abgetippt

Ich zitiere mal: “Das Imperium war auf Expansion angelegt, die ehrgeizigen Heerführern Triumphe und Händlern Profite beschert und als schier unerschöpfliche Quelle für Sklaven gedient hatte. Als die Expansion jedoch an ihre Grenzen gestoßen war, vermochte man das System nicht länger aufrechtzuerhalten. Und dann kam der Punkt des abnehmenden Grenzertrags, wo jeder denarius, der an Steuern eingenommen wurde, in die Verwaltung und in das Militär gesteckt werden musste. Das Imperium wurde immer komplexer und bürokratischer – und damit immer teurer zu unterhalten -, und die Ungleichverteilung des Volksvermögens steigerte sich ins Groteske. Zur Zeit Neros im ersten Jahrhundert befand das ganze Land vom Rhein bis zum Euphrat sich im Besitz von gerade einmal zweitausend obszön reichen Einzelpersonen. Steuervermeidung wurde zum beliebten Sport der Reichen, und die steigenden Kosten für die Stützung des Imperiums wurden zunehmend den Armen aufgebürdet. Die alte Mittelklasse, einst das Rückgrat des Römischen Reiches, zerbrach, ausgeblutet durch Steuern von oben und unten ausgepresst. Das Imperium hatte sich von innen aufgezehrt.”

Soweit Stephen Baxter über den Fall des alten Rom in “Evolution” (wer’s in dem langatmigen Werk nachlesen will, der schlage die Seiten 704 bis 705 auf). Ich ersetze im nun folgenden Text nur mal einige, wenige Begriffe durch andere: “Die Wirtschaft war auf Expansion angelegt, die ehrgeizigen Politikern Triumphe und Managern Profite beschert und als schier unerschöpfliche Quelle für Rohstoffe gedient hatte. Als die Expansion jedoch an ihre Grenzen gestoßen war, vermochte man das System nicht länger aufrechtzuerhalten. Und dann kam der Punkt des abnehmenden Grenzertrags, wo jeder Euro, der an Steuern eingenommen wurde, in die Verwaltung und in das Militär gesteckt werden musste. Die Wirtschaft wurde immer komplexer und bürokratischer – und damit immer teurer zu unterhalten -, und die Ungleichverteilung des Volksvermögens steigerte sich ins Groteske. Zur Zeit Merkels im 21. Jahrhundert befand die halbe Welt sich im Besitz von gerade einmal 62 obszön reichen Einzelpersonen. Steuervermeidung wurde zum beliebten Sport der Reichen, und die steigenden Kosten für die Stützung der Wirtschaft wurden zunehmend den Armen aufgebürdet. Die alte Mittelklasse, einst das Rückgrat der sozialen Marktwirtschaft, zerbrach, ausgeblutet durch Steuern von oben und unten ausgepresst. Die Wirtschaft hatte sich von innen aufgezehrt.

Na, merkt ihr was? Kleine Änderungen von großer Aussagekraft: Es lebe das Wiederholen von Fehlern aus der Vergangenheit! Wenn beim Menschen eins sicher ist, dann ist es seine Unfähigkeit, aus Fehlern zu lernen. Das römische Imperium ging unter. Und unser Raubtierkapitalismus, euphemistisch als “Neoliberalismus” bezeichnet?!? Ich befürchte nämlich, dass wir gerade die Endphase live miterleben: Mittendrin statt nur dabei.

(Hinweis: Dieser Beitrag ist auch unter “Quergedacht! v4.0” erschienen.)

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