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Werfen wir heute mal einen Blick auf das WWW. Nein, nicht auf das mit dem Internet, sondern auf das andere. Wie ist das zu verstehen? Angenommen, du trittst aus dem Wald heraus und siehst vielleicht vor dir einen Berg. Du bestaunst dessen Größe. Was du nicht siehst (und was viel größer ist), ist der Boden unter deinen Füßen. Der ist ein weißer Fleck auf der Landkarte. Der beinhaltet nämlich das andere WWW, das “Wood Wide Web“, bei dessen Erforschung wir noch ganz am Anfang stehen. Dabei ist es wahrscheinlich noch sehr viel umfangreicher als das Internet. Was ist mit diesem anderen WWW gemeint? Es handelt sich dabei gewissermaßen um das Internet der Natur respektive das Internet der Wildnis. Es ist gar nicht so schwer, dieses Netzwerk zu entdecken: Man schiebt etwas Laub beiseite, gräbt ein paar Finger tief die Erde weg und findet Wurzeln, die von einem weißen, wattigen Flaum umgeben sind, die wie verschimmelt aussehen.

Einmal ein Iltis, häufiger der Marder, einmal eine Wildkatze, mindestens fünf verschiedene Hauskatzen und ein übermäßig fetter Igel. Beinahe täglich die gleich rudelweise auftretenden Sch…-Waschbären, die seit rund einer Woche obendrein auch noch versuchen, die Wildkamera abzureißen. Habe deswegen zu einer Gegenmaßnahme gegriffen und Süßes an deren Lieblingsplatz ausgelegt. Weil wir da ja auch diese Millionenmetropole von Wespen haben. Wenn also die Wespen auf das Süße fliegen und von den Waschbären genervt werden, dann … Hat leider nicht funktioniert. Weil: Momentan, bedingt durch die Hitze, gären schon viele Beeren. Dann entsteht in denen Alkohol. Den kübeln die dussligen Wespen weg, diese Schluckspechte! Wenn dann viel später die Waschbären aufschlagen sind die Wespen schon hackevoll – breit wie ‘ne Natter und rund wie’n Lenkrad – und pennen ihren Rausch bis in den Vormittag aus. Deswegen klappt das mit dem Waschbärenverscheuchen durch die Wespen nicht. Ökologische Zusammenhänge verdeutlicht am Beispiel des Zusammenwirkens von Waschbären, Wespen und Alkohol: Natur funktioniert eben nicht immer so wirklich einfach. Zusätzlich ist jetzt noch Meister Reinecke – sprich ein Fuchs – im Garten hinzu gekommen. Der taucht aber immer erst dann auf, wenn die Waschbären schon wieder abgezogen sind. Fehlen eigentlich nur noch Wolf und Luchs und dann ist das Raubtiersammelsurium im Garten komplett. Fünf automatische Nachtaufnahmen mit der Wildkamera: Draufklicken zur Großdarstellung in einem separaten Tab!

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Da absehbar ist, dass ich mir mindestens in den kommenden zwei Wochen wohl kaum mal eine kleine Auszeit werde gönnen können, habe ich mir die heute schonmal genehmigt, nämlich gleich nach dem Frühstück in Form meines standardmßigen 7km-Spaziergangs rund um’s Dorf. Die Kamera hatte ich nur so auf blauen Dunst hin mitgenommen, denn man weiß ja nie, was einem vielleicht doch so vor die Linse kommen könnte. Unterwegs dann die Warnschilder, die ich geflissentlich ignoriert habe: “Achtung Jogger und Radfahrer!!!! Angriff von Greifvögeln!!! Bitte Schritttempo laufen/fahren!!!!” Greifvögel sind mir keine untergekommen. Aber an der Aue ein Rotkehlchen und das blieb sogar lange genug für ein paar Aufnahmen sitzen: Draufklicken zur Großdarstellung in einem separaten Tab!

Es wird immer wärmer. Man merkt das auch an den Tierarten. Hier im Schaumburger Land sind einige Tiere hinzu gekommen, die es hier bis vor ein paar Jahren nicht gab bzw. sie treten jetzt sehr viel häufiger auf: Tannenhäher, Wacholderdrossel, Maikäfer, Wolf, Luchs, Mufflon, Waschbär … – und auch das Taubenschwänzchen, mitunter aufgrund der Verwechslungsgefahr als Kolibrischwärmer bezeichnet. Kleiner Einschub: Als konvergente Evolution bezeichnet man es, wenn unterschiedliche Arten unabhängig voneinander gleiche Merkmale herausbilden, also bspw. die ledrigen Gleitflugschwingen beim Pterosaurus (Reptil) und bei der Fledermaus (Säugetier). Oder die Flossen beim Hai (Fisch), Pinguin (Vogel) und Wal (Säugetier). Nehmen wir mal den Kolibri: Das ist ein geradezu winziger (Zug-) Vogel mit irrsinning schnellem Flügelschlag, höchstem Energieumsatz und einem langen Schnabel, der ihn dazu befähigt, Nektar aus kelchförmigen Blüten zu saugen. Der bereits erwähnte Kolibrischwärmer bzw. das Taubenschwänzchen sieht auf den ersten Blick ziemlich ähnlich aus und verhält sich auch beinahe gleichartig, ist aber kein Vogel, sondern ein Insekt – nämlich ein eigentlich nachtaktiver Schmetterling. An die Stelle des Schnabels tritt bei ihm ein Saugrüssel.

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Normalerweise versuche ich, mich mindestens einmal wöchentlich in den Wald abzuseilen. In den vergangenen sechs Wochen hat das – bedingt durch den runden Geburtstag, den Urlaub, die Geburtstagsnachfeier, unsere drei Pflegefälle und den Fahrdienst – nicht hingehauen. Deswegen war es heute mal wieder allerhöchste Eisenbahn dafür, und zwar gleich nach dem Frühstück, als es noch nicht wieder so brüllend heiß war. Juli und August: Das sind die Insektenmonate. Die Motive sind da (ziemlich zahlreich sogar). Man muss sie bloß sehen. Eine wichtige Erkenntnis habe ich von dem kurzen Ausflug auch noch mitgebracht: Bis 20°C kann man Insekten ganz gut mit der Kamera jagen. Doch spätestens ab 25°C kehrt sich das um. Dann wird man von denen gejagt. Aber ohne Kamera. Dafür mit Giftstacheln und Saugrüsseln! ;) Hier ist mal ein Dutzend Bilder von dem Viehzeug: Draufklicken zur Großdarstellung in einem separaten Tab!

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Na ja … – gestern war da also diese Jahrhundert-Mondfinsternis. Die habe ich versucht abzulichten. Wobei das mit dem Ablichten ja immer so eine Sache ist, wenn man Finsternis vor Dunkelheit fotografieren will. Das funktionierte erst beim x-ten Versuch und auch dann nicht wirklich gut. D. h. 1/60 Sek. Belichtung bei Blende 5,2 und einer Empfindlichkeit von ISO 6400. Auf dem Bildschirm der Kamera war nahezu nichts zu sehen. Es grenzt schon beinahe an ein kleines Wunder, dass sich aus der Fotoserie dennoch in Grenzen und mit bösem Tricksen etwas rausholen ließ. Ich meine, es ist nicht unmöglich, eine Mondfinsternis auf’s Bild zu bannen. Aber verdammt schwierig. Wenn der Mond im Perigäum steht, dann reicht das Licht normalerweise gerade so eben dafür aus. Gestern stand er aber im Apogäum und da machte es sich schon überdeutlich bemerkbar, dass das Licht quadratisch zur Entfernung abnimmt. Trotzdem: Drei Aufnahmen. Draufklicken zur Großdarstellung in einem separaten Tab! Schön geht aber anders; das weiß ich selber …

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“Wir sehen die Dinge nicht wie sie sind, sondern wie wir sind.”
(Anais Nin)

Habt ihr Lust auf einen Ausflug in den Mikrokosmos? Vergangene Woche beim Fahren ist mir aufgefallen, dass in diesem Jahr zumindest in unserer Gegend überdurchschnittlich viele Bienenweiden angepflanzt worden sind. Nicht, dass sich dadurch die extrem zurück gegangene Anzahl der Bienen erhöht hätte. Aber immerhin: Die paar Tierchen, die noch da sind, finden hervorragende Nahrung. Wie sieht eine Bienenweide aus? Das ist zumeist in erster Linie ein Sonnenblumenfeld. Dazwischen wachsen alle möglichen anderen Wildblumen – leider aber auch mitunter hüfthohe Brennnesseln und brusthohe Disteln. Zudem gibt es Legionen von angriffslustigen Bremsen, die nur darauf warten, den Besucher als unfreiwilligen Blutspender zu missbrauchen. Das Betreten einer Bienenweide erfordert daher auch gewisse Schutzvorkehrungen. Dessen ungeachtet liefern gerade die Sonnenblumen phantastische Beispiele für natürliche Strukturen und so war ich gestern mal nachmittags auf Fototour – bis ich dann doch gezwungenermaßen vor den widerlichen, aggressiven, facettenäugigen, geflügelten Blutsaugern flüchten musste. Hier ist mal ein Dutzend Aufnahmen solcher Strukturen. Draufklicken zur Großdarstellung in einem separaten Tab!

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