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Ohne Elektronik geht heute gar nichts mehr – und das betrifft auch den Urlaub. Doch was braucht man und was braucht man nicht? Das muss selbstverständlich jeder für sich selbst entscheiden. Aber ein paar, so aus der Erfahrung heraus geborene Tipps kann ich dazu schon geben. Die beschränken sich allerdings auf Europa. Damit wären wir schon beim ersten Teil, das ihr NICHT braucht – nämlich das Weltreisesteckerset, denn in der EU trefft ihr mittlerweile überall auf die gleichen Steckdosen. Nur leider – egal ob im Hotel oder im Appartment – grundsätzlich auf zuwenig davon. Den auf eine Dreifachdose mündenden Stecker betrachte ich daher als absolutes Muss.

Bleiben wir noch bei der EU, denn es ist ja nicht alles schlecht, was wir der zu verdanken haben – Ausnahmen bestätigen eben die Regel. Als ganz positiv sind die vereinheitlichten Netzteile zu betrachten. Bedeutet: Fast alles kann heute über USB-Anschlüsse aufgeladen werden. Allerdings braucht man davon mitunter eine ganze Menge gleichzeitig. Nehmen wir als Beispiel nur mal die inzwischen doch schon recht weit verbreiteten Chipkarten in den Hotels. Die dienen nicht nur als Türschlüssel, sondern – in das Lesegerät des Zimmers gestopft – auch dazu, das Zimmer überhaupt erst für den Strom freizuschalten. Die logische Konsequenz davon: Wenn man nicht im Zimmer ist, dann ist das Zimmer i. d. R. stromlos und man kann auch nichts aufladen. Das funktioniert erst bei Anwesenheit (mit Chipkarte im Lesegerät) und dann aber bspw. über Nacht alles zugleich. D. h. man braucht eine USB-Ladestation. Die jedoch sollte tunlichst über fünf Ports verfügen.

Warum so viele? Rechnen wir mal. Da ist das Handy, das man mitgeschleppt hat. Vielleicht auch noch ein Tablet, denn das ersetzt Radio und Fernseher. Wäre noch mindestens eine Kamera zu berücksichtigen. Ggf. kommen noch eBook-Reader und Powerbank hinzu. Zusammen sind das schon fünf belegte Ladeports. Betrachten wir nun einmal die Geräte der Reihe nach. Den Anfang macht das Handy. Egal, ob es dazu dient, den Kontakt mit den Seinen zuhause aufrecht zu erhalten oder sich per Web zu informieren – ohne Internet geht gar nichts. Viele Hotels und auch manche Appartments bieten freies WLAN an; auch in einigen öffentlichen Gebäuden lässt sich das finden. Allerdings ist man dann immer auch irgendwie ortsgebunden.

Soll das Internet überall zur Verfügung stehen, dann ist das in Deutschland normalerweise mittels Handy kein Problem. Im EU-Ausland kann das aber schon ganz anders aussehen. Ein Hoch auf das Roaming, wenn es denn funktioniert. Leider aber findet das Handy zwar ein Netz und versucht permanent, sich einzuklinken (wodurch selbst der größte Akku in Rekordzeit leergeschlürft wird), doch wird seitens des ausländischen Netzbetreibers die deutsche SIM-Card i. d. R. nicht akzeptiert: Satz mit X, war wohl nix! Des Rätsels Lösung liefert eine zweite SIM-Card, und zwar eine billige Prepaid-Card des lokalen Netzanbieters, die man in einem Shop vor Ort käuflich erwirbt. Wer ein Handy mit Dual-SIM hat, der stopft die einfach rein und die Sache hat sich erledigt; das Handy funktioniert dann wie zuhause.

Wer ein Handy mit nur einem SIM-Steckplatz hat, der muss normalerweise noch einen mobilen WLAN-Router mitschleppen, in den besagte Karte dann eingesetzt wird. Anschließend das Handy mit dem mobilen Router koppeln und so geht’s (wobei jedoch das Handy weiterhin versucht, sich ins Netz einzuklinken und so den Akku misshandelt). Gleiches gilt selbstverständlich auch für das Tablet, das gegenüber dem Handy eigentlich primär nur den Vorteil des größeren Bildschirms aufweist. Noch ein Hinweis dazu: Wer mit Partner verreist und so gewissermaßen Zugriff auf ein zweites Handy hat (nämlich auf das des Partners), der braucht keinen mobilen WLAN-Hotspot. Das kann das Handy nämlich auch, und zwar (bei Android) unter “Einstellungen/ Drahtlos und Netzwerke/ Tethering und mobiler Hotspot” zu finden. Dann wird ein Handy mit der o. e. Prepaid-Card ausgestattet und als mobiler Hotspot geschaltet. Das zweite Handy koppelt man dann nur noch mit dem vom ersten Handy generierten Netzwerk. Allerdings sehen das die Netzanbieter i. d. R. ganz und gar nicht gerne (die Telekom verbietet es sogar). Nur: Kontrollieren kann das keiner. Es gilt das elfte Gebot: “Du sollst dich nicht erwischen lassen.

Der größere Bildschirm prädestiniert das Tablet geradezu als eBook-Reader. Allerdings nicht bei Sonnenscein. Denn erstens nehmen die Displays starke Sonneneinstrahlung ziemlich schnell ziemlich übel und zweitens sieht man dann nichts mehr. Wer also bspw. am Strand mit elektronischer Unterstützung lesen will, der ist mit dem richtigen eBook-Reader deutlich besser bedient. Apropos Sonne: Sonnenschein führt zur Erwärmung und Erwärmung steigert die Selbstentladung der Akkus merklich (d. h. überdurchschnittlich). Es braucht also nicht zu verwundern, wenn der Akku, der sonst spielend den ganzen Tag über durchgehalten hat, schon nach ein paar Stunden die Ohren anlegt. Reserveakku oder Powerbank (selbstverständlich vollgeladen) sind daher ein absolutes Muss.

Kommen wir nun zur Kamera. Die beste Kamera ist immer die, die man gerade dabei hat. Für den Fall, dass eine Kamera in den unbefristeten Bummelstreik tritt, sollte man wenigstens zwei Kameras mitführen. Eine davon kann durchaus das Handy sein, so dessen eingebaute Kamera denn was taugt. Nun macht man Bilder. Vielleicht ganz, ganz viele Bilder. Die wollen irgendwie gesichert werden. Mal ehrlich: Das kann man auch später zuhause erledigen! Das muss man nicht gleich auf den Laptop kopieren! Ergo: Den Laptop braucht man m. E. im Urlaub auch nicht! Wer etwas mehr Sicherheit haben will, der nimmt eben mehrere Speicherkarten mit kleinem Speichervolumen. Sollte eine Karte den Geist aufgeben, dann sind eben nur einige Fotos hinüber. Und mit einem klitzekleinen Cardreader nebst USB-OTG-Verbindungskabel kann man die Kamerafotos jederzeit auf Handy oder Tablet übertragen und von da aus zwecks Sicherung in die Cloud (z. B. Dropbox) hochladen. Dauert allerdings lange.

Bleibt abschließend noch das allerwichtigste Utensil für die ganze Wegwerfelektronik zu erwähnen: Das ist der Gefrierbeutel mit dem Zip-Verschluss. Der schützt Handy, Tablet und Kamera zuverlässig vor Wasser (Regen!) und Sand. Außerdem ist das ein Centartikel, der sich wesentlich schneller als jede für das betreffende Gerät konzipierte und teure High-Tech-Hülle drüberstülpen bzw. abnehmen lässt. Ach ja, und mal ganz am Rande erwähnt noch zwei Tipps: Eine mitgeführte, halbwegs starke LED-Taschenlampe ist auch nicht verkehrt, und sei es nur, um dem nächtlichen Stromausfall im Hotel entgegen wirken zu können (alles schon erlebt!). Der zweite Tipp betrifft Uhren. Wer die Zeitzone wechselt, der ist sollte KEINE funkgesteuerten Uhren mitnehmen. Es macht einen nämlich schier wahnsinnig, wenn sich das Ding beim zufälligen Empfang eines noch so schwachen Funksignals immer wieder auf deutsche Zeit zurück stellt. Abgesehen davon ersetzen Handy und Tablet ohnehin den Reisewecker.

So, das waren jetzt meine ganz persönlichen Tipps für die Elektronik im Urlaub. Fassen wir mal zusammen: Was wird wirklich gebraucht?
- Dreifachstecker
- USB-Ladestation (nebst Ladekabeln)
- Dual-SIM-Handy
- Kamera
- Reserveakkus oder Powerbank
- ganz wichtig Einfrierbeutel mit Zipper
- ggf. Tablet
- ggf. eBook-Reader
- ggf. Cardreader
- Taschenlampe.
Na, ist doch gar nicht so schwer! Und das ist sogar im doppelten Sinne gemeint, denn gerade auf Flugreisen muss man ja bekanntlich mitunter mit jedem Gramm geizen.

(Hinweis: Dieser Beitrag ist auch unter “Quergedacht! v4.0” erschienen.)

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