Reise

Vergangene Nacht habe ich meine Große vom Flughafen (Hannover) abgeholt, denn mit Öffis zu der Zeit raus zu uns auf’s Land wäre schlicht unmöglich gewesen. Flughafen, das bedeutet aber auch für die einfache Fahrt rund ‘ne dreiviertel Stunde auf der Autobahn. Das bedeutet zusätzlich Parkgebühren von einem Euro pro Viertelstunde und nicht zuletzt deswegen beabsichtigte ich, bei der Landung so ziemlich auf den Punkt genau vor Ort zu sein. Die Ankunftstabelle des Flufhafens im Internet half mir dabei aber nicht sonderlich viel weiter, denn ob der Flieger verspätet ist oder Rückenwind hat, wird da immer erst im letzten Moment bekannt gegeben – und eben nicht schon ‘ne dreiviertel Stunde vorher. Gibt’s nicht vielleicht auch noch ‘ne andere Möglichkeit? Eine zum Flugzeugtracking in Echzeit? Ich suchte … und fand. Nämlich “Flightradar24“. Mag sein, dass der/die eine oder andere von euch diese Webseite schon kennt. Für alle anderen will ich das hier mal als Hinweis angeben.

Gestern hat es aus einem ganz einfachen Grunde keinen Blogeintrag gegeben: Meine Frau und ich haben nämlich dem Pflegechaos den Rücken gekehrt und an einer schon lange zuvor angemeldeten Fahrt zum Zoo Osnabrück teilgenommen. Die Busfahrt ging von der SG Lauenau aus und auf deren Seite (die ich ja auch betreue) sind noch ein paar zusätzliche Bilder von dem Ausflug zu finden. Zuerst wollte ich es nicht glauben, aber der Osnabrücker Zoo ist tatsächlich der größte Zoo in Niedersachsen und größer als der von Hannover – nämlich um sagenhafte 5m² :) . Hin- und Rückfahrt jeweils 1,5 Stunden. Zu Fuß waren wir da satte 6 Stunden unterwegs und so gegen Ende meuterte meine bessere Hälfte, weil ihr die Füße weh taten – na ja, ich schätze mal, dass wir sicherlich so um die zwanzig Kilometer gelaufen sind. Wer’s nicht gewohnt ist …

Nun noch die letzten Langeoog-Bilder, denn ich will das Thema ja nicht überstrapazieren. Dabei handelt es sich um typisches Meeresgetier. Und zwar um das, was man so nicht unbedingt in einem Nordsee-Aquarium findet. Die Aufnahmen entstanden an verschiedenen Tagen anlässlich von Wanderungen über die diversen Sandbänke und immer an der Wasserlinie entlang. BTW: Mir ist nachträglich aufgefallen, dass der offizielle Gezeitenkalender der Insel für den Monat Juli einen (lebens-) gefährlichen Fehler enthielt. Da waren nämlich zum Monatswechsel vom Juni auf den Juli Samstag und Sonntag unterschlagen worden. Hab’s mal nachgerechnet: Die angegebenen Zeiten für Ebbe und Flut sowie das zugehörige Datum stimmten wohl. Nicht aber die angegebenen Tage! Watt’n Glück, dass wir uns beim Gezeitenkalender nach dem Datum und NICHT nach der (falschen) Tagesangabe gerichtet hatten. Andernfalls hätte das nämlich schnell ins Auge – oder besser gesagt ins Wasser – gehen können. Etwas Misstrauen ist folglich auch gegenüber offiziellen Schriftstücken immer ganz angebracht! So, und hier nun die zehn letzten Bilder. Darufklicken zur Großdarstellung in einem separaten Tab!

Gestern kein Eintrag, weil das rl vorgeht und hier der Bär tanzt – wir haben Schwiegervater mit seinen 85 Jahren nämlich mit akut-kritischer Herzinsuffizienz ins Krankenhaus bringen müssen. Anschließend warteten noch der Garten, die Wäsche und die Wocheneinkäufe für zwei Haushalte zzgl. die Betreuung meiner demenkranken Schwiegermutter. Einen unvermittelten und nicht ungefährlichen Angriff durch meine geistig schwerbehinderte Schwägerin konnte ich gerade noch abwehren – da war ich absolut nicht drauf gefasst und das hätte mir um Haaresbreite offene Pulsadern eingebracht. Aufgrund der Abwesenheit ihres Vaters (passte nicht ihr Weltbild) war sie nämlich urplötzlich komplett ausgetickt und auf Veränderungen ihres Weltbildes reagiert sie nicht nur völlig unberechenbar, sondern auch von einer Sekunde zur anderen unvorhersehbar gemeingefährlich aggressiv. Langeweile kommt da ganz bestimmt nicht auf!

Kunstformen gibt es viele. Manche Menschen musizieren oder malen oder fotografieren oder dichten oder schnitzen oder-oder-oder. Auf eine Kunstform, die ich so bisher nicht als Kunst betrachtet habe, bin ich auf Langeoog aufmerksam geworden. Kam so: Zuerst war da diese SMS von den Telekomikern dahingehend, als dass die (mal wieder) mein Datenvolumen gedrosselt hatten. Was soll’s – freies WLAN gab’s im “Haus der Insel” und der betreffende Vormittag glänzte ohnehin durch einen strahlend grauen Himmel, aus dem es immer mal wieder rauspieselte. Also sind wir – meine Frau und ich – zum “Haus der Insel” gefahren. Dort brachte ich zuerst mal mein Handy auf den neuesten Stand.

Machen wir noch einen Moment mit dem Federvieh weiter: Möwen gelten neben Wasser, Wellen und Schiffen als das Sinnbild des Meeres schlechthin. Ich muss zugeben, dass ich zu den Mistviechern ein ziemlich gespanntes Verhältnis habe. Damals, als ich vor über vierzig Jahren noch auf der alten “Solea” in Richtung Orkneys gefahren bin, da “fütterten” wir die Mistviecher vom Heck des Schiffes aus mit Blei. Wenn man das heute macht, dann hat man gleich Legionen von Tierschützern am Hals. Aber seien wir mal ehrlich: Es sind und bleiben Mistviecher! Die schei… alles voll und scheuen sich auch nicht, einem das Essen mit waghalsigen Flugmanövern aus der Hand zu klauen, wobei sie arg blutende Verletzungen des Besitzers billigend in Kauf nehmen. Und wenn erstmal eine Möwe was erwischt hat, dann findet die wundersame Möwenvermehrung statt und urplötzlich wie aus dem Nichts kreist ein ganzer Schwarm dieser Geier über einem. Vermutlich vermehren sich die Biester im Moment der Nahrungszufuhr durch spontane Teilung! Es ist für die Kinder übrigens ein unterhaltsames Spiel, die zwischen den Badegästen am Strand umher streifenden Vögel mit Steinen abzuwerfen. Wer die Meisten trift hat gewonnen. Oder – die Spielvariante für Fortgeschrittene – es wird nach Möwenarten differenziert und unterschiedliche Arten ergeben beim Treffer auch unterschiedliche Punktzahlen. ;)

Der Alltag hat mich wieder – wo ist die Woche Urlaub geblieben? Vormittags fuhr ich mit meiner Gattin nach Stadthagen, trotz unseres aktuellen “Monsun light“: Wegen Überflutung gesperrte Straßen und daher Umleitungen; das Auto verursachte ‘ne Bugwelle und die Scheibenwischer kämpften den Kampf ihres Lebens. Momentan haben wir ja drei Rotwarnungen und eine Lilawarnung wegen extrem ergiebigen Dauerregens mit 120l/m². Es regnet ja auch erst seit Sonntag Abend. Vielleicht wäre ein Schlauchboot mit Außenborder angebrachter als ein Auto. Oder ein U-Boot als Alternative. Na ja, immerhin soll’s morgen Nachmittag aufhören. Warten wir’s mal ab. Im Gegensatz zu den Tropen ist das Wasser hier allerdings etwas frischer.

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