Natur

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Da absehbar ist, dass ich mir mindestens in den kommenden zwei Wochen wohl kaum mal eine kleine Auszeit werde gönnen können, habe ich mir die heute schonmal genehmigt, nämlich gleich nach dem Frühstück in Form meines standardmßigen 7km-Spaziergangs rund um’s Dorf. Die Kamera hatte ich nur so auf blauen Dunst hin mitgenommen, denn man weiß ja nie, was einem vielleicht doch so vor die Linse kommen könnte. Unterwegs dann die Warnschilder, die ich geflissentlich ignoriert habe: “Achtung Jogger und Radfahrer!!!! Angriff von Greifvögeln!!! Bitte Schritttempo laufen/fahren!!!!” Greifvögel sind mir keine untergekommen. Aber an der Aue ein Rotkehlchen und das blieb sogar lange genug für ein paar Aufnahmen sitzen: Draufklicken zur Großdarstellung in einem separaten Tab!

Es wird immer wärmer. Man merkt das auch an den Tierarten. Hier im Schaumburger Land sind einige Tiere hinzu gekommen, die es hier bis vor ein paar Jahren nicht gab bzw. sie treten jetzt sehr viel häufiger auf: Tannenhäher, Wacholderdrossel, Maikäfer, Wolf, Luchs, Mufflon, Waschbär … – und auch das Taubenschwänzchen, mitunter aufgrund der Verwechslungsgefahr als Kolibrischwärmer bezeichnet. Kleiner Einschub: Als konvergente Evolution bezeichnet man es, wenn unterschiedliche Arten unabhängig voneinander gleiche Merkmale herausbilden, also bspw. die ledrigen Gleitflugschwingen beim Pterosaurus (Reptil) und bei der Fledermaus (Säugetier). Oder die Flossen beim Hai (Fisch), Pinguin (Vogel) und Wal (Säugetier). Nehmen wir mal den Kolibri: Das ist ein geradezu winziger (Zug-) Vogel mit irrsinning schnellem Flügelschlag, höchstem Energieumsatz und einem langen Schnabel, der ihn dazu befähigt, Nektar aus kelchförmigen Blüten zu saugen. Der bereits erwähnte Kolibrischwärmer bzw. das Taubenschwänzchen sieht auf den ersten Blick ziemlich ähnlich aus und verhält sich auch beinahe gleichartig, ist aber kein Vogel, sondern ein Insekt – nämlich ein eigentlich nachtaktiver Schmetterling. An die Stelle des Schnabels tritt bei ihm ein Saugrüssel.

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Normalerweise versuche ich, mich mindestens einmal wöchentlich in den Wald abzuseilen. In den vergangenen sechs Wochen hat das – bedingt durch den runden Geburtstag, den Urlaub, die Geburtstagsnachfeier, unsere drei Pflegefälle und den Fahrdienst – nicht hingehauen. Deswegen war es heute mal wieder allerhöchste Eisenbahn dafür, und zwar gleich nach dem Frühstück, als es noch nicht wieder so brüllend heiß war. Juli und August: Das sind die Insektenmonate. Die Motive sind da (ziemlich zahlreich sogar). Man muss sie bloß sehen. Eine wichtige Erkenntnis habe ich von dem kurzen Ausflug auch noch mitgebracht: Bis 20°C kann man Insekten ganz gut mit der Kamera jagen. Doch spätestens ab 25°C kehrt sich das um. Dann wird man von denen gejagt. Aber ohne Kamera. Dafür mit Giftstacheln und Saugrüsseln! ;) Hier ist mal ein Dutzend Bilder von dem Viehzeug: Draufklicken zur Großdarstellung in einem separaten Tab!

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Na ja … – gestern war da also diese Jahrhundert-Mondfinsternis. Die habe ich versucht abzulichten. Wobei das mit dem Ablichten ja immer so eine Sache ist, wenn man Finsternis vor Dunkelheit fotografieren will. Das funktionierte erst beim x-ten Versuch und auch dann nicht wirklich gut. D. h. 1/60 Sek. Belichtung bei Blende 5,2 und einer Empfindlichkeit von ISO 6400. Auf dem Bildschirm der Kamera war nahezu nichts zu sehen. Es grenzt schon beinahe an ein kleines Wunder, dass sich aus der Fotoserie dennoch in Grenzen und mit bösem Tricksen etwas rausholen ließ. Ich meine, es ist nicht unmöglich, eine Mondfinsternis auf’s Bild zu bannen. Aber verdammt schwierig. Wenn der Mond im Perigäum steht, dann reicht das Licht normalerweise gerade so eben dafür aus. Gestern stand er aber im Apogäum und da machte es sich schon überdeutlich bemerkbar, dass das Licht quadratisch zur Entfernung abnimmt. Trotzdem: Drei Aufnahmen. Draufklicken zur Großdarstellung in einem separaten Tab! Schön geht aber anders; das weiß ich selber …

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“Wir sehen die Dinge nicht wie sie sind, sondern wie wir sind.”
(Anais Nin)

Habt ihr Lust auf einen Ausflug in den Mikrokosmos? Vergangene Woche beim Fahren ist mir aufgefallen, dass in diesem Jahr zumindest in unserer Gegend überdurchschnittlich viele Bienenweiden angepflanzt worden sind. Nicht, dass sich dadurch die extrem zurück gegangene Anzahl der Bienen erhöht hätte. Aber immerhin: Die paar Tierchen, die noch da sind, finden hervorragende Nahrung. Wie sieht eine Bienenweide aus? Das ist zumeist in erster Linie ein Sonnenblumenfeld. Dazwischen wachsen alle möglichen anderen Wildblumen – leider aber auch mitunter hüfthohe Brennnesseln und brusthohe Disteln. Zudem gibt es Legionen von angriffslustigen Bremsen, die nur darauf warten, den Besucher als unfreiwilligen Blutspender zu missbrauchen. Das Betreten einer Bienenweide erfordert daher auch gewisse Schutzvorkehrungen. Dessen ungeachtet liefern gerade die Sonnenblumen phantastische Beispiele für natürliche Strukturen und so war ich gestern mal nachmittags auf Fototour – bis ich dann doch gezwungenermaßen vor den widerlichen, aggressiven, facettenäugigen, geflügelten Blutsaugern flüchten musste. Hier ist mal ein Dutzend Aufnahmen solcher Strukturen. Draufklicken zur Großdarstellung in einem separaten Tab!

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Gestern, so gegen Abend, da meinte ich noch: “Von Westen kommt vielleicht irgendwas. Auch ‘ne Beschäftigung: Auf dem Balkon sitzen und die Regentropfen zählen. Bin schon bei 6. Nein, wartet: 7! Das wird ganz sicher noch richtig spannend – ob es wohl 10 werden?” Es wurden mehr, und zwar sehr viel mehr. Nämlich so ungefähr eine halbe Stunde vor Mitternacht, als das Unwetter so richtig lostobte. Mann, hat das gekracht! Schlafen konnte ich bei der Hitze sowieso nicht – tagsüber 34°C im Schatten und dann noch im OG wohnen … Ergo ging ich auf den Balkon und schaute mir die Lightshow von Mutter Natur an: Beeindruckend! Daneben stand die Kamera auf einem Stativ und zeichnete einiges auf. Bridges können normalerweise keine Dauerbelichtung. Aber sie können filmen und aus dem Film lassen sich Einzelbilder extrahieren. Auf diese Weise kommt man auch ohne DSLR an Blitzfotos. In groben Zügen sieht der Ablauf (unter Windows und mit Freeware) dabei ungefähr so aus:

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Mitunter, wenn ich in Gesellschaft unterwegs bin, und dieses oder jenes Tier oder diese oder jene Pflanze zwecks Fotografie gesucht wird, dann sage ich: “Lass’ uns mal dahinten nachsehen!” Üblicherweise kommt dann als Frage: “Warum?” Das “Warum” ist schnell erklärt. Molche bspw. meiden sauren Boden (und auch saure Gewässer); eigentlich gilt das sogar für so ziemlich alle Amphibien. Eigentlich muss man nur auf ein paar Pflanzen (oder Tiere) achten, um daraus ableiten zu können, wie die Umgebung beschaffen ist. Die betreffenden Tiere und Pflanzen nennen sich “Bioindikatoren“. Mit etwas Übung braucht man keine großartigen Messungen, um aus dem Auftreten von Bioindikatoren etwas ableiten zu können. Damit sind auch ohne aufwendige und teure Analytik Rückschlüsse möglich: Bestimmte Pflanzen und Tiere können entsprechend ihrer Bedürfnisse auch definierte Bodentypen bzw. Bodeninhaltsstoffe und Gewässergüten anzeigen. Bekannte Bioindikatoren listet die folgende Aufstellung auf.

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