Pflanzen benötigen Nährstoffe – Dünger und gute Erde. Natürlich verwertete Küchen- und Gartenabfälle ergeben richtig kompostiert beides. Komposter kann man fertig kaufen. Sinnvoller, natürlicher und preiswerter ist es jedoch, Kompostplätze selbst anzulegen. Als Standort sollte man nach Möglichkeit eine Süd- oder Südwestseite im Garten wählen, damit der Komposter über die Sonneneinstrahlung im Tagesverlauf reichlich Wärme erhält – je wärmer, desto besser, schneller und gründlicher die Kompostierung. Um den Komposter zu bauen, reicht ein einfaches Lattengestell aus unbehandeltem Holz (da behandeltes Holz zum Absterben der beteiligten Organismen führen kann) aus. Man baut damit einfach einen nach oben und unten hin offenen Würfel von ca. 1*1*1m. Oben muss der Würfel offen sein, damit Regen zutreten kann (denn trocken funktioniert die Kompostierung nicht). Von der offenen Unterseite her gelangen Regenwürmer, Pilze, Bakterien und andere Organismen in das zu kompostierende Gut; auch dient die offene Unterseite der Drainage (stauende Nässe führt zur Fäulnis).

Die Würfelseiten dürfen nicht verschlossen sein, sondern müssen eine großzügige Luftzufuhr gewährleisten, damit kein Mist entsteht. Zwischengegebene Holzhäcksel oder Mulch fördern die Durchlüftung im Innern. In der Praxis hat es sich als sinnvoll erwiesen, die der Sonne am längsten zugewandte Seite mit einer schwarzen Platte (z. B. Bitumen-bestrichenes Material oder aber Teerpappe) gänzlich zu schließen, damit ein gewisser Sonnenkollektor-Effekt erreicht wird. Hohe Temperaturen sind wichtig, denn sie verkürzen die Kompostierungsdauer. Im Idealfall stellt man 3 solcher Kammern nebeneinander. Eine Kammer bevorratet dabei den fertigen Kompost, während im zweiten Behälter das Material in Ruhe verrotten kann und die dritte Kammer Platz für frische Abfälle bietet. Ein solcher 3-Kammer-3m³-Komposter reicht jährlich für 7 Personen zzgl. eines 250m²-(Nutz-)Gartens mehr als aus. Ein derartiger Holzkomposter hat erfahrungsgemäß eine Lebensdauer von gut 3 Jahren. Danach ist auch das Holz mehr oder weniger stark zersetzt. Der Holzkomposter ist daher im ungünstigsten Fall ein Einweg-Komposter.

Soweit die Theorie. Die Praxis sieht leider gänzlich anders aus! Man kommt morgens in den Garten und findet anstelle des Komposters einen Handgranatenwurfstand vor. Die Latten sind brachial herausgebrochen worden und der ursprüngliche Komposterinhalt, der sich jetzt auf rund 20m² verteilt, muss zusammengeschaufelt werden. Warum? Weil da bärenmäßige Mistviecher am Werk gewesen sind! Marder, Iltis und Katze verursachen so ein Chaos nicht. Aber Waschbären gehen diesbezüglich absolut hemmungslos vor und wenn sie erst einmal rausgekriegt haben, wo was zu holen ist, dann merken die sich das auch. Dann kommen sie immer und immer wieder. Zuerst nur allein. Später mit mit Kind und Kegel. Und was da manchmal für Brecher mit dabei sind! Ein halber Meter Schulterhöhe und ein Meter Länge ist gar nichts; da liegt die Betonung eher auf Bär denn auf Wasch!

Vergrämen kann man zwar versuchen, ist aber teuer. Ich habe das vergangenes Jahr mit einer solarbetriebenen “Lichtkanone” mit Bewegungsmelder ganz erfolgreich hinbekommen; da sieht man dann spätabends vom Balkon aus sogar fliegende Waschbären, so schnell wie die Mistviecher abhauen. Leider ist das aber keine dauerhafte Lösung, denn derartige Lampen muss man wenigstens in der Schutzart IP54 kaufen (gibt’s aber nirgends), damit sie im norddeutschen Regen nicht elendig absaufen – IP44 kann man gleich liegenlassen, denn die halten erfahrungsgemäß höchstens vier bis fünf Monate. Was könnte man noch tun? Säckeweise getrocknete Chilis, je schärfer desto besser, auf den Komposter streuen müsste eigentlich auch funktionieren. Wird aber ebenfalls verdammt teuer. Ich bin jetzt noch im Zweifel: Baue ich eine ausrangierte Mikrowelle zur Strahlenkanone um – so mit Bewegungsmelder als Auslöser – oder soll ich vielleicht doch nur handelsübliche geschlossene Komposter da hinstellen? (Hinweis: Dieser Beitrag ist auch unter “Quergedacht! v4.0” erschienen.)

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