3D

Zu meinem 60. Geburtstag hatte meine Große – gerade auch angesichts unserer unsäglichen, tagtäglichen (und nächtlichen) Arbeit mit den drei Pflegefällen – sich etwas ganz besonderes einfallen lassen. Sie, meine Jüngste, die Schwiegereltern sowie meine Schwägerin schmissen nämlich zusammen und heraus kam dabei eine Woche Halbpension auf Fuerteventura für meine Frau und mich: Danke an alle! Aber um die Urlaubsreise soll es jetzt nicht gehen; das ist ein ganzer Themenbereich für weitere Beiträge. Es soll um den Hinflug gehen, den ich dazu nutzte, 3D-Fotos über den Wolken zu machen. Da ich das früher schon mit mehr oder weniger wechselndem Erfolg praktiziert habe, ging es mir nun darum, das mal so semiprofessionell wie möglich anzugehen und rauszufinden, was man dabei eigentlich alles beachten muss. Das sind nämlich folgende Punkte:

Es gibt da einen schönen Spruch: “Wenn alle sagen das geht nicht dann kommt irgendwann einer der davon nichts weiß und der macht das dann einfach.” So ähnlich verhält es sich mit diesem Beitrag. Es geht um die 3D-Fotografie. Und um die Panoramafotografie. Beides beißt sich – sagt die einschlägige Fachliteratur. Anders ausgedrückt: Panoramen in 3D sind nicht möglich (das KMQ-Verfahren vielleicht in Grenzen einmal ausgenommen). So zumindest lautet die landläufige Meinung. Gestern nun machte ich draußen ja eine ganze Reihe von Panoramaaufnahmen und dabei kam mir eine doch recht ausgefallene Idee (das geschieht eigentlich immer dann, wenn ich etwas Abstand gewinnen kann): Es müsste – theoretisch! – doch eigentlich auch möglich sein, mit einer ganz bestimmten Vorgehensweise 3D-Panoramen im Anaglyphenverfahren zu erzeugen. Wie heißt es doch so schön: “Versuch macht kluch’!

Echt witzig! Ich habe zwar hier im Blog unsere hiesige Tropfsteinhöhle – nämlich die Schillathöhle in Langenfeld (Süntel) – schon häufiger erwähnt, aber noch nie so richtig im Bild vorgestellt. Das wird jetzt nachgeholt. War gestern. Es regnete – und zwar heftig. Also so, dass das Wasser auf den Straßen stand. Der angekündigte Starkregen machte seinem Namen alle Ehre. Immerhin war’s warmes Wasser. Ich musste zur Post. Eine gute Gelegenheit, um meine DRK-Dienstregenjacke mal einem echten Härtetest zu unterziehen. Sie den Test übrigens NICHT bestanden. Dennoch: Ich wollte mal raus! Also alles zusammengesucht, was man so braucht: Fotoweste, in eine Plastiktüte als Regencape eingepackte Kamera, Power-LED-Taschenlampe, Helm etc. Dann los, in Richtung “unter Tage”. Zugegeben, da tropft’s zwar auch, aber längst nicht soviel wie draußen. Im Vergleich zum Juniwetter 2017 kam mir die Tropfsteinhöhle trocken wie die Sahara vor. War auch angenehm temperiert da unten, nämlich konstant 7°C und nicht die affig-schwül-heißen 23°C von draußen.

Es soll ja Fernseher geben, die 2D-Filme in Echtzeit in 3D-Filme umwandeln können: Gibt’s sowas auch für den Computer? Beim Stöbern im Netz bin ich auf die chinesische Windows-Freeware “QQPlayer” gestoßen, die auch für Android verfügbar ist. Wie der Player sich unter Android macht habe ich nicht ausprobiert. Die Windows-Version jedenfalls rechnet ein 2D-Video in Echtzeit in ein 3D-Anaglyphen-Video um. Die Software kommt als 31,4-MB-Installer und sitzt nach der Installation unter “Programme(x86)/Tencent”. Sie beansprucht knapp 110 MB an Plattenspeicher.

Angeregt durch den Kommentar von Thark im Beitrag über die “Gewitterwolken in 3D” will ich mal ein paar Worte über den “Stereoskopischen Blick” loswerden. Dabei handelt es sich um eine Sehtechnik, mit der eigentlich jeder, der des dreidimensionalen Sehens befähigt ist, bestimmte 3D-Bilder auch ohne Hilfsmittel betrachten kann. Diese Technik kann man erlernen. Stereobildpaare lassen sich grundsätzlich auch ohne Montage zum Anaglyphenbild sowie ohne zusätzliche Hilfsmittel wie Anaglypen-, Polfilter-, KMQ-Brillen, Lorgnette usw. betrachten, wenn der Betrachter den so genannten “Stereoskopischen Blick” erlernt hat.

Gestern wieder ein paar Gewitter – und beeindruckende Wolkenformationen. Die Gewitterwolken habe ich mal in 3D fotografiert (zur Anfertigung von 3D-Fotos ist ja HIER was nachzulesen). Allerdings sind die Aufnahmen auch etwas “gemogelt”. Weil: Das menschliche Auge kann weit entfernte 3D-Strukturen wie diese Wolken nicht mehr auflösen. Das liegt am Augenabstand, der beim Erwachsenen durchschnittlich 69mm beträgt. Dieser Abstand ist die so genannte “Basisbreite”. Wenn man weit entfernte Srukturen noch in 3D darstellen will – man spricht dann von Hyperstereofotografie – dann muss die Basisbreite deutlich vergrößert werden. Hier im Falle der Wolkenformaionen sind das rund drei Meter, d. h. linkes Teilbild aufnehmen, drei Meter zur Seite laufen und rechtes Teilbild aufnehmen. Linkes und rechtes Teilbild entsprechen dann in etwa den Blickwinkeln aus linkem und rechtem Auge.

Über Nacht ist es Herbst geworden – der November beginnt in diesem Jahr offensichtlich schon ziemlich früh! ;) Jedenfalls stand da gestern Abend so gegen 21:30 Uhr noch ein sehr schöner Halbmond am Himmel, während bereits die ersten Regenwolken aufzogen. Nachdem mein gestriger “Jagdausflug” im Deister ziemlich erfolglos geblieben war – rudelweise Mountainbiker muss man ja nicht unbedingt fotografieren – sollte daher der Halbmond herhalten. Drei von zwanzig Aufnahmen sind recht ordentlich geworden. Für diejenigen, die’s interessiert: 1000mm optischer Zoom, Blende 5.9, 1/640 Belichtung, ISO 1600, Monopod mit Nikon Coolpix P510. Das vierte Bild ist ein 3D-Versuch, ein Farbanaglyph für Rot-Cyan-Brille (Rotfilter vor dem linken Auge). So ein ganz klein wenig erkennt man darauf dann auch schon Erhöhungen, Vertiefungen und etwas von der Halbkugel. Dieses Bild ist aus den beiden ersten Aufnahmen zusammengesetzt worden. Mit größerem Abstand beider Fotos wäre der 3D-Effekt sicherlich besser zum Tragen gekommen, aber dann hätte ich auch den Abflug vom Balkon gemacht. Deswegen muss es auch so reichen. Draufklicken zur Großdarstellung in einem separaten Tab!

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