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“Je mehr man sich auf die Natur einlässt, desto weiter entfernt man sich von Idioten!”
(Verfasser unbekannt)

Vergangenes Wochenende Umzugshilfe bei unserer Großen. Die darauf folgenden Tage waren von unseren drei Pflegefällen, der Arbeit im Garten, Umbauarbeiten im Keller usw. geprägt. Für gestern hatte ich schon den guten Vorsatz gefasst: “Heute machst du mal gar nichts!” Aber wie das meist so mit guten Vorsätzen ist: Es klappt nicht. Denn erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Für dieses Wochenende steht auch wieder die Umzugshilfe an. Vormittags, nach dem Packen einer umfangreichen Werkzeugkiste, dachte ich mir daher: “Nichts wie weg!” Was auch umgehend in die Tat umgesetzt wurde, einfach mal raus und ab in den Deister. Um diese Jahreszeit und bei diesen Temperaturen müsste es da eigentlich ohne Ende kreuchen und fleuchen. Ist aber nicht der Fall: Die Insekten muss man suchen (die Bremsen mal ausgenommen, denn von denen wird man gefunden). Es ist nicht zu leugnen, dass unsere Insektenpopulation gewaltig zusammengeschrumpft ist. Aber auch Amphibien, die sich ja bekanntlich von Insekten ernähren, sind merklich weniger geworden. Jeder kann es sehen, aber alle sehen weg.

Vor drei, vier Jahren sah das noch ganz anders aus und wir werden da ganz gewiss unseren Anteil dran haben. Unterwegs ging mir eine alte Geschichte durch den Kopf, noch aus meiner Kindheit stammend. Damals brachte man uns bei, dass Kohlweißlinge furchtbare und die Ernten zerstörende Schädlinge seien. Die Raupen mussten zerquetscht und die Falter erschlagen werden. Als das nicht fruchtete, wurde im ganz großen Stil DDT eingesetzt. Das reicherte sich über die Nahrungskette an. In Folge drohten die Greifvögel auszusterben, weil sie an der Spitze der Nahrungspyramide standen, DDT angereichert hatten und das über ein ein paar metabolische Umwege ihre Eier so dünnwandig machte, dass die schon beim Bebrüten zerbrachen. Wenige Greifvögel bedeutet viele Beutetiere.

Die Anzahl der Ratten und Mäuse nahm über Gebühr zu. Füchse, die sich von denen ernährten, auch. Doch die Füchse waren in den 1970er Jahren noch die Überträger der Tollwut, denn Impfstoffe für die Tiere gab es noch nicht. Die Krankheit verläuft tödlich und springt oft und gerne auf den Menschen über. Sie war allgegenwärtig; kaum ein Ort, in dem kein Schild “Tollwutsperrgebiet” hing. Daher wurden die Füchse radikal bejagt und nicht angeleinte Hunde sowie streunende Katzen ebenfalls im ganz großen Stil erschossen. Im Endeffekt hatte das Wegspritzen der Schmetterlingsraupen die extreme Ausweitung einer für den Menschen tödlichen Seuche zur Folge: Natur verhält sich nicht linear! Da sind immer mehr oder weniger komplexe Zusammenhänge zu berücksichtigen! Es waren diese und ähnliche Vorfälle, die zu der Zeit zum Erkennen ökologischer Zusammenhänge führten.

Heute ist dieses Wissen zwar da, aber insofern in Vergessenheit geraten, als dass es im Zuge der kurzfristigen Gewinnmaximierung nur allzu gerne ignoriert wird; es lebe der Aktionär! Da herrscht dann stattdessen das allseits bekannte Managerdenken vor: “Wenn eine Frau ein Kind in neun Monaten austragen kann, dann müssten neun Frauen das doch auch in einem Monat schaffen!” Derartige Gedankengänge in Führungsspitzen entstehen, wenn Menschen sich von der Natur entfremden. Und dann werden die Fehler der Vergangenheit munter und arrogant-ignorant wiederholt; als aktuelles Beispiel sei nur das Stichwort “Glyphosat” angeführt. Ich könnte angesichts derartiger Verrücktheit kotzen! Wie dem auch sei, ein paar Insekten sind mir doch vor die Linse gekommen. Da waren auch Fliegen mit dabei. Die sollen ja ernstzunehmenden Forschungsergebnissen zufolge einzig dazu da sein, unsere Abgeordneten vom Schlafen abzuhalten. Aber rechtfertigt das wirklich die Existenz von Millionen von Fliegen? Ich mag die Viecher jedenfalls nicht. Aber fotogen sind sie allemal; das muss man ihnen immerhin lassen. Ansonsten ein paar ganz wenige Falter, vereinzelte Bienen, einige Hummeln. Zehn Bilder: Draufklicken zur Großdarstellung in einem separaten Tab!

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(Hinweis: Dieser Beitrag ist auch unter “Quergedacht! v4.0” erschienen.)

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