in der sendung moma war der urenkel des herrn diesel zum gespräch eingeladen. der junge diesel wurde auch zum heutigen “dieselabgasvertuschungsskandal” befragt.

        er sagte, sein urgroßvater wäre sicher enttäucht, dass noch immer an der gleichen technik festgehalten würde, sicher mit einigen innovationen, doch aber der dieselverbrennungsmotor.
        wahrscheinlich hätte besagter uropa eine größere, weitreichendere und innovativere entwicklung seiner erfindung über die langen jahre für möglich gehalten als es der fall heute ist.

        so hat wohl jeder eine andere vorstellung von zeitlichen entwicklungen als der andere.

        meine kleine meinung zum dieselabgasvertuschungskandal: die verursacher sollen in die verantwortung genommen werden. aber mit den “vorbildern” der politik ist das auch in den näxten 125 jahren nicht zu erwarten.

        • Andere Antriebstechniken sind durchaus denkbar, insbesondere mit Blick auf die Elektromobilität. Denn seit Tesla vorgemacht hat, dass E-Antriebe nicht gleichbedeutend mit lahmen Krücken ohne Reichweite sind, zieht das diesbezügliche Argument UNSERER Autoindustrie beim besten Willen nicht. Genau da liegt m. E. auch das Hauptproblem, nämlich bei UNSERER Autoindustrie. UNSERE bedeutet nämlich eine schier unentwirrbare Verfilzung zwischen Politik und Verkehrswirtschaft. So lange dieser Filz existiert wird es wahrscheinlich keine Weiterentwicklung geben. Bedeutet aber auch: Deutschland darf sich auf gar nicht mal so lange Sicht von einer seiner Schlüsselindustrien verabschieden. Abgesehen davon darf Elektromobilität natürlich nicht dazu führen, dass der Auspuff des Autos auf ein höchst schmutziges Braunkohlekraftwerk ausgelagert wird. Hier wäre regenerative Energie gefragt, aber von der wollen die AKW-Betreiber – ähh…, Stromversorger – eher nichts wissen, weil das deren Gewinne schmälert.

          Zum Diesel: In der ADAC Motorwelt 3/2018 (S. 26-30) “Nachrüstung? Klappt!” sind vier Umrüstversuche herkömmlicher Diesel in Richtung auf saubere Diesel gemacht und die Autos in der Praxis getestet worden. Alle vier Versuche haben durchschlagenden Erfolg gezeigt. Allerdings kostet die (Hardware-) Umrüstung Geld. Geld, welches die Autoindustrie nicht bereit ist zu zahlen und welches die Autokäufer u. U. nicht zahlen können – die Diesel würden teurer werden, was den Absatz schmälert usw. So lange die Politik sich schützend vor die Autoindustrie stellt (was sie wg. des o. e. Filzes wohl auf ewig tun wird) wird sich daher auch nichts ändern, obgleich die technischen Möglichkeiten bereits da sind und eine funktionelle Umrüstung von jetzt auf gleich in Angriff genommen werden könnte,

          Insgesamt gesehen ist die Mobilität, wie wir sie heute kennen, m. E. in der derzeitigen Form nicht (mehr) dauerhaft aufrecht zu erhalten. Alternativen gibt es; die sind bspw. in dem sehr lesenswerten Buch “Schubumkehr – Die Zukunft der Mobilität” von Stephan Rammler – https://de.wikipedia.org/wiki/Stephan_Rammler – beinahe schon detailliert aufgezeigt und zu einem schlüssigen Ganzen verarbeitet worden. Aber so etwas würde die Bereitschaft zu echten, zukunftsweisenden Reformen erfordern und wer ist dazu schon bereit, wenn kurzfristig hochdotierte Anschlusspöstchen und überbezahlte Nebentätigkeiten winken? Und genau deswegen bleibt alles beim Alten. Bis der Rest der Welt über die rückständige Technologie aus Deutschland ‘nen Lachflash bekommt! Macht aber nichts, denn die Hauptsache ist doch, dass ein paar Leute hier ihr Schäfchen ins Trockene gebracht haben! Und die Wirtschaft dient uns doch schließlich allen, nicht wahr? Die sind so blind … :(

  • Katrien sagt:

    Danke (real)Asmodisön :-)

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