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“Die Wahlen sind frei, kostenlos; manche sagen sogar, sie sind umsonst.”
(Volker Pispers)

Also, was haben wir hier in der Bananenrepublik Absurdistan? Wir haben …
- … eine extreme Polarisierung zwischen Arm und Reich,
- … das Sammeln von Pfandflaschen zum Überleben im hohen Alter,
- … einen Pflegenotstand,
- … zwangsweise in Versicherungen einzahlende Menschen welche anschließend um die ihnen zustehenden Leistungen betrogen werden (Arbeitslosenversicherung, Rente),
- … einen nicht zum Leben ausreichenden Mindestlohn,
- … eines der höchsten Renteneintrittsalter in Europa (soll aber noch weiter erhöht werden um vom Fließband direkt in die Kiste fallen zu können weil das die Rentenkasse entlastet und die Bestattungswirtschaft fördert),
- … Steuern zahlende Arbeitnehmer und steuerbefreite Konzerne,
- … kaum noch bezahlbaren Wohnraum,
- … soziale Ausgrenzung vorsätzlich Verarmter,
- … verselbständigte Geheimdienste,
- … Statistikfälschung um Politclowns gut dastehen zu lassen,
- … Zweiklassenmedizin,
- … Zweiklassenrechtsprechung,
- … mit dem Euphemismus “Bürgerarbeit” übertitelte Zwangsarbeit,
- … selbsternannte (Minderheiten-) “Volksparteien” die ihr Volk schon längst nicht mehr vertreten,
- … weltfremde so genannte “Volksvertreter” aus der Oberschicht,
- … Bespitzelung,
- … Zensur,
- … Massenarmut,
- … Herkunftspädagogik,
- … Grundrechteabbau,
- … Bildungsmisere,
- … Altersarmut usw.
Man könnte diese Auflistung jetzt zwar wahrscheinlich noch beliebig fortsetzen, aber eines dürfte bereits klar werden: Da greift ein Rädchen ins andere. Wie bei einem Getriebe. Wir haben eine postdemokratische Gesellschaft, irgendwo zwischen Plutokratie und Oligarchie anzusiedeln.

Fakt ist: Diejenigen, welche die Interessen von unsereins vertreten sollen, wissen gar nicht – nicht mal vom Hörensagen! – was eigentlich los ist und wie es eigentlich läuft. Sie haben sich so weit vom Wähler entfernt, dass sie gut und gerne auf einem anderen Planeten leben könnten. Die o. e. Probleme werden daher auch in keinster Weise angepackt, und zwar quer durch alle Parteien hindurch. Stattdessen liefert man sich einerseits (gerne auch parteiintern) Grabenkämpfe, um die jeweils eigene Positon zu festigen und guckt sich andererseits irgendein Thema aus, bei dem man eine Mücke zum Elefanten hochstilisiert. Außerdem lässt es sich mit der letztgenannten Vorgehensweise ja auch so herrlich von dem, was den Wähler wirklich interessiert – nämlich dessen ureigene Lebensbedingungen – ablenken.

Das hat Folgen. Die großen Zeitungen, die über derartige Ablenkungen als vermeintlich wichtige Ereignisse berichten, beklagen Auflagenverluste und Leserschwund. Kein Wunder, wenn die dort tätigen Journalisten im Prinzip alle das Gleiche im Sinne der oberen Zehntausend schreiben (müssen), um überleben zu können. Wer der aktiv gelebten Dummheit entwischen will, der informiert sich anderweitig und die betreffende Information ist nicht schlechter – sie wird seitens derer, die den Ton angeben wollen (oder müssen) bloß nicht so gern gesehen. Denn alternative Berichterstattung lässt sich nur schwer kontrollieren. Sie erfolgt auch nur selten im Sinne der Herrschenden und das könnte für Unruhe sorgen.

Wer ist das eigentlich, die Herrschenden? Die Herrschenden, das ist eine relativ kleine Gruppe von Menschen mit relativ viel Geld. Geld verleiht Macht. Mit Geld kann man so ziemlich alles kaufen. Je mehr Geld, desto mehr Macht. Korrupte Politiker werden geködert und eingekauft, so dass sie im Sinne der Herrschenden agieren. Die Korruption ist legal. Sie nennt sich dann eben bloß nicht Korruption, sondern ÖPP, Parteispenden, Anschlussposten, Wirtschaftsförderung, Steuergeschenk, Lobbyismus usw.: Eine Hand wäscht die andere. Der direkt (illegal) oder indirekt (legal) bestochene Politiker vertritt die Interessen desjenigen, auf dessen Lohnliste er steht. Er nimmt zwar gerne das Geld des Volkes (d. h. die Diäten), handelt aber im Sinne seines Auftraggebers (denn das bringt Nebeneinkünfte) und eben nicht im Sinne des Wählers. Weil die Nebeneinkünfte auf lange Sicht viel mehr bringen.

Wer Geld hat kann Medien kaufen. Mit Medien macht man Meinung. Wer die Meinung macht der lenkt das Denken. Bei gelenktem Denken braucht man sich vor Widerstand nicht mehr zu fürchten. Das zementiert die eigene, hohe soziale Position; das macht unangreifbar. Das sichert die Existenz einer Zeckenkaste mit leistungslosem Grundeinkommen in fürstlicher Höhe. Gesetze werden schon lange nur noch von Reichen für Reiche gemacht. Und Reiche bleiben unter sich. Mit dem gemeinen Fußvolk wollen sie nichts zu tun haben. Wenn sie ihr abgeschottetes Dasein doch einmal verlassen, dann nur mit einem Tross von Bodyguards oder/und auf abgesperrten und von der Polizei gesicherten Routen. Auf diese Weise können sie auch gar nicht erfahren, was Otto Normalverbraucher eigentlich umtreibt. Wahrscheinlich wollen sie das auch gar nicht.

Der vermeintliche “Volksvertreter” greift sich ein Thema raus und beißt sich daran fest, immer darauf hoffend, dass sein Stimmvieh die stabile Seitenlage intellektueller Bewusstlosigkeit noch möglichst lange beibehält. Da wird ellenlang über Flüchtlinge geschwafelt – aber eben nicht darüber, wo jemand bezahlbaren Wohnraum findet und wo dessen Job zur Bezahlung herkommen soll oder was überhaupt wird, wenn der befristete Job ausläuft. Oder man labert über die EU, über die notleidende EZB, die notleidende Wirtschaft, eine nicht existente Beinahe-Vollbeschäftigung, einen Aufschwung von dem keiner was merkt, über Özil oder was weiß ich – jedenfalls ganz bewusst niemals über die wirklich wichtigen Dinge. Anders ausgedrückt: Da wird ablenkende Scheinpolitik betrieben. Da wird vermeintlich entrüstet über wachsenden Rechtspopulismus hergezogen, aber zugleich vornehm verschwiegen, dass man aufgrund der arrogant-höhnischen Ignoranz der Bevölkerung gegenüber selbst es war, der diesen Rechtspopulismus erst ermöglicht hat. Interessiert das den Wähler oder interessiert den nicht vielleicht doch vielmehr, wie er für sein eigenes Alter vorsorgen kann?

Insofern ist die ablenkende Scheinpolitik durchaus gerechtfertigt. Gäbe es die nämlich nicht, dann müsste man sich den echten, gesellschaftlichen Problemen – u. d. dem Leben der kleinen Leute – stellen und auch eingestehen, dass es so unmöglich auf die Dauer weitergehen kann. Das aber würde wiederum bedeuten, von der ablenkenden Scheinpolitik Abstand nehmen und die Probleme wirklich anpacken zu müssen: Geht gar nicht! Denn damit würde ja derjenige, auf dessen Lohnliste man steht, verärgert werden. Und dann hätte man selbst das Nachsehen. Ergo hackt eine Krähe der anderen kein Auge aus. Ergo bleibt auch alles wie es ist – solange das blöde Stimmvieh sich das gefallen lässt. Schön und gut, aber: Lässt sich das blöde Stimmvieh so etwas ewig gefallen? Wäre aber auch nicht so schlimm, denn dann gäbe es ja möglicherweise noch die Möglichkeit der Wahlfälschung … Merken die noch was???

Ich kann mich noch sehr gut an eine Zeit erinnern, in der es anders lief als heute. Früher war nämlich NICHT alles schlechter. Da gab es unbefristete Jobs mit Perspektive, akzeptable Löhne, Versicherungsleistungen für den Fall der (auch länger andauernden) Arbeitslosigkeit, sichere Renten, anständige Bildung usw. Reiche gab es auch. Aber die waren noch längst nicht so unverschämt reich wie heute. Es gab alternative Berichterstattung. Parteien, die das Wort “sozial” im Namen führten, zeichneten sich eben NICHT durch konsequente soziale Kälte und Ignoranz aus. Dennoch funktionierte alles. Beweist das nicht vielleicht, dass es NICHT grundsätzlich so laufen muss, wie es heute läuft?!?

“Man kann das ganze Volk eine Zeit lang täuschen und man kann einen Teil des Volkes die ganze Zeit täuschen, aber man kann nicht das ganze Volk die ganze Zeit täuschen.”
(Abraham Lincoln)

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(Hinweis: Dieser Beitrag ist auch unter “Quergedacht! v4.0” erschienen.)

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