Gestern, ‘ne … – und natürlich wieder zum Wochenende! Oder, anders ausgedrückt: Unser Aquarium ist nach 16,5 Jahren Standzeit definitiv undicht geworden. Irgendwo muss sich so im Mittel alle drei Minuten ein Wassertropfen rausgequält haben. Das ist eine Menge, die man so nicht unbedingt bemerkt. Was man allerdings bemerkt, ist das Fehlen von rund drei Litern Wasser nach einer Woche. Gut, da das Becken ja z. T. offen stand, hätten die durchaus verdunstet sein können. Aber nicht, wenn’s kalt ist und wenn die Heizung nicht funktioniert, weil sie seitens einer Naturkatastrophe namens “Klempner” komplett erneuert wird. Dann kann nicht soviel verdunsten! Also wo ist das fehlende Wasser geblieben? Böser Verdacht: Der Unterschrank! Stimmte dann ja auch. Komplett durchfeuchtet. Da versuche ich, weil es sich um eine vierzig Jahre alte und sehr stabile Tischlerarbeit meines hochbetagten Onkels handelt, jetzt mit einem Ventilator zu retten, was zu retten ist. Und wenn das Ding vier Wochen laufen muss ist’s auch egal! Eines stand jedenfalls fest: Das Aquarium musste schnellstmöglich ausgetauscht werden.

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Das alte Becken und man sieht schon am Wasserstand, dass da was nicht stimmen kann. Sechzehneinhalb Jahre lang hat das durchgehalten.

Der Aquarienaustausch war meine heutige Arbeit, nämlich gut drei Stunden lang – man gönnt sich sonst nichts! Zuerst zwei Stunden Beschaffung: Zum einen Baumarkt (dem mit dem Holzzuschnitt) und eine stabile Grundplatte aus 18mm starkem Leimholz besorgt. Weil: Es könnte ja durchaus sein, dass man das Becken in den kommenden Jahrzehnten nochmal bewegen muss, bspw. wegen Renovierungsarbeiten, neuem Unterschrank oder sowas. Wenn das Wasser dann weitgehend raus und das Ding ergo auch leichter geworden ist, dann weiß man so eine Platte wirklich zu schätzen! Die Plattenkanten etwas abgeschmirgelt und ‘ne Styroporplatte hatte ich noch da. Holz da drauf und Styroporzuschnitt mit ‘nem heißgemachten Messer – klappte wunderbar. Nun zum nächsten Baumarkt (dem mit der Zooabteilung) und ein neues Becken gekauft. Dann ging’s los.

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Die Wanne mit den für drei Stunden ausquartierten Fischen.

Was wurde gebraucht? Eine große Wanne zum Ausquartieren der Fische und um soviel wie möglich von alten Wasser aufzuheben (weil da die dringend benötigten Bakterien drin sind). Ein Eimer für den ganzen Dekokram, also Wurzeln, Steine usw. Ein weiterer Eimer für den Kies, den ich schmutzig wie er war wegen der darin enthaltenen Bakterien auch ganz bewusst NICHT ausgewaschen habe. Noch ein Eimer um das Wasser raus zu bekommen und zusätzlich ein Schöpfbecher für den Wasserrest. Dazu zwei Kescher, damit Fische und Kies aus dem alten Becken verschwinden konnten (ein Kescher wurde quasi als Schaufel zweckentfremdet).

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Das alte Becken nach dem Abfischen.

Zuerst wurde ein Viertel des Wassers abgezogen und landete in der Wanne. Es folgten die Demontage von Filter, Heizung und Deko, um freie Bahn für’s Abfischen zu haben. Wobei: Wenn Wasserpflanzen jahrelang wachsen, dann gehen sie mit Holz und Steinen eine überaus innige Verbindung ein. Anders gesagt: Das war nicht mehr zu trennen und so wanderte ein Teil davon eben auch in das Ausweichquartier für die Fische. So, wie sieht das jetzt aus? Zuviel Fluchtraum für das Viehzeug. Also noch mehr Wasser abziehen und ab damit in die Wanne. Anschließend ging es an’s Abfischen. Und das zog sich hin … Drei besonders große Killerkarpfen setzten alles daran, sich nicht fangen zu lassen und ich dachte unwillkürlich an eine Harpune. Schließlich, nachdem das Viehzeug mir ordentlich Dreckwasser ins Gesicht gespritzt hatte, klappte das aber auch – ha, Victory! Blieb noch der Kies. Der wurde vorsichtig Kescher für Kescher samt daran haftendem Dreck – wegen der dringend benötigten Bakterien – in einen Eimer überführt. Dauerte auch. Was dann noch an schwarzbrauner Brühe übrig blieb erfreute unsere Zimmerpflanzen (für die gibt’s nichts besseres!).

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Das neue Becken, noch unbenutzt.

Das alte Becken mit dem Schöpfbecher ganz leer gemacht und erstmal raus gestellt. Den Unterschrank mehr schlecht als recht gereinigt – weil das bei durchfeuchtetem Holz immer so eine Sache ist – und die Leimholz- nebst Styroporplatte draufgelegt und ausgerichtet. Danach das neue Becken – äh, wie jetzt? Das geht ja gar nicht aus der Verpackung raus! Ich musste den Karton ringsherum wegschneiden, bevor ich es aufstellen konnte. So weit, so gut. Zehn Liter Wasser da rein und peu a peu den Kies ausgebracht. Hmm… – ist ja wieder braunschwarz! OK, nochmal was abgeschöpft und entsorgt und neue zehn Liter Wasser: Ja, kommt gut.

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Das neue Becken mit Bodengrund, Zubehörinstallation und Deko.

Zeit für die Zubehörinstallation (Filter und Heizung) und zum Einbringen der Deko (Steine, Holz und bereits erste Pflanzen, soweit die sich mit der Deko untrennbar verbunden hatten). Tja Fische – jetzt seid ihr dran! Die wurden gleich mit dem Schöpfmaß so nach und nach rüber gebracht. Bis auf die Killerkarpfen. Die kippte ich mit dem Rest Wasser rein. Dann noch alles auffüllen.

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Das neue Becken im Betrieb, und zwar im “Tagmodus”.

Letztlich ein paar Korrekturen an der Deko und so und jetzt hoffe ich, dass das Ding auch wirklich dicht ist! Denn normalerweise füllt man ein Aquarium zuerst für 24 Stunden mit Wasser zwecks Dichtigkeitsprüfung. Die Zeit hat man aber nicht, wenn man ein Becken wegen Undichtigkeit austauschen muss! Anfangs war das Wasser noch ziemlich trübe, aber nach zwei Stunden im Betrieb hat es sich jetzt schon wieder weitgehend geklärt.

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Das neue Becken im Betrieb, und zwar im “Nachtmodus”.

Das neue Aquarium verfügt über eine LED-Beleuchtung. Für solche Beleuchtungen – die der Nachfolger der althergebrachten Neonröhren sind (die man inzwischen, wie ich aus Erfahrung weiß, bloß noch schwer kriegt) – gibt’s sogar Steuergeräte, die den Sonnenauf- und -untergang simulieren. Habe ich nicht. Brauche ich nicht! Von Haus aus kann man die Beleuchtung auf Tag- und Nachtmodus schalten. Den Nachtmodus brauche ich auch nicht. Ich vertraue wie schon seit vielen Jahrzehnten auf die gute, alte Schaltuhr. Und bisher hat sich bei mir noch nicht ein einziger Fisch beschwert, wenn sich die Beleuchtung abends abschaltet!

(Hinweis: Dieser Beitrag ist auch unter “Quergedacht! v4.0” erschienen.)

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