Gesellschaft

ddeb

Die Dieseldebatte läuft auf Hochtouren. Wohin man auch hört: Dieselmotoren sind schmutzig, sind bääh und diejenigen, die Diesel fahren, wollen uns an’s Leder! Also bspw. Rettungswagen, Feuerwehren, Kranken- und Seniorentransporte, die Zulieferer unserer Discounter usw. – äh, wie jetzt? Deswegen sind ja auch die Prämien für die Rückgabe alter Dieselfahrzeuge im Gespräch, selbstverständlich ausschließlich unserer Gesundheit und der Umwelt zuliebe. So oder ähnlich kann man es jedenfalls tagtäglich unisono allen möglichen Mainstreammedien entnehmen. Aber stimmt das eigentlich: Ist der Diesel wirklich so verdammt schädlich und geht es beim Ausmerzen der Dieselfahrzeuge nebst Diesel-Fahrverboten wirklich nur um die Umwelt und um unsere Gesundheit? Wenn man – wie in Hamburg geschehen – 800 Meter Straße für Dieselfahrzeuge sperrt und dafür 2,7 Kilometer Umweg mit zig Ampeln in Kauf nimmt, zeitgleich aber die größten Luftverschmutzer (u. d. h. die Kreuzfahrtschiffe im Hafen) überhaupt nicht berücksichtigt, ist das dann wirklich praktizierter Umweltschutz? Oder Verarschung? Betrachten wir das mal etwas detallierter.

zweifler1

Es gibt Menschen, die in Hierarchien nicht gern gesehen werden. Das sind diejenigen, denen man nachsagt, Spielverderber zu sein und Sand ins Getriebe zu streuen. Es sind diejenigen, die ihr Gehirn nicht morgens zu Arbeitsbeginn abgeben und abends zum Feierabend wieder einsetzen. Also diejenigen, die noch selbst mitdenken. Es handelt sich um Zweifler, Mahner und Warner. Aber ist das wirklich der Fall; streuen die wirklich Sand ins Getriebe und falls ja, warum? Um diese Frage zu beantworten möchte ich ein Beispiel aus meiner eigenen, beruflichen Praxis voranstellen. Eines, das nunmehr rund dreißig Jahre zurück liegt.

klempner1

“Letzten Pfingsten war es, glaub’ ich um halb acht,
da rief ein Mann an, völlig aufgebracht.
Bei ihm sei ein Rohr gebrochen,
er selbst nass bis auf die Knochen
und das sprudelt, und das gluckert, und das kracht.
‘Prima’, sagte ich, ‘das wird sofort gemacht’.

An einem nebligen Novembertag
bracht’ ich ihm erstmal den Kostenvoranschlag.
Nur muss er zum Keller schwimmen
und zur Nacht sein Dach erklimmen,
denn vor Juni tu’ ich keinen Hammerschlag.
So hat jeder seine Sorgen heutzutag’.

Ich bin Klempner von Beruf,
ein dreifach Hoch dem der dies gold’ne Handwerk schuf!”

figesp

Mitunter hatte ich es ja bereits sowohl mit gewissen Politikern wie auch mit gewissen Unternehmern zu tun. In der Mehrzahl der Fälle habe ich dann nur über deren Einstellungen gestaunt: Sie sahen alles ausschließlich von ihrer begüterten Warte aus und konnten sich daher auch über alles und jeden ein ihrer Meinung nach höchst qualifiziertes Urteil erlauben. Ich packte die dann instinktiv in die Schublade derer, die so schlau sind, dass sie auch bei einer Glastür noch durch’s Schlüsselloch gucken. Oder so hohl, dass bei denen zum Röntgen ein Teelicht voll und ganz ausreicht! Vor diesem Hintergrund ist mir eine kleine Satire eingefallen, ein fiktives Gespräch. Zugegeben – vielleicht handelt es sich ja auch um eine Realsatire aus einer gewissen Bananenrepublik. Meine drei Protagonisten sind:
- Herr Raffke, seines Zeichens ein wohlhabender Unternehmer.
- Herr Schleimer, seines Zeiches ein Zuwendungen nicht abgeneigter Politiker.
- Und dann gibt es da noch Herrn Habenichts, seines Zeichens Minijobber mit H4-Vergangenheit.
Die Situation ist leicht vorstellbar: Herr Habenichts verrichtet ehrenamtliche, körperlich anstrengende Arbeiten und Herr Raffke sowie Herr Schleimer treffen sich zufällig und sehen ihm dabei zu.
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wiegem00

dsgvo

Die EU hat uns allen etwas Gutes getan. Seit dem 25.05.2018 gilt nämlich in der gesamten EU die Datenschutz-Grundverordnung, kurz DSGVO. Sie regelt die Verarbeitung von personenbezogenen Daten durch private Unternehmen und öffentliche Stellen. Sie soll sicherstellen, dass personenbezogene Daten innerhalb der Europäischen Union geschützt sind, gleichzeitig aber den freien Datenverkehr innerhalb des Europäischen Binnenmarktes gewährleisten. Praktisch bedeutet das, dass Bäckerei Lüddecke gleich da hinten um die Ecke oder der Sportverein SC Kleinkleckersdorf sich nicht als Stasi betätigen dürfen, während das Data-Mining und das Ausforschen durch große Unternehmen ungehemmt und ungebremst weiterläuft. Ich will mich hier aber nicht über besagte Unternehmen auslassen, sondern nur einmal aufzeigen, was die Anwendung der DSGVO für mich als Otto Normalverbraucher ganz unten auf der Straße tagtäglich so mit sich bringt, also die Erfahrungen mit der DSGVO in der Praxis einmal schildern.

fsum

Mit dem Straßenverkehr ist das immer so eine Sache. Ich fahre viel, teils privat und teils beruflich. Jährlich kommen da locker 25.000km zusammen (eher wesentlich mehr). Ich bin jetzt 60 Jahre alt und fahre seit 40 Jahren eigentlich so ziemlich alles, was drei oder vier Räder hat (mit mehr weniger Rädern eher selten). Rein kilometermäßig habe ich die Entfernung Erde-Mond mit dem Auto schon ein paarmal zurückgelegt (mit dem Fahrrad allerdings nicht; da werden’s wohl bloß so um die 100.000 Kilometer sein). Ich fahre bei jedem Wetter und am liebsten über Land, denn die Autobahn betrachte ich zumindest in Deutschland als einen Sammelpunkt für Geisteskranke: Die Ballerburg hat Ausgang! Ich bedaure dabei aufrichtig und zutiefst die armen Schweine, die mit ihren Trucks gezwungen sind, zwischen all den Bekloppten die Nerven zu behalten und ihre Fracht auf Zeit abzuliefern. Ich fahre auch am liebsten unter der Woche, denn dann sind zumeist die Leute unterwegs, die das beruflich machen und bei denen ich voraussetzen kann, dass die auch fahren können. Zum Wochenende hin – und das fängt am Freitag leider schon an – sieht die Sache dann doch gänzlich anders aus.

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