Bilder lassen sich nicht nur mit Farben derart verfremden, dass der Betrachter beinahe schon dazu gezwungen wird, zweimal hinzugucken. Eigentlich ist jedes Mittel recht, wenn es dazu führt, dass Erwartung und Wahrgenommenes einander widersprechen. Hier soll einmal ein Verfahren beschrieben werden, dass sich ganz besonders gut im Rahmen der Architekturfotografie eignet – weil man auf den ersten Blick dem Eindruck erliegt, dass der Architekt betrunken gewesen sein muss.

Benötigte Windows-Freeware:
- ShiftN: Installer, der nach erfolgter Installation auch als 1:1-Kopie portabel läuft.
- IrfanView: Portabel (läuft via WinE auch unter Linux).
- SAR Image Processor: Portabel (läuft via WinE auch unter Linux).
- AnmanieSMP: Portabel.
- Beliebiges Grafikprogramm.

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Das optimierte Originalbild.

Als Originalbild diene die Abbildung eines x-beliebigen Gebäudes. Das Foto wird zunächst hinsichtlich Zuschnitt, Ausleuchtung, Sättigung, Kontrast etc. mit einem beliebigen Grafikprogramm wie gewohnt optimiert.

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Nach dem Hinzufügen von stürzenden Linien mittels ShiftN sowie sich anschließendem Zuschnitt.

Die Freeware “ShiftN” dient eigentlich der Korrektur von stürzenden Linien, um Bilder für die Montage bspw. zu einem Panorama vorzubereiten und um die Verzeichnungen von Objektiven zu korrigieren. Da aktuelle Panoramaeditoren eine derartige Perspektiventzerrung zum überwiegenden Teil bereits selbst vornehmen, ist ShiftN etwas in Vergessenheit geraten – man braucht es eben kaum noch. Allerdings kann man ShiftN auch gegenteilig einsetzen. Dazu wird das Bild unter der Software geladen. Mit “Adjust correction” lassen sich nämlich ganz gezielt stürzende Linien hinzufügen und damit die Perspektive des Bildes verzerren. Das ist der erste Bearbeitungsschritt. Der wird vorgenommen und das verzerrte Bild abgespeichert. ABER: Es ist jetzt kleiner geworden und sein Höhen-Breiten-Seitenverhältnis stimmt nicht mehr. Daher diese verzerrte Version unter “IrfanView” laden und mittels “Bearbeiten/ Spezielle Markierung erstellen” einen Zuschnitt vornehmen, bei dem das korrekte Höhen-Breiten-Seitenverhältnis (z. B. 4:3) wiederhergestellt wird, anschließend speichern. Nachteil dabei: Das Bild ist nun noch kleiner geworden.

Macht aber nichts. Dieses Bild unter den SAR Image Processor laden und mit “Resize/ Triangulation” um Faktor 4 vergrößern, dann speichern. Es ist jetzt zwar sehr groß, aber dafür aber leider auch pixelig geworden. Nun das Bild unter ein beliebiges Bildbearbeitungsprogramm laden und dort so leicht wie möglich weichzeichnen (lässt die Pixeligkeit verschwimmen), speichern, erneut unter IrfanView laden und mit “Bild/ Größe ändern” auf das gewünschte Format verkleinern. Die aufgrund der vierfachen Vergrößerung entstandenen Artefakte werden dadurch soweit minmiert, dass sie nahezu unsichtbar sind (d. h. man arbeitet gezielt auf eine optische Täuschung hin). Bedeutet: Das Bild ist zwar merklich größer als zuvor, sieht aber immer noch scharf aus. Abspeichern und erst diese Bearbeitungsstufe ist bereit für den “letzten Schliff” mit AnmanieSMP.

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Das mit AnmanieSMP fertig bearbeitete Bild.

AnmanieSMP ist ein schon ziemlich betagtes und eigentlich für Gesichter u. ä. gedachtes Karikaturprogramm, mit dem sich Bildteile wachsen, schrumfen, drehen, verzerren usw. lassen. Das o. e. Bild wird nun mit “Projekt/ Neu/ Aus Datei importieren” geladen und vermittels der Werkzeuge punktuell verzerrt. Besonders augenfällig werden solche Verzerrungen, wenn man sie auf geometrische Bildteile wie z. B. Fenster, Türen, Schornsteine u. ä. anwendet – also überall da einsetzt, wo eigentlich gerade Linien erwartet werden. Was man da verändert ist eine Frage von Versuch und Irrtum sowie des persönlichen Geschmacks. Das fertig verfremdete Bild wird schließlich mit “Projekt/ Aktuelles Bild exportieren” abgespeichert – fertig!

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Bei “Glupschi” ist anstelle von ShiftN die gleichfalls sehr betagte Software “Oltmanns’ i-01 aka Spassbilder-Maschine aka Funpics” zum Erzeugen der spitzen Nase zum Einsatz gekommen – alles andere geht auf das Konto von AnmanieSMP.

(Hinweis: Dieser Beitrag ist auch unter “Quergedacht! v4.0” erschienen.)

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