Fahrdienst mit Autobahn dicht und Umgehungsstraßen überlastet, drei für Rund-um-die-Uhr-Vollbeschäftigung sorgende unkooperative Pflegefälle, wohnen auf ‘ner Baustelle und Klempner, die das Haus verwüsten: Ich bin ganz ruhig, ommm… ommm… NEIN, VERDAMMT NOCHMAL! ICH KÖNNTE DIE GANZE BANDE AN DIE WAND NAGELN UND ‘NE BOMBE IN DEN LADEN SCHMEIßEN! Schon frühmorgens war die neue Heizungsanlage angeliefert worden und da standen die Paletten draußen im Regen rum und blockierten die Einfahrt. Gut, dass ich das Auto draußen stehen lassen hatte! Von Firma Gas-Wasser-Scheiße keine Spur. Gemeldet hatte sich von denen im Rahmen der Anlieferung aber auch keiner. Gestern nochmal nachgefragt: “Ja, das bleibt dabei. Wir kommen dann morgen so gegen Mittag.” Mittag ist bei mir 12:00 Uhr. Bei denen dagegen ein äußerst dehnbarer Begriff.

Aber der Reihe nach. Zuerst komme ich von der Frühschicht nach Hause und werde hochaggressiv von Schwiegervater lautstark angepisst: “Wo treibst du dich denn den ganzen Morgen rum?!? Was hast du da schon wieder für’n Plunder bestellt? Wo soll die ganze Scheiße denn hin? Das braucht doch keiner! Du hast wohl zuviel Geld?!?” Er meinte das Material für die neue Heizungsanlage. Versuchte ich, ihm das zu erklären. Und wies darauf hin, dass die Klempner gegen Mittag kommen wollten. Er fiel aus allen Wolken. Das hätte ihm keiner gesagt, behauptete er. Doch, gestern erst und davor auch schon dreimal – er hat es nur mit seinem mittlerweile merklich kürzer werdenden Gedächtnis längst vergessen. Er zeigt immer öfter immer deutlichere Anzeichen von Alzheimer-Demenz, lehnt aber jede diesbezügliche ärztliche Begutachtung massiv ab.

Einkäufe für die Pflegefälle erledigt. Komme davon gerade zur Tür rein, als Schwiegermutter (ihres Zeichens schwer dement) mich vollblubbert: “Hast du das Essen für uns fertig? Warum dauert das so lange?!?” Meine restlos abgenervte Antwort: “Stell’ dich doch zur Abwechslung mal selbst an den Herd, wenn’s dir zu lange dauert!” Damit hatte ich selbstverständlich schon wieder viel zuviel gesagt. Es wird 11:00 Uhr. Keiner da. Heizung vorsorglich schonmal abgestellt. 12:00 Uhr – keiner da. 13:00 Uhr – keiner da. 14:00 Uhr und zufällig bemerke ich, dass da vom angelieferten Material Teile fehlen. Ging ich in den Keller und fand zwei Monteure sowie Schwiegervater vor. Letzterer hatte die reingelassen, was ja auch OK war. Nur mich brauchte er darüber nicht in Kenntnis zu setzen. Ist ja auch nur UNSERE Wohnung, in der noch Arbeiten stattfinden müssen und die geht mich seiner Meinung nach nichts an, weil ich “nur angeheiratet” bin: Es lebe der extreme Altersstarrsinn! Griff ich mir die Monteure und fragte, wie die sich das mit den Heizkörpern vorgestellt haben. Die wussten von gar nichts: “Wie jetzt? Heizkörper? Eckventil? Müssen wir mal sehen …” Die Überprüfung des angelieferten Materials ergab, dass nur zwei von drei Heizkörpern da waren – einer muss bestellt werden wurde festgestellt. Der ist vergessen worden. Fachfirma … Vom defekten Kaltwasserzulauf wussten die auch nichts. Wieder: “Müssen wir mal sehen …” Irgendwie war ich froh, um 15:00 Uhr wieder zur Arbeit zu müssen.

Dann war da heute noch das DRK-Beratungsgespräch mit dem Pflegefall Schwiegervater. Er hat es doch tatsächlich geschafft, uns als Pflegepersonen komplett außen vor zu halten. Weil der alte Sturkopf allen Ernstes glaubt, alles noch alleine zu können und in Wirklichkeit aber gar nichts mehr auf die Reihe kriegt – selbst das Warmmachen von ein paar Würstchen ist zu kompliziert für ihn. Jetzt ist die Spätschicht durch. Wir sitzen im Kalten. Warmwasser gibt’s natürlich auch nicht mehr. Morgen wollen die Monteure weitermachen. Und sich während unserer Abwesenheit auf die Auskünfte der m. E. durch und durch unzurechnungsfähigen Pflegefälle verlassen. Das kann nochwas werden … Die irgendwie durchaus passende Musik zu dem Trauerspiel stammt von Arthur Brown und aus dem Jahr 1968. Ihr habt den Titel wahrscheinlich schonmal irgendwo gehört, denn es ist “Fire”. Der Song spiegelt meine aktuelle Gemütsverfassung wieder: So richtig schön aggro … *grrrr*

Fire

I am the god of hell fire and I bring you:
Fire, I’ll take you to burn.
Fire, I’ll take you to learn.
I’ll see you burn!
You fought hard and you saved and learned,
but all of it’s going to burn.
And your mind, your tiny mind,
you know you’ve really been so blind.
Now ‘s your time burn your mind.
You’re falling far too far behind.
Oh no, oh no, oh no, you gonna burn!
Fire, to destroy all you’ve done.
Fire, to end all you’ve become.
I’ll feel you burn!
You’ve been living like a little girl,
in the middle of your little world.
And your mind, your tiny mind,
you know you’ve really been so blind.
Now ‘s your time burn your mind,
you’re falling far too far behind

(Hinweis: Dieser Beitrag ist auch unter “Quergedacht! v4.0” erschienen.)

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