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Da war sie also, die geschenkte Urlaubsreise für zwei Personen. Ich freute mich riesig! Und um das gleich vorweg zu nehmen und nicht falsch verstanden zu werden: Die Woche auf Fuerteventura war wirklich herrlich! Leider waren meine Frau und ich dabei aber nicht allein. Wir machten nämlich Urlaub zu dritt. Den Geist des unseligen Herrn Murphy hatte zwar kein Mensch eingeladen, aber der kam einfach so völlig uneingeladen von selbst mit. Ich hasse den Kerl! Also, wie kommen wir jetzt von Lauenau zum Flughafen nach Langenhagen? Sind immerhin 50km. Aber wozu gibt’s denn hier im Ort den Flughafentransfer eines Taxiunternehmens und Reisebüros? Da angerufen: “Tja, wenn Sie die Reise nicht bei uns gebucht haben, dann müssen wir eigentlich den normalen Taxipreis berechnen – ich mache Ihnen aber ein Angebot, hin und zurück für nur 160 Euro.” Nee, lass’ mal … Ergo die Fahrerei selbst organisiert und Herr Murphy zeigte ein feines Lächeln.

Später, auf dem Flughafen. Der Flieger war verspätet. Das Lächeln von Herrn Murphy wurde intensiver. Irgendwann ging’s dann aber doch los. Im Flugzeug gab mein Kopfhörer den Geist auf, so dass ich mir gleich da gezwungenermaßen ein neues Teil kaufen musste. Herr Murphy grinste abfällig. Es gab sogar Essen und Getränke – gegen saftigen Aufpreis und geschmeckt hat’s auch nicht. Herr Murphy hielt sich den Mund zu. Pünktlich gelandet. Un’ ‘nu? Keine Info wo wir hin müssen etc., also rein gar nichts. Durchgefragt. Auf auswärts. Da gab es zig verschiedene Schalter. Die nannten sich “Meeting Points”. Die verteilten die Reisenden von zig kleinen Unternehmen auf die Busse zwecks Hoteltransfer. Jeder Meeting Point – endlos lange Schlangen davor – vertrat aber nur ganz bestimmte Reiseunternehmen und einer wusste vom anderen rein gar nichts. Oder wollte nichts wissen. Hinten an der Wand eines jeden Meeting Points befand sich ganz klein eine Auflistung der jeweils vertretenen Veranstalter. Bin ich also ganz unauffällig an den endlosen Schlangen vorbei geschlendert um festzustellen, wo wir eigentlich hin müssen. Dabei Bemerkungen wie “Ey – hinten anstellen!!!” ignorierend. Na ja, nicht ganz. Wenn irgend so ein Vollpfosten das Maul aufgerissen hat, dann guckte ich so böse wie möglich zurück. Da mir gewisse Leute einen bösen Blick nachsagen kann ich das ganz gut und die Primaten gaben Ruhe. Herrn Murphys Grinsen wurde breiter.

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Schließlich fand ich den richtigen Schalter. Meine Frau und ich stellten uns hinten an. Es war die längste Schlange. Das Grinsen des Herrn Murphy reichte von Ohrläppchen zu Ohrläppchen. Deutsch konnte keiner. OK, versuchen wir’s mit Englisch. Das klappte halbwegs. Uns wurde ein Bus zugewiesen, Nummer C 02. Hingelatscht, Gepäck eingeladen und ab in den Bus. Bloß merkwürdig, wie leer der ist. Den Busfahrer störte das nicht. Einige Gäste stiegen aus und nahmen sich ein Taxi. Dadurch wurde der Bus noch leerer und es passten wieder mehr Leute rein. Der Busfahrer wartete den nächsten Flieger ab. Und noch einen und noch einen. Wieder stiegen Gäste aus und nahmen ein Taxi. Wieder war der Bus leerer geworden. Und noch einen und … – kann sein, dass der da heute immer noch steht. Wir warteten eine Stunde lang, bis unsere Mägen Reißzähne entwickelten und uns daran erinnerten, wie wichtig mitunter eine gewisse Mindestnahrungsaufnahme doch sein kann. Blöd nur, dass die Öffnungszeit des Hotelrestaurants begrenzt war und dass wir uns rapide dieser Grenze näherten. Wir verließen den Bus, schnappten uns unser Gepäck und suchten ein Taxi. Herr Murphy gab unterdrückt-glucksende Geräusche von sich. Zehn Minuten später standen wir im Hotel. Ab auf’s Zimmer, Gepäck irgendwo hingeballert und schnellstmöglich kurz vor Geschäftsschluss noch ins Restaurant. Gab da nur noch Reste. Aber die reichten. Herr Murphy kicherte verhalten.

Zurück im Zimmer und endlich mal unter die Dusche. Die bestand aus einer abgemauerten Duschkabine. Nach dem Duschen stand das gesamte Bad unter Wasser. Weil in der Kabinenmauer eine Dichtung fehlte und sich das Wasser den bequemsten Weg gesucht hatte. Herr Murphy begann lauthals zu lachen. Egal – morgen ist auch noch ein Tag. Am nächsten Tag also einen Haustechniker herbeizitiert und dem (er konnte weder Deutsch noch Englisch und mir kam seine Sprache ziemlich spanisch vor) mit Händen und Füßen klar gemacht, wo das Problem liegt. Er kapierte sofort und die Kabine wurde neu abgedichtet. Bloß das Wasser, das blieb im Bad. Um das zu beseitigen opferten wir die Badetücher und orderten an der Rezeption neue. Herr Murphy lachte Tränen.

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Ich hatte gerade den Zimmersafe offen, als der urplötzlich “Brrrtssst!” machte, der Verriegelungsbolzen rausfuhr und im Display “Error” erschien. Noch einen Haustechniker ranzitiert. Der kam, guckte, schloss sein Messgerät an und das Messgerät sagte “Tilt!“: Batterien alle. Irgendwas vor sich hin murmelnd (ich könnte schwören, dass es sich um einen spanischen Fluch gehandelt hat) verschwand er. Warten war angesagt, und zwar eine geschlagene Stunde lang. Als er wieder auftauchte, da wechselte er Mechanik und Batterien des Safes. Anschließend schien das Ding wieder zu funktionieren, aber die Tücke des Objekts war noch längst nicht ausgereizt worden. Herr Murphy hatte ein hochrotes Gesicht bekommen. Dann war da noch die Sache mit dem Strom. Es bot sich ja an, alle tragbaren Elektrogeräte aufzuladen, während wir nicht im Zimmer waren. Funktionierte bloß nicht, denn die Chipkarten als Zimmerschlüssel mussten wir ja mitnehmen. Und ohne eine im Lesegerät des Zimmers steckende Chipkarte wurde der Raum stromlos gemacht: Gutes Verfahren zur Energieeinsparung. Ganz schlechtes Verfahren für akkubetriebene Geräte. Wir brauchten eine Weile, bis wir dahinter kamen und der dusslige Murphy klatschte sich die Schenkel blutig vor lauter Lachen.

OK, Kameras klarmachen. Ich hatte da zuhause ja im letzten Moment und aus einem Impuls heraus noch das Unterwasser-Aldi-Billigteil aus dem 20€-Angebot eingesteckt. Hatte schon im Aquarium keine vernünftigen Bilder gemacht. Mal sehen, ob’s im Meer klappt und wenn nicht, dann ist’s bei dem Billigschrott auch egal. Die Packung mit den neuen Batterien aufgerissen und die Kamera bestückt. Eingeschaltet. Blinkte nur kurz das Zeichen für “Batterien leer” auf und die Kamera war wieder aus. Äh, wie jetzt?!? Die verfluchten Batterien habe ich gerade frisch aus der Verpackung genommen, verdammt nochmal! Ergo Plan B – und im Urlaub habe ich daneben immer noch C, D, E, F usw. parat. Mit den alten, gebrauchten Batterien aus der Taschenlampe ging’s. Herr Murphy gluckste schon wieder so komisch. Ey, Murphy, leck’ mich doch! Ich bin im Urlaub! Such’ dir wen anders zum Nerven!

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Auf in den Pool! Äh, wie jetzt, unbeheizt? Scheißegal, wozu ist man Nordsee-erfahren? Nur die Harten komm’ in’ Garten! Danach Sonnenbaden, aber möglichst im Schatten, denn 120km weiter östlich beginnt ja bekanntlich die Zentralsahara. Gab bloß keinen Schatten mehr. Da saß nämlich schon Herr Murphy. Nachmittags dann ab ins Meer. Herrlich, wenngleich der Atlantik offensichtlich von der Klimaerwärmung noch nichts gehört hat. Aber das war nur der erste Schock. Wenn man den überlebte, dann ging’s eigentlich. Wundervoll, kristallklares Wasser und was macht das Schwimmen doch Spaß! Geht wie von selbst, phantastisch erfrischend und absolut super! Irgendwann der Blick zurück zum Strand: Hmm… – ich sollte vielleicht doch so langsam mal umkehren. Machte ich. Und kam nicht von der Stelle. Ablandiges Wasser und ich hing voll im Ebbstrom. Scheiße! Als ich nach einer gefühlten Unendlichkeit total fertig auf allen Vieren den Strand hochkroch, da konnte Herr Murphy vor lauter Lachen die Tränen nicht mehr zurückhalten. Mistkerl!

Später, zurück im Zimmer. Der Safe zeigte “Closed” und “Error” an und verweigerte jegliche Form von Zusammenarbeit. Wieder war ein Haustechniker fällig. Dessen Messgerät funktionierte. Er tauschte die Tastatur von dem Ding. Vorerst funktionierte es danach wieder. Ich will ja Herrn Murphy keinen Sadismus unterstellen, aber … Tags drauf wieder das Baden im Meer. In unserer Bucht tummelte sich sowas Großes, Graues von zwei bis drei Metern Länge und mitunter guckte da auch mal eine mehr oder weniger dreieckige Rückenflosse aus dem Wasser. Die Einheimischen hielten respektvollen Abstand, beäugten das Vieh misstrauisch und gingen nicht weiter als bis über die Knie ins Wasser. Was soll das? Immerhin besteht eine 50%ige Chance dafür, dass es sich bloß um einen Delfin handelt! Und an die verbleibenden 50% denkt man dann eben einfach nicht! Jedenfalls ging ich schwimmen. Musste unbedingt sein, denn ich empfand die Saharasonne schnell als unerträglich. Mit ‘nem mulmigen Gefühl im Bauch und gaaaanz weit weg. Zuvor informierte ich ich meine Gattin darüber, dass sie auf dem Rückflug vielleicht viel mehr Platz im Flugzeug haben könnte. Herr Murphy kriegte sich gar nicht mehr ein und trommelte mit den Fäusten auf dem Sand rum. Halt bloß das Maul! Das ist ein Delfin! Punkt!

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Wieder raus aus dem Wasser und der Hai – äh – Delfin hatte mir nichts getan. Sonne. Heiß. Sandstrand. Beständiger Wüstenwind, gerade genug, um den Sand hinreichend in Bewegung zu halten. Meine Frau hatte eine Tüte voller Gummibärchen mitgenommen. Geniale Idee! Klebrig und halb geschmolzen bekamen die schon beim Rausnehmen eine zwischen den Zähnen knirschende Kruste aus Siliziumdioxid. Dreck reinigt bekanntlich den Magen. Merke: Gummibärchen haben am Sandstrand nichts zu suchen! Aber auch rein gar nichts! Herr Murphy amüsierte sich köstlich über unsere Lernerfahrungen. Nachmittags schloss sich eine kleine Wanderung an, denn man muss ja schließlich wissen, wie die Umgebung aussieht, nicht wahr? Leider schluckte der gefräßige Atlantik dabei meine einzige Sonnenbrille in meiner Sehstärke. Das blöde Gekichere von Herrn Murphy habe ich heute noch im Ohr!

Nächster Tag: Unsere draußen aufgehängten Badesachen vom Vortag waren immer noch nicht getrocknet. Weil sich der Ständer dafür im Schatten befand. Aber wozu hatte ich denn fünf Meter Wäscheleine mitgenommen? Die Wäscheklammern wurden aus dem nahe gelegenen Einkaufszentrum organisiert. Zwei Stunden später hatten wir trockene Badesachen. Tja, Murphy, du Arschkrampe: War wohl nichts, was? Der Punkt geht an mich! Mittagessen. Wir enschieden uns für den Inder im Einkaufszentrum, denn der Capsaicinspiegel in meinem Blut hatte mangels Chili-Grundnahrungsmitteln bereits gefährlich niedrige Werte erreicht. Das Essen erwies sich als vorzüglich. Bloß den halben Liter an “Hot Chili Sauce” beim Inder habe ich nicht ganz alle bekommen. Nicht, dass mir davon Tränen in die Augen gestiegen wären. Aber für diverse Schweißausbrüche hat’s dicke gereicht, und das gänzlich ohne Sport. Herr Murphy guckte blöde – wieder ein Punkt für mich! Ha!

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Gut. Versuchen wir mal die Sache mit dem Bogenschießen. Schon seit zwanzig Jahren nicht mehr gemacht. Sportbögen ohne Visier. Nicht ganz einfach. Nur ein undankbarer vierter Platz bei 16 Teilnehmern. Mist! Murphy, du Sackratte, wenn du noch einmal so dämlich grinst … Mittlerweile wurde die Geschichte zwischen mir und Murphy nämlich persönlich. Anschließend – das Tablet hatte ich ja mitgenommen – mal nachsehen, was so bei Facebook los ist. Leichter gesagt als getan. Die FB-KI versuchte mir nämlich zu erklären, dass ich nicht ich bin und ließ mich nicht rein. Zugegeben, ich habe da ja mitunter selbst manchmal so meine Zweifel. Aber das heißt noch lange nicht, dass irgend so ein blöder Computer mir das auch noch bestätigen muss! Dann muss es eben ohne FB gehen – Zuckerberg, dein Social Network ist Grütze! Und du, Murphy, hör’ gefälligst auf, so impertinent zu grinsen!

Ein anderer Tag und wir nahmen an einer Rundfahrt über den Mars – so sieht nämlich das Innere der Insel aus – teil. Per Buchungsfehler wurden wir zuerst auf einen holländisch sprechenden Bus gesetzt (nee, Murphy, nicht mit mir!) und das wäre an sich auch kein großes Problem gewesen, denn Platt und Holländisch ist kein Riesenunterschied. Aber nach kurzer Diskussion der Busfahrer tauschten wir doch die Fahrzeuge. Dabei deutsche Reiseleitung im Acht-Personen-Minibus (ein größeres Fahrzeug hätte auch nicht auf die schmalen Pass-Straßen mit ihren lebensgefährlichen Spitzkehren gepasst und wenn ich aus dem Fenster guckte, dann ging’s da 600m steil runter – also lieber nicht so genau hingucken; ist besser für den Blutdruck). Der Reiseleiter wollte wissen, wer welchen Sport betreibt. Waren alle Sportskanonen. Außer mir: Sport ist Mord! “Und was machst du?“, lautete seine Frage. “Ich? Ich mache bloß Fototouren.” Ich spürte, wie ich mich in seinem Ansehen im freien Fall befand. Irgendein Halt. Wandern war angesagt. Hübsche Gegend, so erloschene Vulkane und so, alles in einem freundlichen Schwarz gehalten. Nicht ganz einfach, die Sache mit dem idealen Blickinkel beim Fotografieren. Er schaute mir zu wie ich fotografierte, irgendwo oben in der Steilwand hängend. Hinterher im Bus sah er sich zu einem Vortrag über die Risiken des Kletterns, besonders im gesetzten Alter, den Aufwand beim Röntgen und die Schwierigkeiten bei der Behandlung von Knochenbrüchen hier auf der Insel genötigt. Keine Ahnung, wen er damit gemeint hat. Die Sportskanonen schwiegen unisono. Murphy allerdings japste nach Luft.

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Die Fahrt ging weiter und Herr Murphy zog alle Register. So auf ungefähr 800m Höhe erlebten wir nämlich ein für die Wüsteninsel extrem seltenes Naturschauspiel: Es regnete Bindfäden! Nee, Murphy, nicht mit mir; ich kenne deine Schlechtigkeiten mittlerweile. Ich nehme sogar in die Wüste ‘ne Regenjacke mit! War auch gut so. Murphy machte ein dummes Gesicht – wieder ein Punkt für mich. Anschließend das Essen auf einer Finca. War so typisches Fuerteventura-Fingerfood und schmeckte sehr gut. Da die Spanier es nicht so mit Soßen haben, wurde alles mit viel Öl serviert. Das war mein Magen nicht gewohnt. Eine halbe Stunde nach dem Essen hatte ich das Gefühl, eine Waschmaschine im Bauch mit mir rumzuschleppen. Nächster Halt: Eine Aloe-Vera-Plantage. Man pries den frischen Saft der Aloe Vera als das Universalheilmittel schlechthin an, innerlich wie äußerlich. Na, dann machen wir doch gleich mal die Probe auf’s Exempel. Es stimmte. Binnen einer Viertelstunde beruhigte sich mein Magen wieder. Allerdings schmeckte der Saft wie ‘ne Mischung aus Dschungelcampprüfung, Griesbrei und Sondermülldeponie.

Noch ein anderer Tag. Wieder Bogenschießen: Platz drei bei 21 Teilnehmern. Vielleicht fehlt mir dabei bloß die Übung. Murphy guckte blöd aus der Wäsche. Es folgten die Problem mit den Handys. Per WLAN hatte ich die Kids zuhause ja darüber in Kenntnis setzen können, dass wir heile angekommen waren, es uns gut ging usw. Bloß mit Roaming spielte sich nichts ab. Meine Telekomikerkarte wollte sich um’s Verrecken nicht in das spanische Netz einklinken. Murphy, du hast dich verrechnet! Eine billige Prepaidcard für den zweiten SIM-Steckplatz löste das Problem nämlich ganz elegant und dauerhaft. Na, wer führt jetzt punktemäßig? Bei dem Handy meiner Frau trat aber ein gänzlich anderes Problem auf: “Du, mein Akku ist komplett leer!” Ich: “Kann gar nicht sein! Das Ding hing über Nacht am Ladegerät und du hast ‘nen Fünf-Amperestunden-Akku da drin. Das ist fast schon ‘ne Autobatterie! Damit kannst du ein Motorrad starten!” Doch ihr Akku war wirklich restlos leer. Des Rätsels Lösung lieferte die Steckdose. Die war nämlich tot. Wie stellt man das fest? Bei einer Inlandsreise wäre das kein Problem gewesen, denn da schleppe ich immer ‘ne Werkzeugtasche mit. Bei ‘ner Flugreise mussten gewichtsbedingt Abschläge gemacht werden und auf den Phasenprüfer hatte ich verzichtet. Ergo Plan F (oder war’s schon G?): Das Ladegerät meines Rasierers blinkte beim Laden. Musste das eben ersatzweise als Phasenprüfer herhalten. In Folge andere Steckdose suchen, Handy laden und geht wieder.

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Nicht zu vergessen den Zimmersafe, denn der hatte mit Murphys tatkräftiger Unterstützung auch noch was in petto. Ich will den gerade öffnen, als das verdammte Teil wieder “Error” anzeigt. Erneut einen Haustechniker informiert. Der kam, sah – und wurde erst blass, anschließend puterrot. “I’ll drill that damn thing out!” murmelte er und machte sich ans Werk. Dauerte, denn Murphy ist es scheißegal, wen er sich als Opfer aussucht. “This is scum from Portugal!” schimpfte der Techniker. Irgendwann bekam er den Safe auf. Vorsichtshalber nahm ich alles raus. Er tauschte die Batterien nochmal: “Error”. Er tauschte das Kabel zwischen Elektronik und Motormechanik: “Closed”. Er tauschte dreimal die Hauptplatine. Danach funktionierte der Safe wieder. Alles, was vom Altgerät jetzt noch existierte, war die Stahlkassette. Wir jedoch hatten das Vertrauen in den Zimmersafe mittlerweile gründlich verloren und setzen auf ein geordnetes Chaos als Verstecke für Pässe und Wertsachen. Funktionierte. Tja, Murphy, war wohl nichts, was?!?

Eine Woche vergeht schnell – viel zu schnell! Die Abreise rückte unerbittlich näher. Zollfreie Zigaretten gibt’s in der EU nicht mehr. Aber da auf der Insel schien die Stange mit schlappen 34 Teuronen wirklich billiger zu sein. Satz mit X – war wohl nix! Denn die erwiesen sich nur auf den ersten Blick als preiswerter, weil die Füllmenge pro Schachtel wesentlich niedriger lag. Umgerechnet auf unsere Verpackungsgrößen spart man beim dortigen Kauf lediglich die Merkel-Abgabe. Nachdem mir das bewusst geworden war, bekam der olle Murphy ‘nen Lachflash. Schließlich kam der letzte Tag und es folgte unser Transfer zum Airport. Klappte hervorragend. Nun ist das Terminal auf Fuerteventura aber so grob geschätzt rund einen Kilometer lang. Der Bus hielt an und setzte alle ab. So weit, so gut. Doch nun kam Murphy wieder zum Zuge.

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Zum Einchecken gibt’s die Counter 01 bis 48, die sich über die gesamte Länge des Terminals erstrecken. Hinter den Countern liegen die Gates 01 bis 22, auch wunderbar über die gesamte Länge aufgereiht. Die Bushaltestellen befinden sich draußen vor Counter 48. Einchecken mussten wir bei Counter 05. Bei der Hitze nahm das fast schon die Züge eines Bundeswehr-Gepäckmarsches an. Nachdem wir das Gepäck losgeworden waren blieb noch die Security. Die befand sich hinter Counter 43 – also wieder fast den ganzen Weg zurück. So, und wo fliegen wir nun ab? Gate 09, am anderen Ende. Wollt ihr uns verarschen? Das sind jetzt schon 3km hier im Gebäude! Zu Gate 09 gelatscht und dort gewartet. Der Flug hatte ‘ne Stunde Verspätung. Plötzlich die Meldung: Abflug bei Gate 17. Ähem, vier Kilometer? Ist das euer Ernst? Muss das wirklich sein? Herr Murphy wälzte sich derweil brüllend auf dem Boden.

Ach ja, und nicht zu vergessen die “klitzekleine” Flugplanänderung. Plötzlich ging der Flug nämlich nicht mehr direkt nach Hannover. Plötzlich mussten unbedingt noch ein paar Anhalter von Gran Canaria mitgenommen werden, also längerer Flug mit Zwischenlandung. Anschließend – warum auch immer – zwei Stunden Verspätung auf Gran Canaria nebst Crewwechsel und die neue Crew sprach kein Deutsch und nur rudimentäres, gebrochenes Englisch. Oder die wollten nicht, denn es handelte sich um Griechen und seit Merkel nebst Schäuble ist das deutsch-griechische Verhältnis ja – vorsichtig ausgedrückt – etwas angespannt. Die Landung in Hannover allerdings erfolgte mit nur noch einer Stunde Verspätung. Kennt ihr Dragster? Das sind diese Autos mit Megamotor und nur rudimentärstem Drum und Dran. Unser Flieger bildete das Gegenstück dazu und der Pilot hat das Teil dermaßen getreten, dass das Gastpedal irgendwo beim Fahrwerk gewesen sein muss. Das Überqueren der deutschen Grenze war unverkennbar: Heftige Turbulenzen – die uns allen wohlbekannten Schlaglöcher gibt’s mittlerweile sogar schon da oben! So, das war also unser Urlaub. Eine Bitte an alle, die den Urlaub noch vor sich haben: Nehmt uns doch bitte den Geist des unseligen Herrn Murphy ab, OK? Danke!

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(Hinweis: Dieser Beitrag ist auch unter “Quergedacht! v4.0” erschienen.)

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