Outdoor

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Gestern, so gegen Abend, da meinte ich noch: “Von Westen kommt vielleicht irgendwas. Auch ‘ne Beschäftigung: Auf dem Balkon sitzen und die Regentropfen zählen. Bin schon bei 6. Nein, wartet: 7! Das wird ganz sicher noch richtig spannend – ob es wohl 10 werden?” Es wurden mehr, und zwar sehr viel mehr. Nämlich so ungefähr eine halbe Stunde vor Mitternacht, als das Unwetter so richtig lostobte. Mann, hat das gekracht! Schlafen konnte ich bei der Hitze sowieso nicht – tagsüber 34°C im Schatten und dann noch im OG wohnen … Ergo ging ich auf den Balkon und schaute mir die Lightshow von Mutter Natur an: Beeindruckend! Daneben stand die Kamera auf einem Stativ und zeichnete einiges auf. Bridges können normalerweise keine Dauerbelichtung. Aber sie können filmen und aus dem Film lassen sich Einzelbilder extrahieren. Auf diese Weise kommt man auch ohne DSLR an Blitzfotos. In groben Zügen sieht der Ablauf (unter Windows und mit Freeware) dabei ungefähr so aus:

bioindikatoren

Mitunter, wenn ich in Gesellschaft unterwegs bin, und dieses oder jenes Tier oder diese oder jene Pflanze zwecks Fotografie gesucht wird, dann sage ich: “Lass’ uns mal dahinten nachsehen!” Üblicherweise kommt dann als Frage: “Warum?” Das “Warum” ist schnell erklärt. Molche bspw. meiden sauren Boden (und auch saure Gewässer); eigentlich gilt das sogar für so ziemlich alle Amphibien. Eigentlich muss man nur auf ein paar Pflanzen (oder Tiere) achten, um daraus ableiten zu können, wie die Umgebung beschaffen ist. Die betreffenden Tiere und Pflanzen nennen sich “Bioindikatoren“. Mit etwas Übung braucht man keine großartigen Messungen, um aus dem Auftreten von Bioindikatoren etwas ableiten zu können. Damit sind auch ohne aufwendige und teure Analytik Rückschlüsse möglich: Bestimmte Pflanzen und Tiere können entsprechend ihrer Bedürfnisse auch definierte Bodentypen bzw. Bodeninhaltsstoffe und Gewässergüten anzeigen. Bekannte Bioindikatoren listet die folgende Aufstellung auf.

Gleich nach dem Frühstück ging es raus in den Wald. Meine heimliche Hoffnung, mal auf Blindschleiche oder Feuersalamender zu treffen, erfüllte sich leider nicht. Doch momentan finden sich allenthalben Pusteblumen – Beleg für die Macht der Epigenetik, wenn man sich einmal vor Augen hält, dass Löwenzahnblüte und Pusteblume zwar genetisch völlig identisch sind, aber total anders aussehen. Pusteblumen, das sind sehr vergängliche, filigrane Schönheiten. Kann man leicht erkennen: Man muss sich eben nur mal angewöhnen, etwas genauer hinzusehen. Vieles verbirgt sich nämlich im Kleinen, im Mikrokosmos. Davon gibt’s hier jetzt mal sieben Fotos. Draufklicken zur Großdarstellung in einem separaten Tab!

So, was liegt heute alles an? Zum Bäcker latschen: Aus und vorbei. Zum Baumarkt fahren: Abgehakt. Aquarienbeleuchtung reparieren: Erledigt. Kamera reparieren: Hoffen wir mal, dass es hält! Rasen mähen: Kein’ Bock – später, nachmittags sofern es trocken bleibt. Tiefsinnige Blogbeiträge verfassen: Heute nicht, vielleicht ein andernmal. Meine Frau vor dem lebensbedrohlichen Angriff durch eine “entsetzlich riesige Spinne” (höchstens zwanzig Millimeter!) bewahren: “Stell’ dich nicht so an!” Einfach mal gar nichts tun: Ist nicht so wirklich mein Ding. Deswegen schnappte ich mir auch die (frisch reparierte) Kamera und testete das Ding. Scheint hinzuhauen.

Kennt ihr den Sketch “Urlaub in Ägypten” von Atze Schröder? Ich zitiere mal: “Kennt ihr noch die Serie ‘Auf Achse’? Franz Meersdonk und Günter Willers – sie liefern Frachtgut in aller Herren Länder. Ich war Frachtgut – und zwar das Gegenteil von tiefgekühlt!” Zugegeben, ich war der Fahrer. Aber ein sonderlich großer Unterschied ist das nicht. Meine Klimaanlage im Bus besteht aus zwei Seitenfenstern. Die kann ich rauf und runter fahren. Das war’s dann aber auch schon. Außerdem lief heute nichts – aber auch wirklich absolut gar nichts! – rund. Weswegen ich sechs Stunden in dem (nochmal Zitat Atze Schröder) “glühenden Stück Alteisen” hinter’m Steuer verbracht habe. Und das so genannte “Frachtgut” war heute ganz besonders gut drauf. Eine Dame musste partout woanders als wie vorgesehen sitzen, was die gesamte Tour gehörig durcheinander brachte. Eine schnallte sich ab und randalierte. Eine pinkelte ein und versuchte mir das Auto vollzukotzen. Ach ja, die Klimaanlage: “Machen Sie mal das Fenster weiter auf!” Das war die eine Stimme. “Mir ist kalt! Machen Sie mal das Fenster zu und die Heizung an!” Das war die andere Stimme. Und dazwischen fährt man bei abartiger Hitze, muss sich auf’s Höchste konzentrieren und denkt sich nur noch “Ommm…

Manchmal, wenn ich mich so für rund zwei Stunden in den Deister abgeseilt habe und wieder zurück komme, dann bekommt meine bessere Hälfte sozusagen einen Anfall: “Wie siehst du denn aus?!?” Heute auch. Vormittags war es ja noch schön, also nichts wie raus und mal ein paar seltener begangene Wege benutzen. Also, ich meine, so im Berg – unter Tage. Also Einfahren in den Feggendorfer Stolln. Ist halt ein Bergwerk. Bergwerke sind nun einmal nicht klinisch sauber. Da latscht man dann schonmal durch Matsch oder Schlamm oder wischt versehentlich mit der Schulter ‘ne lehmige Wand ab. Das kann gar nicht ausbleiben. Hier und da wächst dann obendrein auch noch was Schleimig-Pilziges aus dem Fels raus. Die Höhlenspinnen (ganz in weiß bzw. leichenblass) sind allerdings so winzig, dass man schon ein Vergrößerungsglas braucht, um die zu erkennen.

Oh Mann, immer nur Maloche-Garten-Pflege und Maloche-Garten-Pflege. Seit drei Wochen schon. Seit drei Wochen ohne Auszeit. Die habe ich mir am Vormittag genommen, und zwar unmittelbar nach dem Frühstück. Es soll ja nachmittags schauerliche Gewitter geben und morgens schien noch die Sonne, also nichts wie weg! Das Ziel war “mein” Waldteich. Natürlich gehört der nicht mir. Aber er ist eines meiner bevorzugten Ziele, denn da hat man wirklich eine geradezu traumhafte Ruhe. Vom Wanderweg aus ist der Teich nicht einsehbar. Die meisten Leute wissen nicht mal, dass es ihn gibt und das ist auch gut so! Was der aufmerksame Beobachter vielleicht erblickt, ist ein unscheinbareer Trampelpfad, der ins Unterholz führt. Dem muss man nur ungefähr fünfzig Meter folgen. Das ist alles. Menschen trifft man da am Teich fast nie. Und wenn, dann bestenfalls mal ein paar einheimische Eingeweihte oder Naturfotografen. Heute hatte ich meine Ruhe und die habe ich genossen! Die Kröten sind jetzt schon wieder weg. An ihre Stelle sind die Frösche getreten. Es ist wirklich bemerkenswert, wie unglaublich grün der Wald in so vergleichsweise kurzer Zeit geworden ist. Hier sind mal ein paar Aufnahmen von der Tour. Draufklicken zur Großdarstellung in einem separaten Tab!

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