Energie

Schon seit geraumer Zeit geistert mir da eine ziemlich verrückte Idee im Kopf herum. Ob das überhaupt machbar oder theoretisch möglich ist weiß ich auch nicht, aber die neuen und etwas exotischen Erscheinungsformen des Kohlenstoffs lassen Raum für kreative Gedankengänge. Nämlich: Könnte man nicht vielleicht Stickstoff als Energieträger nutzen? Ich will das einmal mit diesem Beitrag etwas näher ausführen. Vorsicht, das wird jetzt allerdings sehr chemisch!

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Was hindert uns eigentlich daran, eine echte Energiewende herbeizuführen? Außer Herrn Gabriel, meine ich selbstverständlich. Denn es gibt ein Gas, mit dem man heizen kann. Und über Turbinen Strom erzeugen. Und Fahrzeuge antreiben. Ebenso Brennstoffzellen. Das ist Wasserstoff. Wasserstoff kann sehr leicht durch die Elektrolyse von Wasser gewonnen werden, wobei der Wirkungsgrad i. d. R. deutlich über 80% liegt. Kann jeder ausprobieren: Man nehme einen Pott mit Wasser, hänge zwei Kabelenden als Elektroden rein und schließe die Kabel an eine 4,5- oder 9V-Batterie an. An einer Elektrode perlt Sauerstoff hoch, an der anderen die doppelte Menge an Wasserstoff.

Die Tage sagte eine Kollegin zu mir: “Ich muss mich übrigens bei dir bedanken!” Bahnhof??? “Wofür?“, fragte ich. “Na für den Tipp, den Du mir gegeben hast!” Nochmals: Bahnhof??? Ich muss in dem Augenblick wohl wirklich nicht sehr intelligent geguckt haben, denn sie begann zu lachen und erläuterte: “Du hattest mir mal gesagt, dass es was bringt, wenn man zuhause die Beleuchtung gegen LED-Leuchtmittel austauscht. Damit habe ich dann so nach und nach angefangen. Jetzt kam die Stromrechnung.” “Und?“, wollte ich wissen. “Rückzahlung 600 Euro!” Den anerkennenden Pfiff konnte ich mir nicht verkneifen. Zugegeben, ihr Stromverbrauch ist nicht mit dem Durchschnitt zu vergleichen, weil sie einen Bauernhof mit Pferden ihr Eigen nennt. Aber trotzdem: 600 Teuronen ist ein ganz hübsches Sümmchen. Davon können zwei Personen eine Woche lang hier im Lande Urlaub machen, wenn sie keine überhöhten Ansprüche stellen.

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Am Morgen flackerte das Licht bis hin zu kurzen Aussetzern. Unsere Stromversorgung ist (wieder einmal!) instabil. Hängt möglicherweise mit dem Sturm zusammen. Vorgestern schreckte ich so gegen 05:00 Uhr aus dem Schlaf hoch, weil irgendetwas anders war. Was war anders? Der Radiowecker hatte keine Anzeige mehr und draußen schien es auffallend dunkel zu sein. Der Blick durch’s Fenster: Alles duster und nirgendwo Licht. Ergo: Stromausfall! Der Griff zur LED-Taschenlampe: Funktionierte, folglich kein EMP . Für den EMP-Fall lag noch eine andere Taschenlampe mit altertümlicher Halogenbirne nebst passender Batterien bereit und angesichts des aktuellen NATO-Kriegsgebarens lässt sich so etwas ja auch nicht von vornherein ausschließen. Was war geschehen? Eins der Überlandkabel des maroden Leitungsnetzes hatte das dringende Bedürfnis gezeigt, den Kontakt zur Erde zu suchen. Auch wieder einmal. Der Stromausfall betraf so ziemlich den ganzen Ort nebst einiger außerhalb gelegener Ortsteile und dauerte je nach Ortsteil zwischen zwei und vier Stunden lang an.

Stromzähler kennt jeder, bspw. die alten, schwarzen Ferraris-Zähler. Mit dem Energiewirtschaftsgesetz “EnWG” wurde festgelegt, dass ab dem 1. Januar 2010, spätestens jedoch ab dem 1. Juli 2011, bei Neubauten, Totalsanierungen, Photovoltaikanlagen und Haushalten mit einem Stromverbrauch von mehr als 6.000 kWh/Jahr anstelle der bisherigen Zähler so genannte “intelligente Zähler” einzusetzen sind. Die “intelligenten Zähler” werden als Smart Meter bzw. Smartmeter bezeichnet. Smart Meter sollen helfen, Strom zu sparen bzw. genau dann und dorthin zu liefern, wo er auch gebraucht wird. Man geht davon aus, dass sich dadurch fünf bis zehn Prozent des Stromverbrauchs einsparen lassen. An sich wäre das ja auch eine gute Sache. Das hervorstechendste Merkmal solcher Zähler ist aber darin zu sehen, dass sie seit 2013 eine sehr zeitnahe Stromerfassung nebst der Datenübertragung an Dritte beinhalten müssen. Die Datenübertragung kann je nach Bauform des Smart Meters über das Stromnetz, über das Telefonnetz oder per Funk erfolgen. Letztlich aber werden die Daten immer über das Internet transportiert. Für den Verbraucher kann das durchaus praktisch sein: Per PC, Notebook oder Handy lässt sich bspw. im Urlaub sehen, wieviel Strom während der Abwesenheit verbraucht wird. Und man kann aktiv eingreifen, indem man den Verbrauch aus der Ferne drosselt.

Erinnert ihr euch an die letzte Stromrechnung? Der Strompreis kennt für uns Otto Normalverbrauchers nur noch eine Richtung. Nämlich steil nach oben. Schuld daran – so Politiker und Stromkonzerne – soll ja u. a. der Atomausstieg sein. Bloß: Da laufen doch immer noch etliche Kraftwerke, gleich hier um die Ecke Deutschlands ältester Rost- Schrott- Atommeiler Grohnde. Weil das Abwracken der Atomruinen ein Heidengeld kostet und das wollen die Konzerne, die über zig Jahrzehnte hinweg oft und gerne abkassiert haben (sowohl beim Strompreis wie auch bei Subventionen), eben nicht tragen. Und dann muss ersatzweise ja der Strom auch noch irgendwo anders herkommen.

Und dann war da noch … – die Stromrechnung. Kam neulich und sorgte für große Aufregung bei meiner Gattin. Weil sie meinte, der Versorger müsse sich verrechnet haben und uns drohe eine Nach- anstelle einer Rückzahlung. Ich versuchte daraufhin, ihr klarzumachen, dass das gar nicht sein kann. Aber der Reihe nach. Der Strompreis kennt nur zwei Richtungen. Runter für die Industrie und rauf für uns Otto Normalverbraucher. Oder, mit anderen Worten: Wir “Fußvolk hier unten” bezahlen der Industrie ihren Billigstrom. Auch so eine Art von Umverteilung, dem Schutzheiligen “Sankt Energiesiggi” von Vattenfall-eon-RWE sei Dank. Selbstverständlich habe ich aber von der Materie keinen Schimmer, denn besagter Schutzheiliger äußerte ja (Zitat): “Diese Arschlöcher im Internet labern immer nur Scheiße und haben gar keine Ahnung!” Ist eben bloß so, dass ich ein paar Jahre lang mit der Kontrolle von Stromrechnungen und der Einführung von Energiesparmaßnahmen für einen Kaufhauskonzern mein Brot verdient habe. Der Sankt Energiesiggi ist da selbstverständlich viel kompetenter. Das aber nur am Rande; zurück zur Stromrechnung.

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