3D

Es soll ja Fernseher geben, die 2D-Filme in Echtzeit in 3D-Filme umwandeln können: Gibt’s sowas auch für den Computer? Beim Stöbern im Netz bin ich auf die chinesische Windows-Freeware “QQPlayer” gestoßen, die auch für Android verfügbar ist. Wie der Player sich unter Android macht habe ich nicht ausprobiert. Die Windows-Version jedenfalls rechnet ein 2D-Video in Echtzeit in ein 3D-Anaglyphen-Video um. Die Software kommt als 31,4-MB-Installer und sitzt nach der Installation unter “Programme(x86)/Tencent”. Sie beansprucht knapp 110 MB an Plattenspeicher.

Angeregt durch den Kommentar von Thark im Beitrag über die “Gewitterwolken in 3D” will ich mal ein paar Worte über den “Stereoskopischen Blick” loswerden. Dabei handelt es sich um eine Sehtechnik, mit der eigentlich jeder, der des dreidimensionalen Sehens befähigt ist, bestimmte 3D-Bilder auch ohne Hilfsmittel betrachten kann. Diese Technik kann man erlernen. Stereobildpaare lassen sich grundsätzlich auch ohne Montage zum Anaglyphenbild sowie ohne zusätzliche Hilfsmittel wie Anaglypen-, Polfilter-, KMQ-Brillen, Lorgnette usw. betrachten, wenn der Betrachter den so genannten “Stereoskopischen Blick” erlernt hat.

Gestern wieder ein paar Gewitter – und beeindruckende Wolkenformationen. Die Gewitterwolken habe ich mal in 3D fotografiert (zur Anfertigung von 3D-Fotos ist ja HIER was nachzulesen). Allerdings sind die Aufnahmen auch etwas “gemogelt”. Weil: Das menschliche Auge kann weit entfernte 3D-Strukturen wie diese Wolken nicht mehr auflösen. Das liegt am Augenabstand, der beim Erwachsenen durchschnittlich 69mm beträgt. Dieser Abstand ist die so genannte “Basisbreite”. Wenn man weit entfernte Srukturen noch in 3D darstellen will – man spricht dann von Hyperstereofotografie – dann muss die Basisbreite deutlich vergrößert werden. Hier im Falle der Wolkenformaionen sind das rund drei Meter, d. h. linkes Teilbild aufnehmen, drei Meter zur Seite laufen und rechtes Teilbild aufnehmen. Linkes und rechtes Teilbild entsprechen dann in etwa den Blickwinkeln aus linkem und rechtem Auge.

Über Nacht ist es Herbst geworden – der November beginnt in diesem Jahr offensichtlich schon ziemlich früh! ;) Jedenfalls stand da gestern Abend so gegen 21:30 Uhr noch ein sehr schöner Halbmond am Himmel, während bereits die ersten Regenwolken aufzogen. Nachdem mein gestriger “Jagdausflug” im Deister ziemlich erfolglos geblieben war – rudelweise Mountainbiker muss man ja nicht unbedingt fotografieren – sollte daher der Halbmond herhalten. Drei von zwanzig Aufnahmen sind recht ordentlich geworden. Für diejenigen, die’s interessiert: 1000mm optischer Zoom, Blende 5.9, 1/640 Belichtung, ISO 1600, Monopod mit Nikon Coolpix P510. Das vierte Bild ist ein 3D-Versuch, ein Farbanaglyph für Rot-Cyan-Brille (Rotfilter vor dem linken Auge). So ein ganz klein wenig erkennt man darauf dann auch schon Erhöhungen, Vertiefungen und etwas von der Halbkugel. Dieses Bild ist aus den beiden ersten Aufnahmen zusammengesetzt worden. Mit größerem Abstand beider Fotos wäre der 3D-Effekt sicherlich besser zum Tragen gekommen, aber dann hätte ich auch den Abflug vom Balkon gemacht. Deswegen muss es auch so reichen. Draufklicken zur Großdarstellung in einem separaten Tab!

Ein Bekannter bat mich kürzlich um Hilfe. Er sollte für eine Kundin Bilder ausdrucken, was normalerweise zu seinem Kerngeschäft gehört. Nur eben nicht in diesem ganz speziellen Fall. Denn besagte Kundin hatte Fotos im MPO-Format zugeschickt bekommen. MPO – watt’n dat? Es handelt sich dabei nämlich um ein Containerformat, ähnlich AVI, MP4, 3GP o. ä. bei Videos. In der MPO-Datei sind immer mehrere Bilder vorhanden und zu einen Foto zusammengefasst worden. Hä??? Ganz einfach: Das gibt’s bei Panoramaaufnahmen und bei Stereo- (3D-) Fotos. Von der Verwendung des MPO-Formates bei Panoramen habe ich jedoch noch nie gehört; bloß Fuji beschreibt das als prinzipielle Möglichkeit. Für 3D-Bilder hingegen ist mir MPO durchaus geläufig. 3D-Kameras von Fuji und Sony nutzen das Format, um die zwei Bilder (linkes und rechtes Teilbild, entsprechend linkem und rechtem Auge) für ein 3D-Foto zu speichern. Dabei werden die einzelnen Bilder im JPG-Format gespeichert und um eine Informationsdatei ergänzt.

Wir haben hier in der Nachbarschaft so einen begnadeten Auto-Bastler-Schrauber-Restaurator. Oft genug sehe ich vom Balkon aus, wenn bei dem Wracks im Zustand “Wegschmeißen!” angekarrt werden und wenn dann irgendwann ein fabrikneu aussehender Oldtimer seine Werkstatt wieder verlässt. Die Rede ist dabei von richtigen Autos aus Blech und nicht von rollenden Computern aus Plastik, die gehackt werden können. Das wohl exotischte dort restaurierte Gefährt war ein Lunar Roving Vehicle, also ein GM-Mondauto der früheren Apollo-Missionen. Das ist allerdings längst verkauft, wenngleich auch ohne TÜV :) . Heute jedenfalls hatte der Betrieb mal seine Pforten geöffnet und ich habe mir die alten Autos angesehen, die z. Zt. dort stehen. Davon mal fünf Bilder in 3D – Farbanaglyphen für Rot-Cyan-Brille mit dem Rotfilter vor dem linken Auge.

3df1

Gestern habe ich dann noch mal so ganz auf die Schnelle und zwischendurch was ausprobiert. Da stolperte ich nämlich bei Google über das obige 3D-Fraktal. Und der Gedankengang war: Wenn man jetzt ein normales Fraktal nimmt und das perspektivisch so verzerrt, wie ich es bei dem Vulkan in Indonesien gemacht hatte, könnte man dann nicht ein Pseudo-3D-Fraktal erzeugen?

3df2

Es wurde rumprobiert. Und es haut hin. Allerdings nur dann, wenn das zugrunde gelegte Fraktal (hier ein Download von Google) schon von vornherein eine räumliche Abbildung beinhaltet.

3df3