Erinnert ihr euch noch an die Kultserie “Raumpatrouille – Die phantastischen Abenteuer des Raumschiffes Orion“? Seinerzeit stand Commander Cliff Allister McLane oft genug im Leitstand der Orion und betrachtete die Außenwelt über sein Kommandopult. Wie hat man das damals tricktechnisch realisiert? Man nahm ein statisches Bild und fuhr das ganz langsam mit der Kamera ab. Diese Sequenz wurde dann in den Film hinein geschnitten. Wenn man ein Panoramafoto auf dem Bildschirm darstellen will, dann kann man das entweder als Ausschnitt machen (man sieht dann allerdings nicht das gesamte Pano) oder aber man verkleinert das Pano so lange, bis es auf den Bildschirm passt (dann sieht das Bild ziemlich mickrig-popelig aus). Besser wäre es, wenn man das Pano wie seinerzeit die Bilder in der Oroin-Serie langsam abfahren und auf dem Bildschirm darstellen könnte. Noch besser wäre es allerdings, wenn sich das darüber hinaus auch noch filmisch festhalten ließe – so wie in diesem Beispiel. Aber wie macht man das? Zumindest unter Windows (ich behaupte nicht, dass das nun folgende Verfahren der Weisheit letzter Schluss ist, aber es funktioniert) haut das durchweg mit Freeware hin.

Für die Videobearbeitung braucht ihr:
- WPanorama: Das ist der Panoramaviewer, der auch erste Videoschnipsel erstellen kann.
- XMedia Recode: Ein portables Tool zum Konvertieren der Videoschnipsel von WPanorama in ein handhabbares Format.
- Avidemux: Dient dem Verketten der konvertierten Videoschnipsel zum vollständigen Film sowie zur Soundunterlegung.
- VLC: Viewer für den fertigen Film zwecks Kontrolle.

Für die Audiobearbeitung braucht ihr:
- MP3 Quality Modifier: Macht aus beliebigen MP3s welche mit kompatiblen Einstellungen.
- mp3DirectCut: Dient dem Schneiden und dem Faden der Audiospur.

Lizenzfreie Musik (für den Fall, dass der Film publiziert werden soll) findet ihr unter:
- Openmusic
- FreeMusicArchive
- OpSound

Fangen wir also mal mit der Schritt-für-Schritt-Anleitung an, wobei ich voraussetze, dass ein hinreichend großes und fertig vorbereitetes Panoramabild bereits zur Verfügung steht. Zuerst mal WPanorama starten und das Panoramabild darunter laden. Nun das Bildfenster auf dem Bildschirm vergrößern, denn es ist eben diese Größe, die anschließend auch abgefilmt wird. Um qualitiativ auf Nummer Sicher zu gehen, sollte die Bildbreite unbedingt bei mehr als 720px liegen. Unten am Fensterrand von WPanorama findet sich die Angabe “Timer”. Den auf “+0,05 Sek.” justieren, damit das Bild auch schön langsam abgefilmt wird und nicht wie ein ICE vorbei rauscht. Nun in der Menüzeile “Capture/ Make movie” auswählen, woraufhin sich ein kleines Fenster öffnet. Mit dem Betätigen des Buttons “Name for AVI file” lässt sich angeben, wo der fertige Film(schnipsel) hingespeichert werden soll. Die beiden Pfeile oben in diesem Fenster geben an, ob von links nach rechts oder umgekehrt gescrollt werden soll. Mit einem Klick auf den Häkchen-Button wird die Aufnahme durchgeführt.

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Nach erfolgter Aufnahme (sie endet automatisch) findet sich der Film im Zielordner. Ich habe das Ganze mit einer alten Version von WPanorama gemacht und die erzeugt Dateien von max. 2GB Größe – wie sich das mit den neueren Versionen verhält vermag ich nicht zu sagen. Gehen wir daher nachfolgend von den 2GB-Filmschnipseln aus. Die liegen als RGB-Stream im AVI-Container vor und ein richtiges Videoformat ist das ja nun wirklich nicht gerade. Es geschieht sogar oft und gerne, dass im Win-Explorer nicht mal ein Videosymbol für diese Schnipsel angezeigt wird und dass VLC die nicht öffnen kann. Macht aber nichts! Denn jetzt gelangt XMedia Recode zwecks Konvertierung zum Einsatz.

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Zunächst den ersten Videoschnipsel mit “Datei öffnen” unter XMedia Recode laden. Im Register “Format” wählt man unter “Profil” “Benutzerdefiniert”, unter “Format” “AVI” und weiter unten unter “Video Codec” “XviD”. Der Audiocodec ist zu Recht ausgegraut, weil ja noch keine Tonspur existiert. Danach auf das Register “Filter/Vorschau” umschalten. BTW: Wenn da jetzt kein Video angezeigt wird, dann macht das gar nichts!

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Jetzt geht es an die Größennormierung des Videos. Unter “Videogröße” sind Breite und Höhe des Bildes bereits so eingetragen, wie sie aufgrund des WPanorama-Bildschirmfensters auch vorgelegen haben. Das ist nun zu korrigieren. Dazu unter “Breite” die neue Bildbreite eingeben (720px ist ein guter Wert in Near-HD-Quality). Die korrespondierende Bildhöhe errechnet XMedia Recode automatisch. Nun weiter unten das Häkchen vor “Behalte Größenverhältnis” kurz entfernen und dann erneut setzen: XMedia Recode kann jetzt die neuen Werte für Breite und Höhe im passenden Verhältnis übernehmen. Zuletzt auf “Job hinzufügen”, gefolgt von “Kodieren” klicken. Die Software konvertiert die WPanorama-Ausgabe jetzt nach AVI mit dem üblichen Videocodec XviD unter gleichzeitiger Größenkorrektur. So verfährt man mit allen von WPanorama erzeugten Filmschnipseln. Am Ende liegen dann zwei bis vier normierte (d. h. zueinander passende) Videoschnipsel vor.

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Die werden mit Avidemux zum Gesamtfilm verkettet. Dazu mit “Datei/ Öffnen” die erste Videosequenz laden. Beachten, dass unter “Videocodec” und unter “Audiocodec” “Copy” gewählt ist und dass unter “Ausgabeformat” “AVI Muxer” steht! Mit “Datei/ Anfügen” werden nun nacheinander die weiteren Filmsequenzen hinzu geladen, anschließend mit “Datei/ Speichern” den zusammengesetzten Film unter anderem Namen abspeichern: Das ist jetzt der vollständige Film, allerdings noch ziemlich tonlos, da ja keine Audiospur vorhanden ist. Mit VLC lässt sich aber schonmal überprüfen, ob die eigentliche Videobearbeitung zufriedenstellend verlaufen ist. D. h. wenn VLC den Film störungsfrei abspielt, dann ist bis hierher alles in Ordnung und jetzt ist das gesamte, abgefilmte Panorama in einem einzigen Video vereint. Außerdem gibt VLC auch noch Auskunft darüber, wie lang das Video ist. Diese Zeitangabe wird für den Soundtrack – d. h. für die Tonspur – benötigt.

Fehlt also noch der passende Soundtrack. Den lädt man sich vorzugsweise in Form von freier Musik aus dem Netz runter, denn dadurch geht man juristischen Problemen bzg. Copyrightverletzungen o. ä. von vornherein aus dem Wege. Der Download geschieht praktisch immer als MP3, aber nur höchst selten in Form eines MP3s mit megakompatiblen Inhalten. Man muss den Download folglich zunächst einmal im Ganzen bearbeiten.

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Dazu den künftigen Soundtrack unter MP3 Quality Modifier laden und folgende Einstellungen vornehmen: Verfahren “Constant”, Modus “Stereo”, Rate “128kbps”, Abtastrate “44100Hz” sowie den Ausgabepfad angeben. Mit “Bearbeiten” die Qualitätsänderung abschließen. Der künftige Soundtrack liegt nun in hochkompatibler Form vor – er hat nur noch nicht die richtige Länge. Die stellt man mit mp3DirectCut ein.

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Man lädt den kompatiblen Sound mit Datei/ Öffnen” unter mp3DirectCut. Die Länge des Sounds entspricht der Länge des Videos (vgl. oben – die Zeitangabe von VLC). Bei der Zeitmarke, an der das Video zu Ende wäre, klickt man in die Abbildung der Welle. Danach bis zum Songende gehen, die Shift-Taste drücken und bei gedrückter Taste das Ende des Songs anklicken. Mit dem Betätigen des Scherensymbols wird das, was zuviel ist (also das, was man gerade markiert hat), abgeschnitten. Es klingt jetzt allerdings auch noch abgeschnitten und das will ja keiner.

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Deswegen eine neue Markierung ein paar Sekunden vor dem Ende und am Ende des Stückes setzen, dann “Bearbeiten/ Pegel” anklicken.

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Im sich öffnenden Fenster “Ausblenden” und “OK” anklicken. Die Abbildung der Welle verändert sich und zeigt das Ausblenden an. Nun noch alles mit “Datei/ Audio komplett speichern” sichern: Der Soundtrack ist jetzt fertig und bereit für die Nachvertonung.

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Das Nachvertonen erfolgt wieder mit Avidemux. Dazu das normierte Video laden und anschließend “Audio/ Tonspur wählen” anklicken. Bei “Tonspur 1″ das Häkchen vor “aktivieren” setzen und in der Listbox rechts davon auf das kleine Dreieck, gefolgt von “Add audio track”, klicken. Nun den vorbereiteten Sound aussuchen und zuladen, danach abspeichern: Fertig! Für die abschließende Kontrolle wird wieder VLC bemüht.

Man hat das fertig vertonte Video – also das abgefilmte Panoramabild – jetzt als megakompatibles XviD-MP3-AVI vorliegen. Das läuft auf so ziemlich jedem Gerät, vom PC über den Fernseher bis hin zu Handy und Tablet. Lediglich einige CMS wie z. B. TYPO3 stören sich daran, weil der Speicherbedarf dieses Formates doch ziemlich groß ist. Mit XMedia Recode kann man das fertige Video aber problemlos weiter konvertieren, so bspw. nach Videocodec MPEG-4AVC/H.264 mit Audiocodec AAC, im Container MP4. Das sieht fertig eingebaut dann ungefähr so aus (ist da aber ‘ne Diashow) wie auf der TYPO3-Webseite der Sgm Lauenau.

(Hinweis: Dieser Beitrag ist auch unter “Quergedacht! v4.0” erschienen.)

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