3D

Ein Bekannter bat mich kürzlich um Hilfe. Er sollte für eine Kundin Bilder ausdrucken, was normalerweise zu seinem Kerngeschäft gehört. Nur eben nicht in diesem ganz speziellen Fall. Denn besagte Kundin hatte Fotos im MPO-Format zugeschickt bekommen. MPO – watt’n dat? Es handelt sich dabei nämlich um ein Containerformat, ähnlich AVI, MP4, 3GP o. ä. bei Videos. In der MPO-Datei sind immer mehrere Bilder vorhanden und zu einen Foto zusammengefasst worden. Hä??? Ganz einfach: Das gibt’s bei Panoramaaufnahmen und bei Stereo- (3D-) Fotos. Von der Verwendung des MPO-Formates bei Panoramen habe ich jedoch noch nie gehört; bloß Fuji beschreibt das als prinzipielle Möglichkeit. Für 3D-Bilder hingegen ist mir MPO durchaus geläufig. 3D-Kameras von Fuji und Sony nutzen das Format, um die zwei Bilder (linkes und rechtes Teilbild, entsprechend linkem und rechtem Auge) für ein 3D-Foto zu speichern. Dabei werden die einzelnen Bilder im JPG-Format gespeichert und um eine Informationsdatei ergänzt.

Wir haben hier in der Nachbarschaft so einen begnadeten Auto-Bastler-Schrauber-Restaurator. Oft genug sehe ich vom Balkon aus, wenn bei dem Wracks im Zustand “Wegschmeißen!” angekarrt werden und wenn dann irgendwann ein fabrikneu aussehender Oldtimer seine Werkstatt wieder verlässt. Die Rede ist dabei von richtigen Autos aus Blech und nicht von rollenden Computern aus Plastik, die gehackt werden können. Das wohl exotischte dort restaurierte Gefährt war ein Lunar Roving Vehicle, also ein GM-Mondauto der früheren Apollo-Missionen. Das ist allerdings längst verkauft, wenngleich auch ohne TÜV :) . Heute jedenfalls hatte der Betrieb mal seine Pforten geöffnet und ich habe mir die alten Autos angesehen, die z. Zt. dort stehen. Davon mal fünf Bilder in 3D – Farbanaglyphen für Rot-Cyan-Brille mit dem Rotfilter vor dem linken Auge.

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Gestern habe ich dann noch mal so ganz auf die Schnelle und zwischendurch was ausprobiert. Da stolperte ich nämlich bei Google über das obige 3D-Fraktal. Und der Gedankengang war: Wenn man jetzt ein normales Fraktal nimmt und das perspektivisch so verzerrt, wie ich es bei dem Vulkan in Indonesien gemacht hatte, könnte man dann nicht ein Pseudo-3D-Fraktal erzeugen?

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Es wurde rumprobiert. Und es haut hin. Allerdings nur dann, wenn das zugrunde gelegte Fraktal (hier ein Download von Google) schon von vornherein eine räumliche Abbildung beinhaltet.

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Ich hatte ja kürzlich ein paar Tierbilder veröffentlicht. Die entstanden anlässlich eines Rundgangs durch das Unterholz, nämlich entlang unseres “Mühlgrabens”. Bei der Gelegenheit sind so nebenbei auch noch ein paar 3D-Aufnahmen mit abgefallen (“Frei-Hand”-Farbanaglyphen für Rot-Cyan-Brille mit dem Rotfilter vor dem linken Auge). Jetzt habe ich mal die Muße gefunden, mich daran zu setzen und die zu montieren. Diese Fotos will ich euch nicht vorenthalten. Draufklicken zur Großdarstellung!

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Mit der 3D-Fotografie – und hier vorzugsweise den Farbanaglyphen – befasse ich mich ja schon seit den 1980er Jahren. Ein Teilbereich davon ist die Pseudostereoskopie, bei der nicht von zwei echten 3D-Teilbildern ausgegangen wird, sondern stattdessen von einem einzigen 2D-”Normalbild”, welches man perspektivisch verzerrt, um den Betrachtungswinkel der beiden Augen zu simulieren. In meinem Gratis-eBook “3D für alle!” hatte ich dieses Verfahren ja schon einmal kurz im letzten Kapitel erwähnt. Nun braucht man für eine solche perspektivische Verzerrung normalerweise optionale Filter. Meine Idee war jetzt: Könnte man das nicht stattdesen auch mit einer Funktion zur Korrektur stürzender Linien erschlagen, wie bspw. GIMP sie von vornherein zur Verfügung stellt? Kurz: Es funktioniert! Sogar sehr viel einfacher als bei der Sache mit den Filtern. Wie das geht, will ich nachfolgend einmal beschreiben.

Da bei meinem “Mona-Lisa“-Beitrag die Frage auftauchte, wie ich die Bilder zum 3D-Farbanaglyphen übereinander gelegt habe, will ich hier mal eine Kurzanleitung für 3D-Fotos liefern. Allerdings nur eine Anleitung, die sich auf die wesentlichsten Punkte beschränkt, denn alles andere würde den Rahmen dieses Beitrages sprengen. Ausführliche und sehr detaillierte Tutorials sind auf meiner Homepage in Form von zwei kostenlosen Büchern als PDFs zu finden, nämlich:

3D für alle!” – Eine Darstellung der 3D-Fototechnik nebst Vorstellung der heute gängigen 3D-Verfahren.
Farbanaglyphenfotografie – Eine (kleine) Anleitung” – Ein Schritt-für-Schritt-Tutorial zum Erzeugen von Farbanaglyphen, also von 3D-Fotos.

Mit der 3D-Fotografie befasse ich mich seit dem Ende der 1970er Jahre. So etwa alle 10 bis 15 Jahre erleben 3D-Techniken einen Hype. Das war Mitte der 1980er Jahre, als das alte Anaglyphenverfahren mit der Rot-Grün-Brille durch das modifizierte Deep-Vision-Verfahren mit der Rot-Cyan-Brille (Farbanaglyphenverfahren) abgelöst wurde und später in den 1990er Jahren dann die Sache mit den Autostereogrammen. Dabei gehen alle diese 3D-Techniken auf Ursprünge zurück, die noch sehr viel älter als die Fotografie sind und die aus der Malerei stammen.

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