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Mit Fremdsprachen tue ich mich ja echt schwer. Englisch geht noch; jedenfalls verhungere ich im englischsprachigen Ausland nicht. Französisch, na ja … – Schwamm drüber! Ansonsten aber kann ich mich mit Händen und Füßen eigentlich überall halbwegs verständlich machen. Andererseits ist Deutsch meine Muttersprache und die deutsche Sprache ist ganz gewiss keine leicht zu erlernende Sprache. Ich bedaure daher immer aufrichtig meine nicht deutschsprachigen Mitbürger, die sich mit Deutsch abquälen müssen – und übe auch reichlich Nachsicht, wenn das nun einmal nicht so wirklich funktioniert. Damit meine ich gar nicht mal solche Wortungetüme wie bspw. “Donaudampfschifffahrtskapitänskajütentürklinkenputzmittelutensilieneimeraufbewahrungsnische” (an dieser Stelle einen schönen Gruß an die NSA – strengt euch mal etwas an! ;) ), sondern es geht mir vielmehr um die Mehrdeutigkeiten unserer Sprache. Denn wie sagte schon Jack The Ripper, als er 1888 als Tourist unterwegs war? “London ist immer einen Abstecher wert!” In diesem Sinne habe ich hier mal so einen typischen Tagesablauf aufgeschrieben. Nichts Weltbewegendes, sondern bloß der schnöde Alltag. Und bitte nicht falsch verstehen! ;)

Ich traf den Sohn des Nachbarn mit dem Gewehr. Wir setzten uns kurz auseinander. Genau wie ich war er kürzlich in Hannover gewesen. Da konnte man das Leben in vollen Zügen genießen. Auch ihm war das neue Schild am Bahnhof aufgefallen: “Dieser Bereich wird zur Verhütung von Straftaten durch die Polizei videoüberwacht.” Doch ich musste los, musste zur Arbeit. Also rein ins Auto und bei großen Fahrzeugen sitzt man höher. Von hier aus konnte ich das andere Auto auf dem Parkstreifen übersehen. Erstes Ziel war die Seniorenresidenz “Happy End”, in der es vergangenes Jahr um Weihnachten herum zu Ausschreitungen kam, als dort “Last Christmas” gespielt wurde. Die eine Pflege-Azubi sah wirklich interessant aus, doch ich hielt mich an die alte Mönchsregel: “Wenn deine Augen eine Frau erblicken, schlage sie nieder.

Im Radio ertönte gerade das Gerede eines viel versprechenden Politikers. Danach lief Sport: In irgendeinem Kaff hatten gerade bei irgendeiner deutschen Meisterschaft die finalen Ausscheidungen begonnen. Später dann im Büro: Der Dienstplan präsentierte eine Liste mit Leuten, die ich noch zu erledigen hatte. Ergo brachte ich die Gäste um die Ecke. Da war dann auch noch so ein Bulle; den musste ich umfahren. Auf dem Rückweg noch schnell im Baumarkt vorbei geguckt, denn ich wollte eine Lampe für die Dusche haben. Als ich aber zu der Dame an der Info bloß “Duschlampe” sagte, da erhielt ich umgehend Hausverbot … Zwei andere Frauen unterhielten sich da und ich schnappte nur so im Vorbeigehen auf: “Wo ist eigentlich Kollege Müller?” “Der steckt beim Chef hinten drin!” Weiter ging’s zur Kommunalverwaltung, was abgeben. Unten Amtsstube und oben Räume für gewisse Aktivitäten. Im Eingangsbereich wurde für das Konzert einer Blaskapelle geworben und dort empfing mich ein Schild mit der Aufschrift: “Alle Bläser, die noch keinen Ständer haben, gehen bitte nach oben und holen sich einen runter!” Anschließend noch schnell den Hausarzt besucht. Der ist gut, denn der macht nebenbei noch den Unfallchirurgen in einer Klinik und sagte mir “bei meinen Patienten schneide ich ganz gut ab“.

Plötzlich meldete sich mein Handy: Ich musste meinen Kumpel sturzbetrunken nach Hause fahren! Anschließend nach Hause gekommen und ich hatte Brand: Man kann Wasser trinken; man kann es auch lassen. Jedenfalls wartete da weitere Arbeit des größeren Kalibers auf mich – ich hasse Montage! Musste ich allein erledigen, denn meine Frau und meine Tochter waren noch zur Arbeit. Meine Tochter ist im Rettungsdienst tätig und beliefert eine größere Klinik mit Kundschaft. Dabei handelt es sich um ein kirchliches Krankenhaus. Da sind die Patienten ihrem Herrn gleich viel näher! Zwischendurch noch die Einkäufe erledigt: Edeka, Netto, Aldi, Penny … Machte ich nach Einkaufszettel. Bescherte mir einen glatten Durchmarsch. War auch gut so, denn wichtig ist immer, was hinten rauskommt. Essen musste ich selber machen, nachdem meine bessere Hälfte sich gestern das Essen nochmal durch den Kopf gehen lassen hatte. Später rief ich dann völlig interpunktionslos “Kommt Kinder essen!“. Heute gibt’s Hamburger. Nachher geht’s vielleicht noch zu dieser Veranstaltung mit dem Titel “Tafeln mit Spahn” – die Flasche da lasse ich mir nicht entgehen! Spätabends werde ich dann wohl wieder zurück in meinem Bau sein …

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(Hinweis: Dieser Beitrag ist auch unter “Quergedacht! v4.0” erschienen.)

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